Die Verwandlung

Die Verwandlung

der „Verwandlung“

in

die „fεrvandLʊŋ“

 

Ein Schriftstück

 

1. Untertitel :

1. Januar 2030

 

2. Untertitel :

Der Praxistest

 

3. Untertitel :

Das liest,
wer schreiben will,
wie sie oder er spricht.

 

4. Untertitel :

Sprechschreibung statt Rechtschreibung

 

5. Untertitel :

Sprache kommt von Sprechen
und
Schreiben ist Sprechen mit Tinte

 

6. Untertitel :

Ein Leseabenteuer
mit Geisterbahn
und Schauergeschichten

 

Abrat :

Ein lesenswertes Lesevergnügen,
nicht hörenswert, kein Hörvergnügen. 

Es wird darum davon abgeraten,
das vorliegende Buch als Hörbuch zu hören.

 

Warnung :

Wer einmal zu Verstand gekommen ist,
wird ihn nicht mehr los !

 

 

Für T. L.

***

statt Sonnenblumen

***

und für die ganze Gesellschaft

 

von

Roswitha Tytsch

 

Reden ist Silber und Schreiben ist etwas Anderes

Die meisten Menschen auf dieser Erde sprechen nicht Deutsch.

 

Deutsch für Fremdsprachige

Wenn fremdsprachige Menschen Deutsch als zusätzliche Sprache lernen wollen,
hören sie sich der deutschen Sprache in gesprochener Form gegenüber
und
sehen sich der deutschen Sprache in geschriebener Form gegenüber.

Die deutsche Sprache in ihrer gesprochenen Form
und
die deutsche Sprache in ihrer geschriebenen Form
sind nicht das Gleiche.

Es handelt sich um zwei verschiedene Sprachen :
Eine gesprochene Sprache mit Regeln über die richtige Aussprache
oder die Rechtsprechung,
und
eine geschriebene Sprache mit Regeln über die richtige Schreibung
oder die Rechtschreibung.

Wer Deutsch schreibt, schreibt nicht so, wie sie oder er spricht,
sondern anders als sie oder er spricht.

Wer die deutsche Sprache lernen will,
muss also zwei Sprachen und zwei Regelsysteme lernen.

Das macht die deutsche Sprache nicht leicht lernbar, ja sogar lernfeindlich,
so dass von den Menschen, die nicht Deutsch sprechen,
und das sind die meisten,
nur wenige Deutsch lernen,
–  was zur Folge hat,
dass die wenigen Menschen, die bereits Deutsch sprechen,
sich mit nur wenigen Menschen ,
die die deutsche Sprache als zusätzliche Sprache gelernt haben,
unterhalten können.

Die Deutschsprachigen bleiben so mehr oder weniger unter sich, igeln sich ein und kapseln sich ab.

 

Deutsch für Menschen, die deutschsprachig werden wollen

Nicht nur Menschen, die Deutsch als zusätzliche Sprache lernen wollen,
müssen zwei Regelsysteme lernen,
sondern auch die Kinder, die Deutsch als Muttersprache lernen.

Die deutsche Sprache macht ihren Erwerb also nicht nur den Fremdsprachigen,
sondern auch ihren eigenen Kindern schwer.

Wenn die Kinder nicht zwei Regelsysteme lernen müssten, sondern nur noch eines, dann könnten sie in der gewonnenen Zeit entweder nichts tun und ihre Kindheit geniessen oder in der gewonnenen Zeit und mit der gesparten Energie sich ein anderes Regelsystem aneignen, etwa das des Geigenspiels oder des Fussballspiels, oder sich auf andere Weise sinnvoll auf die Zumutungen des Lebens vorbereiten.

 

Schreibe das, was Du sprichst !

Das Lernen der deutschen Sprache wäre einfacher,
wenn Deutsch so geschrieben würde, wie es gesprochen wird.
Wer Deutsch lernen will, müsste dann nur noch lernen, deutsch zu sprechen,
und würde dann einfach so schreiben, was und wie sie oder er spricht.

 

Am Anfang war das gesprochene Wort

Sprache kommt von sprechen  –  und nicht von schreiben.

Am Anfang wurde nur gesprochen und nicht geschrieben.
Gott sprach zu sich und verkehrte mit Adam und Eva mündlich  –
und nicht schriftlich.

Die gesprochene Sprache besteht aus Lauten, die wir entstehen lassen,
indem wir aus unserer Lunge Luft durch unsere so oder anders verengten oder erweiterten Sprachwerkzeuge in Kehle und Mund an den Zähnen und Lippen vorbei hauchen und blasen und zum Beispiel „Hut“ sagen.
Wenn wir „Hut“ sagen, hauchen wir zuerst einen Hauchlaut,
lassen dann die Stimmbänder heulen wie ein Uhu,
stoppen dann den Luftstrom, indem wir die Zungenspitze hinter die oberen Vorderzähne pressen, und lassen dann, wenn genügend Luftdruck aufgebaut ist,
die Zunge plötzlich los und lassen so eine richtige T-Detonation ertönen.

/Sprix-1-1/

21. Januar 2019 / RT

 

Sage und schreibe

Um schriftlich festzuhalten, also um zu schreiben, was wir gesprochen haben,
können wir als erste Möglichkeit das Ding, das wir ausgesprochen haben, zeichnen,
wie die Chinesinnen und die Chinesen es tun,
also eine Zeichnungssprache verwenden und einen Hut zeichnen.  

Wenn wir einen Hut zeichnen, fertigen wir aber nicht einen zweiten Hut an,
sondern ordnen mit einem Stift auf einer Fläche Striche und Linien so an,
dass sie zusammen aussehen wie ein von einer Seite gesehener Hut. 
Während der wirkliche Hut draussen in der Wirklichkeit dreidimensional ist,
ist der gezeichnete Hut auf dem flachen Papier nur zweidimensional.  

Wer einen gezeichneten Hut sieht, weiss, 
–  und zwar unabhängig davon, ob sie oder er Deutsch spricht oder nicht, 
–  dass das ein Hut ist, dass damit ein Hut gemeint ist,
sie oder er weiss aber nicht,
wie es tönt, wenn eine deutschsprachige Person einen Hut in den Mund nimmt,
also das Wort „Hut“ ausspricht,
ja sie oder er weiss nicht einmal, welche Sprache die Person,
die den Hut gezeichnet hat, spricht. 
Wer einen gezeichneten Hut sieht, weiss, dass das ein Hut ist,
muss aber, da Zeichnungen nicht tönen, anderweitig wissen,
wie dieser Hut auf Deutsch ausgesprochen wird.  

Um schriftlich festzuhalten, was wir gesprochen haben,
kommt uns die Idee, wir könnten als zweite Möglichkeit versuchen,
nicht das Ding, das wir ausgesprochen haben,
sondern die Laute, die wir gesprochen haben, zu zeichnen,
also im Falle des Hutes
zuerst einen Hauchlaut,
dann ein Uhu-U und
schliesslich eine T-Detonation,
stellen dabei aber fest, dass alles das, was wir auch immer zeichnen, nicht tönt,
dass Laute nicht nur nicht sichtbar sind wie die Zähne der Mona Lisa,
sondern unsichtbar sind wie der Wind, man also Laute nicht zeichnen kann.  

In dieser Situation bleibt uns nichts anderes übrig, als uns darüber zu einigen,
wie wir die gesprochenen Laute mit einem nicht tönenden Zeichen darstellen wollen. 
So einigen wir uns darauf,
den Hauchlaut mit dem Zeichen „h“ darzustellen,
den Uhu-Laut mit dem Zeichen „u“ und
die T-Detonation mit dem Zeichen „t“.  

Dass das „h“ einen Hauchlaut darstellt, sehen oder hören wir dem „h“ nicht an, ebensowenig sehen oder hören wir dem „u“ an, dass es so tönt, wie ein Uhu heult,
und dass das „t“ für eine T-Detonation steht, wissen wir auch nur,
weil wir es anderweitig wissen; 
ansehen oder anhören können wir es dem „t“ nämlich nicht.  

Das „h“ und das „u“ und das „t“ sind also nicht etwa tönende Zeichnungen der Laute,
sondern sind von unseren Vorfahrinnen und Vorfahren vereinbarte,
nicht tönende, stumme Zeichen für die Laute.  

Wir haben diese Vereinbarungen übernommen und nennen diese Zeichen Buchstaben.  

Neben diesen gezeichneten, nicht tönenden, stummen Zeichen gibt es auch tönende Zeichen, akustische Signale wie etwa eine Schiffssirene, ein Trompetenstoss, eine Autohupe oder das Händeklatschen als Beifall nach einem Konzert. 
Von diesen tönenden Zeichen ist aber hier nicht die Schreibe, und da die Schreibe  –  wie eben gesehen  –  ja nicht tönt, schon gar nicht die Rede.

 

Es wäre schön

Es wäre schön und die deutsche Sprache wäre für Fremdsprachige leichter zu lernen und für Deutschsprachige leichter zu schreiben, wenn es so für jeden in der deutschen Sprache vorkommenden Laut ein Zeichen oder einen Buchstaben gäbe.  Wer die Buchstabenfolge „Hut“ sähe, wüsste dann, dass diese als Hauchlaut, Uhu-U und T-Detonation, eben „Hut“ ausgesprochen wird; 
und wer die ausgesprochene Lautfolge Hauchlaut, Uhu-U und T-Detonation hörte, wäre dann ohne weiteres im Stande, diese als Buchstabenfolge „h“ und „u“ und „t“ zu schreiben.

 

Dumm ist nur

Dumm ist nur, dass in der deutschen Sprache über 40 Laute ausgesprochen werden,
dass es aber nur 29 Buchstaben gibt,
mit denen diese über 40 Laute schriftlich dargestellt werden.  

Das „u“ zum Beispiel wird nicht immer als Uhu-u wie in „Hut“ ausgesprochen,
sondern in gewissen Fällen als dumm-u wie eben in „dumm“, „und“, „unter“, „Butter„ oder „Zucker“, wohingegen das „u“ in „nur“ wiederum als Uhu-u wie in „Hut“ ausgesprochen wird.  Dem einzelnen „u“ allein sieht man nicht an, ob es als Uhu-u oder als dumm-u ausgesprochen wird.  Wir haben hier also den Fall, dass ein und derselbe Buchstabe für zwei verschiedene Laute stehen kann.  Ob ein „u“ in einem Wort als Uhu-u oder als dumm-u ausgesprochen wird, ergibt sich aus der Geschichte dieses Wortes, die aber die wenigsten Leute kennen, und fremdsprachige Personen, die Deutsch lernen wollen, schon gar nicht.  

Der „Hut“ wird, wie gehört und gesehen, mit der Lautfolge Hauchlaut, Uhu-U und T-Detonation ausgesprochen und dementsprechend ganz zwangslos mit der Buchstabenfolge „h“ und „u“ und „t“ geschrieben. 
Der „Hut“ tönt mit drei Lauten und erscheint in drei Buchstaben.  

Demgegenüber tönt etwa die „Kuh“ mit zwei Lauten : 
mit einem Knallkörper-k und mit einem Uhu-u, erscheint aber mit drei Buchstaben.  Der Buchstabe „h“ am Schluss des geschriebenen Wortes wird nun aber nicht etwa als Hauchlaut gehaucht wie am Anfang des „Hutes“, sondern er wird überhaupt nicht ausgesprochen.  Sein einziger Zweck besteht darin, darauf hinzuweisen, dass das Uhu-u in „Kuh“ nicht als kurzes „u“ ausgesprochen wird wie etwa in der zweiten Silbe von „Uhu“, sondern als langes „u“ wie eben in „Hut“, wobei das „u“ in „Hut“ als langes „u“ ausgesprochen wird, ohne dass dort darauf noch mit einem „h“ besonders hingewiesen würde, das Wort also nicht als „Huht“ geschrieben wird.  Es zeigt sich also, dass der Buchstabe „h“ einmal für einen Hauchlaut stehen kann und einmal als Längezeichen gebraucht werden kann.  

/Sprix-1-2/

19. Februar 2019 / RT

 

1. Stücklein :

Obst und Gemüse

Stellen Sie sich in einer Stadt in einem deutschsprachigen Land eine Obst- und Gemüsehandlung vor in einem Stadtviertel, in dem viele Menschen wohnen, die nicht Deutsch, sondern viele andere Sprachen sprechen. Stellen Sie sich weiter vor, die Obst- und Gemüsehändlerin oder der Obst- und Gemüsehändler habe frühmorgens auf dem Grossmarkt günstig Himbeeren, Uglis (das ist eine Kreuzung zwischen Grapefruit, Orange und Tangerine) und Tomaten erwerben können und möchte diese nun heute den Leuten in diesem babylonischen Stadtviertel anbieten.  Zu diesem Zweck könnte sie oder er an das Schaufenster schreiben : 

Himbeeren

Uglis

Tomaten

und zwar in sieben Sprachen. Auf diese Weise würde die Obst- und Gemüsehändlerin oder der Obst- und Gemüsehändler alle Leute, die eine dieser sieben Sprachen sprechen, erreichen und vielleicht als Käuferinnen und Käufer dieser Himbeeren, Uglis und Tomaten gewinnen.  Da fällt der mehrsprachigen Obst- und Gemüsehändlerin oder dem mehrsprachigen Obst- und Gemüsehändler ein, dass die Menschen, die eine achte oder neunte oder eine weitere Sprache sprechen, die Schrift auf dem Schaufenster nicht verstehen können und als Kundschaft nicht in Frage kommen.  Sie oder er sieht aber, dass auf dem Schaufenster kein Platz mehr ist, auf dem in weiteren Sprachen auf das Angebot hingewiesen werden könnte.  Ein Geistesblitz durchzuckt sie oder ihn, mit einem grossen Schwamm wischt sie oder er die 21 Obst- und Gemüsewörter weg und zeichnet mit Pinsel und schönen Farben

Himbeeren

Uglis

Tomaten

auf die Schaufensterfläche. Sie oder er erreicht so das ganze Diplomatenviertel und am Abend ist alles weg und verkauft. 

An den folgenden Tagen stellt die Obst- und Gemüsehändlerin oder der Obst- und Gemüsehändler fest, dass die Käuferinnen und Käufer offenbar die grossen Uglis den kleinen Uglis vorziehen, jedenfalls sind am Mittag die grossen Uglis weg und die Nachmittagskundinnen und Nachmittagskunden kaufen die verbleibenden kleinen Uglis eher widerwillig, aber kaufen tun sie sie, da Nachspeise mit Uglimousse zur Zeit grosse Mode ist.

Erfreut ist die Obst- und Gemüsehändlerin oder der Obst- und Gemüsehändler, als es ihr oder ihm am nächsten Morgen in der Frühe auf dem Grossmarkt gelingt, drei Kisten mit lauter grossen Uglis zu ersteigern. Zurück in ihrem oder seinem Geschäft zeichnet sie oder er frohgemut mit Pinsel und schönen Farben

Uglis Himbeeren

auf die Schaufensterfläche. In der Mitte des Vormittags trinkt sie oder er Tee im Hinterraum, als die Köchin oder der Koch einer fremdsprachigen Vertretung die Obst- und Gemüsehandlung betritt und in gebrochenem Deutsch vier Schälchen Himbeeren wünscht.  Die Himbeersaison sei jetzt vorbei, erklärt die Obst- und Gemüsehändlerin oder der Obst- und Gemüsehändler und empfiehlt der Küchenperson die grossen Uglis.  Erstaunt ob dieser Antwort zeigt die Küchenperson auf die schöne, rote Himbeerzeichnung auf der Schaufensterfläche und sagt dazu mit fester Stimme :  „Aber Himbeeren bieten Sie doch hier an !“  Die Obst- und Gemüsehändlerin oder der Obst- und Gemüsehändler erkennt nun den Gedankengang und das Missverständnis der fremdsprachigen Küchenperson und erklärt ihr geduldig mit deutschsprachigem Wohlwollen, dass in deutschsprachigen Zeichnungen Himbeeren nach Uglis nicht Himbeeren darstellen, sondern besagen, dass die voranstehenden Uglis grosse Uglis sind und dass von Himbeeren keine Rede sein könne.  Verdutzt ob dieser deutschsprachigen Erklärung verlässt die enttäuschte Köchin oder der enttäuschte Koch die Obst- und Gemüsehandlung und macht sich auf die Suche nach Himbeeren.

 

Dümmer noch

Wie gesehen, ist es dumm genug,
dass in der deutschen Sprache über 40 Laute ausgesprochen werden,
dass es aber nur 29 Buchstaben gibt,
mit denen diese über 40 Laute schriftlich dargestellt werden.
Noch dümmer aber ist, dass für den gleichen Laut
einmal ein Buchstabe und einmal ein anderer Buchstabe verwendet werden;
so wird also trotz Buchstabenknappheit ein Buchstabe verschleudert. 

Wie gehört und gesehen, wird der erste Laut der „Kuh“ als Knallkörper-k ausgesprochen und als Knallkörper-k dargestellt, ebenso in „kalt“, „Kokosnuss“ und „kunterbunt“.
Als Knallkörper-k ausgesprochen wird aber auch der erste Laut in „Cabriolet“, „Cadmium“, „Café“, „Castro Fidel“, „Cognac“ und „Cousin“;  wobei anzumerken ist, dass französischsprachige Personen in ihrem Französisch
das Knallkörper-k in französischen Wörtern anders aussprechen
als Personen deutscher Sprache dies im Deutschen tun.
In Abweichung vom Prinzip der Uniformität
wird also der gleiche Laut des Knallkörper-k’s

einmal mit dem Buchstaben „k“ und
einmal mit dem Buchstaben „c“
dargestellt.
Erleichtert wird dadurch das Erlernen der deutschen Sprache,
weder für fremdsprachige Personen noch für Kinder deutschsprachiger Eltern, nicht.

 

Es kommt noch schlimmer

Damit ist aber der Verwirrung nicht genug.
Es ist nicht nur so, dass der eine Knallkörper-k-Laut
einmal mit dem Buchstaben „k“ und
einmal mit dem Buchstaben „c“ dargestellt wird,
sondern der Buchstabe „c“ stellt auch zwei andere Laute, also ein Lautpaar, dar,
nämlich eine T-Detonation und ein Slalom-s, also ein Citronen-ts,
wie zum Beispiel in „Caesar“, „Cäcilia“, „Celsius“ und „Citrone“.
In ein und denselben Wörtern „circa“ und „Circus“
stellt der Buchstabe „c“ bei seinem ersten Auftritt
die zwei Laute einer T-Detonation und eines Slalom-s’, also eines Citronen-ts’, dar,
bei seinem zweiten Auftritt hingegen stellt er einen Knallkörper-k-Laut dar. 

Der Buchstabe „c“
kann aber nicht nur die zwei Laute einer T-Detonation und eines Slalom-s’ darstellen,
sondern auch zwei andere Laute,
nämlich eine T-Detonation und ein Schaumwein-sch wie etwa in „Cello“ oder „Cembalo“. 

Wer wollte da noch Deutsch lernen ?

/Sprix-1-3/

21. März / RT

 

2. Stücklein :

Wieder einmal Obst und Gemüse

Wieder einmal kommt die Küchenperson am Schaufenster
der Obst- und Gemüsehändlerin oder des Obst- und Gemüsehändlers vorbei und sieht dort schöne

Citronen Himbeeren

hingemalt.
Erfreut, dass wieder Himbeersaison ist, betritt sie den Laden und wünscht eine Citrone und vier Schälchen Himbeeren.  Weder das eine noch das andere sei zu haben, gibt ihr die Obst- und Gemüsehändlerin oder der Obst- und Gemüsehändler zur Antwort.  Die Küchenperson deutet auf die gemalten Citronen und Himbeeren am Schaufenster, die auch von innen sichtbar sind, und sagt, sie wisse ja vom letzten Mal, dass Uglis und Himbeeren nicht Uglis und Himbeeren, sondern grosse Uglis bedeuten;  hier seien aber Citronen und Himbeeren hingemalt, was ja wohl nichts anderes bedeuten könne, als dass solche hier feil seien, und sie wünsche also von diesen.  Nun legt die Obst- und Gemüsehändlerin oder der Obst- und Gemüsehändler der Küchenperson ausführlich dar, dass auf deutschsprachige Schaufenster gemalte Citronen und Himbeeren weder Citronen noch Himbeeren bedeuten, sondern dem Publikum kund tun, dass hier Champignons erworben werden können.  Mit zunehmendem Erstaunen und sehr verwirrt hört sich die Küchenperson diese deutschsprachigen Darlegungen an und denkt mit Sehnsucht an ihre ferne Heimat auf einem anderen Erdteil, wo die Menschen als Höhlenbewohnerinnen und Höhlenbewohner leben, an deren Höhlenwänden aber ein hingemalter Mammut einen Mammut darstellt und ein hingemalter Bison einen Bison, und nicht ein Pferd und ein Rind zusammen einen Hirsch darstellen.  Da sie Champignons für einen Nachtisch nicht geeignet hält, kauft sie davon keine, geht auf der Strasse weiter und schaut, ob sich in Auslagen anderer Geschäfte etwas Geeignetes fände.  Unbeschwert und in Ruhe tun kann sie das nicht, da sie immer wieder von Zweifelsschüben befallen wird, die sie bei der Betrachtung der Auslagen innerlich beeinträchtigen.  Immer mehr zweifelt sie daran, ob es ihren lieben Landsleuten, die aus dem Höhlenbewohnerland in diese viel verheissende deutsche Sprachlandschaft ausgewandert sind und hier ihr Glück suchen wollen, je gelingen wird, den für einen dauernden Verbleib von Leuten mit Völkerwanderungshintergrund geforderten Integrationstest zu bestehen, da doch offenbar die deutschsprachigen Einheimischen in einer unlogischen, aberwitzigen, ja unvernünftigen Gedankenwelt denken und leben, die vom gesunden Menschenverstand der Höhlenbewohnerinnen und Höhlenbewohner so weit entfernt zu sein scheint, dass ihr das richtige Beantworten des langen Integrationsfragebogens immer mehr als aussichtsloses Unterfangen erscheint.

 

Etwas, das nichts bedeutet, statt nichts

Einerseits wird also der eine Knallkörper-k-Laut einmal mit dem Buchstaben „k“
wie in „Kuh“, „kalt“, „Kokosnuss“ und „kunterbunt“ dargestellt und
einmal mit dem Buchstaben „c“ wie in „Cabriolet“, „Cadmium“, „Café“, „Castro Fidel“, „Cognac“ und „Cousin“. 

Anderseits wird der Buchstabe „c“ also einmal als Knallkörper-k ausgesprochen
wie in „Cabriolet“, „Cadmium“, „Café“, „Castro Fidel“, „Cognac“ und „Cousin“
und einmal als T-Detonation und ein Slalom-s, also als Citronen-ts,
wie in „Caesar“, „Cäcilia“, „Celsius“ und „Citrone“. 

Diese beiden Buchstaben „c“ und „k“ treten auch gemeinschaftlich als Paar auf
wie etwa in „Backstube“, „Wackelkontakt“ und „Bockbier“,
ausgesprochen wird dieses Paar aber als ganz gewöhnliches Knallkörper-k,
es wird also nicht anders ausgesprochen, als wenn hier „Bakstube“, „Wakelkontakt“ und „Bokbier“ stünde.  Wer also „Backstube“, „Wackelkontakt“ und „Bockbier“ sieht, kann sich das „c“ jeweils gerade wegdenken.  Statt etwas hinzuschreiben, das nichts bedeutet, könnte man also geradeso gut und noch viel einfacher nichts hinschreiben. 

/Sprix-1-4/

19. April 2019 / RT

 

3. Stücklein :

Nichts mit fatalen Folgen

An einem heiteren Morgen malt die Obst- und Gemüsehändlerin oder
der Obst- und Gemüsehändler in schönen Farben

Citronen Kiwis

an das Schaufenster ihres oder seines Obst- und Gemüsegeschäftes hin. Gegen Mittag springen diese unserer Küchenperson in die Augen, worauf diese beschliesst, davon für den heutigen Nachtisch zu erwerben.  Die Obst- und Gemüsehändlerin oder der Obst- und Gemüsehändler begrüsst sie freundlich und fragt, was sie wünsche.  „Eine Citrone und acht Kiwis, bitte !“, äussert die Küchenperson ihren Wunsch.  Kiwis seien zu haben, Citronen hingegen nicht, antwortet die Obst- und Gemüsehändlerin oder der Obst- und Gemüsehändler freundlich.  „Sie haben sich heute morgen doch die Mühe gemacht, nicht nur Kiwis, sondern auch Citronen auf die Schaufensterscheibe hinzumalen;  Sie werden die Citronen ja wohl nicht ohne Grund hingemalt haben !“, entgegnet darauf die Küchenperson.  „Doch, ganz ohne Grund !  Wer Kiwis zu verkaufen hat, tut dies der Käuferschaft kund, indem sie oder er Kiwis auf die Schaufensterscheibe malt.  Deutschsprachige Obst- und Gemüsehändlerinnen und deutschsprachige Obst- und Gemüsehändler malen in einer solchen Situation dazu auch noch gerne Citronen hin, und zwar auch dann, wenn keine Citronen zu verkaufen sind !“, erklärt die Obst- und Gemüsehändlerin oder der Obst- und Gemüsehändler der Küchenperson in liebenswürdigen Worten.  Ob dieser Erklärung fällt die Küchenperson aus allen Wolken.  Sie kann sich kaum fassen und ist nahe daran, ohnmächtig zu werden.  Die Obst- und Gemüsehändlerin oder der Obst- und Gemüsehändler erkennt die Lage und bietet ihr einen Stuhl und ein Glas Cognac an.  Die Küchenperson nimmt beides gerne an und versucht, ihre Gedanken zu sammeln.  Sie kann nicht verstehen, dass eine vernünftige Person etwas hinmalt, das nichts bedeutet, anstatt dann, wenn es nichts zu bedeuten gibt, einfach nichts hinzumalen.  Wenn in ihrer Höhlenbewohnerheimat eine Höhlenmalerin oder ein Höhlenmaler keinen Grund hat, einen Mammut an die Höhlenwand zu malen, dann malt sie oder er keinen Mammut an die Höhlenwand.  Würde sich eine Höhlenmalerin oder ein Höhlenmaler gleich wie die deutschsprachigen Obst- und Gemüsehändlerinnen oder die deutschsprachigen Obst- und Gemüsehändler verhalten, würde sie oder er einen Mammut an die Höhlenwand malen und dann dazu erklären, dieser gemalte Mammut stelle keinen Mammut dar und bedeute nichts.  Sie nimmt einen Schluck Cognac und vermag sich an keine Höhlenbewohnerin und an keinen Höhlenbewohner erinnern, die oder der eine solche Höhlenmalerin oder einen solchen Höhlenmaler nicht als verrückt geworden erachten würde. 

Was sie aber am meisten beunruhigt, ist der Umstand, dass das verrückte Verhalten der deutschsprachigen Obst- und Gemüsehändlerinnen und der deutschsprachigen Obst- und Gemüsehändler niemandem ausser ihr auffällt, dass niemand ausser ihr daran Anstoss nimmt. Die Küchenperson kann sich das nur so erklären, dass deutschsprachige Menschen insgesamt etwas von der Vernunft abgerückt, also verrückt sein müssen.  Dass sie Citronen malen, wo es keine gibt, weiss sie oder er jetzt.  Aber sie muss damit rechnen, dass die Deutschsprachigen auch anderweitig etwas verrückt sind.  Sie weiss aber nicht, bei welchen Gelegenheiten und in welcher Form diese Verrücktheit wieder in Erscheinung treten kann.  Das ist das Unheimliche.  Sie muss angesichts jedes Deutsch sprechenden Menschen auf alles gefasst sein. 

Nachdem sie sich vom Schreck etwas erholt hat, bedankt sie sich für die Sitzgelegenheit und den belebenden Cognac, kauft acht Kiwis und versucht auf diese Weise, in der Normalität des Alltags wieder Fuss zu fassen. Immer noch etwas benommen verlässt sie die Obst- und Gemüsehandlung und wirft beim Weggehen nochmals einen ungläubigen Blick auf die auf das Schaufenster gemalten Citronen, die also so gar nichts, nicht einmal ausverkaufte Citronen, bedeuten sollen, zurück.  Nach diesem Erlebnis sieht sie auf dem Nachhauseweg deutschsprachig aussehende Menschen mit misstrauischen Augen an.  Unterwegs betritt sie noch kurz das Postamt, um Briefmarken zu kaufen, und steht vor einer Tür mit der Aufschrift „Stossen“.  Aufgrund ihrer in diesem Land gemachten Erfahrung mit den Himbeeren, die kleine Uglis gross machen, und den Citronen und den Himbeeren, die Champignons bedeuten, muss sie nun damit rechnen, dass hier „Stossen“ möglicherweise „Stossen“, vielleicht aber auch „Ziehen“ bedeuten kann.  Sie tritt also nicht mit Schwung stossend an die Tür, sondern versucht zuerst einmal vorsichtig, den Türgriff sachte hin und her zu bewegen, und ist dann erstaunt, dass hier „Stossen“ tatsächlich „Stossen“ bedeutet, und kauft am Schalter ihre Briefmarken.  Als sie durch die Tür hinaus geht, wird ihr bewusst, dass in einem Land, in dem einiges nicht so ist, wie es sein soll, die Feststellung, dass etwas doch so ist, wie es sein soll, die gleiche Überraschung und das gleiche Erstaunen auslöst, wie die Feststellung, dass etwas nicht so ist, wie es sein soll, und dass dort, wo man auf alles gefasst sein muss, einem nichts „wider Erwarten“ geschehen kann. 

 

Etwas ganz anderes statt nichts und nochmals anders als auch schon
und das Ganze dreifach

Der Buchstabe „c“ wird als Knallkörper-k ausgesprochen
in „Cabriolet“, „Cadmium“, „Café“, „Castro Fidel“, „Cognac“ und „Cousin“,
als T-Detonation und Slalom-s, also als Citronen-ts,
in „Caesar“, „Cäcilia“, „Celsius“ und „Citrone“
und ist wie nicht da in „Backstube“, „Wackelkontakt“ und „Bockbier“. 

Wenn sich der Buchstabe „c“ nicht mit dem Buchstaben „k“ paart,
sondern mit dem Buchstaben „h“,
dann bedeutet der Buchstabe „c“ nicht nichts wie in „ck“;
der Buchstabe „c“ wird aber einerseits
weder als Knallkörper-k noch als Citronen-ts ausgesprochen,
und es wird anderseits der Buchstabe „h“ auch nicht als Längezeichen
wie in „Kuh“ gebraucht,
sondern die Verbindung „ch“ kann

–         entweder als Schwalben-sch ausgesprochen werden,
also so, wie es rauscht, wenn eine Schwalbe vorbeifliegt,
zum Beispiel in „Champignon“, „Champagner“ und „Chicorée“,

–         oder als rauer Reibelaut wie in „Ach“, „Bach“, „Lochkartensystem“ und „Buchstabe“,

–         oder als weicher Reibelaut wie in „Ich“, „Kichererbse“, „lieblich“ und „fürchterlich“, 

–         oder als Knallkörper-k wie in „Chaos“, „Chlor“ und „Chor“. 

Es ist nachvollziehbar, dass es für eine fremdsprachige Person, die sich vorgenommen hat, Deutsch zu lernen, aber auch für ein Kind deutschsprachiger Eltern, das lernt, seine deutsche Muttersprache zu lesen und zu schreiben, nicht immer leicht ist, zu deuten, was ein in einem Text erscheinendes „c“ gerade bedeutet und wie es auszusprechen ist. Es erweist sich also, dass die ursprüngliche Idee, die gesprochenen Laute darzustellen und jeden Laut mit einem eigenen Buchstaben wiederzugeben, nicht folgerichtig verwirklicht ist, so dass die Leserin und der Leser misstrauisch jeden einzelnen Buchstaben daraufhin prüfen muss, ob er nun ein wirklicher Buchstabe ist, der einem Laut entspricht, oder ob er zu einer Verbindung von Buchstaben gehört, die erst zusammen einem Laut entsprechen.  Erleichtert wird auf diese Weise das Lesen nicht. 

/Sprix-1-5/

18. Mai 2019 / RT

 

4. Stücklein :

Die Katastrophe

An einem heiteren Morgen malt die Obst- und Gemüsehändlerin
oder der Obst- und Gemüsehändler in schönen Farben

Sellerie Citronen Himbeeren

an das Schaufenster ihres oder seines Obst- und Gemüsegeschäftes hin. Dass auf deutschsprachigen Schaufenstern gemalte Citronen und Himbeeren dem Publikum kund tun, dass hier Champignons erworben werden können, erschien der Küchenperson der Vertretung des Höhlenbewohnerlandes bei ihrem damaligen Besuch im Obst- und Gemüsegeschäft unverständlich.  So unverständlich es ihr damals erschien, so fest steht das heute noch in ihrem Gedächtnis.  Es schaltet darum bei ihr sofort, als sie die gemalten Citronen und Himbeeren auf dem Schaufenster sieht.  Sogleich betritt sie das Obst- und Gemüsegeschäft, da in der Küche ihrer Vertretung für die Jägersauce zum heutigen Wildschweinbraten gerade Champignons benötigt werden.  Ein Pfund Champignons hätte sie gerne gekauft, antwortet sie der Obst- und Gemüsehändlerin oder dem Obst- und Gemüsehändler auf deren oder dessen Frage nach ihrem Wunsch.  „Ich glaube, Sie brauchen einen Cognac“, entgegnet darauf die Obst- und Gemüsehändlerin oder der Obst- und Gemüsehändler, die oder der im ersten Moment ob diesem ausgefallenen Wunsch nach Champignons stutzt, dann aber sofort gewahr wird, dass sie oder er ja die Küchenperson von der Vertretung des Höhlenbewohnerlandes vor sich hat, die bei ihrem letzten Besuch mangels genügender Kenntnisse der deutschsprachigen Schaufenstermalerei beinahe in Ohnmacht gefallen wäre.  Sie oder er ahnt auch, aufgrund welchen absonderlichen Gedankenganges diese Küchenperson dazu kommt, Champignons zu wünschen.  „Sie erinnern sich wohl, dass ich Ihnen unlängst erklärt habe, dass auf deutschsprachige Schaufenster gemalte Citronen und Himbeeren weder Citronen noch Himbeeren bedeuten, sondern Champignons“, beginnt die Obst- und Gemüsehändlerin oder der Obst- und Gemüsehändler einfühlsam, nachdem sich die Küchenperson gesetzt und einen ersten Schluck Cognac zu sich genommen hat.  „Und genau das haben Sie ja wieder hingemalt, und Champigons sind genau das, was ich brauche.  In unserer Jägersauce ist Sellerie keine Zutat“, antwortet die Küchenperson, etwas erstaunt über den ihr aufgedrängten Cognac.  „Heute habe ich aber nicht Citronen und Himbeeren auf das Schaufenster gemalt, sondern Sellerie, Citronen und Himbeeren.  Und das bedeutet auf meinem deutschsprachigen Schaufenster nichts anderes, als dass ich heute Schnittlauch als günstiges Angebot dem Publikum anpreise.  Sellerie allein …“  –  „Schnittlauch ?“, entfährt es der Küchenperson in ungläubigem Staunen, und sie verschluckt sich am zweiten Schluck Cognac, den sie eben genommen hat, beginnt zu husten und fällt in Ohnmacht.  Die Obst- und Gemüsehändlerin oder der Obst- und Gemüsehändler hält sie im Stuhl fest, fächelt ihr Luft zu, bis sie wieder zu sich kommt.  Die Küchenperson kommt zwar wieder zu sich, doch es zeigt sich, dass sie den Verstand verloren hat und wahnsinnig geworden ist.  Die Obst- und Gemüsehändlerin oder der Obst- und Gemüsehändler bietet die Gesundheitsdienste auf.  Diese kommen und bringen die Küchenperson in eine Wahnsinnsklinik, wo sie während der nächsten Tage untersucht wird. 

Dass ein Mitglied der Vertretung des Höhlenbewohnerlandes von der deutschsprachigen Schaufenstermalerei in den Wahnsinn getrieben worden ist, verbreitet sich bei den Höhlenbewohnerinnen und Höhlenbewohnern durch das Internet weltweit und besonders im Höhlenbewohnerland in kürzester Zeit. In allen grossen Städten der Welt, wohin Höhlenbewohnerinnen und Höhlenbewohner ausgewandert sind, demonstrieren sie auf den Strassen und bewirken spontane Unruhen, deren Sinn aber von niemandem verstanden wird.  In der Hauptstadt des Höhlenbewohnerlandes aber kommt es zu einer Grossdemonstration besonnener und vernünftiger Einwohnerinnen und Einwohner.  In einem langen Umzug marschieren sie auf die deutschsprachige Vertretung zu und tragen Spruchbänder mit der Aufschrift „Nieder mit der wahnsinnigen deutschsprachigen Schaufenstermalerei !“ oder „Ein Mammut ist ein Mammut und Citronen und Himbeeren sind keine Champignons !“ oder „Für die Selbständigkeit des Schnittlauchs !“  Junge Höhlenbewohnerinnen und Höhlenbewohner sammeln das von den Kastanienalleebäumen gefallene Herbstlaub in grossen Körben zusammen, durchbrechen die zum Schutze der deutschsprachigen Vertretung aufgestellten Reihen von Polizistinnen und Polizisten und entleeren die Körbe in den schön gestalteten deutschsprachigen Vertretungsgarten.  Aus der weiteren Umgebung eintreffende Demonstrantinnen und Demonstranten bringen weiteres, in den umliegenden Wäldern aufgelesenes Herbstlaub mit und werfen es auf das deutschsprachige Vertretungsgrundstück, bis dieses in einem Ozean von oktoberbunten Blättern von Buchen, Eichen und Kastanien unsichtbar versunken ist. 

Mit grosser Anstrengung gelingt es am nächsten Morgen dem Laubbläserinnen- und Laubbläser-Ensemble der Stadtgärtnerei, wenigstens einen schmalen Zugang zum Portal der deutschsprachigen Vertretung freizublasen.

Als die Königin oder der König der deutschsprachigen Sprachlandschaft, gewissermassen das deutschsprachige Sprachrohr, von diesen wilden Demonstrationen und unverständlichen Unruhen vor der deutschsprachigen Vertretung in der Hauptstadt des Höhlenbewohnerlandes hört, gerät sie oder er ausser sich und lässt die Leiterin oder den Leiter der Vertretung des Höhlenbewohnerlandes zu sich kommen. In aller Form protestiert das deutschsprachige Sprachrohr gegen die Ausschreitungen vor der deutschsprachigen Vertretung in der Hauptstadt des Höhlenbewohnerlandes und weist diese als Einmischung in die inneren Angelegenheiten der deutschsprachigen Sprachlandschaft und in die deutschsprachige Schaufenstermalerei entrüstet zurück.  Allein der Umstand, dass die Höhlenbewohnerinnen und die Höhlenbewohner die Eigenheiten der deutschsprachigen Schaufenstermalerei nicht verstünden, berechtige diese in keiner Weise zu derartigem unordentlichem Verhalten und zum Umherwerfen mit allerlei Herbstlaub im deutschsprachigen Vertretungsgarten.  Dass ein Mitglied der Vertretung des Höhlenbewohnerlandes im Unverständnis der deutschsprachigen Schaufenstermalerei dem Wahnsinn verfallen sei, bedauert das Sprachrohr zutiefst.  Es empfiehlt der Vertretung des Höhlenbewohnerlandes, neue Mitglieder seiner Vertretung besser mit den Eigenheiten der deutschsprachigen Schaufenstermalerei vertraut zu machen, bevor sie in die deutschsprachige Sprachlandschaft entsandt werden. 

Die Leiterin oder der Leiter der Vertretung des Höhlenbewohnerlandes hört sich die Darlegungen des deutschsprachigen Sprachrohrs höflich an. Sie oder er führt gegenüber dem deutschsprachigen Sprachrohr aus, dass die menschenähnlichen Vorfahrinnen und Vorfahren der Höhlenbewohnerinnen und Höhlenbewohner nicht von den afrikanischen Bäumen heruntergeklettert seien, sich in den heissen Savannen mühsam das Gehen auf zwei Beinen angeeignet und sich zu weisen und vernünftigen Menschen entwickelt hätten, um nun hier in der deutschsprachigen Sprachlandschaft erleben zu müssen, dass sich die deutschsprachigen Schaufenstermalerinnen und die deutschsprachigen Schaufenstermaler gegen jede Vernunft verhalten :  nach Uglis Himbeeren malen, die nicht Himbeeren, sondern grosse Uglis bedeuten;  Citronen und Himbeeren malen, die weder Citronen noch Himbeeren, sondern Champignons bedeuten;  und Sellerie, Citronen und Himbeeren malen, die weder Sellerie noch Citronen noch Himbeeren, sondern Schnittlauch bedeuten.  Das sei ein deutschsprachiger Schlag ins Gesicht jeder Vernunft, trete den gesunden Menschenverstand mit Füssen, sei eine Abwendung vom homo sapiens und der Aufbruch zur Rückkehr auf die Bäume.  Zum Schluss ihrer oder seiner Ausführungen erdreistet sich die Leiterin oder der Leiter der Vertretung des Höhlenbewohnerlandes, der Königin oder dem König der deutschsprachigen Sprachlandschaft zu empfehlen, die deutschsprachigen Schaufenstermalerinnen und die deutschsprachigen Schaufenstermaler dazu zu bewegen, ganz einfach grosse Uglis, Champignons und Schnittlauch auf die deutschsprachigen Schaufenster zu malen. 

Mit widerstrebender Höflichkeit zunächst und dann mit zunehmender Aufmerksamkeit folgt und lauscht die deutschsprachige Königin oder der deutschsprachige König den Vorhaltungen der sprechenden Höhlenbewohnerin oder des sprechenden Höhlenbewohners. Widerstrebend zunächst gegen die Situation, dass sie oder er, Sohn oder Tochter einer erfolgreichen Pinselfabrikantin oder eines erfolgreichen Pinselfabrikanten, die oder der es nach ihrem oder seinem abgeschlossenen Studium der Kunstgeschichte immerhin zum gewählten obersten Sprachrohr einer hochzivilisierten, ja hochkultivierten Sprachlandschaft gebracht hat, sich gezwungen sieht, aus diplomatischem Anstand sich die urtümlichen Bemerkungen eines Urmenschen anzuhören.  Mit zunehmender Aufmerksamkeit infolge ihrer oder seiner plötzlichen Erkenntnis, dass ihr oder ihm die urtümlichen Erklärungen des Urmenschen nicht nur gemeinverständlich, sondern geradezu logisch, ja zwingend erscheinen. 

Die Leiterin oder der Leiter der Vertretung des Höhlenbewohnerlandes hat ihre oder seine Darlegungen längst beendet, als das deutschsprachige Sprachrohr tief in Gedanken versunken schweigend da sitzt und darüber nachsinnt, wie sie oder er und offenbar die Gesamtheit der Bewohnerinnen und Bewohner der deutschsprachigen Sprachlandschaft es nur fertig gebracht haben, während Jahrhunderten und lebenslänglich wider jede Vernunft Uglis und Himbeeren als grosse Uglis, Citronen und Himbeeren als Champignons und Sellerie, Citronen und Himbeeren als Schnittlauch zu verstehen –  und dabei nicht den Verstand zu verlieren und nicht wahnsinnig zu werden.  Versunken in solche Gedanken vergisst sie oder er für eine kurze Weile, wo sie oder er sich befindet, und schreckt auf, als wie von weit her sanfte Worte des Urmenschen an ihr oder sein Ohr dringen. 

Ängstlich und besorgt zugleich sitzt der Urmensch dem versonnen-sprachlosen Sprachrohr gegenüber, im Ungewissen darüber, welche Reaktion, –  ein ungestümer Ausbruch oder ein menschliches Verständnis,  –  von diesem zu erwarten sei.  Die Regeln der menschlichen Vernunft, hebt der Urmensch nun leise an, der gesunde Menschenverstand und die Gesetze der Logik seien zeitlos, an keine Stufe der Zivilisation und an keine Kulturebene gebunden, sie seien zudem derart einleuchtend und selbsterklärend, dass die Höhlenbewohnerinnen und die Höhlenbewohner tief überzeugt seien, dass die deutschsprachigen Schaufenstermalerinnen und die deutschsprachigen Schaufenstermaler, sobald sie nur einmal vom Blitz der logischen Erkenntnis getroffen seien, unverzüglich und für immer und ewig einfach grosse Uglis, Champignons und Schnittlauch auf ihre Schaufenster malen werden;  ja, dass sie selber nicht mehr verstehen werden, aus welchen unerfindlichen Gründen sie je Uglis und Himbeeren für grosse Uglis, Citronen und Himbeeren für Champignons und Sellerie, Citronen und Himbeeren für Schnittlauch haben malen können.  Aufgrund dieser tiefen Überzeugung hätten darum die Höhlenbewohnerinnen und die Höhlenbewohner in Vorwegnahme der Zukunft die deutschsprachigen Schaufenstermalerinnen und die deutschsprachigen Schaufenstermaler schon zu ihrer in kürzester Bälde zu erwartenden Einsicht in die Gesetze der Logik beglückwünscht, indem sie sie in der fliegenden Form von in den Garten der deutschsprachigen Vertretung geworfenen Buchenblättern, Eichenblättern und Kastanienblättern, die ja wohl in der deutschsprachigen Unlogik als Lorbeerblätter zu verstehen seien, bereits mit Vorschusslorbeeren überhäuft hätten. 

Zur grossen Erleichterung der Leiterin oder des Leiters der Vertretung des Höhlenbewohnerlandes nimmt das deutschsprachige Sprachrohr die Glückwünsche schweigend entgegen, erhebt sich und verabschiedet den Urmenschen. Nicht weniger erleichtert fühlt sich die Königin oder der König der deutschsprachigen Sprachlandschaft.  Sie oder er lässt im Hinblick auf den bevorstehenden Jahreswechsel durch ihre oder seine Kanzlei an alle deutschsprachigen Schaufenstermalerinnen und deutschsprachigen Schaufenstermaler Neujahrgrüsse versenden, geschmückt weder mit rosaroten Schweinchen noch mit schwarzen Kaminfegerinnen oder schwarzen Kaminfegern, sondern mit grossen Uglis, Champignons und Schnittlauch. 

Nach ein paar Tagen wird die Küchenperson von der Wahnsinnsklinik in ein Erholungsheim am Ufer des Rheins verlegt, die sie nach einer Grundwasserkur von weiteren zehn Tagen wieder gesund, geheilt und vom Schnittlauchschreck erholt verlassen kann. Als sie, noch vor dem Jahreswechsel, auf dem Schaufenster einer Obst- und Gemüsehandlung gemalten grün leuchtenden Schnittlauch erblickt, fühlt sie sich richtiggehend wohl und heimisch in der deutschsprachigen Sprachlandschaft. 

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17. Juni 2019 / RT

 

Folgerichtige Durchführung der Lautschrift ?

Wie gesehen, kennen die Menschen zwei Möglichkeiten, ein gesprochenes Wort schriftlich wiederzugeben und festzuhalten. Die eine Möglichkeit besteht darin, das Ding, das mit dem mündlich ausgesprochen Wort bezeichnet wird, zu zeichnen, wie die Chinesinnen und die Chinesen es tun, also eine Zeichnungsschrift oder eine Zeichnungssprache zu verwenden und einen Hut zu zeichnen.  Die andere Möglichkeit besteht darin, schriftlich die einzelnen Laute des Wortes wiederzugeben, mit dem wir das Ding benannt haben, also die Laute aufzuschreiben und eine Lautschrift oder eine Lautsprache zu verwenden.[1] 

Diese Lautschrift ist ein geniales System. Wird die Lautschrift konsequent durchgeführt und für jeden gesprochenen Laut ein eigenes Zeichen, ein Buchstabe, gesetzt,  –  und da in der deutschen Sprache ungefähr mit 42 Lauten gesprochen wird, genügen dafür ungefähr 42 Buchstaben,  –  hört man beim Lesen buchstäblich, was mit der Schrift gesagt wird.  Die Leserin oder der Leser kann das schriftlich Festgehaltene sogar dann mündlich wiedergeben, wenn sie oder er selber die gegebene Sprache nicht versteht,  –  wohingegen eine der gegebenen Sprache mächtige Person diese Leserin oder diesen Leser wieder verstehen kann.  Die Lautschrift muss aber konsequent durchgeführt werden.  Das ist mit der Schrift, mit der heute deutsch Gesprochenes geschrieben wird, nicht konsequent durchgeführt.  Die Lautschrift ist heute im Deutschen nicht folgerichtig, sondern nur halbherzig und inkonsequent durchgeführt.  Eine folgerichtige Durchführung der Lautschrift kann darum für fremdsprachige Leute, die Deutsch lernen wollen, und für deutschsprachige Kinder, die deutsch lesen und schreiben lernen, vieles vereinfachen und den Deutschunterricht zu einem Kinderspiel werden lassen. 

 

Kein Hut tönt gleich wie der andere

Nun fliegen aber die Wörter nicht wie die Wolken durch die Luft, von irgendwoher nach irgendwohin, sie entflattern auch nicht etwa den in grossen Auflagen zu tausenden Malen genau gleich gedruckten Wörterbüchern oder Bänden von Nachschlagewerken, sondern werden jedes einzeln mit Luft aus den Lungen in den Sprachwerkzeugen der Menschen hergestellt. Keine Kehle, kein Mundraum, kein Zähnegehege und keine Lippenrundung eines Menschen sind genau gleich beschaffen und keine Stimmbänder stimmen wie die eines anderen.  Das gleiche Wort von zwei Menschen, selbst in reinstem Theaterbühnendeutsch gesprochen, tönt also nie genau gleich, weshalb die Zuschauerin oder der Zuschauer mit geschlossenen Augen im Theater oder am Radiogerät die Zuhörerin oder der Zuhörer mit offenen Augen genau unterscheiden kann, ob jetzt gerade Therese Giehse oder Inge Meysel, Gustav Knuth oder Oskar Werner spricht.  Es ist wie mit den Autos.  Kennerinnen und Kenner hören am Motorenlärm, ob ein Alfa Romeo oder ein Toyota vorbeifährt.  Noch verschiedener werden gleiche Wörter aufgrund der mundartlichen Färbungen in den verschiedenen Himmelsrichtungen des gleichen Sprachraumes ausgesprochen. 

Wer ein Wort oder einen ganzen Brief von einer Himmelsrichtung in eine andere schreibt, will, dass das Wort oder der ganze Brief auch in der anderen Himmelsrichtung mühelos verstanden wird, und wenn sie oder er einen Bericht für eine Zeitung schreibt, will sie oder er, dass dieser Zeitungsbericht sogar in allen vier Himmelsrichtungen des Sprachraumes gleich tönt und gleich gut verstanden wird. Die Briefschreiberin oder der Briefschreiber schreibt darum das Wort und den ganzen Brief nicht in den Lauten, die sie oder er persönlich von sich geben würde, wenn sie oder er spräche, sondern in den Lauten, die ein Mensch von sich gibt, der die deutsche Sprache ohne mundartliche Färbung oder wenigstens mit möglichst geringer mundartlicher Färbung spricht, so dass der Brief, wenn ihn die Empfängerin oder der Empfänger laut vorliest, in mundartfreiem Standarddeutsch ertönt.  Obwohl die Briefschreiberin oder der Briefschreiber die Lautschrift verwendet, zeigt sich hierin, dass es ihr oder ihm nicht darum geht, der Empfängerin oder dem Empfänger anzugeben, wie sie oder er persönlich etwa das Wort „Hut“ ausspricht, sondern der Empfängerschaft zum Beispiel vom Umstand Kenntnis zu geben, dass sie oder er einen Hut gekauft hat;  und um dass zu erreichen, spielt es gar keine Rolle, wie sie oder er das Wort „Hut“ ausspricht.  Bei der Lautschrift geht es nicht um den Laut, sondern um das Ding.  Der Laut ist nur ein Mittel, um das Ding zu transportieren. 

Wir sehen hier eine Gemeinsamkeit mit der Zeichensprache oder der Zeichenschrift der Chinesinnen und der Chinesen. Wenn die chinesische Briefschreiberin oder der chinesische Briefschreiber der Empfängerschaft vom Umstand Kenntnis gibt, dass sie oder er einen Hut gekauft hat, zeichnet sie zwar einen Hut, aber sie oder er zeichnet nicht genau den Hut, den sie oder er gekauft hat, sondern sie oder er macht eine solch allgemeine Zeichnung von einem Hut, dass sie oder er die genaue gleiche Zeichnung auch in einem Jahr oder in zehn Jahren wieder verwenden kann, wenn sie oder er einen ganz anderen Hut gekauft hat.  Aus dieser allgemeinen Zeichnung, die auch alle anderen Chinesinnen und Chinesen in genau gleicher Weise verwenden, ist gerade noch ersichtlich, dass es sich um einen Hut handelt.  Es geht daraus nicht einmal hervor, aus welchem Material er ist, ob es sich um einen Damenhut oder um einen Herrenhut handelt, geschweige denn, ob er grau ist oder schwarz, dreieckig, viereckig oder rund.  Etwas überspitzt könnte man sagen, dass bloss die Idee eines Hutes gezeichnet wird.  Auch bei der Zeichenschrift geht es nicht um die Zeichnung, sondern um das Ding.  Die Zeichnung ist nur ein Mittel, um das Ding zu transportieren.  Wenn die chinesische Briefschreiberin oder der chinesische Briefschreiber der Empfängerschaft die Einzelheiten des Hutes unbedingt genau beschreiben will, steht ihr oder ihm dafür die ganze übrige Brieffläche zur Verfügung.  So wie die chinesischen Wörter in der chinesischen Zeichenschrift in einer idealen Zeichnung gezeichnet werden, werden die deutschen Wörter in der Lautschrift in einer idealen Lautung wiedergegeben. 

Wer das, was er deutsch schreiben will, zum einen in der idealen Lautung und zum andern in der Lautschrift schreibt, wird überall verstanden. Es liegt daher nahe, dies zu tun. 

Wo für eine Person das Meer noch blau ist, ist es für eine andere Person grün; eine dritte Person mag zwischen der Farbe blau und der Farbe grün noch eine dritte Farbe erkennen.  In gleicher Weise mögen sich diese drei Personen auch darüber unterhalten, wo ein Laut der deutschen Sprache endet und wo der nächste Laut beginnt oder ob dazwischen noch ein dritter Laut zu hören sei.  Wegen dieser Unsicherheit ist es nicht möglich, eindeutig anzugeben, ob die ideale Lautung der deutschen Sprache nun aus 41 oder 42 oder 43 Lauten besteht.  Nur schon aus diesem Grunde kann nicht eindeutig gesagt werden, welches die folgerichtige Durchführung der deutschen Lautschrift wäre, und wurde der vorletzte Zwischentitel mit einem Fragezeichen versehen. 

 

Alles fliesst

So wie alles auf dieser Erde sich andauernd ändert und nichts gleich bleibt, so wandelt sich auch die Sprache fortwährend und wird kein Wort für immer gleich ausgesprochen. Dabei hat jede Änderung ihre eigene Geschwindigkeit.  Wechselt etwa die Mode von Jahr zu Jahr und augenfällig, so ändert sich die Sprache etwa mit der Geschwindigkeit, mit der ein Gletscher sich zu Tal bewegt, so dass wir den Sprachwandel nur bei aufmerksamem Hinhören und erst nach längerer Zeit bemerken. 

Für Sprecherinnen und Sprecher sind gesprochene Worte wie Schall und Rauch und nichts hindert sie, einmal gesprochene Worte zu vergessen und der Sprachmode folgend in späteren Zeiten anders zu sprechen als in früheren. Sprecherinnen und Sprecher vergessen nicht nur, wie sie früher gesprochen haben, sondern auch, was sie früher gesprochen haben.  Sogar an früher abgegebene Versprechen mögen sie sich gelegentlich nicht mehr zu erinnern. 

Um diesem Vergessen entgegenzuwirken, sind die Menschen dazu übergegangen, mündlich Versprochenes für kommende Zeiten schriftlich festzuhalten. Hier zeigt sich nun, dass geschriebene Worte ganz und gar nicht Schall und Rauch sind;  schon gar nicht, wenn sie in Stein gemeisselt sind.  In Stein gemeisselte Worte halten annähernd immer und ewig.  Wenn nach Jahrhunderten der Stein mit seiner Inschrift zu verwittern droht, meisselt eine spätere Generation von Schrift- und Meisselkundigen die alte Inschrift in einen neuen Stein.  Erinnerungsvermögen braucht sie dazu nicht, da sie die alte Inschrift Schriftzeichen für Schriftzeichen in den neuen Stein abmeisseln oder auf eine andere Schriftfläche abschreiben kann.  Durch dieses Vorgehen wird einmal Geschriebenes immer genau gleich geschrieben. 

Werden gesprochene Worte durch den Sprachwandel allmählich in späteren Zeiten anders ausgesprochen als in früheren, bleiben im Gegensatz dazu einmal in Stein gemeisselte oder anderweitig schriftlich festgehaltene Worte für alle Zeiten gleich. So kommt es im Laufe der Zeit zu Unterschieden zwischen der geschriebenen Sprache einerseits und der gesprochenen Sprache anderseits.  Die gesprochene Sprache entwickelt sich unter der schreibenden Hand von der geschriebenen Sprache weg und entflieht in andere Lautungen.  Von den jeweiligen Zeitgenossinnen und Zeitgenossen werden die dabei entstehenden Unterschiede indes kaum wahrgenommen.  Die Unterschiede sind aber eine Tatsache und gipfeln schliesslich im erstaunlichen Umstand, dass es heute etwa im Dudenverlag einen Band „Rechtschreibung der deutschen Sprache“ und einen anderen Band „Das Aussprachewörterbuch“ gibt.  Staunen über diesen Umstand würden sicher die Leute aus dem Morgenland, die vor über 3’000 Jahren das Alphabet erfunden haben, in dem im Grundsatz jeder Buchstabe für einen Laut stand.  Sie würden heute wohl befinden, dass wir den Sinn und den Grundsatz ihres Alphabetes nicht mehr verstehen und uns raten, jeden gesprochen Laut wieder mit einem ihm entsprechenden Buchstaben wiederzugeben,  –  so wie sie sich das damals ausgedacht haben. 

 

Die Lautschrift

Wer weiss, wie die deutsch schreibenden Leute ein Wort schreiben, weiss noch lange nicht, wie die deutschsprachigen Leute dieses Wort aussprechen. Der Band „Rechtschreibung der deutschen Sprache“ beschreibt nur, wie ein Wort geschrieben wird, er besagt nicht, wie es ausgesprochen wird. 

Wer wissen will, wie ein deutsch geschriebenes Wort deutsch ausgesprochen wird, muss in den Band „Das Aussprachewörterbuch“ schauen. Im Band „Das Aussprachewörterbuch“ finden sich hinter jedem Wort Zeichen, die besagen, mit welchen Lauten dieses Wort gesprochen wird.  Die Gesamtheit dieser Zeichen ist die Lautschrift, die die International Phonetic Association (IPA) entwickelt hat.  Diese über hundert Zeichen der internationalen Lautschrift stehen für sämtliche Sprachlaute, die von den Menschen auf dieser Erde mit ihren Sprachwerkzeugen zur gegenseitigen Verständigung erzeugt werden.  Nicht alle dieser über hundert Sprachlaute kommen in der deutschen Sprache vor.  Zu ihrer Erzeugung kommt die deutsche Sprache mit 43 dieser Sprachlaute aus.  Die übrigen Sprachlaute kommen in der deutschen Sprache nicht vor und werden von den deutschsprachigen Menschen nicht gebraucht.  Etwa so wie Menschen, die keine Nüsse essen, keinen Nussknacker brauchen, sondern mit Messer, Gabel und Löffel auskommen.  Um zu besagen, wie die deutsche Sprache ausgesprochen wird, genügen also im Alltag 43 Zeichen der internationalen Lautschrift.  Wer als Fachfrau oder als Fachmann, etwa auf der Theaterbühne, äusserst aufmerksam zuhört, kann mehr als 43 Laute ausmachen und gibt diese entsprechend mit mehr als 43 Zeichen wieder. 

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16. Juli 2019 / RT

 

[1]           Wer genauer wissen will, aus welchen Anfängen und auf welchen Wegen sich die Schrift entwickelt hat, liest :  Haarmann, Harald, Geschichte der Schrift, München 2011

 

Der falsche Werkzeugkasten

Ganz zwangslos und von alleine stellt sich nun die Frage in den Raum, warum die Menschen, die deutsch schreiben, dies nicht gerade mit den 43 dazu genügenden und wie angegossen geeigneten Zeichen der internationalen Lautschrift tun, sondern es mühsam mit den ungenügenden und ungeeigneten 29 Buchstaben der deutschen Sprache tun. Keiner Uhrmacherin oder keinem Uhrmacher würde es einfallen, mit einem Werkzeug aus dem Werkzeugkasten einer Elektrikerin oder eines Elektrikers oder einer Holzfällerin oder eines Holzfällers ein zum Stillstand gekommenes goldenes Ührchen wieder zum Ticken bringen zu wollen.  Genau das tun aber die deutsch schreibenden Menschen, wenn sie mit ihren ungenügenden 29 Buchstaben ihre 43 Laute der deutschen Sprache niederschreiben :  sie greifen gewohnheitsmässig in den falschen Werkzeugkasten  –  und kommen von dieser Untugend nicht mehr los, so wie Leute weiterhin den Rauch verbrannter Tabakblätter in ihre Lungen einziehen und von dieser Untugend nicht loskommen, obwohl sie um die Sinnlosigkeit ihres Tuns wissen;  oder weiterhin gedankenlos und stur von „Sonnenaufgang“ und von „Sonnenuntergang“ reden, obwohl ihnen spätestens seit Nikolaus Kopernikus bekannt ist, dass die Sonne nicht um die Erde kreist, also nicht auf- und untergeht, sondern dass die Erde in einem Jahr um die Sonne kreist und sich dabei 365 Mal um ihre eigene Erdachse dreht, so dass der Standpunkt eines Menschen sich 365 Mal der Sonne zuneigt,  –  was der Mensch „Morgen“ oder irrtümlich, aber gewohnheitsmässig „Sonnenaufgang“ nennt,  –  und sich nach geraumer Zeit,  –  nach einem sogenannten „Tag“,  –  von der Sonne wegneigt,  –  was der Mensch „Abend“ oder irrtümlich, aber gewohnheitsmässig „Sonnenuntergang“ nennt. 

 

Die sanfte Macht der Gewohnheit

Eine Gewohnheit entsteht nicht über Nacht und eine Untugend entsteht nicht selten aus einer Tugend. Heute wird das Wort „Vieh“ mit vier Buchstaben geschrieben, aber mit zwei Lauten ausgesprochen :  mit einem Figaro-f und einem langen „i“ wie das erste „i“ in „Ibis“.  In der internationalen Lautschrift wird das in eckigen Klammern mit [fi:] wiedergegeben und hörbar gemacht.  Der Doppelpunkt hinter dem „i“ zeigt an, dass das „i“ als langes „i,“ also als Ibis-i, ausgesprochen wird.  Vier Buchstaben für zwei Laute erscheinen nicht als wirkungsvolle Buchstabenverwendung.  Wenn jedem Laut ein Buchstabe entsprechen würde, wie es sich die Leute, die das Alphabet erfunden haben, im Grundsatz vorgestellt haben, dann kämen wir mit zwei Buchstaben aus, mit einem „f“ und einem langen „i“. 

Nun ist aber die heutige Schreibung „Vieh“ nicht als reine Willkür vom Himmel gefallen, sondern hatte einstmals ihren Sinn und ihre Begründung. Im Mittelhochdeutschen, das etwa von 1050 bis 1350[2] gesprochen wurde, lautete das Wort mit drei Lauten noch „vich“, in dem nach dem Ibis-i noch ein Reiblaut wie heute in „ich“ hörbar ausgesprochen wurde, und entsprechend nennt das Etymologische Wörterbuch[3], in dem die Geschichte der Wörter bis zu deren Anfängen verfolgt wird, „Viech“ als alte Nebenform.  Ganz dem Sinn des lautspiegelnden Alphabetes entsprechend wurde der gesprochene Reibelaut damals als „h“[4] geschrieben.  Der Reibelaut ist in der Zwischenzeit verkümmert, verklungen und wird heute nicht mehr ausgesprochen.  Das „h“ aber ist geblieben.  Das „h“ mag heute als Längezeichen verstanden werden, das zum Ausdruck bringt, dass das „i“ in „Vieh“ als langes „i“ ausgesprochen wird, obwohl das „e“ das ja bereits zur Genüge tut.  In gleicher Weise war im Wort „sehen“[5] das heute nicht mehr ausgesprochene „h“ einstmals als Reibelaut zu hören, so wie man diesen heute noch im Wort „Sicht“ vernimmt.  Es zeigt sich somit, dass das „h“ nicht immer überflüssig war, sondern erst im Laufe der Zeit überflüssig geworden ist.  Aus einer Tugend ist eine Untugend geworden.  Und niemand bringt es übers Herz, das „h“ entgegen der Gewohnheit einfach wegzulassen. 

 

Der Wissensterror

So wie das „h“ in „Vieh“ an die Geschichte dieses Wortes erinnert, so tun es die meisten Buchstaben in den deutschen Wörtern, die zwar nicht ausgesprochen werden, gleichwohl aber nicht ganz sinnlos sind, weil sie als Überbleibsel etwas aus der Vergangenheit dieser Wörter zu berichten wissen. So interessant und wissenswert dieses Wissen für interessierte und wissbegierige Menschen auch sein mag, so wird es doch durch die unausgesetzte Allgegenwärtigkeit dieser Überbleibsel in allen denkbaren und undenkbaren deutschsprachigen Schriftstücken, vom Einkaufszettel und von Tageszeitungen über heilige Bücher aller Art bis zur deutschen Übersetzung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen vom 10. Dezember 1948, allen Leserinnen und Lesern gegen deren Willen aufgedrängt, also auch denen, die das gar nicht wissen wollen;  genau so, wie es für das Verständnis dieses Satzes ganz ohne Belang ist, von wann die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte datiert. 

Wer als fremdsprachige Person die deutsche Sprache lernen will, möchte bald einmal im Stande sein, das Wichtigste in einer deutschsprachigen Tageszeitung zu verstehen, im Restaurant ein Mineralwasser zu bestellen, problemlos bei einer deutschsprachigen Vermieterin oder einem deutschsprachigen Vermieter eine Wohnung zu mieten und sich mit deutschsprachigen Menschen über Göttinnen und Götter und die Welt zu unterhalten. All diesen lernbegierigen Menschen wird aber der Zugang zur deutschen Sprache in ihrer schriftlichen Form in jedem Wort auf Schritt und Tritt durch diese allgegenwärtigen Ruinen aus alter Zeit verstellt und unnötig erschwert.  Wer unbedingt die Geschichte eines Wortes kennen will,   –  den allerwenigsten Menschen ist das aber das erste Anliegen,  –  wird dies wie bisher tun, ob er nun im etymologischen Wörterbuch unter „Vieh“ oder unter „fi:“ nachschaut, hier und dort wird er wortwörtlich die genau gleiche Wortgeschichte finden.  Das Erlernen der deutschen Sprache wird allen fremdsprachigen Menschen um vieles erleichtert, wenn die deutsch geschriebene Sprache um die Überbleibsel aus alter Zeit erleichtert wird und so befreit und einfach geschrieben wie gesprochen wird. 

Auch ein Kind, das bereits deutsch spricht, und nun in der Schule das Schreiben lernt, hat es um vieles leichter, wenn es für jeden Laut, den es spricht, nur einen einzigen Buchstaben kennen und hinschreiben muss, damit es das von ihm gesprochene Wort schriftlich zu Papier oder auf den Bildschirm bringen kann; –  und wenn es nicht wie bisher gezwungen wird, zwischen diese Buchstaben noch geschichtliche Überbleibsel, von denen es noch nie etwas gehört hat, einzustreuen.  Umgekehrt hat das Kind, das bereits deutsch spricht, und nun das Lesen lernt, es auch um vieles leichter, wenn es nur wissen muss, wie jeder der 43 Buchstaben so und nie anders ausgesprochen wird.  Sobald es das weiss, kann es fliessend lesen;  es braucht sich nicht mehr um liegen gebliebene Überbleibsel aus alter Zeit zu kümmern, von denen es ohnehin nur wissen muss, dass sie doch nicht ausgesprochen werden. 

Heute wird das Wissen, dass das „h“ in „Vieh“ einmal als „ch“ ausgesprochen wurde, allen Leuten, die deutsch lesen und schreiben, aufgezwungen, so wie die Eltern, die mit ihren Kindern in den Bergen Urlaub machen, ihre Kinder dazu zwingen, sich die Namen der umstehenden Berge zu merken, obwohl das den Erholungswert des Urlaubes in keiner Weise fördert. Es wird hier eine falsch verstandene, das vernünftige Mass überschreitende Allgemeinbildung zum Wissensterror. 

Das Automobil ist nicht vom Himmel gefallen. Das Automobil hat sich aus der Kutsche entwickelt.  Die Kutsche wurde durch ein davor gespanntes Pferd gezogen.  Wegen des grossen Durchmessers der Räder schwebte die Kutsche hoch über dem Erdboden und wurde mit Hilfe eines Trittbrettes erreicht.  Dann wurde der Motor erfunden und in die Kutsche eingebaut.  Die Kutsche wurde nicht mehr vom Pferd gezogen, sondern vom eingebauten Motor betrieben, bewegte sich also wie von selbst, war ein Automobil, sah aber immer noch aus wie eine Kutsche und hatte ihr Trittbrett.  Der Motor wurde mit der Zeit stärker und die Durchmesser der Kutschenräder kleiner, sodass die Kutsche nicht mehr hoch über dem Erdboden schwebte, sondern herunter kam und leicht zu betreten war.  Die Kutsche hatte aber immer noch ihr Trittbrett, so dass der Fahrgast beim Betreten der Kutsche, die mit der Zeit zum Fahrgastraum oder zum Auto geworden war, über das Trittbrett steigen musste.  So fuhr das Trittbrett, obwohl durch die Weiterentwicklung des Automobils mit der Zeit überflüssig geworden,  –  in Sportwagen musste die Fahrerin oder der Fahrer ja bald einmal hinuntersteigen,  –  noch eine gute Weile gewissermassen trittbrettfahrend mit, bis sich eines Tages die Autoentwicklerinnen und die Autoentwickler der Überflüssigkeit des Trittbrettes bewusst und seiner überdrüssig wurden und es wegliessen.  So wie das Trittbrett weggelassen werden konnte, kann heute auch das „h“ in „Vieh“, das einmal als „ch“ ausgesprochen wurde, als überflüssig gewordenes Überbleibsel aus der Vergangenheit ohne Schaden weggelassen werden. 

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15. August 2019 / RT

 

 [2]           Ernst, Peter, Deutsche Sprachgeschichte, Stuttgart 2012, Seite 100.

[3]           Kluge, Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, Berlin 2002.

[4]           Das Deutsche Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm auf CD-ROM und im Internet, Band 26, Spalte 50;  zuletzt besucht am 19. Mai 2015.

[5]           Das Deutsche Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm auf CD-ROM und im Internet, Band 16, Spalte 129;  zuletzt besucht am 19. Mai 2015.

 

Umtriebe im Geiste

Nicht nur fremdsprachige Personen, die Deutsch lernen, und nicht nur deutschsprachige Kinder, die Lesen und Schreiben lernen, sondern jede deutschsprachige Person, die den Buchstaben „c“ sieht, muss vor ihrem geistigen Auge die Liste der Möglichkeiten, wie dieses geschriebene „c“ ausgesprochen werden kann, durchgehen. Der Leservorgang spielt sich dann so ab :

–         Das geschriebene „c“ wird ausgesprochen als Knallkörper-k, wenn es vor einem dunklen Selbstlaut steht, wie in „Cabriolet“, „Cadmium“, „Café“, „Castro Fidel“, „Cognac“, „Cousin“; „Chicoree“ beim zweiten Auftritt und so weiter. Wird also dem geistigen Auge der Leserin oder des Lesers ein „c“ gemeldet, muss es das wirkliche Auge beauftragen, einen Blick vorwärts, also nach rechts auf den nächsten Buchstaben zu werfen. Stellt das wirkliche Auge dort einen dunklen Selbstlaut fest, meldet es das dem geistigen Auge, welches das an die Sprachgeneratoren im Gehirn weiterleitet. Diese veranlassen nun die Sprachwerkzeuge, ein Knallkörper-k knallen zu lassen. Stellt das wirkliche Auge keinen dunklen Selbstlaut fest, ist nichts mit Knallkörper-k.

–         Das geschriebene „c“ wird ausgesprochen als Citronen-ts, also als T-Detonation und Slalom-s, wenn es vor einem hellen Selbstlaut steht, wie in „Caesar“, „Cäcilia“, „Celsius“, „Citrone“; „circa“ und „Circus“ beim ersten Auftritt und so weiter. Wird also dem geistigen Auge der Leserin oder des Lesers ein „c“ gemeldet, muss es das wirkliche Auge beauftragen, einen Blick vorwärts, also nach rechts auf den nächsten Buchstaben zu werfen. Stellt das wirkliche Auge dort einen hellen Selbstlaut fest, meldet es das dem geistigen Auge, welches das an die Sprachgeneratoren im Gehirn weiterleitet. Diese veranlassen nun die Sprachwerkzeuge, ein Citronen-ts zischen zu lassen. Stellt das wirkliche Auge keinen hellen Selbstlaut fest, ist nichts mit Citronen-ts.

–         Das geschriebene „c“ wird nicht ausgesprochen, also so, wie wenn es nicht da wäre, wenn es vor einem Knallkörper-k steht, wie in „Backstube“, „Wackelkontakt“ und „Bockbier“. Wird also dem geistigen Auge der Leserin oder des Lesers ein „c“ gemeldet, muss es das wirkliche Auge beauftragen, einen Blick vorwärts, also nach rechts auf den nächsten Buchstaben zu werfen. Stellt das wirkliche Auge dort ein Knallkörper-k fest, meldet es das dem geistigen Auge, welches das an die Sprachgeneratoren im Gehirn weiterleitet. Diese veranlassen nun die Sprachwerkzeuge, das geschriebene „c“ nicht auszusprechen, sondern alsogleich das bereits mit dem wirklichen Auge erfasste Knallkörper-k knallen zu lassen. Stellt das wirkliche Auge kein Knallkörper-k fest, ist nichts mit nichts.

–         Das geschriebene „c“ wird, wenn es zusammen mit einem ihm zugepaarten „h“ am Anfang vieler bekannter Wörter steht, als Schwalben-sch ausgesprochen, also so, wie es rauscht, wenn eine Schwalbe vorbeifliegt, wie in „Champignon“, „Champagner“ und „Chicorée“. Wird also dem geistigen Auge der Leserin oder des Lesers ein „c“ gemeldet, muss es zunächst das wirkliche Auge beauftragen, einen Blick vorwärts, also nach rechts auf den nächsten Buchstaben zu werfen. Stellt das wirkliche Auge dort kein zugepaartes „h“ fest, ist nichts mit Schwalben-sch.

Stellt das wirkliche Auge dort hingegen ein „h“ fest, meldet es das dem geistigen Auge. Das geistige Auge merkt sich das und beauftragt das wirkliche Auge, einen Blick auf das ganze Wort zu werfen. Stellt das wirkliche Auge ein bekanntes Wort fest, meldet es das dem geistigen Auge, welches das an die Sprachgeneratoren im Gehirn weiterleitet. Diese veranlassen nun die Sprachwerkzeuge, das geschriebene „c“ zusammen mit dem ihm zugepaarten „h“ als Schwalben-sch auszusprechen. Stellt das wirkliche Auge kein bekanntes Wort oder ein weniger bekanntes Wort fest oder ein Wort, in dem auf das „h“ ein Mitlaut folgt, etwa ein „l“ wie in „Chloroform“, ein „m“ oder ein „n“, ein „r“ wie in „Christkindl“ oder „Chrysantheme“, ein „th“ wie in „chthonisch“ oder ein „v“ oder ein „w“, dann meldet es das dem geistigen Auge, welches diese Meldung an die Gehirnzentrale weiterleitet, die durch die Leserin oder den Leser ein Gutachten über die Aussprache dieses Wortes erstellen lässt, indem sie diese oder diesen zu diesem Zwecke zum Aussprachewörterbuch greifen und dort die richtige Aussprache finden lässt. Stehen das „c“ und das ihm zugepaarte „h“ nicht am Anfang des Wortes, ist nichts mit Schwalben-sch und nichts mit Gutachten.

–         Das geschriebene „c“ wird, wenn es zusammen mit einem ihm zugepaarten „h“ im Inneren eines Wortes nach einem dunklen Selbstlaut steht, als rauer Reibelaut, als Ach-Laut, wie in „Ach“, „Bach“, „Lochkartensystem“ und „Buchstabe“ ausgesprochen. Wird dem geistigen Auge der Leserin oder des Lesers ein „c“ gemeldet, beauftragt es das wirkliche Auge, einen Blick rückwärts, also nach links auf den vorangegangenen Buchstaben zu werfen. Stellt das wirkliche Auge dort einen dunklen Selbstlaut fest, meldet es das dem geistigen Auge, welches das an die Sprachgeneratoren im Gehirn weiterleitet. Diese veranlassen nun die Sprachwerkzeuge, einen rauen Reibelaut krachen zu lassen. Stellt das wirkliche Auge keinen dunklen Selbstlaut fest, ist nichts mit Krachen.

–         Das geschriebene „c“ wird, wenn es zusammen mit einem ihm zugepaarten „h“ im Inneren eines Wortes nach einem hellen Selbstlaut steht, als weicher Reibelaut, als Ich-Laut, wie in „Ich“, „Kichererbse“, „lieblich“ und „fürchterlich“ ausgesprochen. Wird dem geistigen Auge der Leserin oder des Lesers ein „c“ gemeldet, beauftragt es das wirkliche Auge, einen Blick rückwärts, also nach links auf den vorangegangenen Buchstaben zu werfen. Stellt das wirkliche Auge dort einen hellen Selbstlaut fest, meldet es das dem geistigen Auge, welches das an die Sprachgeneratoren im Gehirn weiterleitet. Diese veranlassen nun die Sprachwerkzeuge, einen weichen Reibelaut hecheln zu lassen. Stellt das wirkliche Auge keinen hellen Selbstlaut fest, ist nichts mit Hecheln.

 

Unverständlicher Hang zu aufwändigen Umständlichkeiten

Auf diese Weise werden weite geistige Arbeitsgänge zurückgelegt und Gehirnzellen in grosser Zahl in Betrieb gesetzt, nur um herauszufinden, wie ein geschriebenes „c“ allein oder in einer Verbindung auszusprechen ist. Dabei wäre es einfach, statt des „c“ direkt das Ergebnis dieser aufwändigen, vor dem geistigen Auge geführten Abklärungen hinzuschreiben, nämlich das entsprechende Zeichen der Internationalen Lautschrift entweder

–         für ein Knallkörper-k oder

–         für ein Citronen-ts oder

–         für nichts kein entsprechende Zeichen oder

–         für ein Schwalben-sch oder

–         für einen Ach-Laut oder

–         für einen Ich-Laut.

An allen Arbeitsplätzen dieser Welt, in jeder Schreinerei, in jeder Automobilfabrik, in jedem Krankenhaus, auf jedem Flughafen, in jedem Theater werden mit grösstem und immer wieder kehrendem Aufwand alle Arbeitsabläufe vereinfacht und so gestaltet, dass keine Doppelspurigkeiten und Umständlichkeiten aller Art entstehen, vielmehr eines sich aus dem anderen ergibt, jede Arbeitskraft genau dort steht, wo sie ihre Fähigkeiten wirkungsvoll einsetzt, und das Endprodukt zum richtigen Zeitpunkt genau dort erscheint, wo es erwartet wird. Auf diese Weise wird keine Arbeitsenergie unnötigerweise und sinnlos eingesetzt und verschliessen.

Ganz anders gehen deutschsprachige Menschen vor, wenn sie etwas Gesprochenes in deutscher Sprache niederschreiben. Was sie schön laut und deutlich Laut für Laut gesprochen haben, schreiben sie nicht Laut für Laut nieder, sondern schreiben Zeichen hin, die nicht einem Laut entsprechen, sondern diesen oder jenen Laut, einen dritten oder vierten sogar bedeuten können. Die deutschsprachigen Buchstaben entsprechen nicht jeder einem Laut der deutschen Sprache. Die deutschsprachigen Buchstaben sind also nicht entsprechend. Die deutschsprachigen Buchstaben sind aber nicht etwa nicht sprechend oder stumm, sondern vieldeutig sprechend, sie sprechen mit vielen Zungen. Sie sprechen also gar nicht so, wie es sich die Leute aus dem Morgenland vor über 3’000 Jahren vorgestellt haben. Diese Morgenlandleute würden heute wohl befinden, dass wir den Sinn und den Grundsatz ihres Alphabetes nicht mehr verstehen, dass wir weit vom Pfad ihres lautschriftlichen Alphabetes abgekommen sind, ihrerseits unseren unverständlichen Hang zu aufwändigen Umständlichkeiten und Umwegen nicht verstehen und uns raten, jeden gesprochen Laut wieder mit einem ihn und nur ihn aussprechenden Buchstaben wiederzugeben, – so wie sie sich das damals ausgedacht haben.

 

Sinnloses Ermatten

Es ist bekannt, dass ein Mensch in seinem Kopf sehr viele Gehirnzellen hat, mit deren Hilfe er vor seinem geistigen Auge das Leben in dieser Welt gedanklich bewältigt. Bekannt ist aber auch, dass ein Mensch nur sehr wenige Gehirnzellen tatsächlich auch braucht, während die anderen, und das sind die meisten, ungebraucht in den Regalen des Gehirns lagern und schliesslich ihr Dasein mit dem Tod des Menschen beenden, ohne je zum Einsatz gekommen zu sein. Der Mensch ist so einer Bücherfreundin oder einem Bücherfreund vergleichbar, die oder der in einer Bibliothek sitzt, in der ihr oder ihm Tausende, Millionen, ja Milliarden in ihrer oder seiner Sprache geschriebener Bücher zu ihrer oder zu seiner Verfügung stehen, von denen sie oder er aber während ihres oder seines ganzen Lebens höchstens ein paar Dutzend Bücher zu lesen vermag, weil die Anweisungen, wie sie oder er ein weiteres Buch in der weitläufigen Bibliothek finden kann, derart umständlich abgefasst sind, – etwa so rätselhaft wie es die Anweisungen sind, anhand denen Touristinnen und Touristen in einer fremden Stadt von einem Automaten eine Fahrkarte für den öffentlichen Verkehr zu erlangen versuchen, – dass sie oder er bereits wieder erschöpft, ermattet und erledigt ist, bevor sie oder er das neue Buch gefunden hat.

Wenn man denkt, wieviele Gedankengänge eine Leserin oder ein Leser nur schon beim Anblick des Buchstabens „c“ in einem deutschsprachigen Text hin und her zurücklegen muss, um herauszufinden, auf welche der sechs Möglichkeiten dieses „c“ auszusprechen ist, – und mit vielen anderen Buchstaben ist es nicht anders, – dann vermag man zu erfassen, welche Geisteskräfte hier sinnlos verschleudert werden. Geisteskräfte, die sinnvoll eingesetzt werden könnten, um die grossen Probleme dieser Welt zu lösen : die Ernährung der Milliarden unterernährter Menschen, die Lösung des Energieproblems mit seinem radioaktiven Abfall, die Beschäftigung der Arbeitslosen und weitere Probleme mehr. Für normal begabte Menschen ist die Ausdeutschung des Buchstabens „c“ in einem deutschsprachigen Text keine schwierige Aufgabe, erst recht nicht für eine Geistesgrösse, schon gar nicht für ein Genie. Wenn ein Genie nur lange genug nachdenkt, wird es ihm trotz vorher geleisteter Ausdeutschung des „c“ früher oder später gelingen, einen Weg zur Lösung eines dieser Probleme zu finden. Die Ausdeutschung des „c“ und der anderen Buchstaben muss aber auch vom Genie wie von allen anderen Menschen auch gewissermassen als Basisverschleiss seiner Geisteskräfte immer und immer wieder geleistet werden, und dafür braucht auch das Genie jedes Mal Zeit, Zeit die sich im Laufe der Zeit zu einer tödlichen Verspätung auswachsen kann. Und von dieser Zeit hängt es ab, ob das Genie für das Problem später, wenn es für die Welt zu spät ist, oder früher, also gerade noch rechtzeitig eine Lösung findet.

Es werden für Milliarden von Geldeinheiten über Tausende von Kilometern besondere Kabelkanäle für Verbindungsleitungen zwischen zwei Börsenplätzen gebaut mit dem einzigen Zweck, dass die Börsenkurse von der einen Börse um eine Hundertstelsekunde schneller als bisher bei den Börsenhändlerinnen und Börsenhändlern der anderen Börse eintreffen, weil sich diese davon einen geldmässigen Vorteil gegenüber anderen Börsenleuten erhoffen, die die neuesten Börsenkurse erst später erfahren. Wenn also so viel Geld für die Beschleunigung von Börsenkursen nur um einen geldmässigen Vorteil einiger weniger willen ausgegeben wird, dann müssen erst recht in deutschsprachigen Texten die vieldeutigen Zeichen durch solche Buchstaben ersetzt werden, die eindeutig einem einzigen Laut entsprechen, damit deutschsprachige Genies nicht unnötig ihre Geisteskraft mit der Ausdeutschung verlieren, sondern diese sofort für die rechtzeitige Lösung der Weltprobleme nicht nur einiger weniger, sondern der ganzen Menschheit einsetzen können. Der Wegfall des Ausdeutschungsaufwandes, der nicht nachvollziehbaren Verschwendung von Geisteskraft, durch den Einsatz des lautschriftlichen Alphabetes kommt nicht nur den Genies, sondern allen deutschsprachigen Personen und den fremdsprachigen Personen, die Deutsch lernen, zu gute und kostet im Gegensatz zum teuren Kabelkanal nicht sehr viel, ja nicht einmal viel, sondern nichts.

 

Ermattet vor dem Anpfiff

Eine körperlich und geistig bestens auf das Endspiel vorbereitete Fussballelf, die sich vor dem Anpfiff mit leichten Lockerungsübungen warm läuft, hat gute Aussichten, den Pokal zu gewinnen. Wenn diese elf vor dem Spiel aber noch schnell die Bäume eines Parkes fällen, diese zu Kleinholz zerhacken und dieses auf Streichhölzchengrösse zerstückeln, sind sie ermattet, erschöpft und erledigt, pfeifen schon vor dem Anpfiff aus dem letzten Loch, haben grosse Mühe, sich auf dem Fussballfeld zu bewegen, und gute Aussichten, das Endspiel zu verlieren. Einer solchen Fussballelf würden selbst deutschsprachige Fussballliebhaberinnen und deutschsprachige Fussballliebhaber ans Herz legen, auf die überflüssige und kräfteverschleissende Holzfällerei zu verzichten und sich ohne Umwege dem Wesentlichen zu widmen. Es ist darum anzunehmen, dass deutschsprachige Personen gegen eine Vereinfachung der heutigen umständlichen deutschen Rechtschreibung zu einer nachvollziehbaren Sprechschreibung nichts einzuwenden haben, ja, dass sie eine Sprechschreibung einer Rechtschreibung sogar vorziehen.

/Sprix-1-9/

14. September 2019 / RT

 

Ist jetzt der richtige Zeitpunkt für so etwas ?

Nein ! Der richtige Zeitpunkt ist jetzt nicht. Der richtige Zeitpunkt für so etwas kommt nie. Wenn wir also auf den richtigen Zeitpunkt warten wollen, tun wir es nie. Wenn wir es aber einmal tun wollen, dann können wir es gerade so gut jetzt tun. Also jetzt !

 

Warum nicht schon vor 30 Jahren ?

Hätte man vor 30 Jahren von der Rechtschreibung auf die Sprechschreibung umstellen wollen, hätte es dazu eines grossen Aufwandes bedurft, ähnlich dem Aufwand, der betrieben werden musste, als in einem Land wie Schweden vom Linksverkehr auf den Rechtsverkehr oder wie Grossbritannien die Währung von einem komplizierten System auf das Dezimalsystem umgestellt wurde. Allen Leuten, die in deutscher Sprache schreiben, und das ist früher oder später jede Frau und jeder Mann, hätte das neue Schreibsystem mit Einführungsmassnahmen erklärt werden müssen, damit sie fähig geworden wären, dieses von einem bestimmten Stichtag an bei der Niederschrift ihrer Gedanken ohne Probleme anzuwenden. Zu diesen Einführungsmassnahmen hätten etwa Schulungsveranstaltungen für das schreibende Volk, Übungslektionen für Alt und Jung, Plakate und Aushänge in allen Farben für die Öffentlichkeit und vieles Weitere mehr gehört. Das alles hätte sehr viel Geld gekostet. Über dies alles hätten sich die meisten Leute sehr geärgert.

 

Nicht der richtige Zeitpunkt, aber geeigneter als frühere Zeitpunkte

Nach den vergangenen dreissig Jahren ist der heutige Zeitpunkt für eine Umstellung, die eine sehr grosse Buchstabenmenge durcheinander bringt, immer noch nicht der richtige, aber doch sehr viel geeigneter. Vor dreissig Jahren schrieben die Menschen einander noch nicht über das Internet e-Meldungen und sandten sich gegenseitig noch nicht über das Telephonnetz SMS zu. e-Meldungen und SMS und weitere elektronische Gedankenaustauschsysteme sind aber Kommunikationsmittel, die zwischen der mündlichen Unterhaltung auf der einen Seite und dem schriftlichen Briefwechsel auf der andern Seite hin und her wabbern. Sie sind weniger als mündlich, aber auch nicht so ganz schriftlich. Sie sind aber sehr geeignet, die neue, vernünftige Schreibung während einer Probezeit von etwas mehr als zehn Jahren bis zum 1. Januar 2030 auszuprobieren, zu testen, zu verbessern und zu üben. Der jetzige Zeitpunkt ist geboren für diesen Praxistest. Die Teilnahme am Praxistest ist freiwillig für alle, niemand ist gezwungen, teilzunehmen. Jede Person darf teilnehmen, sofort, erst in fünf Jahren oder nie. Wer teilnimmt, darf auch wieder aussteigen, sofort, nach fünf Jahren oder nie.

 

Die kritische Masse

Mit e-Meldungen und SMS und den weiteren elektronischen Systemen, die nun von einer kritischen Masse Menschen für die Gedankenübermittlung eingesetzt werden, sind nun Übungsgelände oder Exerzierfelder vorhanden, wie sie besser nicht sein könnten, um darauf die neue Schreibweise während etwas mehr als zehn Jahren versuchsweise einzusetzen, auszuprobieren, zu testen und zu verbessern, bis sie ab dem 1. Januar 2030 in der Fassung, die sich bis dann als allseits geeignet herauskristallisiert hat, im gesamten deutschsprachigen Sprach- und Schreibraum und überall dort, wo in deutscher Sprache geschrieben wird, verwendet werden kann.

 

Aus hier und hier wird hier und dort

Die ersten Gespräche wurden unter Anwesenden geführt. Die sprechende Person war hier und die hörende Person war auch hier. Das war mündliche Gedankenübermittlung unter Anwesenden an Ort und Stelle.

Wer einen Gedanken einer abwesenden Person übermitteln wollte, musste sich zu dieser – wenigstens bis auf Ruf- und Hörweite – hin begeben und ihr dort, – was dann aber von beiden aus gesehen wieder hier war, – seinen Gedanken vorrufen oder vorsprechen. Das war wiederum mündliche Gedankenübermittlung unter Anwesenden an Ort und Stelle.

Wer sich diesen Gedankengang sparen wollte, äusserte seine Gedanken mündlich einer Botin oder einem Boten und schickte diese oder diesen damit zur Empfängerin oder zum Empfänger, hatte aber keine Gewissheit, dass die Botin oder der Bote dort seine Gedanken genau im gewünschten Sinne mündlich wiedergab. Das war mündliche Gedankenübermittlung unter Abwesenden mit Ortsveränderung.

Mit der Erfindung der Schrift wurde es möglich, Gedanken, ohne dass diese jemals ausgesprochen worden wären, unter Abwesenden zu übermitteln. Hatte die Urheberin oder der Urheber ihre oder seine Gedanken erstmals etwa in Keilschrift in eine Felswand gehauen, konnte sie oder er sich davon entfernen oder sogar ganz aus dem Leben scheiden mit der Gewissheit, dass später hierher kommende Personen ihre oder seine geschriebenen Gedanken würden lesen können. Das war sprachlose Gedankenübermittlung unter Abwesenden ohne Ortsveränderung.

Wenn die Urheberin oder der Urheber ihre oder seine Gedanken etwa auf tragbare Knochen oder Felsplättchen schrieb, konnte sie oder er diese an Abwesende schicken wiederum mit der Gewissheit, dass diese ihre oder seine Gedanken dort würden lesen können. Das war sprachlose Gedankenübermittlung unter Abwesenden mit Ortsveränderung.

Dieses Prinzip blieb gleich und änderte sich auch nicht, als die tragbaren Knochen oder Felsplättchen als Schrift- und Gedankenträger mit der Zeit durch Papyrus, später durch Pergament und nochmals später durch das in China erfundene Papier ersetzt wurden. Ob auf diese Materialien nur kurze Gedankenblitze notiert oder über ganze Bücher sich erstreckende Weltanschauungen ausgebreitet wurden, änderte am Prinzip nichts. Es blieb auch weiterhin sprachlose Gedankenübermittlung unter Abwesenden mit Ortsveränderung, als die einzelnen Schriftzeichen zunächst von der Absenderin oder dem Absender in aus Punkten und Strichen bestehende Morsezeichen umgewandelt, diese als solche sichtbar in der Form von Licht- oder Rauchsignalen oder unsichtbar als elektrische Impulse über weite Entfernungen zur Empfängerin oder zum Empfänger gesandt, von dieser oder von diesem nach dem gleichen Morsesystem wieder in die einzelnen Schriftzeichen zurückverwandelt wurden und dergestalt dieser oder diesem endlich die am Anfang dieses langen Gedankenganges stehenden Gedanken der Absenderin oder des Absenders kund taten. Dies blieb auch so, als das Fernschreibersystem selber die Umwandlung der eingetippten Schriftzeichen in elektronische Impulse, deren Versand und Zurückwandlung in ausgedruckte Schriftzeichen automatisch übernahm.

Konnten bisher Gespräche nur unter Anwesenden geführt werden, wurden Gespräche unter Abwesenden, also einer Sprecherin oder einem Sprecher hier und einer Zuhörerin oder einem Zuhörer dort, möglich, als es gelang, die einzelnen gesprochenen Laute hier durch ein Mikrophon in elektrische Impulse zu verwandeln, diese zu versenden und dort wieder als einzelne gesprochene Laute aus dem Lautsprecher zum Vorschein oder zum Vorlaut kommen zu lassen. Das ist nun nicht mehr sprachlose und schriftliche, sondern mündliche und schriftlose Gedankenübermittlung unter telephonierenden Abwesenden.

 

Sprechen und Schreiben

Die ersten Gespräche wurden unter Anwesenden geführt, von Mund zu Ohr und zurück vom andern Mund zum ersten Ohr. Anwesend waren in vielen Fällen nur zwei, also die beiden, und keine Zeuginnen und keine Zeugen. Ein Wort war ein Strom in der Luft, von der Gesprächspartnerin oder vom Gesprächspartner empfangen und gehört – oder nicht empfangen und nicht gehört – und alsogleich verströmt und unwiederbringlich vom Winde verweht. Wurde etwas nicht verstanden, half es nichts, dem Luftstrom nachzuschauen, nachzuhören oder gar nachzueilen, zumal er unsichtbar war. Wer nicht verstanden hatte, bat um Wiederholung, erlangte aber nie die Gewissheit, dass das wiederholte Wort das gleiche war wie das unverstandene erste und sich die Sprecherin oder der Sprecher zwischen der Bitte um Wiederholung und deren Gewährung nicht anders besonnen hatte und so die vermeintliche Wiederholung gar keine Wiederholung, sondern eine andere Äusserung war als die nicht verstandene erste. Das Gespräch unter Anwesenden setzte einerseits ein gegenseitiges Vertrauen, ein vertraut Sein miteinander voraus, verschaffte ihnen aber auch die Gewissheit, dass Geäussertes von niemandem ausser den Anwesenden vernommen wurde. Das ist heute noch so, auch am – nicht abgehörten – Telephon. Ohne dass irgendwelche durch Drittpersonen lesbare Spuren hinterlassen würden, werden durch mündliche Gespräche, sei es unter Anwesenden, sei es unter Abwesenden am Telephon, Gedanken ausgetauscht. Am Ende des Gespräches kennen die einen Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner die Gedanken der anderen Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner und umgekehrt. Weitere, dritte Personen, erfahren von all dem nichts. Was gesagt wurde, welche Gedanken ausgetauscht wurden, wissen nur die beteiligten Personen.

Vor der Erfindung des Telephons mussten Verliebte oder andere Personen, die miteinander Nettigkeiten oder Neuigkeiten sogleich mündlich austauschen und sich nicht der Mühsal des langwierigen Briefeschreibens hin und her unterziehen wollten, sich bis auf Hörweite näher kommen und konnten dann in wohliger Zweisamkeit stundenlang Worte und Wörter und allerlei Lebensgeschichten von einem Mund zum andern Ohr und vom andern Mund zum einen Ohr hin und her und dann wieder zurück gehen und verlauten lassen, in der Gewissheit stets, von Dritten unbelauscht zu sein. Diese wohlige und unbelauschte Zweisamkeit vermochte die beiden Zwiesprache haltenden später selbst dann noch zu umfangen und sie die jeweilige Umgebung und die verfliessende Zeit vergessen lassen, als sie nach der Erfindung des Telephons längst nicht mehr zusammen auf einer einsamen Bank unter einer Linde sassen oder auf einem lärmigen Markplatz standen, wo sie selber einander kaum verstanden, sondern weit voneinander entfernt und getrennt an ganz verschiedenen Orten jedes mit dem Telephonhörer am Ohr dem anderen nichts ins Ohr flüsterten, sondern vor sich in das Telephonmikrophon hinein sprechen, plaudern und quatschen, schwatzen und tratschen, und so sich wiederholend stundenlang quasseln konnten. Mochten solche telephonischen Zwiegespräche noch so lange gedauert haben, es blieb davon nichts, nicht die geringste Spur, alles während Stunden Gesprochene, Gesagte und Geäusserte, Bekanntes und Unbekanntes, Unwichtiges und Wichtiges, Unvertrauliches und Vertrauliches, Geheimes und Geheimstes blieb verflossen, verströmt und vom Winde verweht.

Die telephonische Zweisamkeit war so angenehm und wohlig, dass sie die beiden süchtig danach zu machen vermochte, so dass sie sich immer und immer wieder anriefen und nicht genug voneinander hören und einander zuflüstern konnten. Der Anruf des einen hier war aber nur erfolgreich, wenn das andere dort sich in der Nähe des Telephonapparates aufhielt, das Klingeln oder einen anderen Ton vernahm und das Telephongespräch aufnahm. War das andere ausser Hörweite oder trotz eines tragbaren und schnurlosen Telephongerätes anderweitig verhindert, klingelte und klingelte die Klingel vergeblich und verklang im Leeren.

Genau für solche Situationen, in denen sich telephonsüchtige Personen durch die entfernte Abwesenheit der angerufenen Person bedrängt fühlen, hat der allgegenwärtige und stets einsatzbereite Fortschritt das SMS erfunden, dazu auch die e-Meldung und weitere elektronische Gedankenvermittlungssysteme. Damit wurde es einer Person, die eine andere Person telephonisch nicht erreicht hat, möglich, eine Nachricht zu hinterlassen, etwa : „Habe Dich telephonisch nicht erreicht. Bitte rufe zurück ! Es ist dringend !!!“

Bereits die Vorfreude auf die bevorstehende telephonische Unterhaltung über Nettigkeiten und Neuigkeiten vermag die anrufende Person in Wohlfühlstimmung zu versetzen, die selbst dann noch eine Weile anhält, wenn das angerufene Gegenüber nicht abhebt und sie so zur Abfassung einer SMS-Nachricht veranlasst. In dieser wohligen, vertrauensseligen und offenherzigen Stimmung tippt sie nun, immer noch das unbeantwortete Klingeln auf der anderen Seite im Ohr, die Kurznachricht „Ruf mich an !“ Tippt – und achtet nicht, dass sie tippend nicht spricht, sondern tippt und schreibt. Diese Nichtbeachtung und Selbstvergessenheit bleibt ohne Folgen, solange es bei der Bitte um Rückruf bleibt, wird aber sogleich gefährlich, wenn die Kurznachrichtenschreiberin oder der Kurznachrichtenschreiber der Bitte um Rückruf noch etwas von dem oder sogar das Ganze hinzufügt, was sie oder er dem vergeblich angerufenen Gegenüber telephonisch, also fernmündlich, also nur fernmündlich, mitzuteilen vorgehabt hatte. Wurde das fernmündlich Geflüsterte oder Berichtete wie jede mündliche Äusserung einmal, ein einziges Mal, gehört und verfloss alsogleich, verströmte und wurde vom Winde verweht, – bleibt nun die getippte Kurznachricht wie alles Geschriebene für immer geschrieben und kann als solches nicht nur einmal vom angerufenen Gegenüber, sondern auch von Dritten, ja von allen Leuten, nicht nur heute und morgen, sondern immer und ewig und immer und immer wieder gelesen werden. Und anders als die Handschriften, die in den Schreibstuben der Klöster und der Kathedral- und Stiftschulen von jeder Generation immer und immer wieder neu abgeschrieben wurden, aber immer wieder von anderen Personen, die vielleicht auch etwas weglassen, hinzufügen oder sonst verändern mochten, ändert sich an der einmal von der Kurznachrichtenschreiberin oder vom Kurznachrichtenschreiber eingetippten Kurznachricht nicht das Geringste. Sie bleibt unverändert und dauerhafter als jede in Felsen gehauene Keilschrift – und kann immer und ewig der oder dem mit Name und Vorname bekannten Absenderin oder Absender zugeordnet werden. Wird in einem gefährlichen telephonischen Wohlgefühl der wesentliche Unterschied zwischen einem flüchtig fernmündlich gesprochenen Wort auf der einen Seite und einem in eine Kurznachricht schriftlich eingetippten Wort auf der anderen Seite nicht beachtet, können die Folgen verheerend, umwälzend und tödlich sein.

/Sprix-1-10/

13. Oktober 2019 / RT

 

Nur im Mund hat Gold die Morgenstund

Die Abgeordneten des Parlamentes, die Ministerpräsidentin oder der Ministerpräsident, die Mitglieder der Regierung, die Mitglieder des obersten Gerichtes, geladene Gäste aus aller Welt und viele weitere Persönlichkeiten hörten mucksmäuschenstill und mit andächtiger Aufmerksamkeit im festlichen Saal zu, wie in ganzer Pracht die Königin oder der König vom ganzen Hofstaat umgeben an einem frühen Vormittag die feierliche Thronrede hielt. Im siebten Satz der Thronrede machte die Königin oder der König an einer Stelle, wo es keine brauchte, zwischen zwei Wörtern eine überraschende Pause und sprach dann mit fester Stimme unbeirrt weiter. Etwas verwegen neigte sich die Ministerpräsidentin oder der Ministerpräsident zur Seite und flüsterte ihrem oder seinem Sekretär oder ihrer oder seiner Sekretärin leise ins Ohr : „Die Königin oder der König ist nicht wach.“ Ungerührt und mit steinernem Gesichtsausdruck verfolgte die Sekretärin oder der Sekretär die lange Thronrede bis zum Ende, worauf das Zeremoniell und der ganze Weltenlauf ihren Fortgang nahmen. Das war vor dreissig Jahren.

 

Goldfinger nicht zur Morgenstund

Unlängst hörten die Abgeordneten des Parlamentes, immer noch die gleiche Ministerpräsidentin oder der gleiche Ministerpräsident, die Mitglieder der Regierung, die Mitglieder des obersten Gerichtes, geladene Gäste aus aller Welt und viele weitere Persönlichkeiten mucksmäuschenstill und mit andächtiger Aufmerksamkeit im festlichen Saal zu, wie in ganzer Pracht immer noch die gleiche Königin oder der gleiche König vom ganzen Hofstaat umgeben wiederum an einem frühen Vormittag die feierliche Thronrede hielt. Im siebten Satz der Thronrede machte die Königin oder der König an einer Stelle, wo es keine brauchte, erstmals wiederum nach dreissig Jahren zwischen zwei Wörtern eine überraschende Pause und sprach dann mit fester Stimme unbeirrt weiter. Etwas verwegen tippte diesmal die Ministerpräsidentin oder der Ministerpräsident in ihr oder sein Mobiltelephon eine SMS-Nachricht an ihre oder seine junge Sekretärin oder an ihren oder seinen jungen Sekretär : „Die Königin oder König ist nicht wach.“ Auf ihrem oder auf seinem auf „stumm“ geschalteten Mobiltelephon las die junge Sekretärin oder der junge Sekretär die SMS-Nachricht, verfolgte ungerührt und mit steinernem Gesichtsausdruck die lange Thronrede bis zum Ende, schrieb aber gleichzeitig, wohl um sich wichtig zu machen, ihrerseits oder seinerseits eine SMS-Nachricht an ihren Freund oder seine Freundin in Australien : „Höre gerade die Thronrede“ und leitete gleichzeitig das SMS der Ministerpräsidentin oder des Ministerpräsidenten dorthin weiter. Das Zeremoniell nahm seinen Fortgang nahm. Der ganze Weltenlauf hingegen nahm eine Wendung.

Nicht sogleich zwar, denn die Freundin oder der Freund in Australien war entlang des sandigen Strandes des Stillen Ozeans am Joggen, stolperte über einen Haifischknochen, fiel so unglücklich auf einen zweiten Haifischknochen, dass sie oder er das Bewusstsein verlor und Stunden später mit einem gebrochenen Bein im Krankenhaus, wohin die Strandaufsicht sie oder ihn mit dem Helikopter geflogen hatte, aufwachte. Als erstes suchte die Freundin oder der Freund ihr oder sein Mobiltelephon, fand es nicht, erkundigte sich beim Krankenhauspersonal, das seinerseits vergeblich, auch im Helikopter, suchte, bis beim Empfang des Krankenhauses auf Umwegen über die Strandaufsicht ein Mobiltelephon abgegeben wurde, das von einer ehrlichen Joggerin oder einem ehrlichen Jogger am sandigen Strand des Stillen Ozeans unter einem dritten Haifischknochen gefunden worden sei. Nun kam die Beinbruchpatientin oder der Beinbruchpatient dazu, die eingegangenen Kurznachrichten zu lesen, neue zu schreiben, einige zu beantworten und die eine oder die andere weiterzuleiten, immer wieder unterbrochen von verschiedenen Mobiltelephongesprächen, in denen sie oder er ausführlich über das Joggen am sandigen Strand des Stillen Ozeans berichtete, und unterbrochen von Besuchen der Ärztinnen und Ärzte und von Fahrten im rollenden Krankenbett zu Röntgenaufnahmen.

Auf einer solchen Röntgenfahrt leitete sie oder er, weil sie oder er befürchtete, die Strahlen der nahenden Röntgenapparate könnten von ihrem oder seinem Mobiltelephon ausgehende Meldungen beeinträchtigen, die eben gelesene Kurznachricht über die Thronrede kurzerhand weiter an ihre oder seine Nachbarin oder ihren oder seinen Nachbarn, die oder der ihr oder ihm gerade mobiltelephonisch versichert hatte, sie oder er würde sich regelmässig während ihrer oder seiner Krankenhausabwesenheit um ihre oder seine Zimmerpflanzen kümmern.

Beim Teetrinken am Küchentisch erfuhr der Nachbarin oder des Nachbars Gatte oder Gattin, der oder die bei der Lokalzeitung arbeitete, von der Thronrede und der dazu abgegebenen Bemerkung. „Ministerpräsidentin oder Ministerpräsident hält Königin oder König für geistesgestört“ war gleichentags die fett aufscheinende Schlagzeile der Online-Ausgabe der australischen Lokalzeitung.

Die Ministerpräsidentin oder der Ministerpräsident, die oder der gerade an einer Medienorientierung ein Gesetzesvorhaben erläuterte, mit dem der Einsatz moderner Kommunikationsmittel in den Kindergärten gefördert werden sollte, wurde von Reporterinnen und Reportern gefragt, ob sie oder er denn die Königin oder den König für unfähig halte, ihr oder sein Amt auszuüben, sah den Zusammenhang mit den Kindergärten nicht, verwahrte sich aber dagegen, an der Person der Königin oder des Königs die geringsten Zweifel zu hegen, und erklärte, als ihr oder ihm die Schlagzeile der Online-Ausgabe der australischen Lokalzeitung vorgelesen wurde, wahrheitsgemäss, so etwas nie gesagt zu haben. Umgehend warf eine Sprecherin oder ein Sprecher der Opposition der Ministerpräsidentin oder dem Ministerpräsidenten ein gestörtes Verhältnis zum Königshaus vor und forderte sie oder ihn auf, sofort zurückzutreten. Die Gesellschaft für die Abschaffung des Königtums hingegen hielt die behauptete Tatsachenbehauptung für eine Tatsache und sah nun die Zeit für die Verwirklichung ihres Anliegens für gekommen, wohingegen die Königstreuen Zweifel an der Echtheit der behaupteten Äusserung äusserten.

Erst als sie oder er in einer Online-Ausgabe einer einheimischen Zeitung, die der Sache etwas nachgegangen war, eine Abbildung des kleinen Bildschirms eines Mobiltelephons sah, auf dem sie oder er die von ihr oder ihm damals im Thronsaal eingetippte Kurznachricht lesen konnte, vermochte die Ministerpräsidentin oder der Ministerpräsident sich überhaupt daran zu erinnern. In erhitzten Worten versuchte sie oder er im Parlament, wo sie oder er nun auch aus ihren oder seinen eigenen Reihen Forderungen nach ihrem oder seinem Rücktritt vernehmen musste, den genauen Zeitpunkt ganz am Anfang der vormittäglichen Thronrede und die weiteren Umstände verständlich zu machen, unter denen sie oder er damals ihrer oder seiner Sekretärin oder ihrem oder seinem Sekretär die mobiltelephonische Kurznachricht schrieb, nicht aber mündlich äusserte, dass sie oder er tatsächlich „nicht wach“ geschrieben habe, keinesfalls jedoch „geistesgestört“; und „nicht wach“ nicht etwa als „nicht wach im Sinne von nicht zurechnungsfähig, schon gar nicht im Sinne von geistesgestört“ verstanden habe, sondern als „nicht wach im Sinne von noch nicht ganz nach dem nächtlichen Schlaf aufgewacht und wach geworden“, welche Richtigkeit dieses „noch nicht ganz“ ja auch durch die Tatsache belegt werde, dass die Königin oder der König damals mit dem Fortgang ihrer oder seiner Thronrede allen Anwesenden einen zunehmend wacher und wacher werdenden Eindruck hinterlassen habe. Eigentlich hätte sie oder er zunächst das schliesslich Getippte als Zwischenbemerkung wie eine Bauchrednerin oder ein Bauchredner mit unbewegten Lippen durch ihren oder seinen halbgeschlossenen Mund zu ihrer oder seiner Sekretärin oder ihrem oder seinem Sekretär hinübermurmeln wollen, hätte dann aber, um ja nicht die Feierlichkeit durch Gemurmel zu stören, den fortschrittlicheren und lautlosen Weg der Kurznachricht gewählt und diese Kurznachricht auch zum sofortigen Verzehr und zur sofortigen Lektüre bestimmt. Dass diese Kurznachricht nun bestimmungswidrig und entgegen ihrer oder seiner Absicht nicht sofort verzehrt und gelöscht, sondern weiter im Dasein belassen worden sei und nun losgelöst von den Umständen ihrer Entstehung missverstanden und weit über den Wortlaut hinaus falsch ausgelegt werde, sei ihr oder ihm nicht zuzurechnen. Bereits unter anschwellendem Tumult der erregten Parlamentarierinnen und Parlamentarier führte die Ministerpräsidentin oder der Ministerpräsident aus, es sei ihr oder ihm unerklärlich, wie ihr oder ihm ein Gedanke zugeschrieben werde, den sie oder er während ihres oder seines ganzen Lebens noch nie selber gedacht habe, und wie ihr oder ihm nun dieser nicht gedachte und nicht bestehende Gedanke als Misstrauen und Verrat gegenüber dem Königshaus und dem ganzen Lande vorgeworfen und zur Last gelegt werde.

Es half alles nichts. Es half auch nicht, dass sie oder er auf die dreissig langen Jahre verwies, während denen sie oder er als Ministerpräsidentin oder Ministerpräsident der Königin oder dem König und dem ganzen Land und dem Volk treu gedient hatte, und ein soeben aus dem Königshaus eingetroffenes Schreiben verlas, worin das Königshaus sein volles Vertrauen in die Ministerpräsidentin oder den Ministerpräsidenten aussprach. Ihre oder seine Worte gingen im brausenden Stimmengewirr unter und der Tumult drohte in ein Chaos umzuschlagen, als die ersten Parlamentarierinnen und Parlamentarier auf ihren Mobiltelephonen in Online-Ausgaben von einheimischen Zeitungen Meldungen über den bevorstehenden Rücktritt der Ministerpräsidentin oder des Ministerpräsidenten lasen, sodass die Parlamentspräsidentin oder der Parlamentspräsident den Zeitpunkt gekommen sah, die Sitzung des Parlamentes auf den morgigen Tag zu vertagen. Sie oder er tat dies, indem sie oder er das Licht löschen und die Lautsprecheranlage abstellen liess.

Tief bewegt und erschüttert verliess die Ministerpräsidentin oder der Ministerpräsident das dunkel gewordene Parlamentsgebäude durch einen Seiteneingang, verschwand im Gewimmel der eilenden Passantinnen und Passanten, schritt bis zur Mitte der Brücke, stieg unversehens auf das Brückengeländer, rief laut ihr oder sein Passwort in den Luftraum und sprang, das Mobiltelephon voran, mit einem einzigen Satz hinunter in die Fluten des Flusses, wo der Legende nach pfeilschnell herbeigeschwommene blutrünstige und scharfzähnige Piranhas sie oder ihn innert weniger Minuten verspeisten mitsamt einem Exemplar eines Piranhas, das sich so unglücklich in den Herzschrittmacher der Ministerpräsidentin oder des Ministerpräsidenten festgebissen hatte, dass es sich gegen die kannibalischen Angriffe seiner Mitfische nicht verteidigen konnte, was Predigerinnen und Prediger aller Schattierungen zum Anlass nahmen, über den wesentlichen Unterschied zwischen dem tief stehenden und selbst gegenüber seinen Artgenossen mitleidlosen und kaltschnäuzigen Tier auf der einen Seite und dem auf einer höheren Stufe, einer Kulturstufe, angesiedelten Menschen mit seinem Gesellschaftssinn und seinem Mitgefühl gegenüber seinem Nächsten schöne Betrachtungen anzustellen. Zu einem Staatsbegräbnis kam es jedenfalls mangels Leichnam nicht.

 

Zwischen Sein und Nichtsein

Wir überlegen es uns sehr gut, bevor wir etwas schwarz auf weiss niederschreiben, und formulieren es sorgfältig so, dass uns auch bei der böswilligsten und schlimmstmöglichen Auslegung des Geschriebenen kein Schaden daraus entsteht, weil wir wissen, dass das Geschriebene in jedem Fall ohne unser weiteres Dazutun immer ist, fortwährend weiter besteht und, falls unsorgfältig formuliert, jederzeit in Unkenntnis oder bewusster Ausserachtlassung der Umstände, unter denen wir es geschrieben haben, und ganz gegen unsere Absicht ausgelegt werden kann.

Die gleiche Sorgfalt wenden wir nicht auf, wenn wir etwas Gesagtes nicht schwarz auf weiss niederschreiben, sondern es beim blossen sagen belassen. Kaum ist etwas gesagt, ist es schon nicht mehr. Das Gesagte ist länger nicht als es ist. Zudem gibt uns das zuhörende Gegenüber alsogleich bekannt, wenn es etwas nicht so verstanden hat, wie wir es gemeint haben, indem es Fragen stellt, ungläubige Augen macht oder die Hände verwirft und uns so veranlasst, unsere hinter dem Gesagten stehende Absicht auf der Stelle zu verdeutlichen.

Wenn wir einen Brief von Hand schreiben, formulieren wir die treffend gebeugten Wörter in der richtigen Satzstellung in Gedanken zu einem bis zum Punkt reichenden vollständigen Satz vor und schreiben die Rechtschreibung beachtend Wort für Wort in unserer schönsten Handschrift nieder. Schreiben wir den Brief auf der Schreibmaschine oder am Bildschirm, lesen wir ihn solange durch, bis wir darin keine Fehler mehr finden, drucken ihn erst dann aus und schicken ihn ab. Führen wir hingegen ein Telephongespräch, wenden wir in vielen Fällen nicht die gleiche Sorgfalt auf, sondern reden, plaudern und plappern munter darauf los, bemühen uns nicht einmal immer, hochdeutsch zu sprechen, sondern unterhalten uns gelegentlich mündlich in unserer Mundart. – Mehr und mehr Leute lassen heute diese Nachlässigkeit, ja Schluderigkeit und Schlampigkeit auf ihre als e-Meldungen oder Kurznachrichten versandten schriftlichen Äusserungen überschwappen. Personen, die sonst nie auf die Idee kämen, etwas in Mundart zu schreiben, tun es mehr und mehr, wenn sie heute gedankenlos ihre Geistesblitze in elektronische Kommunikationsmittel eintippen.

So bewegt sich die als Sprechersatz gedachte, etwa auf ein Mobiltelephon eingetippte Kurznachricht in einer Daseinsform zwischen Nichtsein und Sein, in einer Art Kaum-Sein. Denn solange eine Kurznachricht nicht schwarz auf weiss ausgedruckt ist, sondern nur in Form elektronischer Anordnungen existiert, ist sie und ist sie nicht; also nur fast, beinahe und kaum, aber eben doch.

Die Kurznachricht, die eine mitteilungsfreudige Person an eine telephonisch nicht erreichbare Freundin oder einen telephonisch nicht erreichbaren Freund sendet : „Rufe bitte zurück ! Habe eine Neuigkeit.“ wird spätestens am andern Morgen überflüssig, wenn die Neuigkeit in allen Zeitungen steht; auch dann, wenn die mitteilungsfreudige Person die Neuigkeit in die Kurznachricht selber aufgenommen hat. Trotz ihrer Überflüssigkeit und Unzeitgemässheit leben Kurznachrichten, e-Meldungen und andere moderne Mitteilungsbehelfe weiter. Für den Moment gedacht, bleiben sie für die Ewigkeit gemacht.

/Sprix-1-11/

12. November 2019 / RT

 

Erfindungszeit

Abgesehen davon, dass solche Überflüssigkeiten zeitlich überholt sind, verstellen sie die Sicht auf das Wesentliche, auf die zeitgemässen Hauptsachen und die noch gültigen Kurznachrichten. In einer Zeit, in der noch und noch Erfindungen aller Art gemacht werden, wichtige und unwichtige, praktische und unpraktische, unentbehrliche und entbehrliche, ist es nun an der Zeit, dass ein Mechanismus erfunden wird, der Kurznachrichten und andere nur während einer gewissen Dauer gültige Meldungen mit Eintritt eines einzugebenden Zeitpunktes nicht gerade explodieren, aber doch sich in nichts auflösen und von der Bildfläche verschwinden lässt. Ein solcher Selbstzerstörungsmechanismus wäre eine sehr hilfreiche Erfindung, die die wenigen Weizenkörner wichtiger Nachrichten automatisch vom Ballast gewordenen Spreu überflüssiger e-Meldungen befreien und den Menschen wieder freie Sicht auf das Wesentliche verschaffen könnte. Bereits der Begriff „Kurznachricht“, in dem nicht nur die Kürze der Nachricht, sondern auch ihre angestrebte, aber mangels eines Selbstzerstörungsmechanismus noch nicht erreichte Kurzlebigkeit zum Ausdruck kommt, verlangt nach einer solchen Erfindung. Wenn Erfinderinnen und Erfinder schon am Erfinden sind, dann können sie gerade auch einen Mechanismus erfinden, der auf Wunsch der Absenderin oder des Absenders einer Kurznachricht bewirkt, dass diese Kurznachricht sich sofort in Nichts auflöst, sobald die Adressatin oder der Adressat sich anschickt, diese auszudrucken, zu kopieren oder an eine weitere Person weiterzuleiten. Wie gesehen, kann damit Unheil vermieden werden.

 

Das Übungsfeld für den Praxistest

e-Meldungen und SMS und weitere elektronische Gedankenaustauschsysteme sind das geeignete Medium, in dem der Übergang von der Rechtschreibung zur Sprechschreibung in einem Praxistest ausprobiert und eingeübt werden kann. Ein Medium, das ist und nicht ist, und zwar zugleich. Ein Staatsvertrag, ein Gesellschaftsvertrag oder ein Ehevertrag und andere Schriftstücke von grosser Tragweite sind zu wichtige Dokumente, als dass sie für Schreibübungen missbraucht werden dürften, die Spielereien ähnlich sind. Einkaufszettel, Sudelblätter und ähnliche Kritzeleien sowie das ganze Gespinst an elektronischen Gedankenaustauschsystemen mit in Minuten zu berechnenden Halbwertszeiten sind – erfundene oder noch nicht erfundene Selbstzerstörungsmechanismen hin oder her – für derartige Schreibübungen, für einen Praxistest wie geschaffen.

 

Der Praxistest fällt nicht mit der Türe ins Haus

Bergsteigerinnen und Bergsteiger verlassen nicht das Schiff und steigen noch am gleichen Tag auf die Spitze des höchsten Berges, sondern nähern sich dem Berg langsam in Etappen, bereiten sich in höheren Lagen vor, akklimatisieren sich weiter oben, übernachten im Basislager und erklimmen die Spitze am letzten Tag. In gleicher Weise erfolgt der Übergang von der Rechtschreibung zur Sprechschreibung nicht auf einen Schlag über Nacht, sondern vollzieht sich in verkraftbaren Dosen.

 

Namen

Übungsobjekte sind die Wörter der deutschen Sprache. Namen aller Art, wie Personennamen und Ortsnamen, nehmen am Praxistest nicht teil.

 

Wörter aus fremden Sprachen

Übungsobjekte sind die Wörter der deutschen Sprache. Wörter aus fremden Sprachen nehmen am Praxistest nicht teil.

 

Zitate

Übungsobjekte des Praxistestes sind nur Gedanken, die in den Köpfen der Praxisteilnehmerinnen und Praxisteilnehmer neu gebildet und nun geschrieben oder als e-Meldungen, SMS oder ähnliches auf die Tastaturen getippt werden. Zitieren die Praxisteilnehmerinnen und Praxisteilnehmer aus bereits angefertigten und gedruckten deutschsprachigen Schriften von Gebrauchstexten bis zur Literatur, aus einer Packungsbeilage eines Heilmittels oder aus einem Roman einer Schriftstellerin oder eines Schriftstellers, belassen sie diese unangetastet in ihrer gewohnten Rechtschreibung.

 

Tote Sprachen haben keine Aussprache

Ob Tiere denken, wissen wir nicht. Falls sie es tun, bringen sie ihre Gedanken nicht durch eine den Menschen verständliche Sprache zum Ausdruck. Tiere bellen, brüllen, muhen, pfeifen und zwitschern. Tiere sprechen nicht. Die Sprache unterscheidet die Menschen von den Tieren. Indem die Menschenaffen begonnen haben, ihre Gedanken mündlich in Worten auszudrücken und auszutauschen, also zu sprechen, wurden sie Menschen. Ein gesprochenes Wort war aber bloss gehauchte und mundmodellierte Luft, weniger sichtbar als eine Seifenblase, aber ebenso schnell dahin und vom Winde verweht. Mit dem Aussterben der ersten Menschen starb auch ihre Sprache aus. Von der unbekannten Sprache der ersten Menschen haben wir so wenig, so gar nichts, dass wir diese Sprache nicht einmal als tot bezeichnen. Dass die Menschen, die sie gesprochen haben, ausgestorben sind, genügt nicht, um ihre Sprache als tote Sprache zu bezeichnen.

Mit der Erfindung der Schrift wurde es den Menschen dann aber möglich, ihre Gedanken dem flüchtigen Dasein im gesprochenen Wort zu entziehen und ihnen in Form von Schriftzeichen Beständigkeit zu verschaffen. Was diese Menschen in ihrer Sprache in Keilschrift in eine Felswand gehauen oder in Schriftzeichen auf Papyrus oder Pergament geschrieben haben, blieb selbst dann noch in grösseren oder kleineren Mengen erhalten, als die Menschen, die diese Sprache gesprochen und geschrieben haben, ausgestorben sind. Erst solche Sprachen, die heute nicht mehr gesprochen werden, von denen wir aber schriftliche Hinterlassenschaften haben, bezeichnen wir als tote Sprachen. Damit etwas tot sein kann, muss also schon etwas da sein. Wo gar nichts ist, kann auch nichts tot sein. So zögern wir etwa nicht, die Mumie von Ramses II. von Ägypten als toten Pharao zu bezeichnen, haben aber eher Mühe, im gefundenen Skelett von Richard III. von England, auch wenn es sämtliche Knochen enthält, einen toten König zu sehen. Dafür hat es uns einfach zu wenig Fleisch am Knochen.

Mag eine Sprache auch tot sein, in unser Bewusstsein als solche gelangt sie erst, wenn die in ihr abgefassten Schriften für uns von Bedeutung sind, indem sie sich mit heute noch wichtigen Fragen des Lebens befassen, wie das etwa die in griechischer oder lateinischer Sprache abgefassten Schriften tun. Es gibt aber keine Menschen mehr, die diese Sprache als ihre Muttersprache sprechen, weshalb wir nicht hören, wie diese Sprache damals ausgesprochen wurde. Wir haben nur noch die stummen, toten Buchstaben. Verwenden die Praxisteilnehmerinnen und Praxisteilnehmer Wörter oder ganze Sätze aus solchen stummen Schriften, versuchen sie darum erst gar nicht, die einzelnen Wörter so zu schreiben, wie sie ausgesprochen wurden, sondern geben etwa die lateinischen Texte in jedem Fall buchstabengetreu so wieder, wie sie seit der Zeit der Römerinnen und Römer immer wieder geschrieben worden sind.

/Sprix-1-12/

12. Dezember 2019 / RT

 

Der Praxistest

Die Stockwerke des Buchstabenhochhauses

Wir stellen uns ein Hochhaus mit vielen Stockwerken vor und betreten

das Erdgeschoss mit der deutschen Rechtschreibung

Hier befinden wir uns in einer Schreibstube, wie wir sie als mittelalterliches scriptorium eines Klosters oder einer Kathedral- oder Stiftsschule oder als heutiges Grossraumbüro kennen. Hier wird geschrieben und abgeschrieben wie es die deutsche Rechtschreibung vorsieht. Die Schreibstube ist sehr geräumig. Alle Leute, die Deutsch schreiben, haben hier ihr Schreibpult.

Leute, die am Praxistest nicht teilnehmen, verlassen das scriptorium nie. Leute, die aus dem Praxistest aussteigen, kommen in das scriptorium zurück.

Leute, die am Praxistest teilnehmen, verlassen die Schreibstube, wenn sie e-Meldungen und SMS und mit weiteren elektronischen Gedankenaustauschsystemen Mitteilungen abfassen wollen, und gelangen

 

am Freitag, dem 10. Januar 2020 über eine innere Wendeltreppe hinauf in

das erste Stockwerk, wo der Schaumwein schäumt

Schaumwein

ʃaumwein

 

Aus der Überlegung, dass einem Laut ein Buchstabe entsprechen soll, tippen sie auf die Tastatur ihres Mobiltelephones nicht die drei Buchstaben „s“ und „c“ und „h“, sondern das Zeichen „ʃ“ ein, wenn sie zum Beispiel „schreiben“ ʃreiben wollen. Das Zeichen „ʃ“ für den Schaumwein-ʃ-Laut ist ihnen ja aus der internationalen Lautʃrift bekannt. Für sie ist das von nun an ein Buchstabe wie etwa der Buchstabe „f“, der ja auch für einen einzigen Laut steht, der für seine ʃriftliche Darstellung auch nicht drei ganze Buchstaben aufbietet. Sie denken : „Was dem ‚f’ recht ist, soll dem ‚ʃ’ billig sein.“

Auf diese Weise üben sich viele Praxistesterinnen und Praxistester im ersten Stockwerk in die Anfänge der Sprechʃreibung ein und betrachten anfänglich Wörter wie „wuʃelhaarig“, „ʃlaraffenland“ und „ʃleiereule“ mit einem gewissen Befremden. Zunächst fremdartig erʃeinende Buchstabengebilde wie „ʃafʃur“, „ʃreibʃrift“ oder „ʃnurʃleife“ ʃauen sie ungläubig an, sprechen sie dann aber in Gedanken aus und hören sich in Gedanken „ʃafʃur“, „ʃreibʃrift“ oder „ʃnurʃleife“ sprechen und denken belustigt „Aha !“ Bald gewöhnen sie sich aber an den „ʃönen ʃein“ und die „ziʃende ʃlange“ und ʃwatzen miteinander quietʃvergnügt über das Leben im Schwarzwald.

Namen wie eben gerade „Schwarzwald“ bleiben nämlich so, wie sie sind. Zum einen sind Namen höchstpersönliche Angelegenheiten, die aussenstehende Personen nicht einfach so mir nichts dir nichts anders ʃreiben dürfen, und zum andern verstehen die Einwohnerinnenkontrollämter und die Einwohnerkontrollämter, die die Namen verwalten, nicht den allergeringsten Spass. Die Praxistesterinnen und Praxistester ʃreiben darum weiterhin wie bisher „Schwarzwald“, „Schneewittchen“ und „Nationale Eisenbahngesellschaft“.

Einigen Praxistesterinnen und Praxistestern hingegen gefällt die Sprechʃreibung überhaupt nicht, sie können sich mit ihr nicht anfreunden und finden, eine ʃreibmaʃine sei einfach keine ʃreibmaʃine, wenn sie nicht aussehe wie eine „Schreibmaschine“, sie können sich darunter nichts vorstellen, steigen aus dem Praxistest aus und über die innere Wendeltreppe hinunter in ihr vertrautes scriptorium.

 

Eine Pflanze atmet auf

Ganz Feuer und Flamme hingegen für die Ersetzung des dreibuchstabigen „sch“ durch den einen Buchstaben „ʃ“ ist das Heideröschen. Immer und immer wieder wurde es in der Vergangenheit in Lesungen ab Blatt unverstanden von der Lektorin oder dem Lektor als „Heideröʃen“ vorgelesen und dementsprechend von den Zuhörerinnen und Zuhörern nicht verstanden. Es freut sich darum über die neue Sprechʃreibung und trinkt zusammen mit Lieschen, Hänschen und dem Mäuschen im Wetterhäuschen, denen es ebenso erging, ein Gläschen ʃaumwein.

 

Geistige Regsamkeitsübung

Aber auch die Praxistesterinnen und Praxistester, die vorhaben, weiterhin dabei zu bleiben, steigen über die innere Wendeltreppe ins scriptorium hinunter, sobald sie etwas Wichtiges zu Papier bringen müssen, und halten sich dort wie in ihrem bisherigen Leben fein säuberlich an die deutʃe Rechtʃreibung. Mit der Zeit werden sie gewahr, dass durch dieses ständige Hinauf- und Hinuntersteigen von einem Stockwerk zum andern ihre geistige Regsamkeit zunimmt und sie an innerer Standhaftigkeit gewinnen.

 

Längeres Verweilen

Gelegentlich erleben es die Leute des ersten Stockwerkes, dass einzelne Praxistesterinnen und Praxistester, die es ʃon nach wenigen Tagen gewagt haben, auf der Wendeltreppe hinaufzusteigen und sich in den höheren Stockwerken umzusehen, ʃon nach kurzer Zeit wieder ganz verstört und von ʃwindel benommen herunterkommen, unter Brechreizen und Sehstörungen leiden und in Häppchen von ʃrecklichen, geisterbahnähnlichen Erlebnissen in den oberen Stockwerken berichten. Diese Gezeichneten steigen entweder ganz hinunter in das scriptorium und bleiben dort für immer oder erholen sich noch einige Zeit im ersten Stockwerk mit dem ʃaumwein.

Abgeʃreckt von diesen ʃauerberichten steigen in den nächsten Tagen die Praxistesterinnen und Praxistester nicht weiter nach oben ,sondern bleiben im ersten Stockwerk mit dem ʃaumwein und üben sich im ʃreiben von ʃwierigen Wörtern. So ʃreiben sie über ʃlimme ʃarfʃützen, die sich mit ihrem ʃiessgewehr an ihre Wäʃe waʃenden Waʃbären heranpirʃen und diese mit einem ʃuss aufʃrecken wollen, der aber nicht abgeht, weil das ʃiesspulver in der Waʃküche feucht geworden ist, und darob selber erʃreckt verärgert ausrufen : „So sieht jetzt ʃeisse aus.“ Andere ʃreiben : „ʃlafwandlerinnen und ʃlafwandler wandeln heute in der ʃlafwandelhalle und träumen von der ʃlafwandelhallenmeisterʃaft.“

 

Weniger ist gleich viel

Wo sie bisher Wörter mit x Buchʃtaben geʃrieben haben, ʃreiben die Praxistesterinnen und Praxistester die gleichen Wörter nun mit x-2 Buchʃtaben, also „ʃaumwein“, „ʃlaraffenland“ und „ʃleiereule“, in Fällen wie „ʃafʃur“ und „ʃreibʃrift“ sogar nur mit x-4 Buchʃtaben, und rechnen aus, dass auf diese Weise in einem durchʃnittlichen Buch wohl eine ganze Seite Druckerʃwärze eingeʃpart werden kann. Angesichts der zu Ende gehenden Bodenʃätze und anderer Vorräte ist das nicht viel, aber mehr als nichts, und mehr als nichts ist immerhin etwas.

 

Wendeltreppensteigen

Nach einem Monat stellen die Praxistesterinnen und Praxistester fest, dass sie nun den Buchstaben „ʃ“ mit der gleichen Leichtigkeit ʃreiben oder eintippen, mit der sie in ihrem bisherigen Leben den Buchstaben „f“ geʃrieben oder eingetippt haben. So unternehmen sie es, neugierig und abenteuerlustig

/Sprix-1-13/

10. Januar 2020 / RT

 

am Sonntag, dem 9. Februar 2020 über die Wendeltreppe hinaufzusteigen in

das zweite Stockwerk, wo „ʃ“ drauf steht, wenn „ʃ“ drin ist

Sportberichterstattung

ʃportberichterʃtattung

 

Ausgehend von der ersten Überlegung, dass einem Laut ein Buchstabe entsprechen soll, gelangen sie zur zweiten Überlegung, dass drauf stehen soll, was drin ist. Wenn also drinnen im Mund ein „ʃ“ gesprochen wird, dann soll auch draussen auf dem Bildʃirm oder dem Papier ein „ʃ“ erʃeinen. Ein „ʃ“ sprechen sie aber nicht nur dort, wo sie die drei Buchstaben der Buchstabentroika „s“ und „c“ und „h“ sehen, wie etwa in „ʃaumwein“, „wuʃelhaarig“, „ʃlaraffenland“ oder „ʃleiereule“, sondern häufig auch dann, wenn sie am Anfang eines Wortes auf den Buchstaben „s“ den Buchstaben „p“ oder „t“ folgen sehen, wie etwa in „ʃportberichterʃtattung“, „ʃtruppelhaarig“, „ʃtrassenlaterne“, „ʃperbereule“ oder „ʃteinkauz“. Da sie in diesen Fällen in ihrem Mund nicht ein „s“ ausʃprechen, sondern ein „ʃ“, ʃeint es ihnen nur folgerichtig, auch draussen ein „ʃ“ zu ʃreiben oder zu tippen, also ʃpanferkel, ʃpaltpilz, ʃtiefmutter, ʃtiefvater, ʃtieftochter und ʃtiefsohn.

Hören vor dem ʃreiben

Da ʃprache von ʃprechen kommt, ʃteht am Anfaŋ der geʃprochene Laut und nicht der geʃriebene Buchʃtabe. Damit wir den geʃprochenen Laut hören, müssen wir hinhören und nicht Buchʃtaben anʃauen. Sehen sie die Buchʃtabenfolge „s“ und „p“ oder „s“ und „t“ im Innern eines Wortes, hören sie, dass sie in Gedanken das „s“ als „s“ und nicht als „ʃ“ ausʃprechen und „Wespe“, „lispeln“, „meistens“, „Ostern“ und „Fenster“ sagen; dementʃprechend ʃreiben sie auch „Wespe“, „lispeln“, „meistens“, „Ostern“ und „Fenster“.

Wenn die Praxistesterinnen und Praxistester die Buchʃtabenfolge „s“ und „p“ oder „s“ und „t“ im Inneren einer Wörterzusammensetzung sehen, dort, wo das „s“ als letzter Buchʃtabe des ersten Wortes auf das „p“ oder das „t“ als ersten Buchʃtaben des zweiten Wortes trifft, hören sie, dass sie in Gedanken das „s“ als „s“ und nicht als „ʃ“ ausʃprechen und „Gaspedal“, „Glasperlen“ und „Hausportal“ und „austrinken“, „lostreten“ und „Haustreppe“ sagen; dementʃprechend ʃreiben sie auch „Gaspedal“, „Glasperlen“ und „Hausportal“ und „austrinken“, „lostreten“ und „Haustreppe“. Auch in einer aus zwei Wörtern zusammengesetzten Wörterzusammensetzung hat jedes einzelne Wort seinen Anfang, – so wie von zwei zusammengekoppelten Eisenbahnwagen jeder einzelne seinen Wagenanfang und sein Wageninneres hat.

Nach dieser Festʃtellung üben sie weiter und ʃreiben etwa Kurznachrichten wie : „Vom Fenster ʃticht die ʃpäte Wespe meistens ʃtur in See.“ – „In der Gastʃtube ʃteht der nächste Geist im Kasten.“ Dabei gewöhnen sie sich mehr und mehr daran, vor dem ʃreiben in Gedanken hinzuhören, wie ein Wort tönt, lautet oder ausgeʃprochen wird. Der Übergang von der Rechtʃreibung zur ʃprechʃreibung ändert ja nichts an der Ausʃprache. Die Ausʃprache ist darum unveränderter Massʃtab für die ʃprechʃreibung. Die Praxistesterinnen und Praxistester brauchen daher gar nicht lange nach Regeln zu suchen, wie etwas zu ʃreiben ist, sondern halten sich einfach an die unverändert bleibende Ausʃprache.

ʃwindende Dummheit

Erfahrungsgemäss werden Kurznachrichten meistens ohne grossen gedanklichen Aufwand kurz formuliert und raʃ abgesandt. Dementʃprechend sind viele Kurznachrichten, e-Meldungen und Ähnliches unüberlegte, einfältige, ja sogar dumme, oft auch peinliche Äusserungen. Der Umʃtand, dass die Praxistesterinnen und Praxistester sich oft veranlasst sehen, in Gedanken hinzuhören, wie etwas lautet und wie es zu ʃreiben ist, hat zur Folge, dass sie gleichzeitig auch hören, was sie ʃreiben wollen, und dabei gewahr werden, dass sie darauf und daran sind, einen Unsinn zu verfassen, im letzten Moment doch davor zurückʃrecken, in Gedanken umformulieren und auf diese Weise mehr und mehr weniger Dummheiten absenden, ja zunehmend wohlüberlegte Weisheiten von sich geben. Jedenfalls ʃtellen die Empfängerinnen und Empfänger fest, dass Kurznachrichten, die sie von Leuten erhalten, die sich gerade als Praxistesterinnen und Praxistester im Buchʃtabenhochhaus befinden, zwar ein ungewöhnliches Zeichen enthalten, sich aber inhaltlich wohltuend vom Durchʃnitt abheben.

Wendeltreppenʃteigen

Auch im zweiten ʃtockwerk, wo „ʃ“ drauf ʃteht, wenn „ʃ“ drin ist, verweilen die Praxistesterinnen und Praxistester vier Wochen, bevor sie sich getrauen,

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9. Februar 2020 / RT

 

am Montag, dem 9. März 2020 über die Wendeltreppe hinaufzuʃteigen, in

das dritte ʃtockwerk, wo lang kürzer wird

Lang

Laŋ

 

Die Praxistesterinnen und Praxistester haben sich nun daran gewöhnt, in Gedanken hinzuhören, wie ein Wort tönt, lautet oder ausgeʃprochen wird, bevor sie es niederʃreiben oder eintippen. Dabei ist ihnen aufgefallen, dass sie, um zum Beiʃpiel das Wort „lang“ auszuʃprechen, mit ihren ʃprechwerkzeugen drei Laute bilden : ein Libellen-l, ein Allerwelts-a und ein Zahnhals-ŋ, – also jenen ʃmerzlaut, den wir gequält von uns geben, wenn die Zahnärztin oder der Zahnarzt in unserem geöffneten Mund mit einem ihrer oder seiner Instrumente an eine empfindliche ʃtelle eines Zahnhalses gerät, – den wenigsten Menʃen gelingt es ja, mit zahnmediziniʃen Geräten im geöffnetem Mund den korrekten ʃmerzlaut „Au !“ auszuʃtossen, – ist ihnen aber auch aufgefallen, dass sie für diese drei Laute vier Buchʃtaben : ein „l“ und ein „a“ und ein „n“ und ein „g“ aufbieten. Dem Grundsatz folgend, dass einem Laut ein Buchʃtabe entʃprechen soll, geht man im dritten ʃtockwerk dazu über, das Zahnhals-ŋ nicht mehr mit den zwei Buchʃtaben „n“ und „g“, sondern mit dem aus der internationalen Lautʃrift bekannten einen Buchʃtaben „ŋ“ wiederzugeben.

Ganz geheuer ist es dabei nicht allen und manche zweifeln, ob das auch so sei. Etwas verʃtohlen begeben sie sich in den Vorraum des dritten ʃtockwerkes, wo ein ʃpiegel ʃteht und ʃauen hinein.

–          Sie ʃprechen ein Nein-nein-n und sehen im ʃpiegel, dass dabei ihre Zuŋenʃpitze zwiʃen ihren Zähnen hervorʃaut, und hören, dass es dabei aus der Nase tönt und dass sich das Nasen-n in die Läŋe ziehen lässt.

–          Dann ʃprechen sie ein Gurgel-g und sehen im ʃpiegel, dass dabei von ihrer Zuŋenʃpitze nichts mehr zu sehen ist, und hören, dass sie dabei nur einen kurzen Gurgel-g-Laut von sich geben, – der kurz so tönt, wie wenn wir an Ostern zwei hart gekochte Ostereier aufeinander ʃlagen, um festzuʃtellen, welches von beiden dabei unversehrt bleibt, – der ʃon wieder weg ist, nicht aus der Nase getönt hat und sich auch nicht in die Läŋe ziehen lässt.

–          Zum Vergleich geben sie nun ein Zahnhals-ŋ von sich und sehen dabei die Zuŋe nicht, hören aber, dass es dabei auch aus der Nase tönt und dass sich auch das Zahnhals-ŋ in die Läŋe ziehen lässt.

–          Zum ʃluss ʃprechen sie das Wort „laŋ“ und ʃtellen fest, dass sie beim ʃlusslaut keine Zuŋenʃpitze gesehen und keinen Ostereierklick gehört haben, und kommen zum ʃluss, dass für diesen ʃlusslaut weder das „n“ allein noch das „g“ allein noch die ng-Zusammensetzuŋ der beiden den letzten Laut von „laŋ“ treffend wiedergeben, dass hingegen das Zahnhals-ŋ dies goldrichtig tut.

Nachdem sich so auch die Zweiflerinnen und Zweifler überzeugt haben, dass der Buchʃtabe „ŋ“ geeignet und berechtigt ist, den Zahnhals-ŋ-Laut ʃriftlich darzuʃtellen, üben sie sich in dessen Anwenduŋ ein und versenden Kurznachrichten wie etwa : „In eŋen Gäŋen queŋeln juŋe Beŋelinnen und juŋe Beŋel so laŋe, bis die Wärterinnen und Wärter ganz baŋe sie ʃliesslich ins Freie briŋen, wo sie vergnügt wie Eŋelein aus vollen Luŋen siŋen.“

Damit sie sich nicht jedes Mal in den Vorraum des dritten ʃtockwerkes begeben müssen, wenn sie sich selber im ʃpiegel bei der Ausʃprache beobachten wollen, führen die Praxistesterinnen und Praxistester von nun an immer einen Taʃenʃpiegel in ihrem Behälter mit den ʃreibwerkzeugen mit und ʃtellen bald einmal fest, dass sie diesen Taʃenʃpiegel häufiger zu Hilfe nehmen als den Radiergummi.

Ein Buchʃtabe für einen Laut

Wo sie bisher Wörter mit x Buchʃtaben geʃrieben haben, ʃreiben die Praxistesterinnen und Praxistester die gleichen Wörter nun mit x-1 Buchʃtaben, also „eŋ“ und „laŋ“, „Siŋ“ und „Saŋ“, „Kliŋ“ und „Klaŋ“, „Giŋ“, „Gaŋ“, „Goŋ“ und „Diŋ“, „Daŋ“, „Doŋ“, – Hong Kong hingegen ist ein Ortsname und bleibt wie er ist und King Kong ist ein Eigenname und bleibt wie er ist, – und rechnen aus, dass auf diese Weise in einem durchʃnittlichen Buch wohl eine ganze Seite Druckerʃwärze eingeʃpart werden kann. Angesichts der zu Ende gehenden Bodenʃätze und anderen Vorräte ist das nicht viel, aber mehr als nichts, und mehr als nichts ist immerhin etwas.

Hören vor dem ʃreiben

Da ʃprache von ʃprechen kommt, ʃteht am Anfaŋ der geʃprochene Laut und nicht der geʃriebene Buchʃtabe. Damit wir den geʃprochenen Laut hören, müssen wir hinhören und nicht Buchʃtaben anʃauen. Im dritten ʃtockwerk geben darum die Praxisteterinnen und Praxistester nur den gehörten Zahnhals-ʃmerzlaut mit dem Buchʃtaben „ŋ“ wieder; sie ersetzen nicht blindliŋs in allen Fällen das Buchʃtabenpaar „ng“ ungehört einfach durch ein „ŋ“ – und ʃreiben darum zum Beiʃpiel „angeʃtreŋt“, „hingegen“, „eingefallen“ und „ungriechiʃ“.

Unverʃtändnis, Fassuŋslosigkeit und Begeisteruŋ

In der Zwiʃenzeit haben die Adressatinnen und Adressaten die vor kurzem versandten Kurznachrichten über die aus vollen Luŋen siŋenden Beŋelinnen und Beŋel empfaŋen, gelesen und verʃtanden – und zu ihrem eigenen Erʃtaunen verʃtanden, obwohl sie darin auf weitere ungewöhnliche Buchʃtaben geʃtossen sind. Obwohl sie den Text verʃtanden haben, briŋen einige antwortende Empfäŋerinnen und antwortende Empfäŋer ihr Unverʃtändnis zum Ausdruck und zeigen sich fassuŋslos, während andere geradezu begeistert sind und in ihren eingetippten Kurzantworten die gleichen ungewöhnlichen Buchʃtaben verwenden. Die ergötzliche Verʃiedenartigkeit der widerʃprüchlichen Antworten löst bei den Praxistesterinnen und Praxistestern einen heiteren Wirbel aus.

Wendeltreppenʃteigen

Natürlich ʃteigen sie immer wieder ins scriptorium hinunter und erledigen dort während eines grossen Teils des Tages ihren normalen ʃriftverkehr in der althergebrachten deutʃen Rechtʃreibuŋ. Wie sie dann wieder in Gedanken versunken in das dritte ʃtockwerk, wo laŋ kürzer ist, hinaufʃteigen, und sich überlegen, ob sie nicht doch diese eigenartige Übuŋ abbrechen sollten, fällt ihnen auf, dass sie den Zahnhals-ŋ-Laut nicht nur in eŋen Gäŋen hören, sondern auch auf ʃwankenden Planken vernehmen. Dieser Gedanke treibt sie an,

/Sprix-1-15/

9. März 2020 / RT

 

am Mittwoch, dem 8. April 2020 auf der Wendeltreppe geradewegs hinaufzuʃteigen in

das vierte ʃtockwerk, wo „ŋ“ drauf ʃteht, wenn „ŋ“ drin ist

Hinkelʃtein

Hiŋkelʃtein

 

Ausgehend von der ersten Überleguŋ, dass einem Laut ein Buchʃtabe entʃprechen soll, gelaŋen sie zur zweiten Überleguŋ, dass drauf ʃtehen soll, was drin ist. Wenn also drinnen im Mund ein „ŋ“ geʃprochen wird, dann soll auch draussen auf dem Bildʃirm oder dem Papier ein „ŋ“ erʃeinen. Ein „ŋ“ ʃprechen sie aber nicht nur dort, wo sie die zwei Buchʃtaben des Buchʃtabenduos „n“ und „g“ sehen, wie etwa in „eŋ“ und „laŋ“, „Siŋ“ und „Saŋ“, „Kliŋ“ und „Klaŋ“, „Giŋ“, „Gaŋ“, „Goŋ“ und „Diŋ“, „Daŋ“, „Doŋ“, sondern häufig auch dann, wenn sie im Inneren eines Wortes auf den Buchʃtaben „n“ den Buchʃtaben „k“ folgen sehen, wie etwa in „ʃwaŋkenden Plaŋken“, „pruŋkenden Praŋken“, „liŋken Gedaŋken“ und „versuŋkenen Dʃuŋken“. Da sie in diesen Fällen in ihrem Mund nicht ein „n“ ausʃprechen, sondern ein „ŋ“, ʃeint es ihnen nur folgerichtig, auch draussen ein „ŋ“ zu ʃreiben oder zu tippen, also „Waŋkelmotor“, „Heŋkelkrug“, „Hiŋkelʃtein“ und „Oŋkelgemuŋkel“.

Hören vor dem ʃreiben

Sehen sie die Buchʃtabenfolge „n“ und „k“ hingegen im Inneren einer Wörterzusammensetzuŋ, wo das „n“ als letzter Buchʃtabe des ersten Wortes auf das „k“ als ersten Buchʃtaben des zweiten Wortes trifft, hören sie, dass sie in Gedaŋken das „n“ als „n“ und nicht als „ŋ“ ausʃprechen und „Beinknochen“, „Hirnkasten“, „Wahnkind“ und natürlich „Sinnkrise“ sagen; dementʃprechend ʃreiben sie auch „Beinknochen“, „Hirnkasten“, „Wahnkind“ und natürlich „Sinnkrise“.

Angewöhnuŋszeit

Anders als in den ersten drei ʃtockwerken fühlen sich die Praxistesterinnen und Praxistester im vierten ʃtockwerk nun etwas beeŋt. Etwas übermütig und abenteuerlustig haben sich viele von ihnen ʃon nach kurzem Aufenthalt in das fünfte ʃtockwerk oder sogar in noch weiter oben liegende ʃtockwerke begeben. Nur von sehr wenigen von diesen hat man nichts mehr gehört, während die meisten von diesen Wagemutigen nach kurzer Zeit wieder in das vierte ʃtockwerk heruntergeʃtiegen sind. Dem Vernehmen nach hat sich eine allzu forʃe Aufʃteigerin oder ein allzu forʃer Aufʃteiger übernommen und musste von einem der oberen ʃtockwerke in ein Kraŋkenhaus verbracht werden. Die Herabgeʃtiegenen wollen ihren Aufʃtieg in die Höhen der ʃprechʃreibuŋ wieder verlaŋsamen, halten die bisherige Angewöhnuŋszeit ein und üben sich im vierten ʃtockwerk im Übergaŋ von der Rechtʃreibuŋ zur ʃprecheʃreibuŋ.

 

Wendeltreppenʃteigen

Erst nach Ablauf der Angewöhnuŋszeit ʃteigen die Praxistesterinnen und Praxistester

/Sprix-1-16/

8. April 2020 / RT

 

am Donnerstag, dem 7. Mai 2020 auf der Wendeltreppe in

das fünfte ʃtockwerk, wo vieles fällt

Vielfrass

Fielfrass

 

Wenn die Praxistesterinnen und Praxistester im fünften ʃtockwerk hören und dabei genau hinhören, dass dem Vernehmen nach viele Füchse viel Geflügel fressen, fällt ihnen auf, dass sie, so viel und so fest sie sich auch anʃtreŋen, keinen Unterʃied in der Ausʃprache des jeweils ersten Lautes der „vielen Füchse“ festzuʃtellen vermögen. Der Fiʃ-f-Laut und der Vogel-v-Laut, – in beiden Fällen hören sie ein Vielfrass-f, – entʃtehen beide auf die gleiche Weise, indem Luft aus der Luŋe durch einen feinen, zwiʃen der Unterlippe und den obern Zähnen geformten waagrechten ʃpalt hindurch ins Freie entlüftet wird. Aus der Überleguŋ, dass einem Laut ein Buchʃtabe entʃprechen soll, verzichten sie auf das irremachende Nebeneinander zweier Buchʃtaben für den gleichen Laut, und geben den Fielfrass-f-Laut durchwegs mit dem Buchʃtaben „f“ wieder. Den Buchʃtaben „v“ ferwenden sie für den Fielfrass-f-Laut nur noch, wenn sie in Personennamen wie „Vaihinger“ und „Vellmar“ und Ortsnamen wie „Völklingen“ und „Villingen-Schwenningen“ einen Fielfrass-f-Laut hören.

So fressen nun fiele Füchse fiel Geflügel und ferfolgen Mütter und Fäter die Fortʃritte ihrer Kinder in den ferʃiedenen ʃulen mit fiel Interesse. Fielen Praxistesterinnen und Praxistestern erʃeint das nun aber doch des Guten zufiel. Sie werden unwillig und halten diese ʃreibweise für ferrückt, hirnferbrannt und unfernünftig und ʃicken sich an, aus dem Praxistest auszuʃteigen.

Andere hingegen sind begeistert und halten diese ʃreibweise geradezu für die einzig fernünftige, fermögen sie sich doch an William Ockham zu erinnern, der gesagt haben soll, dass etwas nicht mit grösserem Aufwand getan werden sollte, was auch mit kleinerem Aufwand getan werden kann.[6] Es sei darum nicht einzusehen, warum ein und derselbe Laut einmal mit diesem Buchʃtaben und einmal mit jenem Buchʃtaben wiedergegeben werden sollte. Die Bilduŋ des Fielfrass-f sei ein physikaliʃer Forgaŋ. Gleiche physikaliʃe Forgäŋe würden in ein und demselben physikaliʃen Institut ʃtets mit den gleichen Zeichen festgehalten. Es sei noch keiner Wetterʃtation eingefallen, die Aussentemperatur am Morgen in Celsius und am Nachmittag in Fahrenheit und am Abend in Réaumur aufzuzeichnen; es käme auch niemand auf die Idee, dass in ein und demselben Land auf den ʃtrassen an Werktagen der Rechtsferkehr gelten und an Sonn- und Feiertagen der Liŋksferkehr gelten sollte. Die fon Pferden gezogenen Kutʃen fuhren als Forfahrinnen der Automobile. Es lag daher nahe, die Leistuŋ auch der Automobile in Pferdeʃtärken zu bemessen, während auf anderen Gebieten die Leistuŋ in Watt bemessen wurde. Für Leistuŋsfergleiche erwiesen sich zwei Bemessuŋseinheiten mehr und mehr als hinderlich, so dass seit über 35 Jahren dem Ockham’ʃen Grundsatz folgend die Leistuŋ einheitlich in Watt bemessen wird. Für den Durchʃnittsmenʃen ist es natürlich immer noch etwas umʃtändlich, aber gleichwohl fiel anʃaulicher, sich forzuʃtellen, dass sein Fahrzeug fon 220 Pferden gezogen wird, als sich forzuʃtellen, dass sein Fahrzeugmotor 155 Kilowatt leistet. Zur besseren Fereinbarkeit mit den umliegenden Ländern habe Schweden sogar den auf sein Inland beʃräŋkten Liŋksferkehr auf den allgemein üblichen Rechtsferkehr umgeʃtellt, so dass es seither bei der Fahrt über die Landesgrenze keines Umʃtelluŋsaufwandes mehr bedarf. ʃliesslich empfehlen die Begeisterten den Unwilligen, sich den Text einfach mit geʃlossenen Augen laut forzulesen, dann würden sie mit eigenen Ohren hören, dass der geʃprochene Text in der ʃprechʃreibuŋ genau gleich tönt und lautet wie in der alten Rechtʃreibuŋ. Zudem komme ʃprache fon ʃprechen und nicht fon ʃreiben. Darum sei das geʃprochene Wort das Erste, das Original, die ʃrift sei erst das Zweite, nur eine Ableituŋ. Die Kälte lasse das Wasser gefrieren, nicht die fon der Wetterfrau oder fom Wettermann in welcher Masseinheit auch immer aufgezeichnete Temperaturangabe.

Wie sie denn mit geʃlossenen Augen einen Text lesen können sollten, fragen zum Teil missmutig zum Teil ganz belustigt über diese unsinnige Empfehluŋ die Unwilligen die Begeisterten. Sie fergessen darob, dass sie forhatten, aus dem Praxistest auszuʃteigen. Der Ockham’ʃe Grundsatz habe zwar etwas für sich, es sei aber nicht leicht, sich fon der gewohnten Rechtʃreibuŋ zu trennen. Bis zum 1. Januar 2030 beʃräŋke sich die Trennuŋ ohnehin nur auf das, was in e-Melduŋen, in Kurznachrichten und in anderen modernen Kommunikationsmitteln geʃrieben und getippt werde, in der ganzen übrigen ʃriftlichkeit könnten die Unwilligen ihre Forliebe für die deutʃe Rechtʃreibuŋ weiterhin foll ausleben, entgegnen die Begeisterten. Leicht sei die Trennuŋ in der Tat nicht. Leichter werde sie aber nie. Im Gegenteil. Je mehr Zeit fergehe, um so ʃwieriger werde die Umʃtelluŋ fon der Rechtʃreibuŋ auf die ʃprechʃreibuŋ. Darum lieber heute als morgen.

Fon den Praxistesterinnen und Praxistestern, die wegen des v-Ferlustes unwillig geworden sind, halten zwei die hier ferwendete ʃreibweise nach wie for für ferrückt, hirnferbrannt und unfernünftig und ferlassen das fünfte ʃtockwerk. Alle anderen ferbleiben und ʃicken sich an, ferʃiedene Kurznachrichten in die Welt zu fersenden. Zum Beiʃpiel : „Fiele Grüsse aus unserem ferregneten Urlaub“ oder „Fierundfierzig fergnügte Forellen fersuchen, fier Fiʃerinnen und Fiʃer zur Ferzweifluŋ zu briŋen.“

Hören for dem ʃreiben

Da ʃprache fon ʃprechen kommt, ʃteht am Anfaŋ der geʃprochene Laut und nicht der geʃriebene Buchʃtabe. Damit wir den geʃprochenen Laut hören, müssen wir hinhören und nicht Buchʃtaben anʃauen. Im fünften ʃtockwerk geben darum die Praxistesterinnen und Praxistester nur den gehörten Fielfrass-f-Laut mit dem Buchʃtaben f wieder; sie ersetzen nicht blindliŋs in allen Fällen den Buchʃtaben „v“ ungehört einfach durch ein „f“.

Bei der Betrachtuŋ ihrer selbst for dem ʃpiegel im Forraum des fünften ʃtockwerkes sehen sie, dass sie den Fielfrass-f-Laut dadurch bilden, dass sie Luft aus der Luŋe durch einen feinen, zwiʃen der Unterlippe und den oberen Zähnen geformten waagrechten ʃpalt hindurch ins Freie entlüften; nur Luft; – mehr nicht. ʃprechen sie aber daraufhin ihr ʃpiegelbild mit einem Vasco-da-Gama-v-Laut an, etwa wenn sie „Vase“ sagen, merken sie, dass sie wiederum, aber etwas weniger, Luft aus der Luŋe durch einen feinen, zwiʃen der Unterlippe und den oberen Zähnen geformten waagrechten ʃpalt hindurch ins Freie entlüften, zusätzlich aber noch mit ihren ʃtimmbändern im Kehlkopf hinten ʃtimme dazu geben, wie andere Leute zum Kuchen noch Sahne dazu geben. Diese dazu gegebene ʃtimme ist es, die den ʃtimmhaften Vasco-da-Gama-v-Laut fom ʃtimmlosen Fielfrass-f-Laut unterʃeidet.

So ferbriŋen die Praxistesterinnen und Praxistester fiel Zeit im fünften ʃtockwerk mit Unterʃeiduŋsübuŋen und ʃreiben „Violinistin und Violinist“, „ferʃiedene Varianten“, „Vulkan“, „Fergissmeinnicht“ und „ fierundzwanzig Feilchen“ und zum Schluss : „ʃlafwandlerinnen und ʃlafwandler wandeln heute in der ʃlafwandelhalle und träumen fon der ʃlafwandelhallenmeisterschaft.“

Wendeltreppenʃteigen

Nachdem sie so einen Monat im fünften ʃtockwerk geübt haben und nun virtuos den ʃtimmhaften Vasco-da-Gama-v-Laut fom ʃtimmlosen Fielfrass-f-Laut zu unterʃeiden fermögen, ʃteigen die Praxistesterinnen und Praxistester 

[6]         Károly Simonyi, Kulturgeschichte der Physik :  Von den Anfängen bis heute. 
Frankfurt am Main, 2001, Seite 160.

/Sprix-1-17/

7. Mai 2020 / RT

 

am Freitag, dem 5. Juni 2020 auf der Wendeltreppe hinauf in das

das sechste ʃtockwerk, wo die Philosophie griechiʃ wird und
die Mathematik und der Rhythmus deutʃ werden

Sind Physik und Mathematik
heute noch im Rhythmus ?

Sind Fysik und Matematik
heute noch im Rytmus ?

 

Einen Fielfrass-f-Laut fernehmen die Praxistesterinnen und Praxistester beim aufmerksamen Zuhören auch dann, wenn sie das Buchʃtabenpaar „ph“ in Wörtern wie „Telephon“, „Mikrophon“, „Symphonie“, „Physikʃtunde“, „Orthographieregeln“ oder „Geographieatlas“ ausʃprechen. Diese und andere Wörter mit „ph“ kommen aus ferʃiedenen Wissenʃaften und Fachʃprachen, wurden fon gebildeten Kreisen aus der lateiniʃen ʃprache in die deutʃe ʃprache eingeführt und werden seit alters, so wie bereits fon den alten Römerinnen und den alten Römern, mit „ph“ geʃrieben. Um aller Welt kund zu tun, dass sie wissen, dass diese Wörter aus der lateiniʃen ʃprache ʃtammen und zum Kernkulturgut der Menʃheit gehören, ʃreiben diese gebildeten Kreise diese geʃeiten Wörter nach wie for mit „ph“, und driŋen darauf, dass auch alle anderen Kreise das tun, obwohl diese Wörter mit „f“ geʃrieben genau gleich tönen und aus diesem Grunde zum Beiʃpiel fon allen ʃpaniʃen Kreisen mit „f“ geʃrieben werden.

Gebildete römiʃe Kreise haben das Kernkulturgut der Menʃheit nicht selber erfunden und erʃaffen, sondern es zusammen mit den entʃprechenden geʃeiten Wörtern wie „Philosophie“ und „Metaphysik“ fon den Griechinnen und Griechen aus Griechenland eingeführt. Um aller Welt kund zu tun, dass sie wussten, dass diese Wörter aus der griechiʃen ʃprache ʃtammen und zum Kernkulturgut der Menʃheit gehören, haben diese gebildeten römiʃen Kreise diese geʃeiten Wörter mit „ph“ geʃrieben, obwohl die Römerinnen und Römer selber in ihrem Buchʃtabenkasten ein „f“ gehabt hätten, wie die lateiniʃen Wörter „familia“ für die „Familie“ und „filia“ und „filius“ für die „Tochter“ und den „Sohn“ zeigen, und obwohl die Griechinnen und Griechen selber in ihrem Buchʃtabenkasten ein unserem „f“ entʃprechendes „φ“ (genannt „Phi“) hatten, welches den Fielfrass-f-Laut wiedergab, und sie selber „φιλοσφία“ für „Philosophie“ und „μεταφυσική“ für „Metaphysik“ mit ebendiesem „φ“ – und nie und nimmer mit einem römiʃen „ph“ – ʃrieben.

Mögen gebildete Kreise weiterhin in geʃeiten Wörtern am Buchʃtabenduo „ph“ festhalten, ʃpricht für die noch weiter in das griechiʃe Altertum zurück gebildeten Praxistesterinnen und Praxistester nichts dagegen und alles dafür, – aus der Überleguŋ, dass einem Laut ein Buchʃtabe entʃprechen soll, – „Filosofie“ und auch „Metafysik“ wie die Griechen mit „f“ zu ʃreiben, ebenso die anderen geʃeiten Wörter wie „Telefon“, „Mikrofon“, „Symfonie“, „Fysikʃtunde“, „Orthografieregeln“ oder „Geografieatlas“.

Dann ʃwärmt eine musikaliʃe Praxistesterin oder ein musikaliʃer Praxistester in einer e-Melduŋ einer alten Nachbarin oder einem alten Nachbarn fon einem Symfonieorchester, das mit seinen sfäriʃen Kläŋen die Zuhörerinnen und Zuhörer in metafysiʃe Zuʃtände fersetzt haben soll. Andere beʃreiben in Kurznachrichten die Fänomene, die ihnen während der ʃulzeit in Fysikʃtunden forgeführt worden waren. Bis gegen Sonnenuntergaŋ üben sie sich im Übergaŋ fon der Rechtʃreibuŋ zur ʃprechʃreibuŋ.

Etwas betreten ʃauen die Praxistesterinnen und Praxistester einander doch an, als die oder der Musikaliʃe ihnen sagt, die alte Nachbarin oder der alte Nachbar hätte ihr oder ihm gerade eine laŋe e-Antwort gesandt und ʃreckliches gemeldet. Was denn ʃreckliches geʃehen sei, fragen die Umʃtehenden.

Die oder der Musikaliʃe liest die laŋe e-Antwort for : „Dass Du an Deine alte Nachbarin oder Deinen alten Nachbarn gedacht und mir heute Nachmittag in einer e-Melduŋ so begeistert fon Deinem Besuch des Symfonieorchesters berichtet hast, hat mich überaus gefreut. Deine e-Melduŋ hat mich zum ʃmunzeln gebracht, was jedoch nicht ohne Folgen blieb. Als ehemalige Kindergärtnerin oder ehemaliger Kindergärtner bin ich ja einiges gewohnt. Nicht so abgehärtet erwies sich jedoch eine ehemalige Turnlehrerin oder ein ehemaliger Turnlehrer eines Gymnasiums, mit der oder dem ich auf der Veranda gerade Tee getruŋken habe. Was es da zu ʃmunzeln gäbe, fragte sie oder er, als sie oder er mich Deine e-Melduŋ über die metafysiʃe Zuʃtände bewirkenden sfäriʃen Kläŋe eines Symfonieorchesters lesen sah. Da habe ich die alt-Turnlehrerin oder den alt-Turnlehrer einen Blick auf Deine sonderliche Melduŋ werfen lassen, worauf sich diese oder dieser über das „Metafysiʃe“, das „Sfäriʃe“ und das „Symfonieorchester“ derart aufgeregt hat, dass sie oder er in eine gefährliche Atemnot geraten ist. Erst als ich die ehemalige Griechiʃlehrerin oder den ehemaligen Griechiʃlehrer des gleichen Gymnasiums herbeitelefoniert habe und diese oder dieser meinem um Atem riŋenden Gast fersichert hat, dass sogar die alt-Griechinnen und alt-Griechen „metafysiʃ“ und „sfäriʃ“ und „Symfonieorchester“ mit einem „f“ geʃrieben haben, hat sich die alt-Turnlehrerin oder der alt-Turnlehrer beruhigt und hat sich ihr oder sein Zuʃtand ferbessert.

Zu dritt haben wir nun auf der Veranda Tee getruŋken. Die alt-Turnlehrerin oder der alt-Turnlehrer hat einen ʃluck Tee genommen und sich dabei überlegt, dass sie oder er also ihr oder sein ganzes Leben laŋ wie in einem Wahn „metafysiʃ“ und „sfäriʃ“ und „Symfonieorchester“ ganz ungriechiʃ wie eine alte Römerin oder ein alter Römer mit „ph“ geʃrieben habe. Diese Überleguŋ hat sie oder ihn wieder solcherweise erregt, dass sie oder er erneut in Atemnot zu geraten drohte. Eilends habe ich die ehemalige Gesaŋslehrerin oder den ehemaligen Gesaŋslehrer des gleichen Gymnasiums aufgeboten. Diese oder dieser hat die beruhigende Wirkuŋ des Gesaŋs gekannt und hat mit ein paar mit sanfter ʃtimme forgetragenen Liedern die Gesundheit der Turnerin oder des Turners wiederherzuʃtellen und zu festigen fermocht.

Zu fiert haben wir nun auf der Veranda Tee getruŋken und uns über den Wahn gewundert, aus dem Griechiʃen ʃtammende Wörter mit zwei Buchʃtaben zu ʃreiben, wo doch die alt-Griechinnen und alt-Griechen dies mit dem einen Buchʃtaben „f“, den wir in unserem Buchʃtabenkasten ja selber auch haben, taten. Zufälligerweise ist dann auch noch die ehemalige Geʃichtslehrerin oder der ehemalige Geʃichtslehrer des gleichen Gymnasiums mit dem Fahrrad forbeigefahren, ist auch zum Tee auf die Veranda gerufen worden, hat sich unseren Bericht über unsere eben gemachten Erfahruŋen mit der „Metafysik“ und den „Sfären“ und einem „Symfonieorchester“ und dem ph-Wahn, dem alle erlegen waren, angehört und hat laut zu überlegen begonnen, ob sie oder er nun wohl gehalten sei, das „Dr. phil.“ auf ihrem oder seinem Briefkopf in ein „Dr. fil.“ umzuwandeln. Sie oder er ist dann aber zum ʃluss gekommen, dass dies nicht angebracht sei, da „Doctor philosophiae“ Wörter aus einer Fremdʃprache, aus dem Lateiniʃen, seien, und ins Deutʃe eingewanderte Wörter aus Fremdʃprachen so geʃrieben werden, wie sie in ihrer Heimat geʃrieben werden. Die alt-Turnlehrerin oder der alt-Turnlehrer hat dann aber eingewendet, dass die Abkürzuŋ auch für „Doktor der Filosofie“ ʃtehen könne, was aber deutʃe Wörter seien und als „Dr. fil.“ abgekürzt würden. Als ehemalige Kindergärtnerin oder ehemaliger Kindergärtner habe ich über dieses kindiʃe ʃtreitgeʃpräch herzhaft gelacht. Die beiden ʃtreithennen oder ʃtreithähne oder die beiden fom ʃtreitenden Geflügel beendeten ʃliesslich diese akademiʃe Diskussion mit dem Ergebnis, dass eine Abkürzuŋ ausgeʃriebene Wörter abkürze : seien die ausgeʃriebenen Wörter lateiniʃ, also „Doctor philosophiae“, dann sei die Abkürzuŋ „Dr. phil.“, seien die ausgeʃrieben Wörter hingegen deutʃ, also „Doktor der Filosofie“, dann sei die Abkürzuŋ „Dr. fil.“ Dann kamen sie zu wunderlichen Festʃtelluŋen : Da nun aber abgekürzte Wörter gerade nicht ausgeʃrieben werden, wisse nur die ʃreibende Person, wie sie in ihren Gedaŋken die Wörter ausgeʃrieben gedacht, dann aber eben nicht ausgeʃrieben, sondern abgekürzt hat. Für eine aussenʃtehende Person sei es darum nicht möglich, zu sagen, die Abkürzuŋ müsse „phil.“ oder „fil.“ sein. Das Einzige was eine aussenʃtehende Person sagen kann, ist, dass „vil.“ eine unmögliche Abkürzuŋ ist, da man für diese Abkürzuŋ das entʃprechende Wort nicht einmal deŋken kann; und was nicht gedacht werden kann, kann auch nicht abgekürzt werden. Die alt-Geʃichtslehrerin oder der alt-Geʃichtslehrer hat sich jedenfalls forgenommen, in der nächsten ʃriftlichen Einladuŋ zum geʃichtsfilosofiʃen Kränzchen, dessen einladendes Mitglied sie oder er ist, das Wort „geʃichtsfilosofiʃ“, das im lateiniʃen Wörterbuch nicht forkommt, mit zwei f zu ʃreiben. Zum Wahn, aus dem Griechiʃen ʃtammende Wörter mit zwei Buchʃtaben zu ʃreiben, wo doch die alt-Griechinnen und alt-Griechen dies mit dem einen Buchʃtaben „f“ taten, hat die alt-Geʃichtslehrerin oder der alt-Geʃichtslehrer an uns Tee triŋkende gewandt gemeint, das sei ja ein ganz harmloser Wahn gewesen ferglichen mit den fielen Wähnen, die in der Fergaŋenheit die Menʃen wegen nichts und wieder nichts haben Kriege führen und einander tot ʃlagen lassen.

Zu fünft haben wir nun auf der Veranda Tee getruŋken, als zufälligerweise auch noch die ehemalige Mathematiklehrerin oder der ehemalige Mathematiklehrer des gleichen Gymnasiums forbeiʃpaziert ist. Auch sie oder er wurde ein Teegast und in die Geʃehnisse eingeweiht, hat sich aber als alt-Mathematiklehrerin oder alt-Mathematiklehrer weniger für Buchʃtaben, sondern mehr für Zahlen interessiert, und erklärt, solche Probleme habe er mit ihren oder seinen Quadratwurzeln nicht.

Zu sechst haben wir nun auf der Veranda Tee getruŋken. ʃtolz hat dabei die alt-Mathematiklehrerin oder der alt-Mathematiklehrer sein oder ihr neues Mobiltelefon herforgeholt und der ʃtaunenden und Tee triŋkenden alt-Lehrerʃaft forgeführt, was sie oder er mit diesem neuesten Modell alles anʃtellen könne. Das hat uns alle aber bald gelaŋweilt, wir haben uns dann entʃpannt über normale Diŋe unterhalten, bis sich bei Sonnenuntergaŋ meine Gäste fon mir ferabʃiedet haben.“

Aufgrund dieses Forfalls wird den Praxistesterinnen und Praxistestern bewusst, dass sie mit e-Melduŋen, Kurznachrichten und anderen Kommunikationsmitteln, die sie in der beginnenden Lautʃreibuŋ in die Welt hinaus senden, die Empfäŋerinnen und Empfäŋer in Lebensgefahr briŋen können. Sie nehmen sich darum for, derartige Texte nur an Personen zu senden, die sie für seeliʃ-geistig gefestigt halten und fon denen sie annehmen, dass sie über eine gewisse alfabetiʃe Widerʃtandskraft ferfügen, und für alle Fälle ihre Texte mit der Warnuŋ : „Achtuŋ ! Diese Buchʃtaben können ihre Gesundheit gefährden !“ einzuleiten.

Ein Buchʃtabe für einen Laut

Wo sie bisher Wörter mit x Buchʃtaben geʃrieben haben, ʃreiben die Praxistesterinnen und Praxistester die gleichen Wörter nun mit x-1 Buchʃtaben, also „Telefon“, „Symfonie“ und „Fysikʃtunde“, in Fällen wie „Filosfie“ und „Fotografie“ sogar nur mit x-2 Buchʃtaben, und rechnen aus, dass auf diese Weise in einem durchʃnittlichen Buch wohl eine ganze Seite Druckerʃwärze eingeʃpart werden kann; „Fosfatgeografie“ nicht eingerechnet. Angesichts der zu Ende gehenden Bodenʃätze und anderer Forräte ist das nicht fiel, aber mehr als nichts, und mehr als nichts ist immerhin etwas.

Ein Buchʃtabe für einen Laut

Wie die Praxistesterinnen und Praxistester eifrig Übuŋstexte ferfassen, sich dabei an den Grundsatz „Ein Buchʃtabe für einen Laut“ halten und „Fänomen“ ʃreiben und „Fantasie“ und „fasenweise“, kommt ihnen wieder die laŋe e-Antwort der Nachbarin oder des Nachbars in den Sinn, die ihnen die oder der Musikaliʃe forgelesen hat. Darin kam doch eine alt-Mathematiklehrerin oder ein alt-Mathematiklehrer for, die oder der ihnen nun keine Ruhe lässt. Sie fragen sich, was denn das „th“ in „Mathematik“ soll. Sie hören sich gut zu, wenn sie „Mathematik“ ausʃprechen, und kommen zum ʃluss, dass die beiden Buchʃtaben „th“ im Wort „Mathematik“ genau gleich ausgeʃprochen werden wie der Buchʃtabe „t“ im Wort „Mathematik“. Sie machen den gleichen Test auch in weitern Wörtern wie „Theater“, „Thema“ und den „95 Thesen Luthers“. Und siehe da, – nein, höre da : In allen Fällen werden die beiden Buchʃtaben „th“ genau gleich ausgeʃprochen wie der einzelne Buchʃtaben „t“. Ob „th“ oder „t“, immer hören sie ein und denselben Laut, eine T-Detonation. Es ʃeint ihnen darum nur folgerichtig, diese T-Detonation in allen Fällen mit ein und demselben Buchʃtaben „t“ wiederzugeben und „Matematik“, „Teater“, „Tema“ und „95 Tesen Luthers“ zu ʃreiben.

„Halt !“, ruft da eine zweifelnde Praxistesterin oder ein zweifelnder Praxistester, „Übuŋsobjekte sind die Wörter der deutʃen ʃprache. Wörter aus fremden ʃprachen nehmen am Praxistest nicht teil.“ – Das gibt den Praxistesterinnen und Praxistestern im ersten Moment zu deŋken. „Wer sagt denn, dass ‚Matematik’, ‚Teater’, ‚Tema’ und ‚Tesen’ Fremdwörter sind ?“, fragt eine oder einer. „Es gibt keine ʃtelle, die das ferbindlich festlegt.“ – „Das sieht man ihnen doch auf den ersten Blick an“, entgegnet die Zweiflerin oder der Zweifler. „Wörter, die ein ‚th’ enthalten sind Fremdwörter aus dem Griechiʃen.“ – „ʃprache kommt doch fon ʃprechen“, meint eine andere oder ein anderer, „und nicht fon Lesen. Entʃeidend ist darum nicht, wie die geʃriebenen Wörter aussehen, sondern wie die ausgeʃprochenen Wörter tönen; entʃeidend ist nicht, ob man den geʃriebenen Wörtern die Fremdheit ansieht, sondern ob man die Fremdheit den ausgeʃprochen Wörtern anhört. Ein Wort, das unauffällig zusammen mit den anderen im ʃprudelnden Fluss des Geredes daherkommt, wie die anderen Wörter Beweguŋen und Wenduŋen mitmacht und fon den meisten Leuten auf Anhieb ferʃtanden wird, wird fon uns nicht als Fremdwort empfunden. ‚Dendrochronologie’ ist so ein Fremdwort, und meinetwegen ‚Physiotherapeutin und Physiotherapeut’ und ‚Thermodynamik’. Ferglichen damit hören sich ‚Matematik’, ‚Teater’, ‚Tema’ und ‚Tesen’ wie einheimiʃe Wörter an.“ – „Wenn wir auf das Empfinden abʃtellen“, wendet nun die Zweiflerin oder der Zweifler entsetzt ein, dann empfinden die einen so und die anderen anders. Dann halten die einen ein und dasselbe Wort für ein Fremdwort und die anderen für ein einheimiʃes Wort. Da ist doch keine Ordnuŋ !“- „So ist das Leben !“, meint nun eine andere oder ein anderer, „und die ʃprache ist etwas Lebendiges. Die alten Griechinnen und die alten Griechen haben in ihrem Wort ‚μαθηματική’ für ‚Mathematik’ zwiʃen ihrem Buchʃtaben ‚θ’ oder ‚Theta’ für unsere beiden Buchʃtaben ‚th’ und ihrem Buchʃtaben ‚τ’ oder ‚Tau’ für unseren Buchʃtaben ‚t’ einen Unterʃied gemacht. Beide, Theta und Tau, ʃtanden für einen T-Detonations-Laut. Ihrer Theta-Detonation haben die alten Griechinnen und die alten Griechen einen Hauch-h-Laut folgen lassen, ihrer Tau-Detonation hingegen hauchten sie nicht noch einen Hauch-h-Laut hinterher. Während die alten Griechinnen und die alten Griechen auf diese Unterʃeiduŋ zwiʃen dem Theta mit nachfolgender Hauchwolke einerseits und dem Tau ohne nachfolgende Hauchwolke anderseits Wert gelegt haben, ist uns heute in der deutʃen ʃprache diese Unterʃeiduŋ nicht mehr fon ausʃlaggebender Bedeutuŋ. Was für die alten Griechinnen und die alten Griechen ‚θύρα’ mit Theta für ‚Tür’ war, ʃreiben wir heute bedeŋkenlos ‚Tür’ mit dem einfachen Buchʃtaben ‚t’. Die alten Griechinnen und die alten Griechen haben den Wein meistens mit Wasser gemiʃt getruŋken, heute triŋken wir den Wein meistens ohne Wasser. So ist das Leben.“  Und so bleibt die Zweiflerin oder der Zweifler bei „Mathematik“, „Theater“, „Thema“ und „95 Thesen Luthers“, während die übrigen Praxistesterinnen und Praxistester in Zukunft „Matematik“, „Teater“, „Tema“ und „95 Tesen Luthers“ ʃreiben.

Damit wäre die Sache erledigt. Nun nimmt aber die Zweiflerin oder der Zweifler mit unterdrücktem Lächeln einen selbstgebacken Kuchen aus der Taʃe, ʃneidet ihn in fiele ʃtücke und bietet diese den Umʃtehenden an. Diese greifen daŋkend zu und beissen mit grossem Appetit in den Rha…, bis sie merken, dass sie den Anfaŋ des „Rhabarberkuchens“ mit den zwei Buchʃtaben „Rh“ ʃreiben, obwohl sie diesen nur mit einem einzigen Riesenrad-r-Laut ausʃprechen. „Wie wollt Ihr jetzt diesen ‚Rhabarberkuchen’ ʃreiben ?“, fragt die Zweiflerin oder der Zweifler rhetoriʃ, „und wie die ‚Rhapsodie’, den ‚Rheumatismus’ oder das ‚Rheuma’, den ‚Rhythmus’, das ‚Rhinozeros’ und meine ‚rhetoriʃe’ Frage ? Die alten Griechinnen und die alten Griechen haben diese Wörter mit dem Buchʃtaben ‚р’ für den Riesenrad-r-Laut begonnen und über dieses ‚р’ oder ‚Rho’ immer ihr griechiʃes Zeichen für einen Hauchlaut-h-Laut geʃrieben.“ Die Praxistesterinnen und Praxistester deŋken nach, wiederholen diese Wörter ein paar Mal, hören, dass sie immer nur einen Riesenrad-r-Laut ohne nachfolgende Hauchwolke ausʃprechen, und befinden, dass diese Wörter keine Fremdwörter mehr, sondern ʃon laŋe heimiʃ geworden sind, und sie darum wie die ʃpanierinnen und die ʃpanier [7] in Zukunft den Buchʃtaben „h“ getrost weglassen werden, mit Ausnahme des „Rhinozeros“, das sei ein Fremdwort geblieben, da es dafür das deutʃe Wort „Nashorn“ gäbe. Auch wollen sie weiterhin „Oto-Rhino-Laryngologistin oder Oto-Rhino-Laryngologist“ ʃreiben; auch das sei ein Fremdwort geblieben, das im Deutʃen mit „Hals-, Nasen- und Ohrenärztin oder Hals-, Nasen- und Ohrenarzt“ wohl ferʃtändlich übersetzt sei. Es sei aber nicht auszuʃliessen, dass das etwas geheimnisfoll kliŋende „Oto-Rhino-Laryngologie“ auf die Patientinnen und Patienten einen günstigen und heilsamen Placebo-Effekt habe, den sie um der allgemeinen Gesundheit willen keinesfalls durch eine Änderuŋ zunichte machen wollen.

Wendeltreppenʃteigen

Nach Ablauf des Monats fühlen sich die Praxistesterinnen und Praxistester fertraut genug mit der ʃprechʃreibuŋ, die sie im sechsten ʃtockwerk eingeübt haben, wo die Filosofie griechiʃ wird und die Matematik und der Rytmus deutʃ werden, um über die Wendeltreppe einen weiteren Aufʃtieg zu wagen,

/Sprix-1-18/

5. Juni 2020 / RT

[7]         Die Spanierinnen und die Spanier schreiben „ruibaro“, „rapsodia“, „reuma“, „ritmo“. „rinoceronte“ und „retorico“.

 

und erreichen am Sonntag, dem 5. Juli 2020

das siebente ʃtockwerk, wo „v“ drauf ʃteht, wenn „v“ drin ist

Wasser

Vasser

 

Im siebenten ʃtockwerk erinnern sich die Aufgeʃtiegenen daran, dass sie bei der Betrachtuŋ ihrer selbst for dem ʃpiegel im forraum des fünften ʃtockwerkes unten gesehen haben, dass sie den Fielfrass-f-Laut dadurch bilden, dass sie Luft aus der Luŋe durch einen feinen, zwiʃen der Unterlippe und den oberen Zähnen geformten waagrechten ʃpalt hindurch ins Freie entlüften; nur Luft; – mehr nicht. Haben sie aber daraufhin – so erinnern sie sich weiter – ihr ʃpiegelbild mit einem Vasco-da-Gama-v-Laut angeʃprochen, etwa wenn sie „Vase“ oder „Violinistin und Violinist“ oder „Varianten“ oder „Vulkan“ gesagt haben, haben sie gemerkt, dass sie wiederum, aber etwas weniger, Luft aus der Luŋe durch einen feinen, zwiʃen der Unterlippe und den oberen Zähnen geformten waagrechten ʃpalt hindurch ins Freie entlüften, zusätzlich aber noch mit ihren ʃtimmbändern im Kehlkopf hinten ʃtimme dazu geben, wie andere Leute zum Kuchen noch Sahne dazu geben. Diese dazu gegebene ʃtimme ist es, die den ʃtimmhaften Vasco-da-Gama-v-Laut fom ʃtimmlosen Fielfrass-f-Laut unterʃeidet.

Daŋk dieser Erinneruŋ fällt den Aufgeʃtiegenen, die nun geübt sind, sich selber und allen andern beim ʃprechen genau zuzuhören, auf, dass sie den ʃtimmhaften Vasco-da-Gama-v-Laut nicht nur für den Buchʃtaben „v“ in Wörtern wie „Vase“ oder „Violinistin und Violinist“ oder „Varianten“ oder „Vulkan“ oder eben „Vasco-da-Gama“ ausʃprechen, sondern auch in Wörtern wie „Wasser“, „Wackelkontakt“, „Wintersonnenwende“ und „Wuʃelkopf“.

Aus der Überleguŋ, dass einem Laut ein Buchʃtabe entʃprechen soll, ferzichten sie auf das irremachende Nebeneinander zweier Buchʃtaben für den gleichen Laut, und geben den Vasco-da-Gama-v-Laut durchvegs mit dem Buchʃtaben „v“ vieder. Den Buchʃtaben „w“ fervenden sie für den Vasco-da-Gama-v-Laut nur noch, venn sie in Personennamen vie „Waltraud“ oder „Walter“, „Wilhelmine“ oder „Windischgrätz“ und Ortsnamen vie „Wilhelmshaven“ oder „Wittemberg“ einen Vasco-da-Gama-v-Laut hören. Also „Wien bleibt Wien.“

Der Buchʃtabe „w“ sieht sich etvas an den Rand gedräŋt und überlegt sich, dass er sich veiterbilden und entvickeln muss, venn er veiter kommen soll. Er fertieft sich zum Beiʃpiel in die Familiengeʃichten der „Weiss“ und derer „von Windischgrätz“. Er lernt Fremdʃprachen und reist in die Fremde, nach Westminster, New York und Waterloo. Sogar nach Woronesch unternimmt er eine Forʃuŋsreise, ʃtellt aber ernüchtert fest, dass er dort nicht gefragt ist. Lebensfroh und lebensvillig lässt er sich aber nicht irremachen und fertieft sich in Verbeunterlagen für Hotels und Reisen, die er aus Western Australia und New South Wales hat kommen lassen.

Derveil entʃtehen unter den Händen der Praxistesterinnen und Praxistester im siebenten ʃtockverk Gebilde vie : „So vaʃen nun Vaʃvichtelveiber und Vaʃvichtelmänner die veisse Väʃe mit vohlig varmem Vasser und verveissen veise Vühlmäuse, vas vohl Vervölfe mit ihrem Geheul veiland bevirken vollten.“ – „ʃlafvandlerinnen und ʃlafvandler vandeln heute in der ʃlafvandelhalle und träumen fon der ʃlafvandelhallenmeisterschaft.“

Das sei nun aber virklich bizarr, meinen beim Anblick dieser Vörter ein paar vieder ganz unvillig gevordene Aufgeʃtiegene, vundern sich über das Ergebnis ihrer ʃreibübuŋ und fragen sich ganz besorgt, vohin das vohl alles hinführen möge.

Begeisterte Ferfechterinnen und begeisterte Ferfechter der ʃprechʃreibuŋ entgegnen ihnen darauf, diese ʃreibuŋ sei nur logiʃ, venn vir dem Grundsatz folgen und jeden Laut mit einem Buchʃtaben viedergeben. Es sei doch im Gegenteil bizarr, meinen die Begeisterten, dass vir bisher ein und denselben Vasco-da-Gama-v-Laut einmal mit dem Buchʃtaben „v“ vie in „Vehikel“ und einmal mit dem Buchʃtaben „w“ vie in „Wasserwelle“ viedergegeben haben; und das Bizarrste daran sei, dass vir uns über diese unsere Unlogik nicht gevundert hätten. Sie, die Begeisterten, vürden sich gerade darüber vundern, dass sich die Unvilligen nun über das Ergebnis der ʃprechʃreibuŋ vundern, die doch nichts anderes sei als das logiʃe Ergebnis des Grundsatzes, dass ein und derselbe Laut mit ein und demselben Buchʃtaben viedergegeben verde. Damit verde doch nichts anderes als der Normalzuʃtand erreicht, und darüber solle man sich doch freuen und nicht vundern.

Diese ʃprechʃreibuŋ führe aber zu einer bedauerlichen kulturhistoriʃen Ferarmuŋ, entgegnen die Unvilligen. Aus der unterʃiedlichen ʃreibuŋ, einmal mit „w“ und einmal mit „v“ könne doch jetzt die Geʃichte und die Herkunft der Vörter abgelesen verden. ʃon an ihrem Äusseren sei Vörtern vie „Wald“, „Wasser“, „Weisswurst“, „Winter“ und „Wonnemonat“ anzusehen, dass sie aus dem deutʃen Vortʃatz ʃtammen, vohingegen das Vort „Vagabund“ ʃon mit seinem „V“ zu erkennen gibt, dass es fom lateiniʃen Vort „vagabundus“ kommt, oder „Vehikel“ fon „vehiculum“ oder „Vokabel“ fon „vocabulum“.

Veit her sei es, viderʃprechen dem die Begeisterten, mit dem kulturhistoriʃen Reichtum und der Vortgeʃichtsträchtigkeit der Fervenduŋ der Buchʃtaben „w“ und „v“ für ein und denselben Vasco-da-Gama-v-Laut gar nicht. Das sei nur ʃon daran ersichtlich, dass das lateiniʃe Vort für fergorenen Traubensaft „vinum“ ist, vas nach der kulturhistoriʃen Teorie und Konsorten zu einem Vort mit „v“, also zu „vein“ hätte führen müssen; vie vir alle vissen, vird aber in der deutʃen Rechtʃreibuŋ „Wasser gepredigt und Wein mit ‚W’ getruŋken“. Und so alt sei dieser Buchʃtabe „w“ auch vieder nicht, verde doch in den im 10. Jahrhundert niedergeʃriebenen Merseburger Zauberʃprüchen „Wodan“ noch mit zvei „u“, also „uuodan“ geʃrieben; erst aus der Zusammenʃreibuŋ dieser beiden „u“ habe sich dann ʃpäter der Buchʃtabe „w“ ergeben. Vas darum als kulturhistoriʃer Reichtum dargeʃtellt verde, sei bei genauer Betrachtuŋ nichts anderes als eine kulturhistoriʃe Fernebeluŋ.

Zudem müsse immer vieder an William Ockhams Grundsatz erinnert verden, dass etvas nicht mit grösserem Aufvand getan verden sollte, vas auch mit kleinerem Aufvand getan verden kann. [8]Vir Menʃen machen uns unsere Gedaŋken. Aufgabe der Vörter und Vorte sei es, unsere Gedaŋken ein für allemal für ihre allfällige Viederfervenduŋ in der Zukunft zu fassen, zu festigen, festzuhalten, damit vir die gleichen Gedaŋkengäŋe nicht immer und immer vieder fon neuem zurücklegen müssen. Diese Festiguŋ für die Viederfervenduŋ sei die Aufgabe der gedachten und geʃprochenen Vörter und Vorte. Eine ganz andere Aufgabe hätten hingegen die geʃriebenen Vörter. Deren einzige Aufgabe sei es, die einzelnen Laute, mit denen die gedachten Vörter ausgeʃprochen verden, Laut für Laut viederzugeben.

Keinesfalls hätten die geʃriebenen Vörter die vohl gut gemeinte Zusatzaufgabe, in ihrer ʃriftform auch noch Gedaŋken, und seien sie tatsächlich oder nur fermeintlich kulturhistoriʃ noch so vertfoll, mit zu befördern. Es sei ein Irrtum, zu glauben, mit einer kulturhistoriʃen Anreicheruŋ der ʃreibuŋ könnte etva die Zahl der Abiturientinnen und Abiturienten oder der Maturandinnen und Maturanden angehoben verden oder könnten aus der Fremde eingevanderte, fremdʃprachige Menʃen besser in unsere Gesellʃaft eingegliedert oder eingesellt verden. Es vürde nicht nur zu nichts führen, sondern väre sogar unter allen Gesichtspuŋkten unzveckmässig, sollte eine Vetterʃtation, die die alleinige Aufgabe habe, dreimal täglich zuferlässig die Aussentemperatur aufzuzeichnen, noch mit der Zusatzaufgabe betraut verden, mit ihren Temperaturaufzeichnuŋen den Fremdenferkehr zu fördern oder etvas gegen die Klimaervärmuŋ zu unternehmen.

Bei der Lautviedergabe gelte allein der Grundsatz, dass ein Laut ʃtets mit dem gleichen Buchʃtaben viedergegeben verde. Dieser Grundsatz lasse es aber nicht zu, die ʃriftliche Viedergabe eines Vortes mit kulturhistoriʃen Zusatzangaben anzureichern. Leute, die die deutʃe ʃprache als Fremdʃprache lernen, können es dem einzelnen Buchʃtaben eines Vortes nicht ansehen, ob dieser nur den entʃprechenden Laut viedergibt, oder ob er auch noch Träger einer kulturhistoriʃen Zusatzangabe ist. Deutʃʃprachige Kinder, die die deutʃe ʃprache zu ʃreiben lernen, vissen nicht, ob sie einen einzelnen Laut eines Vortes nur mit dem entʃprechenden Buchʃtaben viedergeben müssen, oder ob sie auch noch kulturhistoriʃe Zusatzangaben beizufügen haben. Die deutʃe ʃprache habe sich für ihre ʃriftliche Viedergabe gegen die Zeichenʃrift der Chinesinnen und Chinesen und für die Lautʃrift, also für den Grundsatz, dass ein Laut ʃtets durch ein und denselben Buchʃtaben viedergegeben verde, entʃieden. Vürden aber fon diesem Grundsatz Ausnahmen gemacht, begänne der andere Grundsatz zu virken, dass man der oder dem nicht glaube, die oder der einmal lüge, auch venn sie oder er die Vahrheit ʃpreche.

Der Übergaŋ fon der deutʃen Rechtsʃreibuŋ zur ʃprechʃreibuŋ erhöhe die Glaubvürdigkeit der deutʃen ʃprache und erleichtere damit das Erlernen der deutʃen ʃprache. In der sich globalisierenden Velt sei es aber in jeder Beziehuŋ nur fon Forteil, venn das Erlernen der deutʃen ʃprache für fremdʃprachige Personen erleichtert verde. Durch die Beʃräŋkuŋ auf den Grundsatz, dass ein Laut ʃtets durch ein und denselben Buchʃtaben viedergegeben verde, und durch den Ferzicht auf die kulturhistoriʃe Fernebeluŋ sei die Erleichteruŋ des Erlernens der deutʃen ʃprache durch fremdʃprachige Personen und die Erleichteruŋ des Erlernens des ʃreibens der deutʃen ʃprache durch deutʃʃprachige Kinder leicht zu erreichen. Der laŋfristige Gevinn rechtfertige den kurzfristigen Aufvand, der vährend der Zeit des Übergaŋs fon der deutʃen Rechtʃreibuŋ zur ʃprechʃreibuŋ entʃtehe.

Das möge ja alles zutreffen, meinen nun die vieder etvas veniger unvillig gevordenen, aber immer noch zagenden Aufgeʃtiegenen, aber der Anblick der Vaʃvichtelveiber, der Vaʃvichtelmänner und der Vervölfe und veiterer Vörter vürde ihnen doch zu ʃaffen machen und sie fervirren. Der Übergaŋ fon einem alten Zuʃtand zu einem neuen Zuʃtand briŋe ʃtets eine gevisse Beunruhiguŋ mit sich, fersuchen die Begeisterten die Zagenden zu beruhigen. Aus diesem Grunde vürden ja sie alle den Übergaŋ fon der deutʃen Rechtʃreibuŋ zur ʃprechʃreibuŋ nicht Knall auf Fall follziehen, sie vürden sich ja nicht mit dem Fahrʃtuhl in einem Aufzug fom scriptorium im Erdgeʃoss unten ins oberste ʃtockverk des Buchʃtabenhochhauses hinaufhissen, sondern ʃön laŋsam auf der Vendeltreppe fon einem ʃtockverk zum nächsthöheren hinaufʃteigen, sich in jedem ʃtockverk einen Monat der Angevöhnuŋ aufhalten und so den Übergaŋ in fielen kleinen erträglichen ʃritten durchführen. Zudem beʃräŋke sich der Übergaŋ forläufig auf den ʃriftferkehr mit Kurznachrichten, e-Melduŋen und anderen elektroniʃen Kommunikationsmitteln, und es könne sich jede und jeder über die Vendeltreppe ins scriptorium hinunter begeben und dort zur Erholuŋ in der gevohnten deutʃen Rechtʃreibuŋ ʃtundenlaŋ laŋe Briefe ʃreiben. Natürlich sei auch so der Übergaŋ mit seinen einzelnen Neueruŋen immer noch mit gevissen Überraʃuŋen und anfäŋlichen Ferunsicheruŋen ferbunden. Der Übergaŋ fon der deutʃen Rechtʃreibuŋ zur ʃprechʃreibuŋ sei darum mit der Zeit der Pubertät im Leben jedes einzelnen Menʃen zu fergleichen. Jede und jeder müsse in diesen saueren Apfel beissen, sei dann aber am Ende überglücklich, zu einer eindrucksfollen Frau oder zu einem ʃtattlichen Mann herangereift zu sein.

Vendeltreppenʃteigen

So tauʃen die Praxistesterinnen und Praxistester ihre Erfahruŋen und Gedaŋken aus. Sie haben es aber mit dem Aufʃtieg in das nächsthöhere ʃtockverk nicht eilig und ʃvaŋken zviʃen Besorgnis und Äŋstlichkeit auf der einen Seite und Neugier und Abenteuerlust auf der anderen Seite. ʃliesslich vollen sie doch vissen, vie es veiter geht, und ʃteigen

/Sprix-1-19/

5. Juli 2020 / RT

[8]         Károly Simonyi, Kulturgeschichte der Physik :  Von den Anfängen bis heute. 
Frankfurt am Main, 2001, Seite 160.

 

am Montag, dem 3. August 2020 auf der Vendeltreppe hinauf in

das achte ʃtockverk, vo das Glück ferʃlaŋkt

Glück

Glük

 

Nur ʃon beim Gedaŋken, dass sie sich nun oben im achten ʃtockverk befinden, vird ihnen etvas ʃvindelig und sie deŋken – und vissen nicht, varum, – an „Backʃtube“, „Vackelkontakt“ und „Bockbier“. In der Zviʃenzeit sind sie nun gevohnt, das Gedachte auch auszuʃprechen, und sie ʃprechen ʃön laŋsam : „Backʃtube“, „Vackelkontakt“ und „Bockbier“. Sie sind es nun aber auch gevohnt, sich selber beim Ausʃprechen zuzuhören, und dann das Ausgeʃprochene Laut für Laut aufzuʃreiben. Dabei verden sie ʃtutzig, das heisst hellhörig, und hören nun, dass sie in diesen Vörtern zvar ein Knallkörper-k ausʃprechen, dass sie aber fom Buchʃtaben „c“, den sie bisher in diesen Vörtern immer geʃrieben haben, nichts hören. Aus der Überleguŋ, dass einem Laut ein Buchʃtabe entʃprechen soll, ferzichten sie nun auf den nur irremachenden, aber nicht ausgeʃprochenen Buchʃtaben „c“ und ʃreiben vie geʃprochen : „Bakʃtube“, „muksmäuschenʃtill“, „Wakelkontakt“ und „Bokbier“, und natürlich auch „ʃtokverk“, „Glüksklee“ und „Lokvogel“.

Zum Frühʃtük ferʃluken sie nun ʃokolade in Moken und Broken, suchen quiklebendig ihr Glük in geʃtrikten Soken, lassen sich ins Trokene ferloken und ʃiken die Ziege oder den Ziegenbok durch die Lüke über die Brüke. – „Das sieht ja aus !“, meint eine zarte Seele. „Das sieht nur so aus ! Hören tut man nichts !“, entgegnet eine begeisterte Seele der zarten und rät ihr, sich diesen Satz einmal in der bisherigen deutʃen Rechtʃreibuŋ geʃrieben und einmal in der ʃprechʃreibuŋ geʃrieben laut forzulesen. Das tut die zarte Seele etvas zögernd zunächst, dann noch ein zveites Mal und gibt dann entgeistert zu ferʃtehen, dass sie nicht den geriŋsten Unterʃied höre. Das zeige nur, ervidert die begeisterte Seele, dass der Buchʃtabe „c“ in diesen Vörtern überflüssig sei und darum getrost veggelassen verden könne. Venn mit veniger Aufvand die gleiche Virkuŋ erzielt verden könne, vürden heute auf allen Gebieten des Lebens üppig gevachsene und aufgeblähte ʃtrukturen fereinfacht und ferʃlaŋkt. Dies entʃpreche auch dem Grundsatz William Ockhams, vonach etvas nicht mit grösserem Aufvand getan verden sollte, vas auch mit kleinerem Aufvand getan verden kann. [9]  Alle Leute vürden nach dem Glük ʃtreben. Aber varum sollten sie nach dem Glük mit „c“ ʃtreben, venn das Glük ohne „c“ genau gleich glüklich tönt. Nun fersucht auch die zarte Seele, ohne „c“ zu ʃreiben, und ʃikt sich an, das Märchen „Fom Ziklein und fom Böklein auf dem Veg ins Glük“ zu ferfassen. Zum ʃluss meint sie festʃtellen zu können : „Die Menʃen vären nicht glüklich, venn alle Menʃen glüklich vären.“

Die Tränen des „c“

Vie an ihren Pulten sitzend andere Praxistesterinnen und Praxistester sich in gleicher Veise üben, ʃpüren sie auf einmal unter ihren Füssen eine Nässe, ʃauen hinunter und gevahren ein Bächlein, das sich über den Boden des achten ʃtokverks aus einer Eke ʃläŋelt. Einsam und allein gelassen hat sich der Buchʃtabe „c“ in eine Eke ferzogen und ʃteht nun traurig dort und veint das Tränenbächlein. Varum er denn so veine, fragen ihn die Praxistesterinnen und Praxistester mitleidsfoll. „Man hat mir mein Glük geraubt“, antvortet der Buchʃtabe „c“ ʃluchzend. „Überhaupt habe ich nun fast nichts mehr zu tun und komme mir überflüssig for. Und alles nur vegen diesem blöden Ockham.“ Er solle sich ein Beiʃpiel am Buchʃtaben „w“ nehmen, fersuchen einige Praxistesterinnen und Praxistester ihn aufzumuntern. Dem „w“ sei es im siebenten ʃtokverk unten sogar noch ʃlimmer ergaŋen. Der vürde sich aber aufraffen, sich veiterbilden und entvikeln, sich in Familiengeʃichten fertiefen, Fremdʃprachen lernen und Forʃuŋsreisen in die veite Velt unternehmen. Vas der „w“ könne, das könne er, der „c“, doch auch. „Und ver veiss, fielleicht vird für Dich sogar noch ein neues Einsatzgebiet gefunden. Es vird ja immer fersucht, solche betrieblichen Ferʃlaŋkuŋen und Umgruppieruŋen mit möglichst venig ʃtellenabbau durchzuführen und für abgebaute ʃtellen betriebsinterne Lösuŋen zu finden“, ʃprechen sie ihm gut zu, hoffen mit ihm auf ein win-win-Ergebnis und klopfen ihm auf die ʃulter. Zviʃen ungläubig und hoffnuŋsfoll hört ihnen der Buchʃtabe „c“ zu und lässt sein Tränenbächlein laŋsam fersiegen. „Cincinnati !“, durchzukt es ihn, „da vollte ich ja ʃon laŋ mal hin.“ Die Praxistesterinnen und Praxistester haben ihm Mut gemacht. Er ʃnäuzt sich die Nase und beʃliesst, eŋliʃ zu lernen und für den Anfaŋ sich heute abend im Cinéma einen eŋliʃʃprachigen Film ohne Untertitel anzusehen und anzuhören.

Ein Buchʃtabe für einen Laut

Vo sie bisher Vörter mit x Buchʃtaben geʃrieben haben, ʃreiben die Praxistesterinnen und Praxistester die gleichen Vörter nun mit x-1 Buchʃtaben, also „Frühʃtük“, „Queksilber“ und „Brükenzoll“, in Fällen vie „Lokenviklerin oder Lokenvikler“, „Sokenʃtrikerin oder Sokenʃtriker“ und „Zukerʃlekerin oder Zukerʃleker“ sogar nur mit x-2 Buchʃtaben, und rechnen aus, dass auf diese Veise in einem durchʃnittlichen Buch vohl eine ganze Seite Drukerʃvärze eingeʃpart verden kann. Angesichts der zu Ende gehenden Bodenʃätze und anderer Forräte ist das nicht fiel, aber mehr als nichts, und mehr als nichts ist immerhin etvas.

Vendeltreppenʃteigen

Des Buchʃtaben „c“ Tränenbächlein ist ʃon seit Vochen veggetroknet, als sich die ganze Reihe munterer Praxistesterinnen und Praxistester aufmacht und sich

/Sprix-1-20/

3. August 2020 / RT

[9]         Károly Simonyi, Kulturgeschichte der Physik :  Von den Anfängen bis heute. 
Frankfurt am Main, 2001, Seite 160.

 

am Mittwoch, dem 2. September 2020 über die Vendeltreppe hinaufbegibt in

das neunte ʃtokverk,
vo sich zvei Buch
ʃtaben vie ein Esel zu einem „x“ ferkleidet haben

Hexe

Hekse

 

Nach einer aufsehenerregenden Begegnuŋ auf der Vendeltreppe kommen sie ganz aufgeregt und mit fragenden Bliken im neunten ʃtokverk an.  Vährend sie soeben heiteren Mutes dabei varen, gemächlich auf der breiten Vendeltreppe ʃtufe um ʃtufe hinaufzuʃteigen, kamen ihnen mit lautem Geʃrei, treppab fon oben nach unten ʃtürzend, zvei ʃvarz gekleidete Personen mit einer Art ʃporttaʃen, aus denen es immer vieder dumpf klaŋ und irgendvie ferʃlukt und belegt klimperte, entgegen, hätten sie beim Kreuzen beinahe umgerannt, und ferʃvanden immer veiter vetternd in der Tiefe.  ʃprachlos nehmen die Neuankömmliŋe die letzten ʃtufen und erkennen, dass die meisten der alteingesessenen Praxistesterinnen und Praxistester des neunten ʃtokverks fon ihren ʃreibpulten aufgeʃtanden sind und sich ebenfalls aufgeregt miteinander unterhalten.  Vas denn da los sei, fragen die Neuankömmliŋe die am nächsten ʃtehenden Alteingessenen.  Diese ʃprechen alle gleichzeitig, aber nicht im Chor, sondern vild durcheinander und im Chaos. 

Nach und nach legt sich die Aufreguŋ und die Neuankömmliŋe erfahren, dass im neunten ʃtokverk die Praxistesterinnen und Praxistester, venn sie zum Beiʃpiel das Vort „Praxis“ ausʃprechen und sich dabei aufmerksam zuhören, mitten im Vort ein Knallkörper-k und ein Slaloms-s hören, und dass sie aus der Überleguŋ, dass einem Laut ein Buchʃtabe entʃprechen soll, in der Mitte dieses Vortes die Buchʃtaben „k“ und „s“, also „Praksis“ ʃreiben.  Es erveist sich also, dass der fermeintliche Buchʃtabe „x“ nichts anderes ist als eine gemeinsame Ferkleiduŋ, in die sich die beiden Buchʃtaben „k“ und „s“ zusammen teilen, so vie sich im Teater oder im Kabarett gelegentlich zvei Personen hintereinander ʃtellen, sich ein Eselskostüm überverfen und so mit ihren zvei mal zvei Beinen einen fierbeinigen Esel darʃtellen. 

Dementʃprechend ʃreiben die Praksistesterinnen und Praksistester im neunten ʃtokverk in gleicher Veise auch „Ansichtseksemplar“, „Eksamenskoller“, „Heksenkessel“, „Pilzleksikon“, „ʃtabmikser“, Taksiʃtand“, „Verbeteksterin und Verbetekster“  –  und so auch „Ksylofon“. 

Als forhin eine Praksistesterin und ein Praksistester,  –  erfahren die Neuankömmliŋe veiter,  –  die beide im Symfonieorchester virtuos das Ksylofon ʃpielen, gevahr verden, dass ihr Instrument nun plötzlich ohne „X“ daʃteht, geraten sie ausser sich, beginnen zu toben und mit dem ʃreibzeug um sich zu verfen.  Mit dem neuen Umʃtand, dass ihr Symfonieorchester und ihr Ksylofon in der ʃprechʃreibuŋ mit dem Buchʃtaben „f“ geʃrieben verde, könnten sie sich noch einigermassen abfinden.  Dass nun aber ihr einzigartiges Instrument, das Ksylofon, in eine Reihe geʃtellt verde mit dem Klavier und der Klarinette, vürden sie nie und nimmer hinnehmen.  Eine solche ʃreibveise sei nicht nur unmusikaliʃ, sondern geradezu barbariʃ und vürde sie auf die Palme briŋen. 

Die beiden häŋen darum je ihr Ksylofon um, nehmen die ʃlägel zviʃen die Zähne und klettern affengleich auf die beiden Palmen, die, eine liŋks und eine rechts, neben dem Ende der Vendeltreppe ʃtehen, vährend der Kletterei gefährlich zu ʃvaŋken beginnen und mitsamt den ʃveren Kübeln, in denen sie fervurzelt sind, zu kippen drohen.  Hoch oben angekommen, setzen sich die Ksylofonistin und der Ksylofonist je auf einen kräftigen ʃtiel eines Palmvedels, halten sich, mit Beinen und Füssen den Palmenʃtamm fest umklammernd, einigermassen im Gleichgevicht, ʃlagen mit ihren ʃlägeln vild und vütend auf sämtlichen Holzʃtäben ihrer Instrumente auf und nieder, erzeugen so die ʃrillsten Misstöne, die bizarrsten Kläŋe, rufen mit gellenden ʃtimmen gleichzeitig, zu den tief unter ihnen ganz baff zu ihnen hoch hinaufʃauenden Praksistesterinnen und Praksistestern gerichtet, immer vieder :  „Nie und nimmer !  Nie und nimmer!“ und „Niks mit iks, iks bleibt iks !  Niks mit iks, iks bleibt iks !“  Dabei deŋken sie natürlich gevohnheitsmässig „Niks“ und „iks bleibt iks“ mit dem Eselskostümsbuchʃtaben „x“ geʃrieben.  Als sie nun die unten ʃtehenden Praksistesterinnen und Praksistester erbliken, vie sie ohne Reguŋ ʃprachlos und mit ferʃtändnislosen Augen fervundert zu ihnen hinaufʃauen, zukt es ihnen beiden im gleichen Zeitpuŋkt vie ein Blitz durch den Kopf, dass die unten Zuhörenden den fon ihnen geʃrieben gedachten Unterʃied zviʃen „iks“ und „x“ hörend gar nicht fernehmen können,  –  mögen sie beide noch so laŋe „Niks mit iks, iks bleibt iks !“ mit bald heiser ʃtimme viederholen,  –  dass fielmehr jetzt der richtige Moment väre, zviʃen den beiden Palmen ein ʃpruchband mit der Aufʃrift „Nix mit iks, x bleibt x !  Nix mit iks, x bleibt x !“  zu entrollen.  Nur in geʃriebener Form hätte es ihnen geliŋen können, ihr Protestanliegen den Betrachterinnen und Betrachtern ferʃtändlich und sichtbar zu machen.  Da sie nun aber einmal nicht rechtzeitig an ein solches ʃpruchband gedacht und die Palmen ohne eines erklettert haben, vird ihnen die Aussichtslosigkeit ihrer Lage auf den Palmenvipfeln bevusst, sie nehmen vortlos die ʃlägel vieder zviʃen die Zähne, lassen sich die Palmenʃtämme hinuntergleiten, paken unsanft ihre Ksylofone und ʃlägel in ihre Instrumentenkoffer, rufen in den Raum, dass sie ein für allemal genug hätten und dass sie aus dieser kulturhistoriʃen Vidervärtigkeit ausʃteigen vürden.  Unter erneuten lauten Protestrufen ferlassen sie das neunte ʃtokverk und virbeln ʃpiralisierend an den Neuankömmliŋen forbei die Vendeltreppe hinunter und entʃvinden und ferhallen in der Tiefe.  Einzig ein paar bei der Kletterei abgebrochene und zu Boden gefallene grüne Palmvedelblätter zeugen fon dem ʃpuk. 

Daŋk dieser ʃilderuŋ des Geʃehenen durch die Alteingesessenen sind die Neuankömmliŋe nun sofort im Bild über die im neunten ʃtokverk eingeführten Neueruŋen in der ʃprechʃreibuŋ. 

Die meisten Neuankömmliŋe finden es auch logiʃ, dass sie ein „k“ und ein „s“ ʃreiben, venn sie nacheinander ein Knallkörper-k und ein Slalom-s ʃprechen.  Sie finden dies um so mehr, als sie und alle anderen es in Vörtern vie „Deŋkst Du, Du seiest die ʃtärkste oder der ʃtärkste ?“, „Politikskandal“ oder „Tabaksdose“ bereits seit eh und je tun und es niemandem einfällt, hier „Deŋxt Du, Du seiest die ʃtärxte oder der ʃtärxte?“, „Politixkandal“, oder „Tabaxdose“ zu ʃreiben. 

Einige Neuankömmliŋe sind aber darüber im Zveifel und geben zu Bedeŋken, dass durch die unterʃiedliche ʃreibuŋ fon „Hexe oder Hexer“, „Lexikon“ und „Taxi“ gegenüber „deŋkst“, „Politikskandal“ und „Tabaksdose“ augenʃeinlich und für jede Frau und für jeden Mann erkennbar zum Ausdruk gebracht verden könne,

–         dass der iks-Laut-x in „Hexe oder Hexer“, „Lexikon“ und „Taxi“ zum Vortʃtamm, also zum Vesenskern des Vortes, gehöre,

–         vohingegen die Lautfolge Knallkörper-k und Slalom-s in „Deŋkst Du, Du seiest die ʃtärkste oder der ʃtärkste ?“, „Politikskandal“ und „Tabaksdose“ sich aus rein äusseren Umʃtänden und zufällig ergebe,

–         veil auf den Knallkörper-k des Vortstammes „denk-„ die mit einem Slalom-s beginnende Endung der zweiten Person „-st“ folge; 

–         oder die gleiche Lautfolge in „Politikskandal“ sich ergebe, veil das erste Vort dieser Vörterzusammensetzuŋ „Politik“ mit einem Knallkörper-k ende und das zveite Vort dieser Vörterzusammensetzuŋ „-skandal“ mit einem Slalom-s beginne;  

–         oder die gleiche Lautfolge in „Tabaksdose“ sich ergebe, veil zviʃen das Knallkörper-k am Ende fon „Tabak-“ und dem Donner-d zu Beginn der „-dose“ um der leichteren Ausʃprache villen ein Fugen-s vie ein Kuppluŋsʃtük zviʃen zvei Eisenbahnvagen eingefügt verde. 

Alle diese Auskünfte über die Vortbilduŋsgeʃichte könnten nicht mehr zum Ausdruk gebracht verden, venn in sämtlichen Vörten die Lautfolge Knallkörper-k und Slalom-s unterʃiedslos einfach und brutal mit den Buchʃtaben „k“ und „s“ viedergegeben vürde.  Aus diesem Grunde zögern sie, auf die Fervenduŋ des Buchʃtabens „x“ so einfach, kaltherzig und ohne Rüksicht auf kulturhistoriʃe Zusammenhäŋe und die Vortbilduŋsgeʃichte zu ferzichten. 

Die meisten Praksistesterinnen und Praksistester erinnern aber daran, dass sie alle im siebenten ʃtokverk festgeʃtellt haben, dass bei der Lautviedergabe der Grundsatz gelte, dass ein Laut ʃtets mit dem gleichen Buchʃtaben viederzugeben sei, und dass es dieser Grundsatz gerade nicht zulasse, die ʃriftliche Viedergabe eines Vortes mit kulturhistoriʃen Zusatzangaben oder mit Auskünften über die Vortbilduŋsgeʃichte, und seien sie noch so interessant, anzureichern.  Die Hauptsache aber sei, dass alle diese Auskünfte über die Vortbilduŋsgeʃichte, auf die die zveifelnden und Bedeŋken tragenden Neuankömmliŋe so grossen Vert legen, in der mündlichen ʃprache nicht zum Ausdruk gebracht vürden.  Es sei darum nicht einzusehen, varum ʃriftlich mehr zum Ausdruk gebracht verden sollte, als mündlich gesagt vurde.  Ein Tonbandgerät oder ein anderes Aufnahmegerät vürde die Lautfolge Knallkörper-k und Slalom-s unterʃiedslos und immer als Lautfolge Knallkörper-k und Slalom-s viedergeben, unabhäŋig dafon, ob sie zum Vortʃtamm gehöre oder aus dem Aufeinandertreffen fon Vortelementen oder Vörtern entʃtanden sei.  Vie der in der Sonne gevorfene ʃatten eines Gegenʃtandes nicht mehr als diesen Gegenʃtand anzeige, so habe die ʃriftliche Viedergabe eines geʃprochen Vortes auch nicht mehr als dieses viederzugeben.  Die Anreicheruŋ der ʃriftlichen Viedergabe fon etvas mündlich Geʃprochenem mit kulturhistoriʃen Zusatzinformationen oder Geʃichten über die Vortbilduŋ sei ohnehin nur eine Liebhaberei fon Oberlehrerinnen und Oberlehrern, die diese der ganzen deutʃʃprachigen Menʃheit, die daran gar nicht interessiert sei, gegen deren Villen in die deutʃe ʃreibveise aufdräŋen vürden.  Venn sie es könnten, vürden die Oberlehrerinnen und Oberlehrer sogar noch fon der Sonne ferlaŋen, dass aus den ʃatten fon Kain und Abel erkennbar sei, dass es sich um die beiden Söhne fon Adam und Eva handle. 

Venn sich aber ausser der Oberlehrerʃaft ʃon die ganze deutʃʃprachige Menʃheit nicht für Auskünfte über die Vortbilduŋsgeʃichte interessiere, dann gehe es erst recht nicht an, durch die Anreicheruŋ der deutʃen Rechtʃreibuŋ mit Auskünften über die Vortbilduŋsgeʃichte fremdʃprachigen Personen das Erlernen der deutʃen ʃprache unnötigerveise zu erʃveren oder deutʃʃprachigen Kindern den ʃreibunterricht in der ʃule miesmacheriʃ zu fergällen.  Fallen einmal diese Erʃveruŋ und Fergälluŋ veg, sei damit zu rechnen, dass mehr Leute mit grosser Freude Deutʃ lernen und ʃreiben, zumal es dann den venigen, die sich dafür interessieren, immer noch unbenommen sei, Antvorten auf die Fragen nach der Herkunft der in der deutʃen ʃprache fervendeten Vörter zu suchen und der Vortbilduŋsgeʃichte nachzugehen.  Der Nutzen, der durch den Vegfall der Erʃveruŋ und der Fergälluŋ entʃtehe, sei um ein Fielfaches grösser als der beträchtliche ʃaden, der heute durch deren Beibehaltuŋ angerichtet verde. 

Follʃtändig überzeugt verden die zveifelnden Bedeŋkenträgerinnen und Bedeŋkenträger und Anhäŋerinnen und Anhäŋer der kulturhistoriʃen Zusammenhäŋe und Vorbilduŋsgeʃichte nicht.  Der Umʃtand aber, dass die neue ʃprechʃreibuŋ im Praksistest ja nur im Geʃriebenen in der Form fon e-Melduŋen und Kurznachrichten und anderen elektroniʃen Kommunikationsmitteln erʃeint, und dass demgegenüber in allen hochʃtehenden ʃriftʃtüken ja veiterhin die bisherige deutʃe Rechtsʃreibuŋ veitergeführt vird, briŋt sie ʃliesslich dazu, aus angeborener Neugier an Neuem die Entvikluŋ des Praksistests in diesem beʃräŋkten Bereich aufmerksam zu ferfolgen und vie alle anderen Neuankömmliŋe auch die Neueruŋ des neunten ʃtokverks einzuüben. 

So üben sie ʃpielend, indem sie  –  zum ersten Mal in ihrem Leben  –  den Murks als Forbild nehmen und Sätze drechseln vie :  „Mit der Akst fiksiert die Bokserin oder der Bokser das Leksikon am Taksi.“  –  „Als Juks fakst Maximiliane die Rechnuŋ nach Brixen und Sixtus setzt den Codeks auf den Indeks.“  –  „Als Eksperiment rollen eine Saksofonistin und ein Saksofonist mit dem Traks durch die Galaksis.“  „Ekshibitionismus im Paradies ist Luksus.“ 

Den Eselskostümsbuchʃtaben „x“ fervenden die Neuankömmliŋe nur noch in Namen fon Personen vie „Alexandra“ und „Alex“, „Xanthippe“ und „Xaver“ und Ortsnamen vie „Blixen“ und „Xanten“. 

 

„x“ ist guten Mutes

Dass er nun vegen dieser Neueruŋ in den Geistesvissenʃaften seltener zum ʃriftlichen Einsatz kommt, bereitet dem Eselskostümsbuchʃtaben „x“ keine Sorgen, hat ihm doch sein Doppeldasein als Zeichen für ein Knallkörper-k und ein Slalom-s ohnehin nie so richtig behagt;  irgendvie fühlt er sich nun befreit und entlastet.  ʃon immer nämlich neigt er mehr den naturvissenʃaftlichen Seiten des Lebens zu und vill sich jetzt ferʃtärkt seiner Rolle als unbekannte Grösse in algebraiʃen Formeln vidmen.  Es ist absehbar, dass er in dieser Rolle auch immer vieder in x-facher Ausführuŋ zu ʃriftlichen Auftritten in x-beliebigen Teksten x-mal in den Kreis seiner Buchʃtabenkameraden zurükfinden vird.  Da sich zudem unter Iksbeinen niemand etvas forʃtellen, geʃveige denn damit gehen kann, kommen ohne seine Gehhilfe X-Beine nicht aus.  Am allervichtigsten bleibt aber veiterhin seine ausʃlaggebende Rolle bei der Ferteiluŋ der Rollen auf die beiden Hälften der Menʃheit.  Vird es doch ganz fon ihm allein abhäŋen, ob er zveimal oder nur einmal als X-Chromosom bei einem Menʃen auftritt und dieser dann unter einem Damenhut oder unter einem Herrenhut mit einem Damenfahrrad oder einem Herrenfahrrad den Veg durchs Leben fährt.  Aŋst, dass er arbeitslos verden könnte, hat er also nicht, zumal er sich auch noch erinnert, mit velchem Argument die Praksistesterinnen und Praksistester im achten ʃtokverk dem arbeitslos gevordenen Buchʃtaben „c“ zugeʃprochen haben :  „Und ver veiss“, haben sie damals den „c“ aufgemuntert, „fielleicht vird für Dich sogar noch ein neues Einsatzgebiet gefunden.  Es vird ja immer fersucht, solche betrieblichen Ferʃlaŋkuŋen und Umgruppieruŋen mit möglichst venig ʃtellenabbau durchzuführen und für abgebaute ʃtellen betriebsinterne Lösuŋen zu finden.“ 

 

Zvei Buchʃtaben für zvei Laute

Vo sie bisher Vörter mit x Buchʃtaben geʃrieben haben, ʃreiben die Neuankömmliŋe die gleichen Vörter nun mit x+1 Buchʃtaben, also „Praksis“, „Ekserzierfeld“, „Geldmeŋeneksplosion“, „Eksistenzaŋst“ und „Luksuskarrosse“, in Fällen vie „Akstleksikon“ oder „Taksicodeks“ sogar mit x+2 Buchʃtaben, und rechnen aus, dass auf diese Veise in einem durchʃnittlichen Buch vohl eine ganze Seite Drukerʃvärze mehr ferdrukt verden muss.  Da sie sich aber erinnern, dass sie im ersten ʃtokverk mit dem ʃaumvein-ʃ in Vörtern vie ʃlaraffenland und ʃleiereule zvei Buchʃtaben, in der ʃaumveinʃvemme sogar fier Buchʃtaben eingeʃpart haben, lassen sie sich desvegen keine grauen Haare vachsen. 

 

Die Gerüchteküche

Im Laufe der Zeit verden die Neuankömmliŋe im neunten ʃtokverk zu gevöhnlichen Praksistesterinnen und Praksistestern, ja nach und nach sogar selber zu Alteingesessenen, die nun den neuen Neuankömmliŋen zu deren Fervunderuŋ die Geʃichte fon den beiden protestierenden und palmenerklimmenden Mitgliedern des Symfonieorchesters in allen Farben und allen Einzelheiten so genau nachʃildern, als ob sie selber dabei gevesen vären, sich aber dabei darüber ʃtreiten, ob es eine Ksylofonistin und ein Ksylofonist oder eine Saksofonistin und ein Saksofonist oder eine Ksylofonistin und ein Saksofonist oder eine Saksofonistin und ein Ksylofonist varen. 

Als zvei dieser Alteingesessenen den neuen Neuankömmliŋen dazu noch berichten, die Palmbesetzerin und der Palmbesetzer hätten zviʃen den beiden Palmenvipfeln oben ein ʃpruchband mit der Aufʃrift „Nix mit iks, x bleibt x !“ entrollt, viderʃprechen die anderen aber so heftig, vie venn sie selber dabei gevesen vären und mit eigenen Augen gesehen hätten, dass die beiden nicht ein ʃpruchband entrollt haben, obvohl sie sich selber zur Zeit des Geʃehens noch im Aufʃtieg auf der iVendeltreppe befunden haben, dort zvei herunterflitzende Personen gekreuzt und fom Geʃehenen erst aus der ʃilderuŋ der damaligen Alteingesessenen erfahren haben. 

 

Vendeltreppenʃteigen

Zu einer Einiguŋ gelaŋen die jetzt Alteingesessenen in diesen ʃtreitfragen nicht, lassen diese offen und lassen nach geraumer Zeit die neuen Neuankömmliŋe damit allein und brechen

 

/Sprix-1-21/

2. September 2020 / RT

 

am Donnerstag, dem 1. Oktober 2020 auf in

 

das zehnte ʃtokverk, vo „k“ drauf ʃteht, venn ein Knallkörper-k drin ist

 

Fuchs im Chor

Fuks im Kor

 

Die ehemaligen Alteingesessenen fom neunten ʃtokverk sind nun im zehnten ʃtokverk vieder Neuankömmliŋe, die die beiden ʃriftlich im Eselskostümsbuchʃtaben-x ferkleidet auftretenden Laute, das Knallkörper-k und das Slalom-s, ʃpielend als „k“ und „s“ ʃreiben oder eintippen.  Sie haben es sich in den unteren ʃtokverken angevöhnt, zu hören, vas sie sagen, und hören darum, dass sie auch in Vörtern vie „Füchsin und Fuchs“, „Lüchsin und Luchs“, „Ochse“, „kleinvüchsiges Virtʃaftsvachstum“ und „Bienenvachskerze“ ein Knallkörper-k und ein Slalom-s sagen, vohingegen in der deutʃen Rechtʃreibuŋ etvas ganz anderes, nämlich die Buchʃtabentroika „c“ und „h“ und „s“ geʃrieben vird;  einige sind allerdiŋs der Meinuŋ, es handle sich nicht um eine Buchʃtabentroika, sondern um das Buchʃtabenduo „c“ und „h“ und um den Buchʃtaben „s“.  Jedenfalls ʃreiben sie aus der Überleguŋ, dass einem Laut ein Buchʃtabe entʃprechen soll, nun auch in diesen Fällen ganz zvaŋslos „Füksin und Fuks“, „Lüksin und Luks“, „Okse“, „kleinvüksiges Virtʃaftsvakstum“ und „Bienenvakskerze“. 

Auch hier im zehnten ʃtokverk nehmen sie den Murks als Forbild, tun Sätze diesmal aber drekseln vie :  „Höchstvahrʃeinlich lässt der flaksblonde Aŋelsakse oder die flaksblonde Aŋelsäksin im Geväkshaus Erikageväkse und Liliengeväkse zusammen aufvaksen.“  –  „Mittvochs ist der Okse immer auf Akse.“  –  „Der Nachvuks der Lüksin und des Lukses lukst der Füksin und dem Fuks die Gans ab und den Gänserich.“  –  „Ist Zuvaks an Alter auch Zuvaks an Veisheit ?“  –  „Seks Fenster in der Mauer sind auf lateiniʃ sex fenestrae in muro.“  –  „Ausgevaksen sind der Geldveksler und die Geldvekslerin nächstens hochgevaksen.“ 

Hören vor dem ʃreiben

Da ʃprache fon ʃprechen kommt, ʃteht am Anfaŋ der geʃprochene Laut und nicht der geʃriebene Buchʃtabe.  Damit vir den geʃprochenen Laut hören, müssen vir hinhören und nicht Buchʃtaben anʃauen.  Im zehnten ʃtokverk geben darum die Praksistesterinnen und Praksistester nur den gehörten Knallkörper-k-Laut mit dem Buchʃtaben „k“ vieder;  sie ersetzen nicht blindliŋs in allen Fällen die Buchʃtabenfolge „c“ und „h“ und „s“ ungehört einfach durch ein „k“ und ein „s“  –  und ʃreiben darum zum Beiʃpiel „höchstvahrʃeinlich“, „nächstens“ und „Lachsalve“. 

Ein Buchʃtabe für einen Laut

Vo sie bisher Vörter mit x Buchʃtaben geʃrieben haben, ʃreiben die Praksistesterinnen und Praksistester die gleichen Vörter nun mit x-1 Buchʃtaben, also „Deiksel“, „Veikselmarmelade“ und „Zukerbükse“, in Fällen vie „Vekselvakstum oder Vakstumsveksel“ und „zvergvüksige Akselzukerinnen und zvergvüksige Akselzuker“ sogar nur mit x-2 Buchʃtaben, und rechnen aus, dass auf diese Veise in einem durchʃnittlichen Buch vohl eine ganze Seite Drukerʃvärze eingeʃpart verden kann.  Angesichts der zu Ende gehenden Bodenʃätze und anderer Forräte ist das nicht fiel, aber mehr als nichts, und mehr als nichts ist immerhin etvas. 

Buchʃtabenduo im Kor

Dass es sich hier nicht um eine Buchʃtabentroika, sondern um ein Buchʃtabenduo handelt, das auch ohne den Buchʃtaben „s“ auskommt und als Knallkörper-k ausgeʃprochen vird, hören die Praksistesterinnen und Praksistester in Vörtern vie „Kaos“, „Klor“ und „Kor“. 

Vendeltreppenʃteigen

Vieder verden nach Vochen des Übens und Testens die Neuankömmliŋe zunächst zu Eingesessenen und dann zu Alteingesessenen, bis sie sich ʃliesslich

 

/Sprix-1-22/

1. Oktober 2020 / RT

 

am Samstag, dem 31. Oktober 2020 auf der Vendeltreppe hinaufbegeben in

das elfte ʃtokverk,
vo sich zvei Buch
ʃtaben vie ein Zebra zu einem „z“ ferkleidet haben

Zug

Tsug

 

Die Praksistesterinnen und Praksistester haben sich in den unteren ʃtokverken dazu erzogen, nichts zu ʃreiben, vas sie nicht mit eigenen Ohren gehört haben.  Bei aufmerksamem Hinhören hören sie nun, dass sie bisher Anderes geʃrieben haben, als sie gehört haben.  So haben sie zum Beiʃpiel „Zug“ geʃrieben und „ziʃen“, vo sie doch „Tsug“ und „tsiʃen“ gehört haben und veiterhin hören.  Sie merken nun, dass sie es mit diesem Buchʃtaben „z“ vieder mit einem Oberbuchʃtaben zu tun haben, der unter sich die beiden Buchʃtaben „t“ und „s“ verstekt;  dass der fermeintliche Buchʃtabe „z“ also gar nichts anderes ist als eine gemeinsame Ferkleiduŋ, in die sich die beiden Buchʃtaben „t“ und „s“ zusammen teilen, so vie sich im Teater oder im Kabarett gelegentlich zvei Personen hintereinander ʃtellen, sich ein gemeinsames Zebrakostüm überverfen und so mit ihren zvei mal zvei Beinen ein fierbeiniges Zebra darʃtellen.  Die Buchʃtaben „t“ und „s“ ferkleiden sich also hier im elften ʃtokverk als „z“ unter einem Zebrakostüm, vie sich im neunten ʃtokverk unten die Buchʃtaben „k“ und „s“ als „x“ unter einem Eselskostüm ferkleidet haben. 

Die Praksistesterinnen und Praksistester haben mit dem Grundsatz, dass ein Laut immer mit dem gleichen Buchʃtaben viedergegeben verden soll, gute Erfahruŋen gemacht.  Sie sehen nicht ein, varum nun auf einmal zvei Laute mit einem Buchʃtaben viedergegeben verden sollen.  –  Und ʃon vieder ist der Buchʃtabe „s“ dabei.  Er ʃeint ein Liebhaber fon Mummenʃanz und Maskerade zu sein.  Die Praksistesterinnen und Praksistester sind aber der Meinuŋ, dass fremdʃprachigen Personen, die Deutʃ lernen vollen, und deutʃʃprachigen Kindern, die lernen vollen, deutʃ zu ʃreiben, dies nicht unnötigerveise durch überflüssigen ʃabernak erʃvert verden sollte.  Sie halten darum daran fest, dass ein Laut immer mit dem gleichen Buchʃtaben viedergegeben verden soll, und ʃreiben dementʃprechend, venn sie nacheinander eine T-Detonation und ein Slalom-s hören, ganz tsvaŋslos  :  „Tsapfentsieher“, „Tsinsestsins“, „Tseitgenossin und Tseitgenosse“, „Tsugfogel“, „Tsveiertselt“, „Tsimmerlinde“ und „Tsukertsaŋe“. 

Venn vir „Hut“ sagen, hauchen vir tsuerst einen Hauchlaut, lassen dann die ʃtimmbänder heulen vie ein Uhu, ʃtoppen dann den Luftʃtrom, indem vir die Tsuŋe hinter die oberen Fordertsähne pressen, und lassen dann, venn genügend Luftdruk aufgebaut ist, die Tsuŋe auf ein Mal los und lassen so eine richtige T-Detonation ertönen.  Venn vir in Vörtern vie „Hut“, „Amt“ oder „Ort“ eine T-Detonation ertönen lassen, detoniert die gantse angeʃtaute Luftmasse auf einen ʃlag, vie die Luft detoniert, venn vir mit einer ʃteknadel in einen aufgeblasenen Luftballon ʃtechen.  Lassen vir hingegen dem T-Detonations-Laut unmittelbar anʃliessend ein Slalom-s folgen vie in „Amtseid“, „bereits“ oder „Ortsmitte“, dann entveicht die angeʃtaute Luftmasse nicht auf einen ʃlag in einer Detonation, sondern entveicht kontrolliert tsiʃend durch die Tsähne mit dem Slalom-s-Geräuʃ, das vir hören, venn vir aus dem alltsu fest gepumpten Fahrradreifen durch das aufgedrehte Ventil etvas Luft entveichen lassen.  Dass unmittelbar auf den T-Detonations-Laut ein Slalom-s-Laut folgt, ist für die Praksistesterinnen und Praksistester im elften ʃtokverk kein Grund, diese Laute nicht mit den Buchʃtaben „t“ und „s“ viedertsugeben, tsumal sie dies  –  vie übrigens alle anderen auch  –  in Vörtern vie „Abseitsfalle“, „Allerveltsvort“, “Amtseid“, „bereits“, „Gehaltserhöhuŋ“ oder „Ortsmitte“ bereits seit eh und je tun und es niemandem einfällt, hier „Abseizfalle“, „Allervelzvort“, “Amzeid“, „bereiz“, „Gehalzerhöhuŋ“ oder „Orzmitte“ tsu ʃreiben. 

Vie ervartet geben einige Praksistesterinnen und Praksistester  –  vie ʃon im neunten ʃtokverk unten  –  auch hier im elften ʃtokverk tsu Bedeŋken, dass durch die unterʃiedliche ʃreibuŋ fon „ʃvarzmalerin und ʃvarzmaler“ mit dem Buchʃtaben „z“ einerseits und „Ortsmitte“ mit den Buchʃtaben „t“ und „s“ anderseits augenʃeinlich und für jede Frau und für jeden Mann erkennbar tsum Ausdruk gebracht verden könne, dass der zet-Laut-z in „ʃvarzmalerin und ʃvarzmaler“,  –  der genau genommen tsis-Laut-tsis heissen sollte, da er ja auf ein Slalom-s endet,  –  tsum Vortʃtamm, also tsum Vesenskern der Vörter „ʃvarmzmalerin und ʃvarzmaler“ gehöre, vohingegen die Lautfolge T-Detonations-t und Slalom-s in „Ortsmitte“ sich aus rein äusseren Umʃtänden und tsufällig ergebe, veil auf die T-Detonation am Ende des Vortes „Ort-“ ein Slalom-s als Fugenlaut for dem tsveiten Vort „-mitte“ folge.   Sie bedauern auch hier, dass diese Auskünfte über die Vortbilduŋsgeʃichte nicht mehr tsum Ausdruk gebracht verden könnten, venn in sämtlichen Vörten die Lautfolge T-Detonations-t und Slalom-s unterʃiedslos einfach und brutal mit den Buchʃtaben „t“ und „s“ viedergegeben vürde.  Vie ʃon im neunten ʃtokverk sehen sie aber ein, dass es hier in erster Linie um die genaue Viedergabe geʃprochener Laute und nicht um die Tsurʃauʃtelluŋ kulturhistoriʃer Tsusammenhäŋe und der Vortbilduŋsgeʃichte geht und sie vagen es darum auf Tsusehen hin, die Lautfolge T-Detonations-t und Slalom-s in ihren e-Melduŋen und Kurtsnachrichten und anderen elektroniʃen Kommunikationsmitteln durchgehend mit den Buchʃtaben „t“ und „s“ viedertsugeben. 

In Betrachtuŋ etva der „Tsimmerlinde“ oder der „Tsukertsaŋe“ meinen nun einige andere Praksistesterinnen und Praksistester :  „Das sieht nun aber virklich eigenartig, fremdartig, ja sogar ʃräg aus !  Bei einer solchen ʃreibveise findet ja jemand die Tsukertsaŋe selbst dann nicht, venn sie for seinen eigenen Augen for ihm auf dem Tiʃe liegt !“  –  „Die Tsukertsaŋe sieht immer gleich aus und es ist ihr egal, vie sie ausgeʃprochen vird und vie sie geʃrieben vird“, entgegnen andere.  „So geʃrieben mag die Tsukertsaŋe für Euch ja  –  anfäŋlich  –  ʃräg aussehen.  Tatsache ist aber, dass vir alle so ʃprechen  –  und ʃon seit jeher so geʃprochen haben.  Nun seht Ihr einfach endlich einmal, vie vir ʃprechen,  –  und Ihr seht, vie das für fremdʃprachige Personen in deren Ohren tönen muss.  Kein Vunder, dass fremdʃprachige Personen die deutʃe ʃprache für eine fremdartige ʃprache halten.  Tsuerst tönt sie so, dann vird sie gants anders geʃrieben.  Mit der ʃprechʃreibuŋ vird das Erlernen der deutʃen ʃprache sehr fereinfacht und erleichtert.  Natürlich ist die neue ʃprechʃreibuŋ für uns alle anfäŋlich gevöhnuŋsbedürftig.  Darum machen vir ja alle diesen Praksistest und üben uns tsunächst in veniger vichtigen ʃriftlichen Äusseruŋen vie in e-Melduŋen und Kurtsnachrichten in diese fernünftige ʃreibveise ein.  Erʃtaunlich an den Menʃen ist doch, dass sie das Fernünftige nicht für selbstferʃtändlich halten, sondern sich erst daran gevöhnen müssen.  Offenbar kann Unfernunft bequem sein.  In kurtser Tseit verdet Ihr Euch aber an die ‚Tsukertsaŋe’ gevöhnt haben und gar nicht mehr ferʃtehen können, vie Ihr sie so laŋe habt anders ʃreiben können.“ 

Immer vieder fon derartigen Erörteruŋen unterbrochen ʃreiben sie veitere tsebralose Gebilde vie :  „Tsehn Tseitgenossinnen und Tseitgenossen tsupfen mit Tsukertsaŋen im Heitsuŋskeller tsehn Tseken fon der Tsimmerlinde.“  –  „Auf dem Abtsiehbild vird das Baltsferhalten der Tsugfögel getseigt.“  -„Tsvölf ʃpatsiergäŋerinnen und ʃpatsiergäŋer tsüken nach der Konferents den Tsapfentsieher.“  –  „Das Tsipperlein tantst tsviʃentseitlich auf dem Vurtselstok.“  –  „Ausser Tseug gibt es im veltall nichts.“ 

Personen und Orte lassen sie, vie sie sind :  „Zenobia und Zarathustra“, „Hinz und Kunz“, „Zuoz und Prenzlau“.  Es ist also durchaus möglich, dass ein Tsug von Zug nach Zürich und der gleiche Tsug von dort vieder nach Zug tsurük fährt. 

Tsvei Buchʃtaben für tsvei Laute

Vo sie bisher Vörter mit x Buchʃtaben geʃrieben haben, ʃreiben die Praksistesterinnen und Praksistester die gleichen Vörter nun mit x+1 Buchʃtaben, also „Tsug“ ʃtatt vie bisher „Zug“ und „tsiʃen“ ʃtatt vie bisher „ziʃen“, in Fällen vie „Tsukertsaŋe“ ʃtatt vie bisher „Zukerzaŋe“ und „tsviʃentseitlich“ ʃtatt vie bisher „zviʃenzeitlich“ sogar mit x+2 Buchʃtaben, und rechnen aus, dass auf diese Veise in einem durchʃnittlichen Buch vohl eine gantse Seite Drukerʃvärtse mehr ferdrukt verden muss.  Da sie sich aber erinnern, dass sie im dritten ʃtokverk, vo laŋ kürtser vird, mit dem Tsahnhals-ŋ in Vörtern vie „eŋ“ und „Gaŋ“ tsvei Buchʃtaben, in „Siŋsaŋ“ und „Kliŋklaŋ“ sogar fier Buchʃtaben eingeʃpart haben, lassen sie sich desvegen keine grauen Haare vaksen. 

Vendeltreppenʃteigen

Selbst hart gesottene Praksistesterinnen und Praksistester haben im elften ʃtokverk mit gevissen Vörtern manchmal Mühe und müssen etva „Abʃturtsʃtelle“, „Abkürtsuŋsfertseichnis“, „Betsirksartst“, „Detsimaltsahl“, „Finantstseitʃrift“, „Hertsʃmerts“ oder „Kreutsvorträtseltseituŋ“ richtiggehend vieder entbuchʃtabieren, befor sie mit ihren geistigen Ohren hören, vas sie geʃrieben haben.  So übend ferveilen sie im elften ʃtokverk.  Mit der Tseit geliŋt es ihnen aber immer besser, diese ʃriftbilder fon ihrem Kurtstseitgedächtnis in ihr Laŋtseitgedächtnis tsu ferʃieben und dort abrufbereit tsu ʃpeichern, so dass sie beim Anblik auch solcher Vörter auf Anhieb hören, vas geʃrieben ʃteht.  Nach fier Vochen fühlen sie sich aber sicher genug und ʃteigen

 

/Sprix-1-23/

31. Oktober 2020 / RT

 

am Montag, dem 30. November 2020 auf der Vendeltreppe empor in

das tsvölfte ʃtokverk, vo „ts“ drauf ʃteht, venn „ts“ drin ist

Blitz

Blits

 

Die Emporkömmliŋe haben im elften ʃtokverk eben gemerkt, dass der Buchʃtabe „z“ nichts anderes ist als das Tsebrakostüm, unter das sich der Buchʃtabe „t“ und der Mummenʃants und Maskerade liebende Buchʃtabe „s“ so gerne tsusammen ferkleiden.  Als nüchterne Tseitgenossinnen und nüchterne Tseitgenossen haben sie sich angevöhnt, nicht jeden ʃabernak mittsumachen und „Tseit“ tsu ʃreiben und „Tsiktsakmuster“.  Im tsvölften ʃtokverk hören sie bei aufmerksamem Tsuhören, dass sie in Vörtern vie etva „Blitz“, „Katze“ und „ʃletzen“ eine T-Detonation ʃprechen, die in ein Slalom-s übergeht. 

Ist aber der Buchʃtabe „z“ nichts Anderes als die Buchʃtaben „t“ und „s“, so haben sie in den Vörtern vie „Blitz“, „Katze“ und „ʃletzen“ bisher nicht Anderes als „Blitts“, „Kattse“ und „ʃlettsen“ geʃrieben.  Trotz dieser tsvei hintereinandergeʃtellten Buchʃtaben „t“ hören sie aber in keinem dieser Fälle tsvei aufeinanderfolgende T-Detonationen, gevissermassen ein T-Detonationsgeʃtotter;  sie hören auch nicht etva eine in die Läŋe getsogene T-Detonation.  Ver je ʃon fersucht hat, eine Detonation in die Läŋe tsu tsiehen und ihr eine gevisse Dauer tsu ferleihen, indem sie oder er etva gants, gants laŋsam mit einer ʃteknadel sachte, sachte in einen aufgeblasenen Luftballon geʃtochen hat, veiss, dass das nicht geht, dass das ein Diŋ der Unmöglichkeit ist :  auf einmal platzt der Luftballon und fertig !  So ist es auch mit „Blitz“, „Katze“ und „ʃletzen“ :  nach der T-Detonation folgt sofort das Slalom-s.  Kein Menʃ hört hier tsvei aufeinanderfolgende T-Detonationen.  Aus diesem Grunde folgen die Emporkömmliŋe dem Grundsatz, dass ein Laut mit einem Buchʃtaben viedergegeben vird, und gehen datsu über, „Grundsats“, „Blits“, „Katse“ und „ʃletsen“ tsu ʃreiben. 

Vo sie aber einmal tatsächlich tsvei T-Detonationen hintereinander hören, vie eben forhin, vo sie sich angevöhnt haben, nicht jeden ʃabernak mittsumachen, ʃreiben sie in „mittsumachen“ natürlich den Buchʃtaben „t“ auch tsveimal. 

Personen und Orte lassen sie, vie sie sind :  „Fritzi und Fritz“, „Hotz und Wetzel“, „Wetzlar und Zugspitze“. 

Um sich diese ʃprechʃreibuŋ antsueignen fersenden sie in e-Melduŋen und Kurtsnachrichten Sätse vie :  „Die Platshindin und der Platshirʃ benutsen eine Kratsbürste, um damit einen Vits in den Sand tsu kritseln.“  –  „Die Ferkehrsleittsentrale lotst die Abc-ʃütsinnen und Abc-ʃütsen trots der Hitse ohne Hetse über den Plats.“  –  „Ist eine Torʃütsin oder ein Torʃütse im Tor nicht eine Fehlbesetsuŋ ?“  –  „Ein Nets als Regenʃirm ist ein Vits.“  –  „Ketserinnen und Ketser ferketsern Rechtgläubige gerne als Ketserinnen und Ketser und vundern sich, venn sie letstendlich alle in der Höllenhitse ʃvitsen.“  –  „Jetst gläntst die Glatse oberhalb der Fratse im Blitslichtgevitter.“  –  „So sieht jetst ʃeisse aus.“ 

Vendeltreppenʃteigen

Nach ein paar Vochen vekseln die Praksistesterinnen und Praksistester das ʃtokverk und begeben sich

/Sprix-1-24/

30. November 2020 / RT

 

am Mittwoch, dem 30. Dezember 2020 in

das dreitsehnte ʃtokverk, vo nochmals „ts“ drauf ʃteht, venn „ts“ drin ist

Nation

Natsion

 

Venn die Praksistesterinnen und Praksistester beim Aufʃtieg fom tsvölften tsum dreitsehnten ʃtokverk geglaubt haben, sie hätten nun alle Situationen gehört, in denen auf eine T-Detonation ein Slalom-s folgt, sehen sie sich aber im dreitsehnten ʃtokverk gerade in eine Situation fersetst, in der dies nicht der Fall ist, indem sie mit ihren geʃpitsten Ohren hören, dass in der „Situation“ auf die tsveite T-Detonation ʃon vieder ein Slalom-s folgt und in der tsveiten T-Detonation der „Detonation“ selber vieder dasselbe.  Dem Grundsats folgend, dass einem Laut ein Buchʃtabe entʃprechen soll, ʃreiben sie „Situatsion“ und „T-Detonatsion“;  ebenso auch „Natsion“, „Publikatsion“, „Ratsion“ und „Tsivilisatsion“.  „Eine Portsion Glük“ sieht dann so aus und eine „internatsionale Kooperatsion“ so. 

Fon den aus fernen Ländern in die deutʃʃprachige ʃprachlandʃaft eingevanderten Menʃen vird ferlaŋt, dass sie sich den hiesigen Gepflogenheiten anpassen, auf ihre heimiʃe Liebliŋsmahltseit fertsichten und unsere Leibʃpeisen ferʃpeisen, mit Genuss, sich mit der Tseit unsere Lebensveisen tsu eigen machen und sich so in das deutʃʃprachige Gesellʃaftsleben eingesellen.  Die Praksistesterinnen und Praksistester sind der Auffassuŋ, dass diese Eingeselluŋ nicht nur fon denjenigen Eingevanderten tsu ferlaŋen ist, die als Gehilfinnen und Gehilfen einfache Arbeitstätigkeiten ferrichten, sondern dass auch fon höhergeʃtellten Vörtern aus der Fremde, die bei uns auf den Gebieten etva der Vissenʃaft, der Kultur, der Virtʃaft und der Finantsen tätig sind und sich immer noch vie nur kurtsfristig hier veilende Ekspats aufführen, obvohl sie tsum Teil ʃon seit Jahrhunderten hier ansässig sind, gelegentlich ervartet verden darf, dass auch sie sich in die Gesellʃaft der deutʃʃprachigen Vörter eingesellen und sich so ʃreiben vie sie auch geʃprochen verden vollen. 

Das aus der lateiniʃen ʃprache eingevanderte Vort „murus“ hat sich als „Mauer“ so in die deutʃʃprachige Vortgesellʃaft eingesellt, dass seine südliche Herkunft ihm heute nicht mehr antsusehen ist.  In gleicher Veise hat sich das lateiniʃe „tegula“ angepasst und fühlt sich, tsum Teil ʃon angemoost, als „Tsiegel“ auf den deutʃʃprachigen Dächern daheim.  Auch das, vas die Praksistesterinnen und Praksistester tagtäglich tun, nämlich „ʃreiben“, hat fom lateiniʃen „scribere“ herkommend einen Vörterfölkervanderuŋshintergrund.  Und venn sich die Praksistesterinnen und Praksistester im ʃpiegel betrachten, erinnern sie sich, dass der einmal ein lateiniʃes „speculum“ var.  Die Praksistesterinnen und Praksistester halten darum die Tseit nun für gekommen, die ʃon seit Laŋem hier ansässigen höhergeʃtellten Kadervörter der ʃprechʃreibuŋ entʃprechend so tsu ʃreiben, vie sie ausgeʃprochen verden. 

Das führt datsu, dass Multiplikatsionen forgenommen und Kunstvisitatsionen abgehalten verden, Virtʃaftsorganisatsionen sich um die Produktsion kümmern und Finantsgesellʃaften ratsionale Investitsionen in Aktsien tätigen. 

Auf diese Veise üben sich die Praksistesterinnen und Praksistester fleissig in der ʃprechʃreibuŋ und sind immer vieder erʃtaunt, dass auch diese höhergeʃtellten, in der ʃprechʃreibuŋ geʃriebenen Kadervörter ausgeʃprochen gants genau gleich tönen, vie sie tönen, venn sie in der altmodiʃen Rechtʃreibuŋ geʃrieben sind. 

Namen vie tsum Beiʃpiel „Pontius Pilatus“ aus dem Neuen Testament, „Portia“ aus „Der Kaufmann von Venedig“ oder die „Nationale Eisenbahngesellschaft“ auf den ʃienen ʃreiben sie natürlich vie bisher. 

Tsitate und gelehrte Vortfetsen aus der lateiniʃen ʃprache ʃreiben sie ebenfalls so vie im Original, also etva „ratio legis“, der Sinn des Gesetses, „conditio sine qua non“, eine Bediŋuŋ, ohne die es nicht geht, also eine notvendige Bediŋuŋ, oder „captatio benevolentiae“, mit der tsu Beginn einer Anʃprache die Vohlgesonnenheit oder venigstens die Aufmerksamkeit des Publikums gevonnen verden soll. 

Vendeltreppenʃteigen

Nach ein paar Vochen haben sich die Praksistesterinnen und Praksistester an die ʃprechʃreibuŋ der höhergeʃtellten Kadervörter gevöhnt und ʃteigen

 

/Sprix-1-25/

30. Dezember 2020 / RT

 

am Donnerstag, dem 28. Januar 2021[10] auf der Vendeltreppe hinauf in das

 

das fiertsehnte ʃtokverk,
vo das Tsebrakostüm mit einer Citronen
ʃale fertauʃt vird

Cirkus

Tsirkus

 

Hier verden die Praksistesterinnen und Praksistester gevahr, dass sich die beiden Buchʃtaben „t“ und „s“, die eine T-Detonatsion und ein Slalom-s darʃtellen, nicht nur mit einem Tsebrakostüm ferkleiden vie tsum Beiʃpiel in „Zug“ und „ziʃen“, sondern sich gelegentlich auch tsusammen in Citronenʃalen hüllen, vie tsum Beiʃpiel in „Caesar“, „Cäcilia“, „Celsius“ und „Citrone“, oder vie beim ersten Auftritt des Buchʃtaben „c“ in „circa“ und „Circus“.  Die Buchʃtaben „t“ und „s“ ferkleiden sich hier im fiertsehnten ʃtokverk als „c“ unter einer Citronenʃale, vie sich die beiden im elften ʃtokverk unten als „z“ unter einem Tsebrakostüm ferkleidet haben, und vie sich im neunten ʃtokverk unten die Buchʃtaben „k“ und „s“ als „x“ unter einem Eselskostüm ferkleidet haben.  Die Praksistesterinnen und Praksistester haben mit dem Grundsats, dass ein Laut immer mit dem gleichen Buchʃtaben viedergegeben verden soll, gute Erfahruŋen gemacht und ʃreiben demtsufolge nicht nur „Tsug“ und „tsiʃen“, sondern auch „tsirka“, „Tsirkus“, „Tsitrone“ und jede andere „Tsitrusfrucht“.  Namen vie „Caesar“, „Cäcilia“ und „Celsius“ ʃreiben sie natürlich veiterhin so vie bisher. 

Auch Lateiniʃes vie „ceterum censeo“ oder „circulus vitiosus“ ʃreiben sie, vie es die Römerinnen und Römer geʃrieben haben, obvohl sie auch hier fier aus einer T-Detonatsion und einem Slalom-s beʃtehenden Lautferbinduŋen heraushören. 

Laŋe ʃreibübuŋen können die Praksistesterinnen und Praksistester mit diesen beiden hinter der Tsitronenʃale ferʃtekten Lauten nicht machen, da sich nur venige deutʃe Vörter für solches Ferʃtekʃpiel eignen.  Ein Sats geliŋt ihnen :  „Tsirca tsehn Tsitronen virft der Tsircusakrobat aus Celebes in die Luft, fäŋt sie vieder ein und presst aus diesen Tsitrusfrüchten einen Tsitrusfrüchtesaft.“ 

  

[10]         http://www.vollmond.info/de/vollmond-kalender/2021.html  –  zuletzt besucht am 19. Mai 2015.

 

Vendeltreppenʃteigen

Sie haben darum bald einmal genug, viederholen nun auch alles andere, vas sie in den unteren ʃtokwerken gelernt haben, ferlassen das fiertsehnte ʃtokverk und begeben sich, neugierig, tsu sehen, vie es veitergeht, tsum Aufʃtieg nach oben auf die Vendeltreppe, vo sie unervarteterveise einen fon oben herab vehenden leichten Duft fon Kaffee und knusprigem Gebäk vahrtsunehmen fermeinen.  Mit jedem ʃritt nach oben ferdichtet sich aber der tsuerst nur fermeintliche Kaffeeduft tsur Gevissheit.  Sie betreten

 

/Sprix-1-26/

28. Januar 2021 / RT

 

am Samstag, dem 27. Februar 2021

 

das fünftsehnte ʃtokverk, vo es anders aussieht als geplant

 

Und sie sehen sich, oben angekommen, nicht vie gevohnt in einem mit ʃreibpulten möblierten Grossraumbüro, sondern fühlen sich fon einer gemütlichen Kaffeehausatmosfäre umfaŋen.  An kleinen Tiʃchen sitsen plaudernde Gäste in Grüppchen auf bequemen ʃtühlen, triŋken Kaffee und Tee und essen allerlei Kuchen, Törtchen und anderes Feingebäk.  Die Neuankömmliŋe besorgen sich eine Tsviʃenferpfleguŋ und setsen sich an ein Tiʃchen tsu tsvei bereits ansässigen Gästen, kommen mit ihnen ins Geʃpräch und erfahren dabei fon ihnen, vas es mit dem fünftsehnten ʃtokverk und diesem Kaffeehaus für eine Bevandtnis hat. 

24 Buchʃtaben aus 21 Lauten

Das Alfabet der alten Griechinnen und Griechen hatte 24 Buchʃtaben. 

Der erste Buchʃtabe, das „α“, genannt „Alfa“, ʃtand für den a-Laut vie tsveimal in „Anfaŋ“. 

Der tsveite Buchʃtabe, das „β“, genannt „Beta“, ʃtand für den b-Laut vie in „for Kälte bibbern“. 

Beide tsusammen bildeten also den Anfaŋ der griechiʃen Buchʃtabenreihe, veshalb eine Buchʃtabenreihe seither Alfabet genannt vird. 

Der dritte Buchʃtabe, das „γ“, genannt „Gamma“, ʃtand für den g-Laut, vie vir ihn fom „gurgeln“, fon den „Gammaʃtrahlen“ oder fom bekannten „Vasco da Gama“ her kennen. 

Der fierte Buchʃtabe, das „δ“, genannt „Delta“, ʃtand für den d-Laut, vie er etva in „Flussdelta“ forkommt.  Nun sieht aber das Flussdelta nicht so aus vie ein „δ“, und man fragt sich, varum heisst es denn trotsdem so. 

Jeder der 24 griechiʃen Buchʃtaben erʃien entveder als Kleinbuchʃtabe, vie die eben gesehenen „α“, „β“, „γ“ und „δ“, oder als Grossbuchʃtabe.  Für die eben gesehenen „α“, „β“, „γ“ und „δ“ varen die Grossbuchʃtaben „Α“, „Β“, „Γ“ und „Δ“.  Es ist also der Grossbuchʃtabe „Δ“, und nicht der Kleinbuchʃtabe „δ“, der aussieht vie eine nach liŋks und rechts ins Meer hinaus sich ferbreiternde Flussmünduŋ.  Eine solche Flussmünduŋ vird darum nach dem Grossbuchʃtaben „Δ“ „Flussdelta“ genannt. 

Der fünftsehnte Buchʃtabe, das „ο“, genannt „o mikron“ oder „kleines o“ oder „Omikron“, ʃtand für den kurtsen o-Laut, vie in „“Oha !“ oder im ersten und unbetonten „o“ fon „Oho !“  Auch das „o mikron“ oder das „kleine o“ oder das „Omikron“ erʃien entveder als Kleinbuchʃtabe oder als Grossbuchʃtabe :  als Kleinbuchʃtabe „ο“ oder als Grossbuchʃtabe „О“. 

Der fierundtsvantsigste und letste Buchʃtabe, das „ω“, genannt „o mega“ oder „grosses o“ oder „Omega“, ʃtand für den laŋen o-Laut, vie im tsveiten und betonten „o“ fon „Oho !“  Auch das „o mega“ oder das „grosse o“ oder das „Omega“ erʃien entveder als Kleinbuchʃtabe oder als Grossbuchʃtabe :  als Kleinbuchʃtabe „ω“ oder als Grossbuchʃtabe „Ω“. 

Es gibt also ein kleines „kleines o“ (das „ο“) und ein grosses „kleines o“ (das „О“) und
es gibt ein kleines „grosses o“ (das „ω“) und ein grosses „grosses o“ (das „Ω“).  Dass es hier leicht tsu Ferveksluŋen und Missferʃtändnissen kommt, liegt auf der Hand, tsumal die Menʃen fon jeder noch so kleinen Gelegenheit, etvas tsu fervekseln oder tsu missferʃtehen oder misstsuferʃtehen, noch so gerne Gebrauch machen. 

Der Anfaŋ des griechiʃen, 24 Buchʃtaben umfassenden Alfabetes ist also „Α“, das „Alfa“, das Ende des griechiʃen Alfabetes ist „Ω“, das „Omega“.  Venn etvas fon Anfaŋ bis Ende erfasst ist, ist es „fon Alfa bis Omega“ erfasst.  Vas Anfaŋ und Ende tsugleich ist, vie etva der Anfaŋspuŋkt und der Endpuŋkt auf einem Kreis, ist „Alfa“ und „Omega“ tsugleich. 

21 dieser 24 griechiʃen Buchʃtaben, die genannten seks, „Alfa“, „Beta“, „Gamma“, „Delta“, „Omikron“ und „Omega“, und noch 15 veitere ʃtanden je für einen Laut. 

Ein Buchʃtabe für tsvei Laute

Drei griechiʃe Buchʃtaben hingegen ʃtanden je für tsvei Laute;  vobei einer fon diesen tsvei in allen drei Fällen immer derselbe var : 

Der sekste griechiʃe Buchʃtabe, das „ζ“, genannt „Zeta“, ʃtand für ein Lautpaar, nämlich für eine T-Detonatsion und ein Slalom-s, also für ein „Citronen“-ts, vie tsum Beiʃpiel in „Caesar“, „Cäcilia“, „Celsius“ und „Citrone“ oder in „Zeus“, „Zakynthos“, oder „Zarathustra“, in „zvei“, „zvölf“ oder „zvanzig“.  Das „ζ“ var der Kleinbuchʃtabe, das „Ζ“ var der Grossbuchʃtabe.  Damit sie den Namen der griechiʃen Insel „Zakynthos“ auf Lateiniʃ „Zacynthos“ ʃreiben konnten, haben die Römerinnen und Römer aus dem griechiʃen Alfabet das „Zeta“ übernommen, fon vo es als letster Buchʃtabe, nämlich „z“ (klein) und „Z“ (gross) in unser deutʃes Alfabet gelaŋte. 

Dass der Buchʃtabe „z“ nichts anderes ist als das gemeinsame Tsebrakostüm der T-Detonatsion und des Slalom-s’, haben die Praksistesterinnen und Praksistester im elften ʃtokverk gemerkt.  Seither fertsichten sie auf diesen Mummenʃants und geben die T-Detonatsion und das Slalom-s gants tsvaŋslos und logiʃ mit dem Buchʃtaben „t“ und dem Buchʃtaben “s“ vieder. 

Der fiertsehnte griechiʃe Buchʃtabe, das „ξ“, genannt „Xi“ oder seit dem neunten ʃtokverk „Ksi“, ʃtand für ein Lautpaar, nämlich für ein Knallköper-k und ein Slalom-s, also für ein „Xylofon“-ks, vie tsum Beiʃpiel in „Xylofon“, „Xanthippe“, der Frau des Sokrates, „Xenophon“, einem ʃüler des Sokrates, „Xerxes“, der das Meer peitʃen liess und in einer Händeloper vieder auftaucht, und „Xenien“, Gastgeʃeŋke, die Jahrhunderte ʃpäter Goethe und Schiller in der Form kürtsester Gedichte miteinander und füreinander machten.  Das „ξ“ var der Kleinbuchʃtabe, das „Ξ“ var der Grossbuchʃtabe.  Damit sie den Namen der Xanthippe auf Lateiniʃ ʃreiben konnten, haben die Römerinnen und Römer aus dem griechiʃen Alfabet das „Xi“ veder als „ξ“ noch als „Ξ“ übernommen, sondern es als „x“ (klein) und als „X“ (gross) viedergegeben;  fon den Römerinnen und Römern gelaŋte es als drittletster Buchʃtabe, nämlich „x“ (klein) und „X“ (gross), genannt „iks“, in unser deutʃes Alfabet. 

Dass der Buchʃtabe „x“ nichts anderes ist als das gemeinsame Eselskostüm des Knallkörper-k’s und des Slalom-s’, haben die Praksistesterinnen und Praksistester im neunten ʃtokverk gemerkt.  Seither fertsichten sie auf diesen Mummenʃants und geben das Knallkörper-k und das Slalom-s gants tsvaŋslos und logiʃ mit dem Buchʃtaben „k“ und dem Buchʃtaben “s“ vieder. 

Kaffee statt Psi

Der dreiundtsvantsigste und forletste griechiʃe Buchʃtabe, das „ψ“, genannt „Psi“, stand für ein Lautpaar, nämlich für ein Popkorn-p und ein Slalom-s, also für die beiden ersten der drei „pst !“-Laute, die das Publikum fon sich gibt, venn es, befor der rote Samtforhaŋ sich öffnet, im Teater erreichen vill, dass sich das Publikum muksmäuschenʃtill ferhält, und die tsum Beiʃpiel in „Ypsilon“, „Gipsfigur“, „Königsberger Klöpse“, „Rollmops“ und „Psalm“ forkommen.  Das „ψ“ var der Kleinbuchʃtabe, das „Ψ“ var der Grossbuchʃtabe.  Der griechiʃe Buchʃtabe „Psi“ ist nicht in unser deutʃes Alfabet gelaŋt. 

Fon den Griechinnen und Griechen haben die Römerinnen und Römer das geʃriebene Vort „clepsydra“, die Vasseruhr, übernommen.  Die Vasseruhr misst die Tseit nicht mit rinnendem Sand vie die Sanduhr, sondern mit rinnendem Vasser.  Das in der griechiʃen ʃrift in „clepsydra“ enthaltene „ψ“ haben die Römerinnen und Römer jedoch nicht mit übernommen, sondern das Vort mit ihren lateiniʃen Buchʃtaben gants logiʃ und tsvaŋslos und vie ausgeʃprochen mit dem Buchʃtaben „p“ und dem Buchʃtaben „s“, also „clepsydra“, geʃrieben.  Die Römerinnen und Römer hatten ein eigenes Vort für die Seele, nämlich „anima“, und mussten daher nicht fon den Griechinnen und Griechen deren Vort für die Seele, „Ψυχή“, ausgeʃprochen „Psyche“, übernehmen, sonst hätten sie in Anbetracht der Vichtigkeit der Seele vomöglich auch noch den griechiʃen Buchʃtaben „ψ“ mit übernommen.  Nur vegen der „clepsydra“ aber, den „Psalmen“, dem „pseudoangelus“, das heisst dem „Lügenboten“ oder „falʃen Eŋel“, vollten sie ihr lateiniʃes Alfabet nicht noch mit dem tsusätslichen Buchʃtaben „ψ“ belasten.  Da nun aber der Buchʃtabe „ψ“ nicht im lateiniʃen Alfabet var, konnte er auch nicht in unser deutʃes Alfabet gelaŋen. 

Dieser negatife Umʃtand var den  –  offenbar fremdʃprachigen  –  Erbauerinnen und Erbauern des Buchʃtabenhochhauses, in dessen fünftsehntem ʃtokverk vir uns ja tsur Tseit befinden, nicht bevusst.  Sie sind dafon ausgegaŋen, dass vir „Yψilon“, „Giψfigur“, „Königsberger Klöψe“, „Rollmoψ“ und „Ψalm“, „Ψychologie“ und „Ψychosomatik“, „Ψeudoψychologie“ und „Ψeudoψychosomatik“ ʃreiben, und haben forgesehen, dass die Praksistesterinnen und Praksistester im fünftsehnten ʃtokverk dem Grundsats folgen, dass einem Laut ein Buchʃtabe entʃprechen soll, und dementʃprechend nicht mehr „Yψilon“, „Giψfigur“, „Königsberger Klöψe“, „Rollmoψ“ und „Ψalm“, „Ψychologie“ und „Ψychosomatik“, „Ψeudoψychologie“ und „Ψeudoψychosomatik“, sondern neu „Ypsilon“, „Gipsfigur“, „Königsberger Klöpse“, „Rollmops“ und „Psalm“, „Psychologie“ und „Psychosomatik“, „Pseudopsychologie“ und „Pseudopsychosomatik“ und so veiter ʃreiben. 

So vurde geplant und gebaut.  Erst als der Bau veit über das fünfttsehnte ʃtokwerk hinaus gebaut var, vurde festgeʃtellt, dass in der deutʃen Rechtʃreibuŋ kein „Psi“ oder „ψ“ forkommt und daher im fünftsehnten ʃtokverk auch nicht durch den Buchʃtaben „p“ und den Buchʃtaben „s“ ersetst tsu verden braucht.  Kurtserhand vurde im fünftsehnten ʃtokverk ein Kaffeehaus eingerichtet.  Es vird allseits geʃätst und lebhaft besucht. 

Die Rasselbande

So erfahren die Neuankömmliŋe, dass ein Missferʃtändnis am Anfaŋ des Kaffeehauses ʃtand.  Sie erfahren nicht nur, dass im griechiʃen Alfabet der Popkorn-p-Laut und der Detonatsions-t-Laut und der Knallkörper-k-Laut sich mit dem Slalom-s-Laut jeveils unter je einem Buchʃtaben tsusammengetan haben, nämlich

–         unter dem „ψ“, genannt „Psi“, und

–         unter dem „ζ“, genannt „Zeta“, auf deutʃ „z“ oder „tset“, und

–         unter dem „ξ“, genannt „Xi“ oder „ksi“, auf deutʃ „x“ oder „ix“ oder „iks“,

sondern auch, dass die drei, der Popkorn-p-Laut und der Detonatsions-t-Laut und der Knallkörper-k-Laut als Rasselbande immer an forderster Front dabei varen, venn die Laute sich ferʃoben haben und so die geʃprochene ʃprache sich ferändert hat. 

Das Ballett der Laute

Vie die Menʃen tsur ʃprache gekommen sind, ist nicht bekannt.  Fest ʃteht nur, dass sie ʃprechen.  Fest ʃteht auch, dass sich ihre ʃprache immer vandelt und ferändert.  Das ist aber ʃon alles, vas fest ʃteht.  Es ʃteht nicht fest, varum sich die ʃprache vandelt und ferändert.  Solaŋe der ʃprachvandel überall erfolgt, ist er nicht veiter ʃlimm und vird die Ferʃtändiguŋ unter den Menʃen durch ihn nicht beeinträchtigt.  Erfolgt aber der ʃprachvandel nicht überall, sondern nur in der einen Gegend und in der anderen Gegend nicht, dann können sich bald einmal die Menʃen der einen Gegend mit den Menʃen der anderen Gegend nicht mehr ferʃtändigen.  Frühestens ab diesem Tseitpuŋkt sind Dolmetʃerinnen und Dolmetʃer deŋkbar.  Noch ʃlimmer vird es für die Ferʃtändiguŋ, venn sich die ʃprache in der einen Gegend so und in der anderen Gegend anders vandelt.  Venn sich die so gevandelten ʃprachen dann viederum unabhäŋig fon einander veiter auseinandervandeln, sind aus einer ʃprache,  –  nicht plötslich,  –  aber im Laufe der Tseit, ferʃiedene ʃprachen entʃtanden. 

ʃprachvandluŋen erfolgten ʃon, als ʃprachen noch nicht ʃriftlich festgehalten vurden.  Vir haben darum keine sichtbaren ʃriftlichen Tseugnisse dafon, vie damals ʃprachen for ihrer Vandluŋ und und vie sie nach ihrer Vandluŋ ʃriftlich ausgesehen haben mögen;  noch fiel veniger haben vir hörbare Tseugnisse dafon, vie sie for ihrer Vandluŋ und nach ihrer Vandluŋ in den Ohren der damaligen Menʃen getönt oder gelautet haben mögen.  Der Fonograf und das Grammofon, die Töne festhalten und viedergeben können, vurden ja erst kürtslich im 19. Jahrhundert erfunden. 

Vir haben aber die Ergebnisse der ʃprachvandluŋen in Form der ferʃiedenen heute geʃprochenen ʃprachen.  In diesen ferʃiedenen ʃprachen lassen sich nun gevisse Gemeinsamkeiten festʃtellen, die darauf hindeuten, dass diese Gemeinsamkeiten auf eine gemeinsame Vurtsel tsurükgeführt verden können. 

Dass in europäiʃen ʃprachen gevisse Vörter tsiemlich ähnlich aussehen und ähnlich tönen, kann Tsufall sein.  Das deutʃe Vort „Blume“ und das frantsösiʃe Vort „plume“ für „Feder“, sehen buchʃtabenmässig tsvar veitgehend ähnlich aus, haben aber veit auseinander liegende Bedeutuŋen.  Und obvohl das deutʃe Vort „kalt“ und das italieniʃe Vort „caldo“ für „varm“ ebenfalls ähnlich aussehen, haben sie sogar gegensätsliche Bedeutuŋen. 

Venn nun aber in europäiʃen ʃprachen gevisse Vörter nicht nur tsiemlich ähnlich aussehen und ähnlich tönen, sondern datsu auch noch die gleiche Bedeutuŋ haben, dann ist dies doch auffällig, ʃpriŋt geradetsu ins Auge und kann kaum mehr Tsufall sein : 

So ist der deutʃe „Vater“ ein eŋliʃer „father“, ein altgriechiʃer πατήρ, vas „patér“ mit Betonuŋ auf dem „e“ ausgeʃprochen vird, ein lateiniʃer „pater“, ein italieniʃer „padre“, ein ʃpaniʃer „padre“ und ein frantsösiʃer „père“. 

Dann ist die deutʃe „Mutter“ eine eŋliʃe „mother“, eine doriʃe, vas ein altgriechiʃer Dialekt ist, μάτηρ, vas „máter“ mit Betonuŋ auf dem „a“ ausgeʃprochen vird, eine lateiniʃe „mater“, eine italieniʃe „madre“, eine ʃpaniʃe „madre“ und eine frantsösiʃe „mère“. 

Das deutʃe „Herz“ ist ein eŋliʃes „heart“, eine altgriechiʃe καρδία, vas „kardía“ mit Betonuŋ auf dem „i“ ausgeʃprochen vird und heute in der Kardiologie, der Hertskunde, veiterpocht, ein lateiniʃes „cor“, ein italieniʃer „cuore“, ein ʃpaniʃer „corazón“ und ein frantsösiʃer „coeur“. 

Über diese Festʃtelluŋen haben sich ʃprachforʃerinnen und ʃprachforʃer Gedaŋken gemacht und erklären sich solche und ähnliche ins Auge ʃpriŋende, auffällige Gemeinsamkeiten mit der Fermutuŋ, dass sich diese ferʃiedenen ʃprachen fon einer gemeinsamen Forʃprache ausgehend auseinandergevandelt haben.  Diese fermutete gemeinsame Forʃprache, fon der vir keine ʃriftlichen Tseugnisse haben, nennen sie Indogermaniʃ, veil sie fermuten, dass die Leute, die diese Forʃprache geʃprochen haben, irgendvo tsviʃen dem heutigen Indien und der Gegend, in der heute germaniʃe ʃprachen geʃprochen verden, gevohnt haben. 

Es vird ersichtlich, dass es  –  bis tsur Erfinduŋ der ʃrift  –  für das Forhandensein einer ʃprache immer Menʃen braucht, die sie ʃprechen.  Sind die Menʃen, die eine ʃprache geʃprochen haben, nicht mehr da, dann ist auch ihre ʃprache tot.  Auch venn diese Menʃen tsu ihren Lebtseiten ʃriftliche Tseugnisse in Form etva fon Büchern und Grabinʃriften hinterlassen haben, ja fielleicht sogar Vörterbücher und Grammatikbücher abgefasst haben, ist ihre ʃprache tsvar noch forhanden, aber tot.  Ohne ʃprechende Menʃen vandeln sich die Vörter einer toten ʃprache und damit die ʃprache selbst in Vörterbüchern und Grammatikbüchern nicht mehr fon alleine. 

Veiter fermuten die ʃprachforʃerinnen und ʃprachforʃer, dass sich ab einem unbeʃtimmten Tseitpuŋkt in der Fergaŋenheit fon der indogermaniʃen Forʃprache die germaniʃen ʃprachen durch ferʃiedene ʃprachliche Änderuŋen und Lautferʃiebuŋen veggevandelt haben.  Den gantsen, sich über Jahrhunderte hintsiehenden Forgaŋ nennen sie die Erste oder die Germaniʃe Lautferʃiebuŋ.  Als Hannibal gegen Ende des dritten Jahrhunderts for Christus mit seinen Elefanten über die Alpen tsog, giŋ diese Lautferʃiebuŋ so laŋsam tsu Ende.  Ergebniss der Ersten oder Germaniʃen Lautferʃiebuŋ varen die indogermaniʃe Forʃprache, die diese Lautferʃiebuŋ nicht mitgemacht hatte und unferändert veiterhin so blieb, vie sie var, auf der einen Seite, und die germaniʃen ʃprachen, die diese Lautferʃiebuŋ eben mitgemacht hatten, auf der anderen Seite. 

Es hat sich natürlich nicht die indogermaniʃe Forʃprache gevandelt etva in dem Sinne, dass eines Abends ein Menʃ sein indogermaniʃes Vörterbuch in sein Büchergeʃtell geʃtellt hätte, es am anderen Morgen vieder tsur Hand genommen hätte und erʃtaunt festgeʃtellt hätte, dass darin etva der Buchʃtabe „p“ tsu einem Buchʃtaben „f“ und so veiter gevorden väre.  Abgesehen dafon, dass es keine Vörterbücher gab,  –  haben fielmehr die Leute, die irgendvo tsviʃen dem heutigen Indien und der Gegend, in der heute germaniʃe ʃprachen geʃprochen verden, gevohnt haben, begonnen, anders tsu ʃprechen, und tsvar nicht alle, ja nicht einmal die meisten, sondern nur einige venige;  und diese einige venige varen nicht überall tsviʃen Indien und hier tserʃtreut, sondern vohnten alle in der gleichen Gegend, haben alle diese andere Art tsu ʃprechen  –  gevissermassen als neue ʃprachmode  –  mitgemacht und sich darum auch veiterhin ferʃtanden.  Abgesehen fon diesen einigen venigen haben alle anderen diese neue ʃprachmode nicht mitgemacht und veiterhin ihre indogermaniʃe Forʃprache geʃprochen.  –  Auch venn vir also vissen, dass sich nicht die ʃprache selber vandelt, sondern die ʃprechenden Menʃen anders tsu ʃprechen beginnen und sie es sind, die die ʃprache vandeln, ʃprechen vir gerne der Einfachheit halber fon ʃprachvandel.  – 

Erst ʃpäter haben sich dann ihrerseits aus der tsunächst einmal altmodiʃ gebliebenen und unferʃobenen indogermaniʃen Forʃprache auf der einen Seite als neue ʃprachmoden das Altgriechiʃe und das Lateiniʃe auseinandergevandelt  –  und aus dem Lateiniʃen dann viederum als neue ʃprachmoden das Italieniʃe, das ʃpaniʃe und das Frantsösiʃe;  aus der bereits in der Ersten oder Germaniʃen Lautferʃiebung ferʃobenen germaniʃen ʃprache auf der anderen Seite haben sich dann das Deutʃe und die skandinaviʃen ʃprachen und mit fielen Komplikatsionen das Eŋliʃe auseinandergevandelt. 

Dass  –  vie bereits angedeutet  –  die Rasselbande, nämlich : 
der Popkorn-p-Laut und
der Detonatsions-t-Laut und 
der Knallkörper-k-Laut,
bereits bei dieser ʃprachmode, der Ersten oder Germaniʃen Lautferʃiebuŋ und damit am ʃprachvandel an forderster Front dabei var, tseigt sich an folgenden Beiʃpielen : 

Fom Popkorn tsum Fenster

In der Ersten oder Germaniʃen Lautferʃiebuŋ
vandelte sich der indogermaniʃe Popkorn-p-Laut
in den germaniʃen ʃprachen tsu einem Fenster-f-Laut. 

Der Popkorn-p-Laut entʃteht, indem die ʃprecherin oder der ʃprecher den Luftdruk hinter den fest geʃlossenen Lippen eine Veile anvaksen lässt und dann die Lippen plötslich öffnet, vodurch der markante poppige Laut tsu hören ist. 

Hält die ʃprecherin oder der ʃprecher die Luft hingegen nicht hinter den Lippen an, sondern lässt sie gleichmässig und gemächlich tsviʃen den forderen Obertsähnen und der Unterlippe hindurchfliessen, ist der sacht blasende Fenster-f-Laut tsu hören, der entʃteht, venn vir im Kalender einen Bleiʃtifteintrag mit dem Radiergummi ausradiert haben und dann leicht über das Papier geneigt die Radiergummireste vegblasen. 

In der nicht ferʃobenen indogermaniʃen Forʃprache und in der ʃpäter dafon veggevandelten lateiniʃen ʃprache blieb der Popkorn-p-Laut beʃtehen, so dass der Fuss auf lateiniʃ veiterhin mit einem Popkorn-p-Laut beginnt und „pes“ heisst („piede“ auf italieniʃ, „pie“ auf ʃpaniʃ und „pied“ auf frantsösiʃ), vährend er in den germaniʃen ʃprachen mit einem Fenster-f-Laut beginnt und auf deutʃ ein „Fuss“ und auf eŋliʃ ein „foot“ ist.  In gleicher Veise beginnt der Fiʃ auf lateiniʃ veiterhin mit einem Popkorn-p-Laut und heisst „piscis“, vährend er in den germaniʃen ʃprachen mit einem Fenster-f-Laut beginnt und auf deutʃ ein „Fiʃ“ und auf eŋliʃ ein „fish“ ist. 

Die ʃprachforʃerinnen und ʃprachforʃer ʃprechen so.  Natürlich hat sich nicht der Popkorn-p-Laut tsu einem Fenster-f-Laut gevandelt, sondern die einigen venigen, deren Nachkommen ʃpäter die Germaninnen und Germanen vurden, haben als neue ʃprachmode begonnen, in beʃtimmten Vörtern ʃtatt eines Popkorn-p-Lautes einen Fenster-f-Laut tsu ʃprechen. 

Fom tu tsum Du

In der Ersten oder Germaniʃen Lautferʃiebuŋ
vandelte sich der indogermaniʃe Detonatsions-t-Laut fon einem Eksplosionslaut tsu einem Reibelaut, der heute im Eŋliʃen mit den beiden Buchʃtaben „t“ und „h“, also „th“ dargeʃtellt vird und etva in den eŋliʃen Vörtern „bath“ für „Bad“ oder „the third man“ für „der Dritte Mann“ forkommt, voraus gleichtseitig ersichtlich vird, dass dieser Laut in der deutʃen ʃprache heute als Du-d-Laut geʃprochen vird. 

In der nicht ferʃobenen indogermaniʃen Forʃprache und in der ʃpäter dafon veggevandelten lateiniʃen ʃprache blieb der Detonatsions-t-Laut beʃtehen, so dass der ʃterbende Caesar den ihn ermordenden Brutus veiterhin mit einem Detonatsions-t-Laut angeʃprochen und „Et tu, Brute ?“ tsu ihm gesagt hat (oder „tu“ auf italieniʃ oder „tu“ auf ʃpaniʃ oder „toi“ auf frantsösiʃ), vohingegen ich Sie, liebe Leserin und lieber Leser, venn vir einander kennen vürden und miteinander per Du vären, mit „Auch Du bist hier !“ anʃprechen vürde, venn vir einander beiʃpielsveise unforhergesehenerveise auf gegenläufigen Rolltreppen eines internatsionalen Flughafens kurts begegnen vürden.  In der eŋliʃen Bibel ʃpricht Adam vie fon der Ersten oder Germaniʃen Lautferʃiebuŋ forgesehen Gott mit „thou“ an, venn er die ʃuld an der Apfelmahltseit auf Eva ʃiebt :  „The woman whom thou gavest to be with me, she gave me of the tree, and I did eat.“ [11]

In gleicher Veise beginnt ein Dritter auf lateiniʃ veiterhin mit einem Detonatsions-t-Laut und heisst „tertius“, vährend er in der deutʃen ʃprache mit einem Du-d-Laut beginnt und ein „Dritter“ ist und im eŋliʃen als „third“ mit einem „th“ beginnt. 

Die ʃprachforʃerinnen und ʃprachforʃer ʃprechen so.  Natürlich hat sich nicht der Detonatsions-t-Laut tsu einem Du-d-Laut gevandelt, sondern die einigen venigen, deren Nachkommen ʃpäter die Germaninnen und Germanen vurden, haben als neue ʃprachmode begonnen, in beʃtimmten Vörtern ʃtatt eines Detonatsions-t-Lautes einen Du-d-Laut tsu ʃprechen. 

Fom Knallkörper-k tsum Ach-und-Ich-Laut bis tsum Hauch-h-Laut

In der Ersten oder Germaniʃen Lautferʃiebuŋ
vandelte sich der indogermaniʃe Knallkörper-k-Laut in den germaniʃen ʃprachen über einen Ach-und-Ich-Laut tsu einem Hauch-h-Laut. 

Vird der Luftdruk hinter den fest geʃlossenen Lippen angehalten und dann plötslich losgelassen, entʃteht der Popkorn-p-Laut;  ferʃperrt die hinter die oberen Fordertsähne gepresste Tsuŋenʃpitse der Luft den Veg und gibt ihn dann plötslich frei, entʃteht der Detonatsions-t-Laut.  Der Knallkörper-k-Laut, um den es jetst geht, entʃteht, indem die ʃprecherin oder der ʃprecher den Luftdruk hinten im Gaumen eine Veile anvaksen lässt und dann plötslich loslässt.  Hält die ʃprecherin oder der ʃprecher die Luft hingegen nicht gants an, sondern lässt sie gleichmässig und gemächlich durchfliessen, entʃteht ein Reibelaut;  und tsvar ein ʃtimmhafter Reibelaut vie im Ach-Laut, venn die ʃprecherin oder der ʃprecher die ʃtimmbänder im Luftʃtrom ʃviŋen lässt;  lässt sie oder er die ʃtimmbänder im Luftʃtrom nicht ʃviŋen, dann entʃteht ein ʃtimmloser Reibelaut vie im Ich-Laut.  Räumt die ʃprecherin oder der ʃprecher den Gaumen gants aus dem Veg, so dass der Luftʃtrom ungehindert aus der Luŋe ins Freie gelaŋen kann, entʃteht der Hauch-h-Laut, vie etva beim hertshaften Ha-ha-ha-Lachen, einfach ohne „a“. 

In der nicht ferʃobenen indogermaniʃen Forʃprache und in der ʃpäter dafon veggevandelten lateiniʃen ʃprache blieb der Knallkörper-k -Laut beʃtehen, so dass das Herts auf lateiniʃ veiterhin mit einem Knallkörper-k-Laut beginnt und „cor“ heisst („cuore“ auf italieniʃ, „corazón“ auf ʃpaniʃ und „coeur“ auf frantsösiʃ mit dem Eigenʃaftsvort „cordial“), vährend es in den germaniʃen ʃprachen mit einem Hauch-h-Laut beginnt und auf deutʃ ein „Herz“ und auf eŋliʃ ein „heart“ mit dem Eigenʃaftsvort „hearty“ ist.  In gleicher Veise beginnt der Hund auf lateiniʃ veiterhin mit einem Knallkörper-k-Laut und heisst „canis“, vährend er in den germaniʃen ʃprachen mit einem Hauch-h-Laut beginnt und auf deutʃ ein „Hund“ und auf eŋliʃ ein „hound“  –  wie etwa in „The Hound of the Baskervilles“  –  ist. 

Die ʃprachforʃerinnen und ʃprachforʃer ʃprechen so.  Natürlich hat sich nicht der Knallkörper-k-Laut tsu einem Hauch-h-Laut gevandelt, sondern die einigen venigen, deren Nachkommen ʃpäter die Germaninnen und Germanen vurden, haben als neue ʃprachmode begonnen, in beʃtimmten Vörtern ʃtatt eines Knallkörper-k-Lautes einen Hauch-h-Laut tsu hauchen. 

Diese neue ʃprachmode kam aber, vie bereits gesagt, gants aus der Mode, als Hannibal mit seinen Elefanten über die Alpen tsog.  ʃpäter, im Mittelalter, kam bei den Eŋländerinnen und Eŋländern eine andere Mode auf :  sie übernahmen Vörter aus dem damaligen Frantsösiʃen, tsum Beiʃpiel „cordial“ für „herzlich“.  Dabei kam keine Eŋländerin und kein Eŋländer mehr auf die Idee, den Knallkörper-k-Laut in „cordial“ tsu einem Hauch-h-Laut verden tsu lassen,  –  es blieb beim „cordial“,  –  so dass die Eŋländerinnen und Eŋländer tsvei Vörter für „herzlich“ haben :  „hearty“, das die Erste oder Germaniʃe Lautferʃiebuŋ mitgemacht hat, und „cordial“, das sich erst in den eŋliʃen Vortʃats eingesellte, als die Erste oder Germaniʃe Lautferʃiebuŋsmode läŋst forbei var.  Beide aber sind Nachfahren des indogermaniʃen „cor“. 

Veg und doch da

Varum hören vir in der deutʃen ʃprache heute immer noch Popkorn-p-Laute, Detonatsions-t-Laute und Knallkörper-k-Laute, venn sich diese drei Eksplosionslaute doch in der Ersten oder Germaniʃen Lautferʃiebuŋ tsu Reibelauten, tsum Fenster-f-Laut, tsum eŋliʃen „th“ oder tsum deutʃen Du-d-Laut und tsum Hauch-h-Laut gevandelt haben sollen ? 

Die drei Eksplosionslaute haben die Mode der Ersten oder Germaniʃen Lautferʃiebuŋ nicht in allen Fällen mitgemacht, sondern nur in gevissen Fällen;  in den anderen Fällen blieben sie so, vie sie varen;  darum hören vir sie auch heute noch.  Dann var diese Mode nur vährend einer gevissen Tseit Mode :  Vörter, die einen Popkorn-p-Laut, einen Detonatsions-t-Laut oder einen Knallkörper-k-Laut enthielten, aber tsu einem Tseitpuŋkt fon aussen in die deutʃe ʃprache eingetreten sind, als die Mode ʃon nicht mehr Mode var, haben diese Mode natürlich nicht mehr mitgemacht.  Dann gab es ʃliesslich vährend der Tseit der Ersten oder Germaniʃen Lautferʃiebuŋ auch eine gegenläufige Mode :  Die damaligen ʃprecherinnen und ʃprecher haben begonnen, bisherige veiche Laute neu als harte Eksplosionslaute austsuʃprechen. 

Tsum Beiʃpiel begannen die Indogermaninnen und Indogermanen, die ʃpäter die Germaninnen und Germanen vurden, in der Ersten oder Germaniʃen Lautferʃiebuŋ das veiche „d“ in „decem“, dem lateiniʃen Vort für „zehn“, mit einem harten Detonatsions-t-Laut tsu beginnen, vas im eŋliʃen Vort „ten“ für „zehn“ heute noch hörbar und sichtbar ist.  Sie begannen auch, das veiche „g“ in „gelu“, dem lateiniʃen Vort für „Eis“, das heute noch im italieniʃen „gelato“ für „Eis“ veich eingefroren ist, mit einem harten Knallkörper-k-Laut tsu beginnen und dementʃprechend „kalt“ tsu sagen.  Vährend also in gevissen Fällen die Eksplosionslaute der Rasselbande ferʃvanden, tauchten sie in anderen Fällen vieder auf.[12] 

Alles andere als eine Rasselbande

Mit grossem Interesse hören die Neuankömmliŋe im Kaffeehaus all diesen Ausführuŋen der bereits ansässigen Gäste tsu.  Eine oder einer findet nun aber, dass die Betseichnuŋ „Rasselbande“ für die drei Eksplosionslaute, für den Popkorn-p-Laut, für den Detonatsions-t-Laut und für den Knallkörper-k-Laut alles andere als glüklich sei.  Alle drei Mitlaute der „Rassel“ seien nämlich keinesvegs Eksplosionslaute, die auf einen ʃlag eksplodieren und dann nicht mehr da seien, sondern der rollende-r-Laut und der Slalom-s-Laut und der lallende-l-Laut seien alles Laute, die laŋe, laŋe und noch läŋer in die Läŋe getsogen und ausgehalten verden können, die man also eine gantse Veile rasseln lassen könne.  „Platskommando“ ʃiene ihr oder ihm tsum Beiʃpiel die tsutreffendere Betseichnuŋ für diese drei Laute, die vir nach einem Moment angehaltener Luft plötslich aus dem Munde platsen lassen.  Den ansässigen Gästen leuchtet dieses Argument ein.  Gerade veil darin alle drei, der Popkorn-p-Laut, der Detonatsions-t-Laut und der Knallkörper-k-Laut just in dieser Reihenfolge auftreten, sind sie mit der forgeʃlagenen Umbenennuŋ einferʃtanden. 

Leise Gedaŋken verden laut

Der Menʃ kann mit seinen ʃprechverktseugen eine beʃtimmt Tsahl fon Lauten herforbriŋen.  Die eintselnen ʃprachen brauchen aber nicht das gantse menʃenmögliche Arsenal an Lauten, sondern kommen mit einer geriŋeren Tsahl an Lauten aus.  Die deutʃe ʃprache kommt tsum Beiʃpiel ohne das eŋliʃe „th“ aus, vährend die eŋliʃe ʃprache den deutʃʃprachigen Ich-Laut vie in „ich“ nicht kennt;  die Eŋländerinnen und Eŋländer ʃprechen nur den Ach-Laut vie tsum Beiʃpiel in „Loch Ness“.  Mit dieser geriŋen Tsahl an Lauten bilden die Menʃen die Vörter ihrer jeveiligen ʃprache.  Sie bilden für jeden Gedaŋken ein Vort, das aus einem Laut beʃtehen oder aus mehreren Lauten tsusammengesetst sein kann.  Die indogermaniʃen Römerinnen und Römer bilden tsum Beiʃpiel aus fünf Lauten das Vort „corda“ für „Herzen“ oder eŋliʃ „hearts“.  Dann briŋen sie die Vörter in eine sinnfolle Reihenfolge, drüken damit ihre gantsen Gedaŋkengäŋe aus und teilen diese auf diese Veise ihren Mitmenʃen mit.  Vas der Menʃ ʃtill deŋkt, ʃpricht er auf diese Veise laut aus.   Das Gantse ist genial.  Die Ferʃtändiguŋ unter den Menʃen väre damit für alle Tseiten sicher geʃtellt. 

Evige Untsufriedenheit

Das Rätselhafte ist nur, dass es nicht dabei bleibt.  Aus unerfindlichen Gründen verden einige Indogermaninnen und Indogermanen, die ʃpäteren Germaninnen und Germanen, des anfäŋlichen Knallkörper-k-Lautes in „corda“ überdrüssig, machen eine ʃprachmode mit und ersetsen den Knallkörper-k-Laut durch einen Hauch-h-Laut,  gleichtseitig oder forher oder nachher ersetsen sie den veichen Du-d-Laut in der Mitte fon „corda“ durch einen harten Detonatsions-t-Laut, so dass die Hertsen der alten Römerinnen und Römer, die „corda“ in Eŋland als „hearts“ pochend tönen.  Die tseitenübergreifende Ferʃtändiguŋ vird damit ferunmöglicht.  Römerinnen und Römer erkennen in „hearts“ ihre „corda“ nicht vieder;  vas veiter nicht ʃlimm ist, da sie ja tot sind.  Und die Eŋländerinnen und Eŋländer halten das Vort „corda“,  –  venn sie es ʃriftlich for Augen haben,  –   für ein Vort aus einer gants anderen ʃprache, obvohl ihre „hearts“ nichts anderes als nach und nach immer vie germaniʃer und dann eŋliʃer ausgeʃprochene lateiniʃe „corda“ sind. 

In diesem Beiʃpiel sind keine Laute ferʃvunden und keine neuen fon aussen datsugekommen.  Die Laute haben im Ergebnis einfach ihre Plätse getauʃt und sich vie die Täntserinnen und Täntser im Ballett benommen.  Diese erʃeinen nach und nach in 18 Paaren auf der Bühne, tantsen Figuren, feranʃtalten ʃeinbar ein vildes Durcheinander und flattern in tsvölf Dreiergruppen veiter.  Die Musik hat fon Dur auf Moll und die Beleuchtuŋ fon hellrot auf duŋkelblau gevekselt, befor die Tsuʃauerinnen und Tsuʃauer gevahr verden, dass sich nun auf der Bühne neun Fiererreigen datsu im Kreise bevegen.  Alle drehen sich tsum Mittelpuŋkt, ʃtieben nach einem abrupten Taktveksel auseinander und viegen sich seksmal tsu sekst in tsvei gegenläufigen Kreisbahnen for den Kulissen und ferʃvinden ʃliesslich alle dahinter, voher sie dann aber promt vieder nach und nach in fier Neunerformatsionen herfortrippeln und nach einem grossen Finale tsu guter Letst als ʃvarm fon 36 ʃternʃnuppen im Veltall des duŋklen Bühnenhintergrundes ferglühen. 

Vie die Balletttäntserinnen und Balletttäntser sich nicht ein für alle Mal in ein und derselben Figur bevegen, so bilden die Laute die Vörter nicht ein für alle Mal in ein und derselben Geʃtalt.  Vie gesehen sind sie fielmehr in dauernder Beveguŋ und in ʃtetem Fluss.  Die Beveguŋ ist nicht fliŋk und hurtig vie ein ʃprudelnder Bergbach, sondern laŋsam und saumselig vie ein träger Gletʃer, kaum bemerkt fon einem laŋen Menʃenleben, vahrgenommen erst fon Viedergäŋerinnen und Viedergäŋern und fom Mond. 

Der ʃprachvandel ist unerklärlich, erfolgt aber nicht chaotiʃ, nicht kunterbunt und nicht nach Belieben, sondern nach gants beʃtimmten Regeln;  Regeln, die nicht offenkundig sind, sondern die erst bei genauer Betrachtuŋ fon den ʃprachforʃerinnen und ʃprachforʃern im Nachhinein entdekt verden.  An solche Regeln haben sich ʃprecherinnen und ʃprecher damals  –  vohl ohne es selber tsu vissen  –  gehalten, als sie der einen oder anderen ʃprachmode folgend begonnen haben, ihre Vörter anders lauten tsu lassen als bisher.  Die ʃprecherinnen und ʃprecher haben ihre ʃprache unbevusst gevandelt, aber so, dass die Ferʃtändiguŋ unter ihnen tsu keinem Tseitpuŋkt beeinträchtigt oder gar unterbrochen var.  Vohl verden sich alte und älteste Menʃen ʃon damals  –  vie heute  –  über gevisse neumodiʃe ʃprechveisen juŋer Leute aufgeregt und geärgert haben,  –  gegen die unsichtbare Macht des ʃprachvandels haben sie aber ʃon damals nichts ausrichten können.  Kaum etvas briŋt die evige Untsufriedenheit des Menʃen mit dem gegenvärtig Erreichten auf der einen Seite und sein rastloses Suchen nach Änderuŋ und Ferbesseruŋ auf der anderen Seite besser tsum Ausdruk als der dauernde Vandel seiner ʃprache. 

Forher und Nachher sichtbar

Foraussetsuŋ für die Viederentdekuŋ fon Regeln des ʃprachvandels ist tsunächst allerdiŋs, dass die Menʃen das Gesagte auf die eine oder andere Art überhaupt ʃriftlich festgehalten haben.  Erst die ʃrift ermöglicht es, mehr als nur fermutuŋsveise tsviʃen einer alten Lautuŋ und einer neuen Lautuŋ tsu unterʃeiden und geʃtütst darauf einen datsviʃenliegenden ʃprachvandel tsu erkennen. 

Eine veitere Foraussetsuŋ für die Viederentdekuŋ ist, dass die ʃreibenden Menʃen den ʃprachvandel in ihren ʃriftlichen Auftseichnuŋen nachgetragen haben.  Deŋkbar ist nämlich auch, dass die Menʃen tsvar nach einer Lautferʃiebuŋ anders geʃprochen haben als for der Lautferʃiebuŋ, dass sie die gevandelten Vörter aber veiterhin so geʃrieben haben, vie sie es bereits for der Lautferʃiebuŋ getan haben, dass sie also den ʃprachvandel ʃriftlich nicht mitgemacht und nicht nachgetragen haben.  Sie hätten dann so geʃprochen und anders geʃrieben und sich aus Nachtragsʃeu fom Grundsats „Für jeden Laut ein Buchʃtabe“ entfernt.  Genau so, vie es heute noch der Fall ist, venn vir das Vort „Vieh“ (bei den Praksistesterinnen und Praksistestern jetst „Fieh“) tsvar mit fier Buchʃtaben ʃreiben, dieses Vort aber nur mit tsvei Lauten, einem Fenster-f-Laut und einem Ibis-i-Laut ausʃprechen. 

Laŋe var Lateiniʃ die ʃprache der ʃreiberinnen und ʃreiber und glüklicherveise vird die deutʃe ʃprache erst seit kurtsem ʃriftlich festgehalten.  „Glüklicherveise“ darum, veil vegen der Nachtragsʃeu der Leute, die die deutʃe ʃprache ʃreiben, der Unterʃied, die Diskrepants, die Unʃtimmigkeit, ja Viderʃprüchlichkeit tsviʃen der geʃprochenen ʃprache und der geʃriebenen ʃprache vomöglich noch fiel grösser väre, als er heute ʃon ist, venn mit der ʃriftlichen Festhaltuŋ der deutʃen ʃprache tsu einem früheren Tseitpuŋkt begonnen vorden väre. 

Vo ein A ist, ist ein B nicht veit

Venn es in der tsveiten Hälfte des ersten Jahrtausends for Christus eine Erste oder Germaniʃe Lautferʃiebuŋ gegeben hat, dann vird es vohl auch eine Tsveite Lautferʃiebuŋ gegeben haben.  Diese Tsveite oder Althochdeutʃe Lautferʃiebuŋ vird in der tsveiten Hälfte des ersten Jahrtausends nach Christus angenommen.  Hatten sich in der Ersten oder Germaniʃen Lautferʃiebuŋ die germaniʃen ʃprachen fon den übrigen indogermaniʃen ʃprachen veggevandelt, so vandelte sich in der Tsveiten oder Althochdeutʃen Lautferʃiebuŋ die althochdeutʃe ʃprache fon den übrigen germaniʃen ʃprachen, das heisst fon der niederdeutʃen ʃprache, fon der eŋliʃen ʃprache und fon den skandinaviʃen ʃprachen veg.  Und vieder var das Platskommando, die ehemalige Rasselbande, also der Popkorn-p-Laut, der Detonatsions-t-Laut und der Knallkörper-k-Laut an forderster Front mit fon der Partie. 

Die im Süden vohnenden Germaninnen und Germanen begannen, den anlautenden Popkorn-p-Laut nicht mehr vie bis anhin ʃlags platsen tsu lassen, sondern ʃtufenlos in einen Fenster-f-Laut übergehen tsu lassen, sie sagten also nicht „pund“, vie es die germaniʃen Eŋländerinnen und Eŋländer in ihrem „pound“ heute noch tun, sondern eben modern und althochdeutʃ „pfunt“, heute „Pfund“.  In gleicher Veise heisst es auf hochdeutʃ „Pfad“, „Pfannkuchen“, „Pfeffer“ und „Pfefferminz“, vo im Eŋliʃen fon „path“, „pancake“, „pepper“ und „peppermint“ geʃprochen vird.  Dass der im Zauberberg tsur Kur veilende Mynheer Peeperkorn aus einer im Norden gelegenen Gegend herkommt, vo die Tsveite oder Althochdeutʃe Lautferʃiebuŋ nie Mode var, sieht und hört man seinem Namen an. 

Trafen die im Süden vohnenden Germaninnen und Germanen einen Popkorn-p-Laut nicht im Anlaut eines Vortes, sondern mitten drin oder am Ende, dann haben sie ihn follʃtändig durch einen Fenster-f-Laut ersetst und nennen das Ausruhen in der Nacht nicht mehr „schlap“, sondern „Schlaf“, vohingegen die Eŋländerinnen und Eŋländer immer noch fon „sleep“ reden.  In gleicher Veise heisst es in der Vortmitte hochdeutʃ auch „Pfeffer“ und „Pfefferminz“, vo im Eŋliʃen immer noch unferʃoben fon „pepper“ und „peppermint“ geʃprochen vird.  Gerade veil er aus dem im Norden gelegenen Hamburg angereist ist, heisst der Kurgast im Zauberberg „Castorp“;  väre er aus dem südlichen München gekommen, hätte er vohl „Castorf“ geheissen. 

Die im Süden vohnenden Germaninnen und Germanen begannen, den anlautenden Detonatsions-t-Laut nicht mehr vie bis anhin ʃlags platsen tsu lassen, sondern ʃtufenlos in einen Slalom-s-Laut übergehen tsu lassen, sie sagten also nicht etva „tid“, vie es die germaniʃen Eŋländerinnen und Eŋländer in ihrem „tide“ für „Gezeiten“ heute noch tun, sondern eben modern und althochdeutʃ „zit“, heute „Zeit“ („Tseit“).  In gleicher Veise heisst es auf hochdeutʃ „Zahn“ („Tsahn“), „Zehe“ („Tsehe“), „Zunge“ („Tsunge“) und „Ziegel“ („Tsiegel“), vo im Eŋliʃen fon „tooth“, „toe“, „tongue“ und „tile“ geʃprochen vird;  oder „zehn“ („tsehn“) für „ten“, „zwei“ („tsvei“) für „two“, „zwölf“ („tsvölf“) für „twelve“, „zwanzig“ („tsvantsig“) für „twenty“, „Zweig“ („Tsveig“) für „twig“ und „zwitschern“ („tsvitʃern“) für „twitter“.  Das Gleiche geʃah aber auch nach einem Konsonanten und ist hörbar und sichtbar, venn vir „Pfefferminze“ („Pfeffermintse“) sagen und ʃreiben, vährend es in Eŋland bei unferʃobenem „peppermint“ geblieben ist. 

Trafen die im Süden vohnenden Germaninnen und Germanen einen Knallkörper-k-Laut nicht im Anlaut eines Vortes, sondern mitten drin oder am Ende, dann haben sie ihn follʃtändig durch einen Ach-Laut ersetst und nennen das Gebäk nicht mehr etva „kake“, sondern althochdeutʃ „kuocho“, heute „Kuchen“, vohingegen die Eŋländerinnen und Eŋländer immer noch fon „cake“ reden.  In gleicher Veise heisst es hochdeutʃ auch „machen“, „Koch“ und „kochen“ und „Lauch“, vo im Eŋliʃen immer noch unferʃoben fon „make“, „cook“ und „cook“ und „leek“ geʃprochen vird.[13] 

Aus Luft vird Tinte

Geʃrieben vurde laŋe nur lateiniʃ.  Germaniʃe Vörter vurden nur geʃprochen und ferflüchtigten sich alsogleich im Luftraum.  Erst als die ʃprachmode der Tsveiten oder Althochdeutʃen Lautferʃiebuŋ in der tsveiten Hälfte des ersten Jahrtausends nach Christus forbei var, vurden althochdeutʃe Vörter, Sätse und Tekste in Buchʃtabenfiguren aus Tuʃ und Tinte auf Pergament und anderen Unterlagen festgehalten, und tsvar eben in der neuen, modiʃen Lautuŋ. 

ʃtillʃtehende Buchʃtaben, veglaufende Laute

Vie die Neuankömmliŋe im Kaffeehaus im füntsehnten ʃtokverk fon den Einheimiʃen erfahren, gab es neben der Ersten oder Germaniʃen Lautferʃiebuŋ in der indogermaniʃen ʃprache und der Tsveiten oder Althochdeutʃen Lautferʃiebuŋ in der germaniʃen ʃprache noch eine Antsahl anderer Änderuŋen, an denen auch Selbstlaute und Tsvielaute beteiligt varen.  Das Fernommene genügt aber den Neuankömmliŋen für die Erkenntnis, dass es die geʃprochene ʃprache ist, die sich ändert, vährend die geʃriebene ʃprache, einmal geʃrieben, auf immer unferändert bleibt.  Die Laute verden mit der Tseit nach und nach anders ausgeʃprochen und rennen so gevissermassen den ʃtillʃtehenden Buchʃtaben dafon. 

Diese allmähliche Entfernuŋ der Laute fon den Buchʃtaben führt aber datsu, dass mit der Tseit so geʃprochen und anders geʃrieben vird.  Fom Grundsats, pro Laut ein Buchʃtabe, vird abgevichen.  Der Grundsats, pro Laut ein Buchʃtabe, vird tsum Glaubenssats, veil die deutʃʃprachigen Menʃen immer noch glauben, sie vürden eine Lautʃrift fervenden,  –  im Gegensats tsu den Chinesinnen und Chinesen, die eine Bilderʃrift fervenden.  In Tat und Vahrheit fervenden die deutʃʃprachigen Menʃen eine Geheimʃrift, die veder eine Bilderʃrift noch eine Lautʃrift ist.  In anderen Lebensbereichen führen die deutʃʃprachigen Menʃen Feränderuŋen, die in der Virklichkeit ʃtattgefunden haben, in ihren Begriffen und ʃriftlichen Äusseruŋen nach.  Es bereitet ihnen keine Mühe, im Teiche ʃvimmende Kaulquappen, nachdem sie grösser gevorden sind, ihnen fier Beinchen mit Füsschen gevaksen sind und sie das ʃväntschen ferloren haben, als Fröʃe tsu betseichnen;  tsvaŋslos hören sie auf, eine Larfe „Larve“ tsu nennen, venn daraus offensichtlich eine Libelle geʃlüpft ist;  ohne veitere Umʃtände nennen sie ein Mädchen, venn es alt genug ist, eine Frau und einen Knaben, venn er alt genug ist, einen Mann.  Allein mit der geʃriebenen ʃprache tun sie sich ʃver.  Sie ʃreiben veiterhin „Vieh“ mit fier Buchʃtaben, obvohl sie das Vort lediglich mit tsvei Lauten ausʃprechen.  So machen sie sich selber das Leben ʃver und noch ʃverer fremdʃprachigen Menʃen, die die deutʃe ʃprache lernen vollen, und ihren eigenen Kindern, venn diese in der ʃule mühselig lernen müssen, dass die deutʃe ʃprache gants anders geʃrieben vird, als sie ausgeʃprochen vird.  Auf diese Veise verden im deutʃʃprachigen Raum tagtäglich allergrösste Meŋen an Deŋkkraft sinnlos ferʃleudert.  Venn diese Deŋkkraft dereinst für Besseres eingesetst verden vird, ist nicht ausgeʃlossen, ja antsunehmen, dass die Tsahl der Nobelpreisträgerinnen und Nobelpreisträger auf 10 Millionen deutʃʃprachiger Menʃen merklich ʃteigen vird;  fon veiteren Ferbesseruŋen der allgemeinen Lebensqualität gants tsu ʃveigen.  Das alles beʃtärkt die neuangekommenen Praksistesterinnen und Praksistester in ihrem Forhaben forttsufahren, venigstens in e-Melduŋen und SMS und veiteren elektroniʃen Gedaŋkenaustauʃsystemen so tsu ʃreiben, vie sie ʃprechen. 

Vendeltreppenʃteigen

Sie bedaŋken sich bei den Einheimiʃen höflich für die erhaltenen Angaben über die ʃprachentvikluŋ und ʃteigen

 

/Sprix-1-27/

27. Februar 2021 / RT

 

[11]           The Bible, Authorized King James Version, Oxford University Press1998, Genesis 3,12.

[12]           Viele weitere Einzelheiten über die Erste oder Germanische Lautverschiebung finden sich in : Ernst, Peter, Deutsche Sprachgeschichte, Stuttgart 2012, Seiten 65-70 sowie unter :
http://de.wikipedia.org/wiki/Erste_Lautverschiebung  –  zuletzt besucht am 9. Juli 2013.

[13]           Viele weitere Einzelheiten über die Zweite oder Hochdeutsche Lautverschiebung finden sich
in : Ernst, Peter, Deutsche Sprachgeschichte, Stuttgart 2012, Seiten 92 ff. sowie unter :
http://de.wikipedia.org/wiki/Zweite_Lautverschiebung  –  zuletzt besucht am 15. Juli 2013.

 

am Sonntag, dem 28. März 2021 auf der Vendeltreppe hinauf in

 

das sechtsehnte ʃtokverk, vo tsvei gants andere Vege gehen

 

Ich und Ach

Iç und Ax

 

Die Fervandluŋ ihrer ʃriftlichen Äusseruŋen venigstens in e-Melduŋen und SMS und veiteren elektroniʃen Gedaŋkenaustauʃsystemen haben die Praksistesterinnen und Praksistester damals im ersten ʃtokverk unten begonnen, indem sie aus der Überleguŋ, dass einem Laut ein Buchʃtabe entʃprechen soll, an ʃtelle der Folge der drei Buchʃtaben „s“ und „c“ und „h“ in Vörtern vie „vuschelhaarig“, „Schlaraffenland“ und „Schleiereule“ das ihnen aus der internatsionalen Lautʃrift bekannte Tseichen „ʃ“ für den ʃaumvein-ʃ-Laut fervendet und also „vuʃelhaarig“, „ʃlaraffenland“ und „ʃleiereule“ geʃrieben haben und seither veiterhin ʃreiben. 

Die gleiche Überleguŋ, dass einem Laut ein Buchʃtabe entʃprechen soll, venden sie nun hier im sechtsehnten ʃtokverk auf die Folge der tsvei Buchʃtaben „c“ und „h“ in Vörtern vie „Kichererbse“, „Bierbecher“, „Kochkunst“ und „Kuchenteller“ an. 

Vährend aber die drei Buchʃtaben „s“ und „c“ und „h“ für einen eintsigen Laut, nämlich für den ʃaumvein-ʃ-Laut ʃtanden  –  und darum durch ein eintsiges Tseichen, das „ʃ“, ersetst verden konnten, ʃtellen sie hier bei genauem Hinhören fest, dass die beiden Buchʃtaben „c“ und „h“ gleich für tsvei Laute ʃtehen, nämlich : 

–         einerseits für den Ich-Laut in Vörtern vie „Ich“, „Kichererbse“, „lieblich“ und „fürchterlich“,

und

–         anderseits für den Ach-Laut in Vörtern vie „Ach“, „Bach“, „Lochkartensystem“ und „Buchʃtabe“. 

Dass ein und dieselbe Buchʃtabenfolge „c“ und „h“ für tsvei ferʃiedene Laute ʃtehen soll, viderʃpricht der fon den Praksistesterinnen und Praksistestern angeʃtrebten Eindeutigkeit. 

Venn der Taŋk leer ist, füllt die Fahrtseugleŋkerin oder der Fahrtseugleŋker an der Taŋkʃtelle Bentsin nach, venn ihr oder sein Fahrtseug mit einem Bentsinmotor betrieben vird;  sie oder er füllt Diesel nach, venn ihr oder sein Fahrtseug mit einem Dieselmotor betrieben vird.  Diesel ʃadet dem Bentsinmotor und dem Dieselmotor ʃadet Bentsin.  Aus diesem Grunde verden Bentsintsapfsäulen und Dieseltsapfsäulen eindeutig foneinander unterʃieden.  Ja, die Einfüllpistole des ʃlauches einer Bentsintsapfsäule ist so geʃtaltet, dass sie nicht in den Einfüllʃtutsen des Taŋkes eines dieselmotorbetriebenen Fahrtseuges passt, und die Einfüllpistole des ʃlauches einer Dieseltsapfsäule ist so geʃtaltet, dass sie nicht in den Einfüllʃtutsen eines bentsinmotorbetriebenen Fahrtseuges passt.  Auf diese Veise ist sichergeʃtellt, dass Automobilistinnen und Automobilisten aus Sizilien an einer Taŋkʃtelle auf der Isle of Skye auf Anhieb und ohne ʃvierigkeiten und ohne ʃaden antsurichten ihrem leeren Taŋk den richtigen Treibʃtoff tsuführen.  Bentsin oder Diesel getaŋkt vird alle paar Tage, auf einer grösseren Reise fielleicht täglich.  Vordere Ich-Reibelaute und hintere Ach-Reibelaute hingegen verden nicht täglich, sondern ʃtündlich und minütlich geʃprochen und geʃrieben. 

Es ʃeint daher den Praksistesterinnen und den Praksistestern sehr angebracht tsu sein, die vorne im Mund gesprochenen Ich-Laute und die hinten im Mund gesprochenen Ach-Laute in der ʃrift so eindeutig foneinander tsu unterʃeiden, vie an den Taŋkʃtellen die Bentsintsapfsäulen und die Dieseltsapfsäulen eindeutig foneinander unterʃieden verden.  Das ist nicht nur eine Forderuŋ der Fernunft, sondern erleichtert fremdʃprachigen Personen das Erlernen der deutʃen ʃprache in Vort und ʃrift sehr, erleichtert es aber auch deutʃʃprachigen Kindern, gehörtes Deutʃ tsu ʃreiben und geʃriebenes Deutʃ austsuʃprechen. 

Je nach dem, ob die tsvei Buchʃtaben „c“ und „h“ für einen Ich-Laut oder für einen Ach-Laut ʃtehen,  –  vir haben es hier also mit Tsvilliŋbsbrüder-Doppelbuchʃtaben tsu tun,  –  fervenden nun die Praksistesterinnen und Praksistester an deren ʃtelle

–         das ihnen aus der internatsionalen Lautʃrift bekannte Tseichen
„ç“ für den Ich-Laut

oder

–         das ihnen aus der internatsionalen Lautʃrift bekannte Tseichen
„x“ für den Ach-Laut. 

Sie maxen also vieder ʃreibübuŋen und ʃreiben Sätse vie :  „Ferbliçene Erbsen kiçern niçt.“  –  „Axt Bierbeçer und axt Bierbeçer maxen seçtsehn Bierbeçer.“  –  „Das Dax kraxt, dox der Kox koxt veiter.“  –  „Ein Geviçt hat niçts niçt ist vie Niçts hat kein Geviçt.“  –  „Tsu laxen gibt’s hier niçts.“  –  „Suxen Biençen Kuxen ?“  –  „Biençen suxen Kuxen.“  –  „Mit ihren Kartenlöçern taugen Loxkarten als Ansiçtskarten niçt.“  –  „Und viederum triŋkt das Heiderösçhen tsusammen mit Lieschen, Hänschen und dem Mäusçen ein Gläsçen ʃaumvein.“  –  „Die ʃpäte Vespe ʃtiçt in See.“  –  „Die Menʃen vären niçt glükliç, venn alle Menʃen glükliç vären.“  –  „Axtuŋ !  Diese Buxʃtaben können ihre Gesundheit gefährden !“  –  „Höçstvahrʃeinliç lässt der flaksblonde Aŋelsakse oder die flaksblonde Aŋelsäksin im Geväkshaus Erikageväkse und Liliengeväkse tsusammen aufvaksen.“  –  „Mittwochs ist der Okse immer auf Akse.“  –  „Der Naxvuks der Lüksin und des Lukses lukst der Füksin und dem Fuks die Gans ab und den Gänseriç.“  –  „Ist Tsuvaks an Alter aux Tsuvaks an Veisheit ?“  –  „Ausgevaksen sind der Geldveksler und die Geldvekslerin näçstens hoxgevaksen.“ 

„c“ freut siç

Tsuerst vurde der Buxʃtabe „c“ aus dem „Schaumvein“ durx den Buxʃtaben „ʃ“ im „ʃaumvein“ fertrieben;  dann vurde ihm nox sein Dasein im „Glück“ durx das „Glük“ ferunmögliçt, vas ihn ja im axten ʃtokverk fiele Tränen veinen liess.  Er ʃien damals niçts mehr tsu tun tsu haben und kam siç überflüssig for.  Und alles nur vegen Ockham.  Seither hat siç in seinem Leben fiel ferändert.  Ermuntert durx die Praksistesterinnen und Praksistester hat er siç aufgemaxt und hat in Cincinnati seine eŋliʃen ʃpraxkenntnisse erveitert und ʃaut und hört siç seither immer vieder eŋliʃʃpraxige Filme ohne Untertitel an.  Das Angebot, mit einem cédille genannten ʃväntsçen ausgeʃtattet, ab sofort in e-Melduŋen und SMS und veiteren elektroniʃen Gedaŋkenaustauʃsystemen den Iç-Laut dartsuʃtellen, nimmt er ʃtolts an und ʃtimmt dieser betriebsinternen Lösuŋ freudeʃtrahlend tsu.  Nax seinem Rükflug aus Cincinnati hat er nämliç an einem Tseituŋsʃtand im Flughafen in eine türkiʃe Tseituŋ gegukt und gesehen, dass der mit einem cédille genannten ʃväntsçen ausgeʃtattete Buxʃtabe „c“ darin eine tragende Rolle ʃpielen darf.  Das erleiçtert ihm die Annahme dieses Angebotes tsusätsliç. 

„x“ freut siç aux

Obvohl der Buxʃtabe „x“ im neunten ʃtokverk seinen Plats tsugunsten der beiden Buxʃtaben „k“ und „s“, etva in „Hekse“ ʃtattt „Hexe“ und „Ksylofon“ ʃtatt „Xylofon“ hat räumen müssen, blieb er veiterhin und immertsu guten Mutes.  Er ʃpielte und ʃpielt ja immer nox die Rolle der geheimnisfollen unbekannten Grösse in algebraiʃen Formeln und Kriminalromanen, trat und tritt als Multiplikatsionstseiçen auf, giŋ und geht auf x-Beinen, braxte und briŋt auf den riçtigen Feldern auf Lottoʃeinen angebraxt kleineres und grösses Glük, entʃeidet auf Vahltsetteln über den Eintsug in Parlamente und andere Ämter und bei Folksabʃtimmuŋen über Annahme oder Ferverfuŋ fon politiʃen Geʃäften.  Über Laŋeveile musste und muss er siç niçt beklagen.  Das Angebot, ab sofort in e-Melduŋen und SMS und veiteren elektroniʃen Gedaŋkenaustauʃsystemen den Ax-Laut dartsuʃtellen, freut aux ihn, aux er nimmt es ʃtolts an und ʃtimmt dieser betriebsinternen Lösuŋ freudeʃtrahlend tsu. 

Sehr belustigen tut ihn der Umʃtand, dass er, der Buxʃtabe „x“, in seiner neuen Rolle als Ax-Laut, vie im Grieçiʃen „х“, also „çi“ (ehemals „Chi“) genannt und ausgeʃproxen vird, und in dieser Ausʃpraxe vieder auf seinen ehemaligen Tsvilliŋbsbruder-Doppelbuxʃtaben „ch“ für den Iç-Laut trifft. 

Vendeltreppenʃteigen

Die Praksistesterinnen und Praksistester sind selber erʃtaunt, vie raʃ und problemlos sie es siç angeeignet haben, an ʃtelle der Buxʃtabenferbinduŋ „c“ und „h“ je nax gehörtem Ax-Laut oder Iç-Laut die Buxʃtaben „x“ oder „ç“ tsu ʃreiben, und verden gevahr, dass sie nun fiel mehr als früher hören, vas sie ʃreiben.  Sie ferlassen das seçtsehnte ʃtokverk und begeben siç

 

/Sprix-1-28/

28. März 2021 / RT

 

am Dienstag, dem 27. April 2021 über die Vendeltreppe hinauf in

 

das siebtsehnte ʃtokverk, vo „ç“ drauf ʃteht, venn „ç“ drin ist

 

sonnig

sonniç

 

Im siebtsehnten ʃtokverk ʃtellen die Praksistesterinnen und Praksistester fest, dass sie niçt nur hören, vas sie ʃreiben, sondern tsuveilen aux, dass sie etvas ʃreiben, und etvas Anderes hören.  Sie ʃreiben tsum Beiʃpiel „eindeutig“ und hören eindeutig, dass sie es „eindeutiç“ ausʃpreçen.  Sie fersuxen es mit etvas „Honig“ und hören klar und deutliç „Honiç“.  „Ruhig Blut !“, ʃreiben sie siç, bekommen aber aux dieses Mal „Ruhiç Blut !“ tsu hören.  Tsu guter Letst tsählen sie nox bis fünfundfüntsig und erfahren, dass sie „tsvantsiç“, „dreissiç“, „fiertsiç“ und „fünftsiç“, und dann „einundfüntsiç“, „tsveiundfünftsiç“, „dreiundfüntsiç“, „fierundfüntsiç“ und “fünfundfüntsiç“ sagen. 

Sie erinnern siç nun an das tsveite ʃtokverk, vo sie festgeʃtellt haben, dass sie niçt nur dann einen ʃaumvein-ʃ-Laut ausʃpreçen, venn sie die drei Buxʃtaben „s“ und „c“ und „h“ sehen, sondern häufig aux dann, venn sie am Anfaŋ eines Vortes auf den Buxʃtaben „s“ den Buxʃtaben „p“ oder den Buxʃtaben „t“ folgen sehen, vie etva in „sportberiçterstattuŋ“, „struppelhaarig“, „strassenlaterne“, „sperbereule“ oder „steinkauts“ und infolgedessen seither „ʃportberiçterʃtattuŋ“, „ʃtruppelhaarig“, „ʃtrassenlaterne“, „ʃperbereule“ oder „ʃteinkauts“ ʃreiben.  Und sie erinnern siç an das fierte ʃtokverk, vo ihnen aufgefallen ist, dass sie ein „ŋ“ niçt nur dort ʃpreçen, vo sie die tsvei Buxʃtaben des Buxʃtabenduos „n“ und „g“ sehen, vie etva in „eŋ“ (ex-„eng“) und „laŋ“ (ex-„lang“), sondern häufig aux dann, venn sie im Inneren eines Vortes auf den Buxʃtaben „n“ den Buxʃtaben „k“ folgen sehen, vie etva in „Hiŋkelʃtein“ (ex-„Hinkelʃtein“).  Sie ferfahren nun im siebtsehnten ʃtokverk gleiç, vie sie im tsveiten ʃtokverk und im fierten ʃtokverk ferfahren sind, und ʃreiben ein „ç“, venn sie am Ende eines Vortes einen Iç-Laut hören.  So ʃreiben sie etva :  „ʃtruppelhaariç“.  –  „Fiertsiç Bienen sammeln fleissiç Honiç.“  –  „Veniç ist niçt fiel, aber mehr als niçts.“  –  „Venn es heute sonniç ist, haben vir einen sonnigen Tag.“  –  „Namentliç Hedwig und Ludwig maxen hier niçt mit.“ 

Einige Praksistesterinnen und Praksistester verden darob missmutiç.  Ihnen gefällt gar niçt, dass der Köniç so und die Königin anders geʃrieben vird, dass etvas billiç ist und etvas Anderes billiger ist.  Sie finden, dass der „König“ und die „Königin“, ja aux die „Könige“, und in gleiçer Veise aux „billig“ und „billiger“ tsusammengehören, ein und dasselbe Vort sind und darum immer gleiç geʃrieben verden sollten.  Sie überlegen siç darum, mit der Anvenduŋ des Grundsatses, jeden Laut in jeder ʃtelluŋ mit ein und demselben Buxʃtaben viedertsugeben, hier auftsuhören und alle Erʃeinuŋsformen ein und desselben Vortes immer gleiç tsu ʃreiben, also „König“ und „Königin“ und „billig“ und „billiger“. 

Die meisten Praksistesterinnen und Praksistester halten dem entgegen, dass die ʃrift ja nur die ʃpraxe, und tsvar die geʃproxene ʃpraxe abbilde.  Die deutʃ ʃpreçenden Menʃen vürden nun einmal in ihrer Lebensvirkliçkeit den Köniç so und die Königin anders ausʃpreçen.  Venn man eine Einheitliçkeit herbeiführen vollte, müsste man auf der Ebene der Lebensvirkliçkeit die deutʃ ʃpreçenden Menʃen datsu briŋen, alle Erʃeinuŋsformen ein und desselben Vortes gleiç austsuʃpreçen, also entveder „Köniç“ und „Köniçin“ und „billiç“ und „billiçer“ oder „König“ und „Königin“ und „billig“ und „billiger“;  erst dies könnte datsu führen, dass  –  dem Grundsats „für jeden Laut ein Buxʃtabe“ folgend  –  aux auf der Ebene der ʃrift alle Erʃeinuŋsformen ein und dessselben Vortes aux gleiç geʃrieben vürden.  Vie sie im fünftsehnten ʃtokverk gehört hätten, ändere siç die geʃproxene ʃpraxe aber beʃtändiç und niemand sei im ʃtande, diese Änderuŋ tsu beeinflussen oder gar auftsuhalten.  Es können die deutʃ ʃpreçenden Menʃen tsvar angehalten verden, ʃteuern tsu betsahlen oder auf einen Knopf tsu drüken und das Aufleuçten eines grünen Männçens abtsuvarten, befor sie eine ʃtrasse überqueren, es sei aber niemand im ʃtande, den deutʃ ʃpreçenden Menʃen fortsuʃreiben, vie sie tsu ʃpreçen hätten, ja sie selber vüssten niçt einmal, varum sie eine ʃpraxmode mitmaxen und eine andere niçt mitmaxen vürden.  Vürden „König“ und „Königin“ und „billig“ und „billiger“ gleiç geʃrieben, vürde die ʃrift die Ausʃpraxe niçt abbilden, sondern etvas forʃpiegeln, vas es in der Virkliçkeit gar niçt gäbe.  Das hätte nur tsur Folge, dass fremdʃpraxige Personen, die die deutʃe ʃpraxe lernen vollten, und deutʃʃpraxige Kinder, die lernen, Deutʃ tsu ʃreiben, lernen müssten, dass gevisse Vörter so ausgeʃproxen und anders geʃrieben verden.  Das vürde aber das Erlernen der deutʃen ʃpraxe erʃveren, und das soll ja gerade fermieden verden.  Die deutʃ ʃpreçenden Praksistesterinnen und Praksistester selber vürden dann vieder vie bisher so reden und anders ʃreiben.  Nun hätten sie aber erkannt, dass das unfernünftiç sei und dem Grundsats, jeden Laut mit ein und demselben Buxʃtaben viedertsugeben, viderʃpreçe.  Ver aber einmal tsur Fernunft gekommen ist, kommt dafon niçt mehr los. 

Tsukerbäkerinnen und Tsukerbäker fertsieren Hoxtseitstorten, Geburtstagskuxen und anderes Feiertagsgebäk gerne mit ʃönen, roten Hertsçen aus Martsipan oder anderem Tsukertseug.  Dabei vissen alle Festtagstiʃgenossinnen und Festtagstiʃgenossen, venn sie hertshaft in die Kuxenʃtüke und die ʃönen, roten Hertsçen beissen, dass ihre Hertsen in ihren Brustkästen niçt so hellrot, ebenmässiç und vohlgeʃtalt sind, sondern gants anders aussehen und eher als etvas unförmige Gebilde daherkommen.  Es gibt also ʃon Situatsionen im Leben, in denen es niçt viçtiç ist, dass das Bild der Virkliçkeit entʃpriçt.  Eine solçe Situatsion liegt aber niçt for, venn es darum geht, geʃproxene Vörter ʃriftliç festtsuhalten. 

Diese Überleguŋen bevegen die meisten der einigen missmutigen Praksistesterinnen und Praksistester, ihren Missmut auftsugeben und aux im Falle fon Köniç und fon Königin und so veiter den Grundsats, jeden Laut mit einem Buxʃtaben viedertsugeben, antsuvenden. 

Tsvei Praksistesterinnen und tsvei Praksistester hingegen lassen siç fon diesen Überleguŋen niçt bevegen.  Sie halten an der Einheitliçkeit des ʃriftliçen Auftritts einer Vortfamilie fest, ungeaxtet der Ferʃiedenheit in der geʃproxenen ʃpraxe. 

Dies um so mehr, sagen sie, als diese Ferʃiedenheit in der geʃproxenen ʃpraxe für das Ferʃtändnis des Geʃproxenen gar niçt tsviŋend sei.  Es verde nämliç der „König“ aux dann ferʃtanden und niçt mit dem Kaiser fervekselt, venn er so ausgeʃproxen verde, vie er bisher immer geʃrieben vurde, nämliç mit einem Gurgel-g-Laut am Ende vie die Königin. 

Und sie viederholen die bereits einmal gevonnene Einsiçt, dass entʃeidend für die Ferʃtändiguŋ unter den Menʃen niçt ist, ob etvas riçtiç oder falʃ geʃrieben ist;  dass entʃeidend fielmehr ist, ob etvas ferʃtändliç oder unferʃtändliç geʃrieben ist.  Ein Kind, das ʃreibt, es sei mit dem Tsug in den Tsirkus gefahren, gibt eine ferʃtändliçe Antvort auf die Frage, vie es denn in den Tsirkus gelaŋt sei.  ʃreibt es hingegen, es sei mit dem Gust gekommen, gibt es eine unferʃtändliçe Antvort.  Die Unterʃeiduŋ „riçtiç“ und „falʃ“ ist veltfremd und eine Erfinduŋ fon Oberlehrerinnen und Oberlehrern, die mit Hilfe dieser Unterʃeiduŋ fersuxen, aus einer bunten Kinderʃar die ihrer Meinuŋ nax für eine höhere ʃulbilduŋ geeigneten grauen Mäusekinder heraustsufiltern. 

Eine Praksistesterin und ein Praksistester entʃliessen siç, in das seçtsehnte ʃtokverk tsurüktsukehren und die bis dorthin gelernten und eingeübten Fervandluŋen ihrer ʃriftliçen Äusseruŋen veiter antsuvenden;  mehr vollen sie aber niçt mitmaxen und siç auf veitere Feränderuŋen niçt einlassen;  veniçstens forläufiç niçt. 

Eine andere Praksistesterin und ein anderer Praksistester ferabʃieden siç sogar endgültiç fon den Ferbleibenden und fon der Virkliçkeit des siebtsehnten ʃtokverkes.  Sie ferlassen das Buxʃtabenhoxhaus und tsiehen siç auf das Gefiert ihrer herkömmliçen ʃreibtiʃe tsurük.  

Vendeltreppenʃteigen

Die ferbleibenden Praksistesterinnen und Praksistester sind tsunäçst etvas erʃroken über diese unervarteten Abʃiede, fassen siç aber bald, sind geʃpannt, vie es veiter geht und ʃteigen

 

/Sprix-1-29/

 

27. April 2021 / RT

 

am Mittwoch, dem 26. Mai 2021 auf der Vendeltreppe hinauf in

das axttsehnte ʃtokverk, vo die Qual ein Ende hat

Qual

Kval

 

Aux im axttsehnten ʃtokverk hören sie siç beim ʃreiben tsu und hören einen Knallkörper-k-Laut und einen Vasco-da-Gama-v-Laut, venn sie tsum Beiʃpiel im Vort „Querkopf“ die Buxʃtaben „q“ und „u“ ʃreiben.  Aus der Überleguŋ, dass einem Laut ein Buxʃtabe, und tsvar immer derselbe, entʃpreçen soll, geben sie den Knallkörper-k-Laut und den Vasco-da-Gama-v-Laut immer mit den Buxʃtaben „k“ und „v“ vieder, ʃreiben also niçt „Querkopf“, sondern „Kverkopf“.  Auf den ersten Blik sieht das tsvar etvas vunderliç aus, tönt aber bei Ausʃpreçen genau gleiç, so dass eine Tsuhörerin oder ein Tsuhörer, die oder der den geʃproxenen Tekst niçt sieht, sondern nur hört, genau das hört, vas gesagt verden soll.  Sie bilden so Sätse vie :  „Der Kverkopf kvatʃt kvik vie die Kvelle kvillt.“  –  „Kvietʃfergnügt lassen Kvitten siç niçt kvetʃen.“  –  „Die Gemeine Quecke krieçt kverfeldein durx den kvadratiʃen Garten.“  –  „Ver die Vahl hat, hat die Kval.“  –  „Freddie Quinn saŋ eine Kvinte tiefer.“  – 

Die Praksistesterinnen und Praksistester sind siç niçt einiç darüber, ob es ein Name sei oder niçt, ob sie darum „Quibbelquopp“ oder „Kvibbelkvopp“ tsu ʃreiben hätten.  Nax laŋem Hin und Her einigen sie siç, dass „Kvibbelkvopp“ tsvar ein Name sei, dass er aber eben erst entʃtanden sei und darum in der Fergaŋenheit keine eintsige ʃpur als „Quibbelquopp“ hinterlassen hätte.  Aus diesem Grunde ʃpreçe niçts dagegen und alles dafür, fon Anfaŋ an „Kvibbelkvopp“ so tsu ʃreiben, vie „Kvibbelkvopp“ ausgeʃproxen verde, nämliç „Kvibbelkvopp“.  Kaum ist diese Einiguŋ ertsielt, verden die Praksistesterinnen und Praksistester vieder für einen kurtsen Augenblik ferunsiçert, als sie aus dem Hintergrund rufen hören :  „Kvibbelkvopp gibt es gar niçt !“  Die Praksistesterinnen und Praksistester fassen siç aber ʃnell, als sie siç erinnern, dass der Umstand, dass es etvas niçt gibt, niçt hindert, dass man es ʃreiben kann, vie etva „Rumpelstiltzchen“ oder „Niçts“.  Ver „Niçts“ ʃreibt, ʃreibt ja niçt niçts, sondern „Niçts“.  Nur ver „      “ ʃreibt, ʃreibt niçts.  Irremaxend ist dabei, dass dieses Niçts grösser oder kleiner sein kann.  Kleiner so :  „      “ und grösser so :  „                       “.  Die Praksistesterinnen und Praksistester fragen siç daher, vie es mögliç ist, dass niçts eine Ausdehnuŋ haben kann.  Sie kommen aber bald tsum ʃluss, dass es niçt ihre Aufgabe sei, diese Frage tsu beantvorten. 

Keine Träne

Anders als es der Buxʃtabe „c“ getan hat, veint der Buxʃtabe „q“ keine Träne, als er gevahr vird, vie er in gevissen Vörtern durx einen anderen Buxʃtaben ersetst vird.  Ohnehin hat er siç in diesen gevöhnliçen deutʃʃpraxigen Vörtern vie „kvaksalbernde Kvasselʃtrippe“, „kvabbelige Kvalle“, „Froʃgekvake“ und „Kvotenbuxʃtabe“ nie reçt vohl und tsu Hause gefühlt.  Es kommt ihm darum reçt tsupass, dass er siç nun auf Namen, und tsvar besonders auf eksotiʃe Namen vie „Qatar“, „Qi Baishi“, „Quasimodo“, „Quedlinburg“, „Don Quijotte“ oder „Quincey Jones“ tsurüktsiehen darf.  Er freut siç aux darauf, dass er nun erst reçt in lateiniʃen Venduŋen vie „“quo vadis ?“,  –  „quod erat demonstrandum“ oder „quo usque tandem“ als seltene Eigentümliçkeit gläntsen kann. 

Vendeltreppenʃteigen

Nax diesem Abʃied fom Buxʃtaben „q“ gelaŋen die Praksistesterinnen und Praksistester

 

/Sprix-1-30/

26. Mai 2021 / RT

 

am Donnerstag, dem 24. Juni 2021 über die Vendeltreppe hinauf in

das neuntsehnte ʃtokverk, vo Säŋerinnen und Säŋer siŋen

sonniç

zonniç

 

Ohne tsu vissen varum, beginnen die Säŋerinnen und Säŋer unter den Praksistesterinnen und Praksistestern im neuntsehnten ʃtokverk tsu siŋen.  Dabei fällt ihnen auf, dass sie „siŋen“ niçt mit einem ʃarfen, ʃtimmlosen Slalom-s-Laut siŋen, vie sie „Slalom“ sagen und „siŋen“ ʃreiben, sondern mit einem veiçen, ʃtimmhaften Reibelaut, vährend dessen Herʃtelluŋ sie ihre ʃtimmbänder im Luftʃtrom ʃviŋen lassen, vie sie es tun, venn sie „Siŋsaŋ“ sagen.  Es viderʃpriçt ihrem Grundsats  –  „Für jeden Laut ein Buxʃtabe und für jeden Buxʃtaben ein Laut“,  –  den ʃtimmlosen Slalom-s-Laut und den ʃtimmhaften Reibelaut mit ein und demselben Buxʃtaben „s“ viedertsugeben. 

Venn der Taŋk leer ist, füllt die Fahrtseugleŋkerin oder der Fahrtseugleŋker an der Taŋkʃtelle Bentsin nax, venn ihr oder sein Fahrtseug mit einem Bentsinmotor betrieben vird;  sie oder er füllt Diesel nax, venn ihr oder sein Fahrtseug mit einem Dieselmotor betrieben vird.  Diesel ʃadet dem Bentsinmotor und dem Dieselmotor ʃadet Bentsin.  Aus diesem Grunde verden Bentsintsapfsäulen und Dieseltsapfsäulen eindeutiç foneinander unterʃieden.  Ja, die Einfüllpistole des ʃlauxes einer Bentsintsapfsäule ist so geʃtaltet, dass sie niçt in den Einfüllʃtutsen des Taŋkes eines dieselmotorbetriebenen Fahrtseuges passt, und die Einfüllpistole des ʃlauxes einer Dieseltsapfsäule ist so geʃtaltet, dass sie niçt in den Einfüllʃtutsen eines bentsinmotorbetriebenen Fahrtseuges passt.  Auf diese Veise ist siçergeʃtellt, dass Automobilistinnen und Automobilisten aus Sizilien an einer Taŋkʃtelle auf der Isle of Skye auf Anhieb und ohne ʃvieriçkeiten und ohne ʃaden antsuriçten ihrem leeren Taŋk den riçtigen Treibʃtoff tsuführen.  Bentsin oder Diesel getaŋkt vird alle paar Tage, auf einer grösseren Reise fielleiçt tägliç.  ʃtimmlose Reibelaute und ʃtimmhafte Reibelaute hingegen verden niçt tägliç, sondern ʃtündliç und minütliç geʃproxen und geʃrieben. 

Es ʃeint daher den Praksistesterinnen und den Praksistestern sehr angebraxt tsu sein, die ʃtimmlosen Reibelaute und die ʃtimmhaften Reibelaute in der ʃrift so eindeutiç foneinander tsu unterʃeiden, vie an den Taŋkʃtellen die Bentsintsapfsäulen und die Dieseltsapfsäulen eindeutiç foneinander unterʃieden verden.  Das ist niçt nur eine Forderuŋ der Fernunft, sondern erleiçtert fremdʃpraxigen Personen das Erlernen der deutʃen ʃpraxe in Vort und ʃrift sehr, erleiçtert es aber aux deutʃʃpraxigen Kindern, gehörtes Deutʃ tsu ʃreiben und geʃriebenes Deutʃ austsuʃpreçen.  Die Praksistesterinnen und Praksistester gehen darum datsu über, für den ʃtimmlosen Slalom-s-Laut den Buxʃtaben „s“ vie in „Slalom“ tsu fervenden und für den ʃtimmhaften Reibelaut den ihnen aus der internatsionalen Lautʃrift bekannten Buxʃtaben „z“ tsu ʃreiben. 

Sie ʃreiben darum „Slalom“ einerseits und „Ziŋzaŋ“ anderzeits.  Mit veiteren ʃreibübuŋen fahren zie fort.  „Zonntags ist Zamstag gestern.“  –  „Zeks ziŋen kaum zolo Zopran;  zehr kaum zogar.“  –  „Eulen ziŋen aux im Zommer niçt.“  –  „Zelten blühen Rozen auf dem Zuppenteller.“  –  „Susanne zaltst in Salzburg zieben Zalate.“  –  „In zeks Teetassen lässt in Srinagar Sven züssen Tsuker fallen.“  –  „Die zieben Tsverge zäubern ihre Ziebenzaxen und ʃtoltsieren in Zamt und Zeide und in zauberen Zoken durç den zonnigen Märçenvald.“  –  „Du Zauzak !“  –  „Höfliçer väre : ‚Zie Zauzak !’“  –  „Zind zolçe Zätse zinnfoll ?“  –  „Zolçen Unzinn zieht man zelten !“  –  „Zo zieht jetst ʃeisse aus.“  –  „Baut eine Maus ein Haus, dann bauen tsvei Mäuze tsvei Häuzer.“ 

Maus und Mäuze

Die Praksistesterinnen und Praksistester finden es ʃon etvas unheimliç, dass ʃon vieder Erʃeinuŋsformen ein und deszelben Vortes einmal mit einem ʃtimmlozen Slalom-es erʃeinen vie in „Maus“ und „Haus“ und einmal mit einem ʃtimmhaften Ziŋzaŋ-zu-Laut vie in „Mäuze“ und „Häuzer“.  Die Überleguŋ, dass die beiden Erʃeinuŋsformen der Eintsahl und der Mehrtsahl ʃon zeit Jahr und Tag unterʃiedliç ausgeʃproxen verden, ohne dass jemand daran den geriŋsten Anʃtoss genommen hätte, und die ausgeʃproxene ʃpraxe das Urʃprüŋliçe und die geʃriebene ʃpraxe ledigliç eine ʃpäter hintsugetretene Kulturerʃeinuŋ zei, fermag zie jedox vieder tsu beruhigen,

Vendeltreppenʃteigen

zo dass zie nax ein paar veiteren ʃreibübuŋen neugieriç verden, vie es nun veitergeht, und

 

/Sprix-1-31/

24. Juni 2021 / RT

 

am Samstag, dem 24. Juli 2021 auf der Vendeltreppe hoxʃteigen in

das tsvantsiçste ʃtokverk, vo „s“ drauf ʃteht,  –  und niçt mehr,  – 
venn „s“
drin ist

Meissel

Meisel

 

Die Praksistesterinnen und Praksistester zind eben datsu übergegaŋen, niçt vie bisher nur in der Ausʃpraxe tsviʃen

–         dem ʃtimmlozen Slalom-s-Laut einerzeits und

–         dem ʃtimmhaften Ziŋzaŋ-zu-Laut anderzeits

tsu unterʃeiden,

zondern dieze Unterʃeiduŋ gemäss ihrem Grundzats
„Für jeden Laut ein Buxʃtabe und für jeden Buxʃtaben ein Laut“
aux in der geʃriebenen ʃpraxe durçtsuführen und darum

–         den ʃtimmlozen Slalom-s-Laut mit dem Buxʃtaben „s“ einerzeits und

–         den ʃtimmhaften Ziŋzaŋ-zu-Laut mit dem Buxʃtaben „z“ anderzeits

tsu ʃreiben. 

Venn zie aber für dieze tsvei Laute niçt nur einen Buxʃtaben haben vie bisher, zondern tsvei, ein „s“, genannt „es“, und ein „z“, genannt „zu“, dann vissen zie mit Beʃtimmtheit, dass der Buxʃtabe „s“ für einen ʃtimmlozen Slalom-s-Laut ʃteht, und nie für einen ʃtimmhaften Ziŋzaŋ-zu-Laut, da es ja jetst für den Ziŋzaŋ-zu-Laut eigens den Buxʃtaben „z“ gibt;  und venn der niçt da ʃteht, kann es ziç beim „s“ nur um einen ʃtimmlozen Slalom-s-Laut handeln.  Es gibt für zie darum keinen Grund mehr, im Vort „veiss“ durç die Ferdoppeluŋ des Buxʃtabens „s“, alzo durç „ss“, ziçer tsu ʃtellen, dass es ziç um die veisse Farbe und niçt um die Eigenʃaft einer fon Veisheit erfüllten Perzon handelt. 

Venn zie ziç das Gantse noxmals durçdeŋken, dann zieht das Gantse zo aus : 

Venn zie aber für dieze tsvei Laute niçt nur einen Buxʃtaben haben vie bisher, zondern tsvei, ein „s“, genannt „es“, und ein „z“, genannt „zu“, dann visen zie mit Beʃtimmtheit, das der Buxʃtabe „s“ für einen ʃtimmlozen Slalom-s-Laut ʃteht, und nie für einen ʃtimmhaften Ziŋzaŋ-zu-Laut, da es ja jetst für den Ziŋzaŋ-zu-Laut eigens den Buxʃtaben „z“ gibt;  und venn der niçt da ʃteht, kann es ziç beim „s“ nur um einen ʃtimmlozen Slalom-s-Laut handeln.  Es gibt für zie darum keinen Grund mehr, im Vort „veis“ durç die Ferdoppeluŋ des Buxʃtabens „s“, alzo durç „ss“, ziçer tsu ʃtellen, das es ziç um die veise Farbe und niçt um die Eigenʃaft einer fon Veisheit erfüllten Perzon handelt. 

Dieze Überleguŋ gilt natürliç niçt nur für das Vort „veis“, zondern für alle Vörter, die zie bisher mit tsvei „s“, alzo mit „ss“ geʃrieben haben.  Übuŋshalber gevöhnen zie ziç an dieze Neueruŋ und ʃreiben etva :  „Die ʃloserin oder der ʃloser an der ʃlosʃtrase ʃliest das Türʃlos mit einem veisen ʃlüsel.“  –  „Näser als nas kann Vaser niçt zein.“  –  „Mit Meser und Gabel ist die Keslerin oder der Kesler die Vurst, und niçt mit bloser Hand.“  –  „Iç glaube niçt, das das ʃtimmt.“  –  „Und tsum ʃlus :  Zo zieht jetst ʃeise aus !“ 

 

Vendeltreppenʃteigen

Nax fier Voxen ʃteigen die Praksistesterinnen und Praksistester

 

/Sprix-1-32/

24. Juli 2021 / RT

 

am Sonntag, dem 22. August 2021 vieder auf der Vendeltreppe ein ʃtokverk nax oben und gelaŋen in

das einundtsvantsiçste ʃtokverk, vo alles etvas anders vird

Zeit ein paar Jahren esen vir
jeden Abend Ananas

zeit ein pAr jAren esen vir
jeden Abend ananas

 

Zeit über 18 Monaten gehen die Praksistesterinnen und Praksistester nun ʃon beinahe tägliç in das Buxʃtabenhoxhaus, hören in einem ʃtokverk, vas zie zagen, ʃreiben es Laut für Laut auf, indem zie jeden Laut mit einem Buxʃtaben, und tsvar immer mit demzelben, viedergeben, dies in ʃreibübuŋen vieder und vieder viederholen, die geübte ʃreibveize in e-Melduŋen, SMS und anderen elektroniʃen Gedaŋkenaustauʃzystemen anvenden, und ʃliesliç nax ein paar Voxen auf der Vendeltreppe in das näçsthöhere ʃtokverk hinaufʃteigen und dort in gleiçer Veize auf einen veiteren Laut ihrer geʃproxenen ʃpraxe genau hinhorçen und diezen mit ein und demzelben Buxʃtaben in ihre Tekste ʃreiben. 

Vie die Praksistesterinnen und Praksistester zo über ihre Erlebnise in den ferʃiedenen ʃtokverken des Bürohoxhauzes laut naxdeŋken und ziç fragen, vie zie vohl in ein paar Jahren ʃreiben verden, hören zie auf der einen Zeite, das zie in ein „paar Jahren“ tsveimal einen Abend-a-Laut, alzo einen laŋen a-Laut, ausʃpreçen, und zehen auf der anderen Zeite, das zie diezen laŋen a-Laut

–         einmal mit einem doppelten „aa“ in „paar“ und

–         einmal mit einem einfaxen „a“ und einem als Läŋetseiçen gebrauxten „h“, alzo mit „ah“, in „Jahren“ 

niederʃreiben. 

Zie ʃtellen niçt nur fest, das dies mit ihrem Grundzats, das jedem Laut ein Buxʃtabe entʃpreçen zoll, niçt tsu fereinbaren ist, zondern das es nox ʃlimmer ist.  Venn zie nämliç hören, vas zie zagen, zehen zie, das zie „zagen“ tsvar mit einem laŋen Abend-a-Laut ausʃpreçen, aber veder mit einem doppelten „aa“ nox mit einem geläŋten „ah“, zondern mit dem gants einfaxen Buxʃtaben „a“ ʃreiben. 

Zie zind ziç augenblikliç einiç, das diezes fertsvikte Kunterbunt fremdʃpraxigen Perzonen, die Deutʃ lernen, und deutʃʃpraxigen Kindern, die Lezen und ʃreiben lernen, niçt tsumutbar ist.  Obvohl die Praksistesterinnen und Praksistester zelber in ihrer ʃultseit ziç diezes fertsvikte Kunterbunt mehr oder veniger mühzam angeeignet haben und es heute mühelos beherrʃen, ist es ihnen nun dox irgendvie peinliç, Mitglieder einer ʃpraxfamilie tsu zein, die in ihrer ʃpraxe derart an den Vahnzinn grentsende Regeln kennt. 

Vie zie zo aufmerkzam hinhören und tsuzehen, vie der a-Laut tönt und vie zie ihn ʃreiben, vird es ihnen nox peinliçer, als zie merken, das zie einen kurtsen a-Laut, alzo einen Ananas-a-Laut,

–         einmal mit dem gants einfaxen Buxʃtaben „a“ etva in „etva“, „das“, „vas“ oder „ran“ und 

–         einmal mit einem einfaxen „a“ und einem als Kürtsetseiçen folgenden ferdoppelten Mitlaut vie in „raffeln“, „fallen“, „Kamm“, „rann“ oder „Karren“

niederʃreiben. 

Zie ferzuxen, ziç einen Überblik tsu ferʃaffen, und ʃtellen fest,

das es auf der Zeite der geʃproxenen Laute : 

–         einen kurtsen a-Laut, den Ananas-a-Laut und

–         einen laŋen a-Laut, den Abend-a-Laut

gibt; 

das es auf der Zeite der geʃriebenen Buxʃtaben hingegen

–         tsum einen den gants einfaxen Buxʃtaben „a“, der aber
zovohl einen kurtsen a-Laut vie in „das“
als aux einen laŋen a-Laut vie in „zagen“
viedergeben kann, und

–         tsum anderen die tsvei einen laŋen a-Laut viedergebenden Buxʃtabenferbinduŋen
„aa“ vie in „paar“ und
„ah“ vie in „Jahren“, und

–         tsum dritten nox ferdoppelte Mitlaute gibt,
die aber entgegen der Ervartuŋ niçt bedeuten,
das zie zelber doppelt ausgeʃproxen vürden,  
–  vie das etva in „Zalatteller“ der Fall väre,  – 
zondern rükvirkend darauf hinveizen,
das der forangegaŋe einfaxe Buxʃtabe „a“
als kurtser a-Laut ausgeʃproxen verden vollte
vie in „Blatt“ oder eben in „raffeln“, „fallen“, „Kamm“, „rann“ oder „Karren“. 

 

Kaffeepauze

Naxdem ziç die Praksistesterinnen und Praksistester diezen Überblik ferʃafft haben, zind zie zo erʃöpft, das zie auf der Vendeltreppe in das fünftsehnte ʃtokverk hinunterʃteigen und ziç bei einer Tase Kaffee etvas erholen. 

Zie zetsen ziç dort tsu Leuten, die ebenfalls eine Pauze maxen und gerade dabei zind, über ʃlimme Erlebnise tsu ertsählen.  Eine penzionierte Försterin oder ein penzionierter Förster beʃreibt das Valdgebiet, für das zie oder er vährend den laŋen Jahren ihrer oder zeiner Berufstseit tätiç var.  Zie oder er var ferantvortliç für eine naxhaltige Bevirtʃaftuŋ des Valdes und legte unter fielem anderen fest, vo Holts tsu ʃlagen und vo auftsuforsten var.  Auf ihren oder zeinen Gäŋen durç die Välder fielen ihr oder ihm gelegentliç aux eintselne Bäume auf, die fon einer Kraŋkheit befallen varen, die benaxbarten Bäume antsuʃteken drohten und darum gefällt verden musten.  Zie oder er markierte dieze Eintselbäume mit veiser Farbe mit einem „F“ für „Fällen“, meldete zie den Holtsfällerinnen und Holtsfällern, velçe zie ʃlugen und entfernten. 

Der Liebliŋsort der Försterin oder des Försters var ein Hügel, der aus einer Ebene emporragte.  Unten var der kegelförmige Hügel unbevaldet.  Erst auf halber Höhe tsog ziç als duŋkelgrünes Band ein Tannenvald rund um ihn herum, der aber niçt gants hinauf reiçte, zondern den Gipfel als grose Liçtuŋ baumlos lies, zo das der Hügel auszah vie der Haarkrants auf dem Kopfe eines Mönçes und darum aux Mönçskopf hies.  Um zeinen Fus führte eine ʃtrase, fon der drei ferʃiedene Valdvege abtsveigten, ziç ʃpiralförmiç den Kegel hinauf vanden und ziç tsuoberst beim Ausziçtspuŋkt trafen. 

Es kam immer vieder for, das die Försterin oder der Förster auf ihren oder zeinen Gäŋen tsum Gipfel gelaŋte, ziç auf der Ausziçtsbaŋk ausruhte und über die unbevaldete Ebene auf die dahinter liegenden veiten Valdgebiete ʃaute.  Nax der ʃtärkenden Rast nahm zie oder er ihre oder zeine Tätiçkeit vieder auf und ʃritt auf einem gevundenen Valdveg hinunter.  Auf einem zolçen Gaŋ fielen ihr oder ihm einmal ungevöhnliç gläntsende Nadeln eines Tannenbaumes auf.  Zie oder er giŋ durç das Unterholts auf die Tanne tsu, prüfte genau die Nadeln, die Rinde des ʃtammes und die gantse Geʃtalt des grünen Geväkses und unterzuxte das Erdreiç.  Die eintsige Auffälliçkeit var der Glants der Nadeln.  Im Ergebnis var aber die Tanne niçt kraŋk, zie durfte veiter leben und ihre Nadeln gläntsen lasen.  Die Försterin oder der Förster zetste den Abʃtieg fort und fergas den Forfall. 

Ein oder tsvei Jahre ʃpäter var zie oder er dabei, eine Tanne genauer antsuʃauen.  Zie hatte mit dem Glants ihrer Nadeln ihre oder zeine Aufmerkzamkeit auf ziç getsogen.  –  „Var zie vohl kraŋk ?“  –  Die Försterin oder der Förster vollte niçt, das ein eintselnes Eksemplar den gantsen Tannenvald mit einer anʃtekenden Kraŋkheit ferzeuçe, und überlegte darum, ob zie oder er die Tanne mit einem veisen „F“ markieren zollte;  zie oder er unterzuxte die Tanne genau.  Der Glants var aber keine Bedrohuŋ.  Die Tanne var gezund.  Zo ʃritt zie oder er veiter.  Als zie oder er dabei über eine etvas aus dem duŋklen Boden herausragende Vurtsel ʃtolperte und beinahe tsu Fall gekommen väre, erinnerte zie oder er ziç, das ihr oder ihm das Gleiçe ʃon einmal viderfahren var.  Zie oder er blikte tsurük, ʃaute auf die Tanne und die Umgebuŋ und merkte erst jetst, das zie oder er die zelbe Tanne for geraumer Tseit bereits einmal unterzuxt hatte.  Aux damals hatte der auffällige Glants der Nadeln ihre oder zeine Aufmerkzamkeit erregt.  Damals var zie oder er fon einer anderen Zeite an die Tanne herangetreten.  Zie oder er vunderte ziç darüber, das zie oder er das zo gants fergesen hatte, und giŋ veiter. 

Viederum var eine gevise Tseit fergaŋen, als eine mit ihren Nadeln gläntsende Tanne bei ihr oder ihm denzelben Fehlalarm auslöste.  Das es ein Fehlalarm var, erkannte zie oder er aber erst, als zie oder er die notvendigen Abkläruŋen an der Tanne bereits forgenommen und tsum Ergebnis gekommen var, das die Tanne niçt kraŋk var und niçt gefällt verden muste.  Nun var es ihr oder ihm tsu bunt.  Die Tanne vollte ziç mit ihren gläntsenden Nadeln vohl über zie oder ihn lustiç maxen.  Um ziç fon ihr niçt ein veiteres Mal ins Bokshorn jagen tsu lasen, nahm die Försterin oder der Förster kurtserhand den Pinzel mit der veisen Farbe und malte ein „Nf“ für „Niçt fällen“ auf den ʃtamm.  Zie oder er ärgerte ziç über ziç zelber, das zie oder er niçt zogleiç gemerkt hatte, das zie oder er ʃon tsvei Mal an diezer ʃtelle des Valdes geʃtanden und ziç mit der gleiçen Tanne befast hatte, vandte ziç aber bald vieder dem Tagesgeʃäft tsu. 

Es gab nox fiel tsu tun.  Zie oder er arbeitete ʃon zeit Jahrtsehnten als Försterin oder Förster in diezen Valduŋen.  Ein laŋer Jubiläumsurlaub ʃtand befor.  Forher musten nox fiele Diŋe erlediçt und Geʃäfte für die Tseit der Abvezenheit forbereitet verden.  Im Jubiläumsurlaub var zie oder er auf einer Kreutsfahrt in Südamerika.  Auf einem Landeausflug unternahmen zie eine Ekspeditsion in den Urvald.  Nax der Rükkehr fon der Kreutsfahrt ferbraxte zie oder er aber die restliçen Voxen des Jubiläumsurlaubes und nox einige mehr vegen eines tropiʃen Fiebers tsunäçst im Kraŋkenhaus und dann tsur Erholuŋ in einem Luftkurort.  Das var eine ʃlimme Erfahruŋ.  Follʃtändiç genezen nahm zie oder er mit vieder erlaŋter Arbeitslust ihre oder zeine Tätiçkeit als Försterin oder Förster in den heimiʃen Valduŋen vieder auf.  Das ʃlimmste ʃtand ihr oder ihm aber nox befor. 

Am ʃpäten Naxmittag des ersten Arbeitstages nax dem Jubiläumsurlaub und der Erholuŋstseit trat die Försterin oder der Förster aus dem Duŋkel des Valdes, blikte über die grüne Ebene hinüber auf den fon der Abendzonne beleuçteten Mönçskopf.  Vie ein Zak Tsement ʃlug der Anblik auf ihre oder zeine Brust, lies ihren oder zeinen Atem ʃtoken und zie oder ihn in ihrem oder zeinem forʃen ʃritt jäh ʃtille ʃtehen und das Gleiçgeviçt zuxen, vie venn zie oder er auf einem ʃvaŋkenden ʃiff geʃtanden väre. 

Vo ziç das duŋkelgrüne Band des Tannenvaldes einst um den kegeligen Hügel herum getsogen hatte, ʃienen aus dem duŋkelbraunen Boden nur nox helle ʃeiben abgezägter Tannenʃtrüŋke.  ʃtatt eines Mönçskopfs glaubte zie oder er den kahl razierten, mit einem ʃorfigen Geʃvür ferunʃtalteten ʃädel eines buddhistiʃen Mönçes for ziç tsu zehen.  Einen zekundenkurtsen Moment laŋ glaubte zie oder er, es zei fielleiçt dox vahr, das Perzonen durç übernatürliçe Kräfte ʃlagartiç fon einem Erdteil in einen andern ferzetst verden könnten, vie zie oder er es ʃon in unglaubliçen Romangeʃiçten gelezen und in Fantaziefilmen gezehen hatte, und zie oder er zei nun zo in ein buddhistiʃes Hoxland nax Asien ferrükt vorden.  Falls dies zo väre, daxte zie oder er veiter, müsten dox irgendvo in der Ferne die zilbern-veis bliŋkenden Gipfel des Himalayagebirges austsumaxen zein, und zie oder er vollte ziç bereits anʃiken, ziç danax umtsuzehen, als zie oder er einen Tsitronenfalter unbeʃvert for ziç her flattern zah, gleiçtseitiç merkte zie aux, das zie das Zummen der Bienen und das Tsirpen der Grillen aus der blumigen Ebene for ziç vahrnahm.  Im asiatiʃen Hoxland var zie oder er niçt.  Der ʃvindel var veg.  Mit beiden Füsen ʃtand zie oder er auf dem heimiʃen Boden fest vie auf einem ʃiff im Trokendok. 

Das die Holtsfällerinnen und Holtsfäller ziç erdreistet hatten, den gantsen Tannenvald des Mönçskopfs auf einen ʃlag ohne ihre oder zeine Anordnuŋ vegtsuroden,   –  eine Anordnuŋ, die zie oder er nie in ihrem oder zeinem Leben gegeben hätte,  –  erfüllte zie oder ihn mit Vut und Tsorn.  Zie oder er rannte tsu ihrem oder zeinem Geländefahrtseug und raste tsur Holtsfällerhütte im Nonnenviŋkel, vo die herts- und kopflozen Übeltäterinnen und Übeltäter gerade dabei varen, Feierabend tsu maxen. 

Zie oder er ʃtürmte auf die Holtsfällerinnen und Holtsfäller tsu, die auf den Bäŋken zitsend ihre ʃveren Holtsfällerʃtiefel aus- und ihre tsivilen ʃuhe antsogen.  Ein donnerndes „Vas fällt Euç ein ?“ hatte zie oder er bereits auf der Tsuŋe tsum Ausʃtos bereit, als es ihr gleiçtseitiç heis und kalt über den Rüken lief, hatte zie oder er dox gerade nox aus dem Augenviŋkel am ehemaligen Mönçskopf eine einzame Tanne ʃtehen zehen und durçtsukte jäh vie ein glühender Blits die plötsliçe Erinneruŋ ihren oder zeinen ʃädel, das zie oder er es var, die oder der dieze Tanne, und allein dieze Tanne, unmittelbar for dem Antritt des Jubiläumsurlaubes mit einem „Nf“ für „Niçt fällen“ bemalt hatte.  In der einfaxen Logik der Holtsfällerinnen und Holtsfäller konnte das nur bedeuten, das dieze eine Tanne niçt tsu fällen var, alle anderen hingegen ʃon.  Das vürden ihr oder ihm, zah zie oder er foraus, die Holtsfällerinnen und Holtsfäller ungerührt entgegen, naxdem zie oder er ihnen in heftigen Vorten den barbariʃen Holtsʃlag forgevorfen hätte.  Zie oder er zelber, zah zie oder er jetst ein, hatte mit der Betseiçnuŋ tsum niçt Fällen einer eintsigen Tanne die Abholtsuŋ des gantsen Tannenvaldes angeordnet;  unabziçtliç tsvar, aber geholtst ist geholtst.  Zie oder er vunderte ziç, vas einem im Bruxteil eines Augenbliks alles durç den Kopf gehen kann, und konnte im allerletsten Moment das tsum Ausʃtos bereite donnernde „Vas fällt Euç ein ?“ in ein einigermasen unaufgeregtes „ʃon Feierabend ?“ umvandeln.  „Das var mein ʃlimmstes Erlebnis“, ʃliest die penzionierte Försterin oder der penzionierte Förster ihre oder zeine Geʃiçte. 

Einige der Anvezenden vollen fon der Försterin oder fom Förster visen, vie die Geʃiçte veitergiŋ.  Unzere Praksistesterinnen und Praksistester fom tsvantsiçsten ʃtokverk hingegen haben genug gehört und ziç ausgiebiç erholt.  Zie ʃteigen auf der Vendeltreppe vieder in das einundtsvantsiçste ʃtokverk hinauf

 

Vie alles etvas anders vird

und zetsen dort ihre Betraxtuŋen der fielen Mögliçkeiten, einen kurtsen a-Laut und einen laŋen a-Laut ʃriftliç viedertsugeben, fort. 

For der Kaffeepauze haben zie überbliksveize festgeʃtellt,

das es auf der Zeite der geʃproxenen Laute : 

–         einen kurtsen a-Laut, den Ananas-a-Laut und

–         einen laŋen a-Laut, den Abend-a-Laut

gibt; 

das es auf der Zeite der geʃriebenen Buxʃtaben hingegen

–         tsum einen den gants einfaxen Buxʃtaben „a“, der aber
zovohl einen kurtsen a-Laut vie in „das“
als aux einen laŋen a-Laut vie in „zagen“
viedergeben kann, und

–         tsum anderen die tsvei einen laŋen a-Laut viedergebenden Buxʃtabenferbinduŋen
„aa“ vie in „paar“ und
„ah“ vie in „Jahren“, und

–         tsum dritten es nox ferdoppelte Mitlaute gibt,
die aber entgegen der Ervartuŋ niçt bedeuten,
das zie zelber doppelt ausgeʃproxen vürden, 
–  vie das etva mit den beiden „t“ in „Zalatteller“ der Fall väre,  – 
zondern rükvirkend darauf hinveizen,
das der forangegaŋe einfaxe Buxʃtabe „a“
als kurtser a-Laut ausgeʃproxen verden vollte
vie in „Blatt“ oder eben in „raffeln“, „fallen“, „Kamm“, „rann“ oder „Karren“. 

 

Geht es niçt einfaxer ?

Die Praksistesterinnen und Praksistester finden, das zei ʃon etvas umʃtändliç, ʃverfälliç und komplitsiert, und fragen ziç, ob das niçt etvas einfaxer geht, ob ziç der kurtse Ananas-a-Laut und der laŋe Abend-a-Laut ʃriftliç niçt veniger umʃtändliç unterʃeiden lasen. 

Ein a-Laut kann heute auf tsvei Arten als kurtser Ananas-a-Laut gekenntseiçnet verden : 

–         durç den gants einfaxen Buxʃtaben „a“ vie in „das“ und

–         durç die Ferdoppeluŋ der folgenden Mitlaute vie in „Blatt“. 

Ein a-Laut kann heute auf drei Arten als laŋer Abend-a-Laut gekenntseiçnet verden : 

–         durç den gants einfaxen Buxʃtaben „a“ vie in „zagen“,

–         durç die Buxʃtabenferbinduŋ „aa“ vie in „paar“ und

–         durç die Buxʃtabenferbinduŋ „ah“ vie in „Jahren“. 

Ver vollte da nox Deutʃ lernen ? 

Vürden ʃaxʃpielerinnen und ʃaxʃpieler die ʃaxfiguren derart unüberziçtliç und komplitsiert bemalen, zo hätte

–         die ʃaxʃpielerin oder der ʃaxʃpieler mit den veisen ʃteinen

–         axt veise Figuren und drei veise Bauern und datsu

–         fünf ʃvartse Bauern;  und

–         die ʃaxʃpielerin oder der ʃaxʃpieler mit den ʃvartsen ʃteinen

–         fünf ʃvartse Figuren,

–         einen blauen Turm, einen blauen ʃpriŋer, einen blauen Läufer und
drei ʃvartse Bauern und datsu

–         fünf veise Bauern. 

Ver vollte da nox ʃax ʃpielen ? 

In der Virkliçkeit des ʃaxʃpiels ist alles fiel einfaxer.  Die eine ʃaxʃpielerin oder der eine ʃaxʃpieler hat insgezamt 16 veise Figuren und die andere ʃaxʃpielerin oder der andere ʃaxʃpieler hat insgezamt 16 ʃvartse Figuren. 

Dieze Forgehensveize ist derart einleuçtend und gemeinferʃtändliç, das die ʃaxʃpielerinnen und die ʃaxʃpieler unter den Praksistesterinnen und Praksistestern gants unvillkürliç forʃlagen, auf die gleiçe Veize den kurtsen Ananas-a-Laut mit einem veisen Buxʃtaben „a“ und den laŋen Abend-a-Laut mit einem ʃvartsen Buxʃtaben „a“ viedertsugeben.  Zie haben diezen Forʃlag nox niçt tsu Ende ausgeʃproxen, als zie merken, das das mit den Farben „ʃvarts“ und „veis“ niçt geht, da ja ein veiser Buxʃtabe „a“ für einen kurtsen Ananas-a-Laut auf einer veisen Tekstzeite niçt tsu zehen ist. 

Zie zuxen daher nax einer anderen Mögliçkeit, vie zie die beiden Buxʃtaben für den kurtsen Ananas-a-Laut und den laŋen Abend-a-Laut auf eine einfaxe, allgemein ferʃtändliçe Veize kenntseiçnen und foneinander unterʃeiden können. 

Tsunäçst rätseln die Praksistesterinnen und Praksistester darüber, ob zie für die Unterʃeiduŋ des kurtsen Ananas-a-Lautes und des laŋen Abend-a-Lautes tsvei Kenntseiçen vie etva „ʃvarts“ und „veis“ oder nur ein Kenntseiçen brauxen. 

 

Niçts zagt aux etvas

Nax laŋen und heftigen Diskusionen kommen zie tsum Ergebnis, das es tsvei Betseiçnuŋen brauxt, venn drei Diŋe fon einander unterʃieden verden zollen.  Venn es Tsverge gibt, Menʃen fon durçʃnittliçer Gröse und Riezen, dann müsen nur die Tsverge und die Riezen als zolçe betseiçnet verden.  Die niçt betseiçneten Leute zind dann ohne veiteres Menʃen fon durçʃnittliçer Gröse.  Die Praksistesterinnen und Praksistester kommen so tsur Erkenntnis, das die Niçt-Betseiçnuŋ aux eine Betseiçnuŋ oder ein Kenntseiçen ist. 

Zie zind ja ʃon naxts aufgevaxt und haben ziç gefragt, velçe Tseit vohl zein möge, als glükliçerveize gerade die Turmuhr tsu ʃlagen begann.  Nax dem Glokenʃpiel für die folle ʃtunde zetste der Glokenʃlag ein.  Er ʃlug einmal,  –  tsveimal,  –  dreimal,  –  es var alzo drei Uhr in der Naxt.  Das es aber drei Uhr in der Naxt var, erfuhr die aufgevaxte Praksistesterin oder der aufgevaxte Praksistester niçt zogleiç nax dem dritten ʃtundenʃlag,  –  denn tsu diezem Tseitpuŋkt hätte es ja durçaus zein können, das nox ein fierter, fünfter oder zogar zekster ʃtundenʃlag hätte folgen können, und es bald Tseit tsum Aufʃtehen gevezen väre,  –  zondern das es erst drei Uhr in der Naxt var, erfuhr zie oder er erst, als der fierte ʃtundenʃlag  –  ausblieb, niçt folgte, und zie oder er in der beruhigenden Gevisheit, nox einige ʃtunden ʃlafen tsu können, alzogleiç vieder einʃlief.  Erst venn niçts mehr kommt, veis man, das etvas fertiç ist.  Väre tsviʃen dem dritten ʃtundenʃlag und dem Tseitpuŋkt des ausgebliebenen fierten ʃtundenʃlages die Velt untergegaŋen,  –  die Praksistesterin oder der Praksistester hätte, obvohl zie oder er hellvax und bei follem Bevustzein dabei var,  –  nie tsu Protokoll geben können, tsu velçem genauen Tseitpuŋkt die Velt untergegaŋen zei. 

Venn alzo die Niçt-Betseiçnuŋ aux eine Betseiçnuŋ ist, dann mus tsur Unterʃeiduŋ des kurtsen Ananas-a-Lautes und des laŋen Abend-a-Lautes nur einer fon beiden betseiçnet verden.  Der betseiçnete ist dann der eine und der niçt betseiçnete ist dann ohne veiteres der andere.  Auf dieze Veize lasen ziç der kurtse Ananas-a-Laut und der laŋe Abend-a-Laut mit dem geriŋstmögliçen Aufvand unterʃeiden.  Die Praksistesterinnen und Praksistester finden dieze unterʃeidende ʃreibveize die eintsiç fernünftige und zie fermögen ziç an William Ockham tsu erinnern, der gezagt haben zoll, das etvas niçt mit gröserem Aufvand getan verden zollte, vas aux mit kleinerem Aufvand getan verden kann[14]

Tsu beantvorten ist die Frage, ob der kurtse Ananas-a-Laut oder der laŋe Abend-a-Laut betseiçnet verden zoll.  Zie zind einmütiç der Meinuŋ, ziç an das Forbild der internatsionalen Lautʃrift tsu halten, in der der laŋe Abend-a-Laut als laŋer Laut betseiçnet vird.  Der kurtse Ananas-a-Laut bleibt zomit unbetseiçnet.  Und tsvar unter allen Umʃtänden. 

Denn vehe ! vehe ! vehe !  Vürde nämliç einmal, aus velçen Gründen aux immer, der kurtse Ananas-a-Laut als zolçer betseiçnet verden, dann vürden im gleiçen Moment unferzehens zämtliçe unbetseiçneten a-Laute als laŋe Abend-a-Laute daʃtehen.  Als abʃrekendes Beiʃpiel ʃteht den Praksistesterinnen und Praksistestern tseitlebens das im Kaffeehaus gehörte ʃlimme Erlebnis for Augen, das die Försterin oder der Förster am Mönçskopf gemaxt hat, veil zie oder er es ferzäumt hatte, die Tannenbäume, die niçt tsu fällen varen,  –  und das varen eben alle,  –  mit einem „Nf“ für „Niçt fällen“ tsu markieren. 

Heute vird ein kurtser Ananas-a-Laut auf tsvei Arten gekenntseiçnet : 

–         durç den gants einfaxen Buxʃtaben „a“ vie in „das“ und

–         durç die Ferdoppeluŋ der folgenden Mitlaute vie in „Blatt“. 

Venn nun aber in Tsukunft der kurtse Ananas-a-Laut unter allen Umʃtänden unbetseiçnet bleiben zoll, dann brauxt es die Ferdoppeluŋ der folgenden Mitlaute vie in „Blatt“ niçt mehr, da ʃon aus dem unbetseiçneten „a“ in „Blat“ herforgeht, das es ziç um einen kurtsen Ananas-a-Laut handelt.  Vie „Blat“ ʃreiben die Praksistesterinnen und Praksistester nun „alerhand“, „rafeln“, „falen“, „Kam“, „ran“ oder „Karen“ und zo veiter. 

 

Laŋ ist läŋer

Die Praksistesterinnen und Praksistester haben ziç alzo entʃieden, vie in der internatsionalen Lautʃrift den laŋen Abend-a-Laut als laŋen Laut tsu kenntseiçnen.  Zie merken nun aber, das der laŋe Laut einer Perzon, die laŋzam ʃpriçt, fiel läŋer ist, als der laŋe Laut einer Perzon, die ʃnell ʃpriçt;  und das der kurtse Laut einer Perzon, die laŋzam ʃpriçt, zo laŋ zein kan, vie der laŋe Laut einer Perzon, die ʃnell ʃpriçt.  Das heist aber niçts anderes, als das der eine Laut niçt laŋ ist und der andere kurts ist, zondern das der eine Laut einer Perzon läŋer ist als der andere Laut der gleiçen Perzon.  Das ist nun zogar für die Praksistesterinnen und Praksistester tsu umʃtändliç, zo das zie es fortsiehen, veiterhin fon laŋen Lauten und fon kurtsen Lauten tsu ʃpreçen. 

 

Der laŋe Abend-a-Laut

Es gibt den kurtsen Ananas-a-Laut und den laŋen Abend-a-Laut.  Als letstes müsen die Praksistesterinnen und Praksistester nun nox eine Antvort auf die Frage finden, vie zie den laŋen Abend-a-Laut kenntseiçnen zollen.  Heute kan ein a-Laut auf drei Arten als laŋer Abend-a-Laut gekenntseiçnet verden : 

–         durç den gants einfaxen Buxʃtaben „a“ vie in „zagen“,

–         durç die Buxʃtabenferbinduŋ „aa“ vie in „paar“ und

–         durç die Buxʃtabenferbinduŋ „ah“ vie in „Jahren“. 

Da der laŋe Abend-a-Laut ja gerade gekenntseiçnet verden zoll, fällt die Mögliçkeit, ihn durç den gants einfaxen Buxʃtaben „a“ vie in „zagen“ viedertsugeben, ihn alzo niçt tsu kenntseiçnen, veg. 

In fielen Fällen vird heute der laŋe Abend-a-Laut durç eine Buxʃtabenferbinduŋ viedergegeben.  Dieze beʃteht darin, das auf einen ersten Buxʃtaben „a“ ein tsveiter Buxʃtabe folgt, ein „a“ oder ein „h“.  Ausgeʃproxen verden aber niçt tsvei Buxʃtaben, zondern nur einer, der erste, und tsvar als laŋer Abend-a-Laut.  Das der erste Buxʃtabe als laŋer Abend-a-Laut ausgeʃproxen verden zoll, zieht man erst, venn man den ihm folgenden Buxʃtaben zieht.  Ihm zelber zieht man es nox niçt an.  Erst der folgende Buxʃtabe „a“ oder „h“ gibt an, das der forangehende Buxʃtabe als laŋer Abend-a-Laut ausgeʃproxen verden zoll.  Der folgende Buxʃtabe „a“ oder „h“ vird zomit als Läŋetseiçen misbrauxt, das angibt, das der forangehende Buxʃtabe als laŋer Laut austsuʃpreçen ist.  Diezes Ferfahren ist etva zo umʃtändliç vie die Malerei einer Malerin oder eines Malers, die oder der eine Gruppe fon Menʃen unterʃiedliçer Gröse malt, kleine Menʃen, grose Menʃen und Menʃen fon mittlerer Gröse, auf deren oder desen Gemälde aber auf den ersten Blik ale Menʃen tsunäçst fon mittlerer Gröse tsu zein ʃeinen, und erst auf den tsveiten Blik erkennbar vird, das einige Menʃen kleine ʃaten verfen und dementʃpreçend kleine Menʃen zein müsen, einige Menʃen grose ʃaten verfen und dementʃpreçend grose Menʃen zein müsen, und einige Menʃen ʃaten fon mittlerer Gröse verfen und dementʃpreçend Menʃen fon mittlerer Gröse zein müsen.  Erʃtaunliç ist niçt zo zehr, das vir über eine zolçe umʃtändliçe Malerin oder einen zolçen umʃtändliçen Maler ʃtaunen vürden,  –  erʃtaunliç ist fielmehr, das vir Menʃen deutʃer ʃpraxe zelber in eben diezem umʃtändliçen Ferfahren über den Umveg eines tsveiten Buxʃtabens tsum Ausdruk briŋen, das der forangegaŋene Buxʃtabe als laŋer Laut ausgeʃproxen verden vill,  –  und über dieze unzere eigene Umʃtändliçkeit niçt ʃtaunen. 

Darin, das der Buxʃtabe „h“ niçt als Läŋetseiçen misbrauxt verden zoll, ʃtimmen die Praksistesterinnen und Praksistester überein.  Niçt als Läŋetseiçen misbrauxt vird der Buxʃtabe „h“ dan, venn er ausgeʃproxen vird vie in „Ahorn“ oder „daher“.  Einige Praksistesterinnen und Praksistester zind aber der Anziçt, das die tsvei Buxʃtaben „a“ und „a“ durçaus geeignet zind, tsum Ausdruk tsu briŋen, das hier ein laŋer Abend-a-Laut ausgeʃproxen verden zoll. Zie veizen darauf hin, das dies tsum Beiʃpiel in der finniʃen ʃpraxe zo gehandhabt vird, vo vie in „banaani“ für „Banane“, „haamu“ für Geʃpenst und „saari“ für „Inzel“ durç die tsvei Buxʃtaben „a“ und „a“ der laŋe Abend-a-Laut viedergegeben vird. 

 

Vurst und Vürste

Demgegenüber veizen aber die meisten Praksistesterinnen und Praksistester darauf hin, das es einen Unterʃied gibt tsviʃen „fiel“ und „fiele“, tsviʃen einem laŋen Laut und tsvei Lauten.  Zie erinnern daran, das eine Vurst bekantliç tsvei Tsipfel hat, einen Anfaŋstsipfel und einen Endtsipfel, und tsvar unabhäŋiç dafon, ob es ziç um eine kleine Vurst oder um eine grose Vurst handelt.  Das heist aber niçts anderes, als das tsvei Vürste fier Tsipfel haben :  einen Anfaŋstsipfel und einen Endtsipfel und dan noxmals einen Anfaŋstsipfel und einen Endtsipfel.  Ein laŋer Laut vie tsum Beiʃpiel in „paar“ hat aber nur einen Anfaŋ und nur ein Ende.  Ein laŋer Laut ist darum mit einer grosen Vurst mit einem Anfaŋstsipfel und einem Endtsipfel fergleiçbar, ein laŋer Laut ist niçt mit tsvei kleinen Vürsten fergleiçbar, beginnt er dox nur einmal und endet er nur einmal;  er hört niçt auf und beginnt dan noxmals vie tsum Beiʃpiel in „Galaabend“ oder „Klimaanlage“.  Ein laŋer Laut mus darum mit einem eintsigen Buxʃtaben viedergegeben verden und bereits in diezem Buxʃtaben mus erkennbar zein, das es ziç um einen laŋen Laut handelt. 

 

Keine Tseit für Doppelpuŋkte

In der internatsionalen Lautʃrift vird der Umʃtand, das ein Laut laŋ ausgeʃproxen verden zoll, durç die Anfüguŋ eines Doppelpuŋktes als Läŋetseiçen kenntliç gemaxt.  Veniçstens vird auf dieze Veize niçt ein anderer Buxʃtabe als Läŋetseiçen misbrauxt.  Den Praksistesterinnen und Praksistestern zagt aber aux dieze Mögliçkeit niçt tsu, veil zie tsur Folge hat, das zovohl beim ʃreiben fon Hand als aux auf der ʃreibmaʃine oder auf der Tastatur eines elektroniʃen Gedaŋkenaustauʃgerätes mit dem Doppelpuŋkt ein Tseiçen mehr geʃrieben oder ein Anʃlag mehr getätiçt verden mus, vas im Eintselfal vohl nur Augenblike beanʃpruxen mag, ziç aber bei den über 100 Millionen Perzonen, die heute, und bei al den ihnen naxfolgenden Generatsionen, die in der gantsen Tsukunft in deutʃer ʃpraxe ʃreiben und tippen, tsu einem gigantiʃen Tseitferlust in der Grösenordnuŋ fon Jahrhunderten aufzummieren vird.  Dieze Tseit kan die deutʃʃpraxige Menʃheit für Beseres nutsen.  Die Praksistesterinnen und Praksistester zuxen daher veiterhin unferdrosen nax einer Mögliçkeit, vie ein laŋer Laut mit einem eintsigen Buxʃtaben viedergegeben verden kan. 

Tsvei Fleiʃfaxleute unter den Praksistesterinnen und Praksistestern, die in der Vurstfabrikatsion tätiç zind, ʃauen ziç unferzehens an, überlegen tsiemliç gleiçtseitiç, das eine laŋe Vurst mehr Fleiʃ enthält und gröser ist als eine kurtse und kleine Vurst, und ʃlagen vie aus einem Munde for, den kurtsen Ananas-a-Laut mit einem kleinen Buxʃtaben „a“ und den laŋen Abend-a-Laut mit einem grosen Buxʃtaben „A“ viedertsugeben.  Zie zind zelber baf ob diezer Idee, die umʃtehenden Praksistesterinnen und Praksistester zind nox bäffer. 

Im ersten Moment finden aber ale, das das niçt geht.  Die grosen Buxʃtaben zind da, um antsugeben, das ein Zats anfäŋt oder das das Vort ein Hauptvort oder ein Zubstantif ist.  Venn nun aux nox der laŋe Abend-a-Laut gros geʃrieben vird, gibt das ein groses Durçeinander, veil man dan niçt veis, ob das grose „A“ in „Abend“ gros geʃrieben ist, veil damit der Zats anfäŋt, veil „Abend“ ein Zubstantif ist oder veil das grose „A“ einen laŋen Abend-a-Laut viedergeben zoll. 

Ale Praksistesterinnen und Praksistester reden zo in einem grosen Durçeinander, bis zie ziç die Frage ʃtellen, varum denn der Anfaŋ eines Zatses mit einem grosen Buxʃtaben gekenntseiçnet verden mus. 

Venn der Zats am Anfaŋ eines Buxes ʃteht, dan ʃteht forher niçts.  Venn aber forher niçts ist, dan kan das, vas folgt, nur der Anfaŋ des ersten Zatses zein.  Daraus folgt viederum, das der am Anfaŋ eines Buxes ʃtehende erste Zats niçt mit einem grosen Buxʃtaben gekenntseiçnet verden mus, damit man merkt, das ein Zats anfäŋt. 

Vie jeder Zats, zo endet aux der erste Zats mit einem Puŋkt.  Venn aber der erste Zats mit einem Puŋkt beendet ist, dan ergibt ziç daraus tsvaŋslos, das das, vas nax dem Puŋkt folgt, mit dem ersten Zats niçts mehr tsu tun hat, zondern nur der Anfaŋ des tsveiten Zatses zein kan.  Daraus folgt viederum, das der nax einem Puŋkt ʃtehende tsveite Zats niçt mit einem grosen Buxʃtaben gekenntseiçnet verden mus, damit man merkt, das ein Zats anfäŋt.  Das gilt aber aux für den dritten Zats, für den fierten, und den fünften, und zo veiter, und für ale Zätse. 

 

Vas vird hier gegesen ?

Brauxt es die grosen Buxʃtaben tsur Kenntseiçnuŋ der Zatsanfäŋe niçt, zo gibt der grose Anfaŋsbuxʃtabe eines Vortes dox an, das das Vort ein Hauptvort oder ein Zubstantif ist.  Venn vir lezen :  „Anʃliesend esen zie tsuzamen gemütliç ʃiŋken und Brot“, dan erfahren vir aus der ʃrift niçt nur, das zie tsuzamen gemütliç ʃiŋken und Brot esen, zondern aux, das „ʃiŋken“ und „Brot“ Hauptvörter oder Zubstantive zind.  Die Praksistesterinnen und Praksistester zehen das ein, meinen aber, die Botʃaft diezes Zatses zei niçt, das die Leute Hauptvörter oder Zubstantive esen, zondern die Botʃaft zei, das zie ʃiŋken und Brot esen.  Zie beʃtreiten niçt, das die Vörter „ʃiŋken“ und „Brot“ Hauptvörter oder Zubstantive zind, finden aber, das das niçt zo viçtiç zei, das das durç einen grosen Buxʃtaben bezonders herforgehoben verden müste, tsumal das ja aux niçt geʃieht, venn der gleiçe Zats fon Angeziçt tsu Angeziçt oder durç das Telefon geʃproxen vird  –  und ohne veiteres ferʃtanden vird.  –  Erst jetst merken die Praxistesterinnen und Praxistester aux endliç, das zie zeit der Tseit, als zie im ersten ʃtokverk damit angefaŋen haben, an ʃtelle der drei Buxʃtaben „s“ und „c“ und „h“ das ihnen aus der internatsionalen Lautʃrift bekante Tseiçen „ʃ“ für den ʃaumvein-ʃ-Laut tsum Beiʃpiel in „ʃreiben“ für „schreiben“ und in „ʃrift“ für „Schrift“ tsu fervenden, dies unterʃiedslos für Hauptvörter oder Zubstantive und für andere Vörter getan haben und bis heute nox niçt visen, ob „ʃ“ ein groser oder ein kleiner Buxʃtabe ist, und merken, das das aux egal zei.  –  Zo kommen die Praksistesterinnen und Praksistester tsum ʃlus, das die grosen Buxʃtaben niçt tsur Kenntseiçnuŋ der Hauptvörter oder Zubstantive fervendet verden müsen und zomit ohne ʃvieriçkeiten tsur Kenntseiçnuŋ der laŋen Laute vie jetst tsunäçst des laŋen Abend-a-Lautes eingesetst verden können. 

Nax diezer Beʃtandesaufnahme beginnen zie, anfäŋliç etvas unbeholfen, mit ʃreibübuŋen und ʃtellen fest, das der laŋe Abend-A-laut dan zo auszieht :  „A“  –  und der kurtse ananas-a-laut zo : „a“. 

kurtse ananas-a-laute finden die praksistesterinnen und praksistester vie heute ʃon in „das“, nun aber aux in „vafel“, „falʃtrik“, „hamerʃmied“, „tanenholts“, „vapenʃeibe“, „barenturnerin und barenturner“, „vaserfal“ und „datelpalme“.  der laŋe Abend-A-laut erʃeint in „zAgen“ und „pAr“ und „jAr“ und „fArtenʃreiber“. 

„vas der nar ertsählt hat, vAr niçt vAr.  er hat niçt die vArheit gezAgt.“  –  „die tsAl der hAzenpAre mit fAlem fell im grAzigen tAl fällt jedes jAr beträçtliç.“  –  „bald fAren vir über den otseAn, und tsvAr vAgreçt.“  –  „ʃlAfvandlerinnen und ʃlAfvandler vandeln heute in der ʃlAfvandelhale und träumen fon der ʃlAfvandelhalenmeisterʃaft.“ 

die geziçter der praksistesterinnen und praksistester verden gants fAl, als zie zolçe buxʃtAbengebilde auf ihren ʃreibblättern for ziç entʃtehen zehen.  zie ʃvaŋken tsviʃen laxen und veinen.  als mittellözuŋ kiçern zie, zo vie die Chinesinnen und Chinesen for über hundert jAren gekiçert hAben, als zie einander und ziç zelbst im ʃpiegel angezehen hAben, nAxdem zie ziç ihre tsöpfe abgeʃnitten haten.  vie die Chinesinnen und Chinesen ziç dAmAls ʃon nAx kurtser tseit an die tsopfloziçkeit gevöhnt hAben, zo gevöhnen ziç aux die praksistesterinnen und praksistester bald an die neue und letsten endes fiel einfaxere ʃreibveize. 

die praksistesterinnen und praksistester axten darauf, das zie ʃreiben, vas zie hören, und niçt zo ʃreiben, vie zie bisher geʃrieben hAben.  bisher hAben zie „nach“ und „Bach“ gleiç geʃrieben, obvohl zie zeit jeher „nach“ mit einem laŋen Abend-A-Laut ausʃpreçen und „Bach“ mit einem kurtsen ananas-a-Laut ausʃpreçen.  zie dürfen ziç alzo niçt durç das bisherige beirren und fervirren lasen. 

zie verden ziç bevust, das vohl am anfaŋ das vort ʃtand, Aber niçt das geʃriebene vort, zondern das geʃproxene vort.  das geʃriebene vort ist nur eine ʃpätere ableituŋ des geʃproxenen vortes.  Aber zelbst das geʃproxene vort ʃtand niçt gants am anfaŋ.  for dem geʃproxenen vort ʃtand gants am anfaŋ nox der gedaŋke dA  –  und muste unausgeʃproxen zolaŋe varten, bis die menʃen endliç im ʃtande vAren, ihre gedaŋken in vorte tsu fasen, zie austsuʃpreçen  –  und tsum beiʃpiel „vurst“ oder „brot“ tsu zAgen.  – 

es ist unvArʃeinliç, das die ersten vorte „vurst“ und „brot“ vAren, jA es ist zogAr höçst vArʃeinliç, das die ersten vorte ziçer niçt „vurst“ und „brot“ vAren, dA für die umʃtändliçe herʃtelluŋ fon vurst und brot eine bereits veiter entvikelte ʃtufe der tsivilizatsion erreiçt vorden zein muste.  vir bleiben Aber bei „vurst“ und „brot“, veil zie anʃauliçer zind als „iç“ und „du“.  – 

bis tsu diezem tseitpuŋkt gAben die menʃen vohl laute fon ziç, die Aber nox niçt einen beʃtimmten gedaŋken viedergeben konnten und darum ales oder niçts bedeuteten.  ein tsuʃtand, in dem ziç die hündinnen und hunde, die katsen und kAter und die anderen tiere fon uns aus gezehen heute nox befinden.  ob zie ziç gedaŋken maxen, ob zie deŋken können, visen vir niçt.  jedenfals zind zie niçt im ʃtande, ihre  –  alfälligen  –  gedaŋken,  –  für uns menʃen  –  ferʃtändliç in vorte tsu fasen;  –  oder Aber vir menʃen zind (nox) niçt im ʃtande, das alenfals gemeinte daraus heraus tsu hören.  vohl maxt eine hündin oder ein hund „vau vau“,  –  ob das Aber „vurst“ oder „brot“ oder „mond“ oder vas aux immer bedeuten zoll, kan zie oder er uns niçt zAgen,  –  oder vir können es niçt ferʃtehen.  ein laut, der „vurst“ oder „brot“ oder „mond“ oder irgend etvas anderes, alzo ales oder niçts, bedeutet, ist nox kein geʃproxenes vort. 

ein vort kommt niçt alein !  zobald der erste gedaŋke in das erste vort gefast und ausgeʃproxen ist,  –  zei es nun „vurst“ oder „brot“ oder vas aux immer,  –  erhalten im gleiçen moment bereits aux ale anderen laute eine (negatife) vortbedeutuŋ.  venn nämliç das erste vort „vurst“ bedeutet oder „brot“ oder vas aux immer, bedeutet jeder andere laut :  „ziçer niçt vurst !“ oder „ziçer niçt brot !“ oder „ziçer niçt vas aux immer !“, denn für dieze gedaŋken oder für dieze bedeutuŋen ist jA gerAde das vurstvort oder das brotvort oder das „vas aux immer vort“ dA.  jeder andere laut muss alzo etvas anderes bedeuten. 

ver aus ʃpielkarten, die mit nAx oben geriçteten rükseiten auf dem tiʃ liegen, die hertsdAme tsieht, veis niçt, velçe blatverte ziç unter den ferbleibenden ʃpielkarten ferbergen, zie oder er veis Aber beʃtimmt, das die hertsdAme darunter niçt tsu finden ist, das alzo die ferbleibenden ʃpielkarten ale niçt-hertsdAme zind.  ver veis, vas etvas niçt ist, veis immerhin ʃon mehr, als ver gAr niçt veis, vas etvas ist.  ver dan eine ʃpielkarte nAx der anderen aufdekt, veis dan immer vie mehr, vas die ferbleibenden ʃpielkarten ziçer niçt zind,  –  und dan bald einmAl, vas zie nox zein können, bis zie oder er fon der letsten, mit nAx oben geriçteter rükzeite auf dem tiʃ liegenden ʃpielkarte, ohne zie ʃon aufgedekt tsu hAben, mit ziçerheit veis, vas zie zein mus.  –  zo einfax vie mit den ʃpielkarten ist es alerdiŋs mit den vörtern niçt.  vährend die tsAl der ʃpielkarten und ihrer blatverte genau beʃtimmt ist, ist die tsAl der vörter unbeʃtimmt und nax oben offen.  Die vörter lasen ziç niçt eineŋen, niçt begrentsen und ein letstes ferbleibendes vort gibt es ʃon gAr niçt. 

venn Aber das erste vort das vurstvort vAr, dan vAr es für die menʃen ein leiçtes, aus den anderen lauten als tsveites vort das brotvort heraustsuzondern,  –   mit dem ergebnis, das jeder andere oder veitere laut „ziçer niçt vurst und ziçer niçt brot !“ bedeutete.  aus zolçen oder ähnliçen anfäŋen hAben die menʃen nAx und nAx jeden gedaŋken in ein vort gefast, zo das zie ʃliesliç ale ihre gedaŋken miteinander austauʃen und ziç darüber und über gott und die velt unterhalten konnten.  –  die ʃrift und die geʃriebenen vorte kAmen dan erst ʃpäter.  es mus alzo das geʃriebene vort das geʃproxene vort ʃriftliç viedergeben,  –  und niçt das geʃproxene vort das ʃriftliçe vort ausʃpreçen. 

es dauert ʃon fier voxen, bis es den praxistesterinnen und praxistestern geliŋt, niçt ale pAr tAge vieder vie dAmAls „alle paar Tage“ tsu ʃreiben, zondern ziç nAx und nAx daran tsu gevöhnen, das „ale pAr tAge“ zo auszieht.  es ist dan Aber einmAl zo veit und zie maxen ziç auf,

 

[14]           Károly Simonyi, Kulturgeschichte der Physik :  Von den Anfängen bis heute. 
Frankfurt am Main, 2001, Seite 160.

 

/Sprix-1-33/

22. August 2021 / RT

 

am Dienstag, dem 21. September 2021 auf der vendeltreppe hinauftsuʃteigen in

das tsveiundtsvantsiçste ʃtokverk, vo iç miç erneuere

bentsin mit limonAde ist ein vits

bentsIn mɪt LimonAde ɪst ein vɪts

 

ales, vas zie tsu hören bekommen, vird fon den praksistesterinnen und praksistestern aufgeʃrieben.  zie ʃauen dan, vie das geʃriebene auszieht, und ob es das gehörte viedergibt.  kaum hat jemand „guten tAg !“ gezAgt, ʃreiben zie „guten tAg !“.  zo kommt es, das die praksistesterinnen und praksistester, geʃproxen fon einer arg fon kopfveh geplAgten perzon :  „vo ist das Aspirin ?“ tsu hören bekommen und prompt :  „vo ist das Aspirin ?“ auf ihre blätter ʃreiben.  fon diezen blättern ʃaut ihnen nun dreimAl der buxʃtAbe „i“ entgegen und zie frAgen ziç :  „hAben vir denn tAtzäçliç dreimAl einen kurtsen ideen-i-laut gehört ?“  tsur fergeviseruŋ viederholen zie zelber nox ein pAr mAl :  „vo ist das Aspirin ?“ ʃön laŋzAm und hören ziç gut tsu  –  und hören,

–         das zie nur den ersten buxʃtAben „i“ in „Aspirin“
als kurtsen ideen-i-laut ausʃpreçen. 

–         den tsveiten buxʃtAben „i“ in „Aspirin“ hören zie ziç zelber
als laŋen ICE-i-laut ausʃpreçen. 

–         den buxʃtAben „i“ in „ist“ hingegen hören zie ziç zelber noxmAls anders ausʃpreçen, nämliç als iç-i-laut. 

drei ferʃiedene laute mit ein und demzelben buxʃtAben viedertsugeben, halten zie mit ihrem grundzats, jeden laut mit einem eigenen buxʃtAben viedertsugeben, niçt für fereinbAr.  zie gehen darum datsu über,

–         den kurtsen ideen-i-laut
vie etva in „ideen“, „figur“, „kolibri“, „tsitrone“, „libelle“, „litanei“, „minerAlvaser“ oder „gummi“
mit dem kleinen buxʃtAben „i“ viedertsugeben,  

–         den laŋen ICE-i-laut
vie etva in „ICE“, „bentsin“, „kilo“, „liter“ oder „gib !“
mit dem grosen buxʃtAben „I“ viedertsugeben und

–         den kurtsen iç-i-Laut
vie etva in „iç“, „ist“ oder „vits“
mit dem ihnen aus der internatsionAlen lautʃrift und
aus türkiʃen tseituŋen bekanten tseiçen [ɪ],
das zie fon nun an als neuen buxʃtAben „ɪ“ einzetsen,
viedertsugeben. 

zie ʃtellen aux fest, das es einen laŋen ɪ-Laut nɪçt gIbt, und zie dafür aux keinen geeigneten buxʃtAben zuxen müsen. 

venn es Aber keinen laŋen ɪ-laut gIbt, zo folgern die praksɪstesterɪnnen und praksɪstester, dan zɪnd ale ɪ-laute kurtse laute und brauxen demtsufolge nɪçt veiterhɪn durx die ferdoppeluŋ der folgenden mɪtlaute vie ɪn :  „mɪt bɪbbernden lɪppen kɪllen kɪfferɪnnen und kɪffer ɪm ʃtɪllen tsɪmmer ʃpɪnnen“, oder ɪn :  „bɪtte, varum ?“, bezonders gekenntseiçnet tsu verden.  es genügt :  „mɪt bɪbernden lɪpen kɪlen kɪferɪnen und kɪfer ɪm ʃtɪlen tsɪmer ʃpɪnen“, oder :  „bɪte, varum ?“  ʃon aus dem unbetseiçneten „ɪ“ geht jA herfor, das es zɪç um einen kurtsen ɪç-ɪ-laut handelt. 

tsuzamengefast geben zie alzo

–         den kurtsen ideen-i-laut mɪt dem buxʃtAben „i“
ɪn „ideen“, „figur“, „kolibri“, „tsitrone“, „libelle“, „litanei“, „minerAlvaser“ oder „gummi“; 

–         den laŋen ICE-I-laut mɪt dem buxʃtAben „I“
ɪn „ICE“, „bentsIn“ „kIlo“, „lIter“ oder „gIb !“ und

–         den kurtsen ɪç-laut-ɪ mɪt dem buxʃtAben „ɪ“
ɪn „ɪç“, „ɪst“ oder „vɪts“ oder „mɪlimeter“ vieder. 

tsur zɪçerheit tsiehen zie aus ihrem behälter mɪt den ʃreibverktseugen nox ihren taʃenʃpiegel herfor, halten ihn for ihr gezɪçt und ʃpreçen „ideen“ und dan „ɪç“ und dan noxmAls „ideen“ und dan noxmAls „ɪç“ und ʃtellen fest, das zie für den ɪç-ɪ-laut ihren unterkiefer leiçt veiter herunterlasen als für den kurtsen ideen-i-laut. 

übuŋshalber tasten zie zɪç nun ʃreibend oder auf den tasten tastend an gebɪlde heran vie :  „mɪç trɪfft der ʃlAg.“  –  „zɪŋen mɪlben ?“  –  „bɪtte, gIb mIr nɪçt mɪlç !“  anfäŋlɪç fällt es ihnen nɪçt leiçt, die kurtsen ideen-i-laute und die laŋen ICE-I-laute und die ɪç-ɪ-laute auf anhieb auseinandertsuhalten.  zie ʃpɪtsen aber ɪmer gut die ohren, zo das es ihnen mehr und mehr gelɪŋt, die geʃproxenen laute mɪt dem entʃpreçenden buxʃtAben viedertsugeben.  venn zie alerdɪŋs nɪçt vɪsen, mɪt velçem der drei laute ein vort ausgeʃproxen vɪrd, bleibt ihnen nɪçts anderes übrɪç, als ɪm ausʃprAxevörterbux nAxtsuʃauen, mɪt der nɪçt unervünʃten nebenvɪrkuŋ, das zie bevuster ausʃpreçen und zɪç ihre ausʃprAxe ferdeutliçt. 

merkvürdɪç fɪnden die praksɪstesterɪnen und praksɪstester, das der erste laut ɪm ausgeʃproxenen und ausgeʃriebenen „ɪntercitytsug“ ein ɪç-ɪ-laut ɪst und als buxʃtAbe „ɪ“ erʃeint, das der erste laut ɪn der abkürtsuŋ „ICE“ hingegen ein laŋer ICE-I-laut ɪst und als buxʃtAbe „I“ erʃeint.  –  da „city“ ɪm „ɪntercitytsug“ ein eŋlɪʃes vort ɪst, ʃreiben es die praksɪstesterɪnen und praksɪstester zo, vie es ɪn zeiner eŋlɪʃen heimat geʃrieben vɪrd, eben „city“. 

tsvAr ertönen ein kurtser ideen-i-laut und ein laŋer ICE-I-laut ɪn „Aspirin“.  die praksɪstesterɪnen und praksɪstester geben jedox dieze beiden laute gleiçvohl nɪçt mɪt dem buxʃtAben „i“ und dem buxʃtAben „I“ vieder, dA es zɪç bei Aspirin® um einen nAmen und eine eingetragene vArenmarke handelt.  aux auf der ɪnzel Bikini treten die beiden kurtsen ideen-i-laute und der laŋe ICE-I-laut datsvɪʃen ʃrɪftlɪç nɪçt ɪn erʃeinuŋ, dA Bikini der nAme der ɪnzel ɪst.  venn die praksɪstesterɪnen und praksɪstester mɪt „bikIni“ jedox ein zsveiteilɪges bAdekleiduŋsʃtük meinen, dan ʃteht ihnen niçts im vege, es zo tsu ʃreiben, vie es tönt, nämlɪç „bikIni“. 

den praksɪstesterɪnen und praksɪstestern fällt nun auf, das durç den umʃtand,

–         das der grosse buxʃtAbe „I“,
mɪt dem der laŋe ICE-I-laut ɪn „ICE“, „bentsIn“, „kIlo“, „lIter“ oder „gIb !“ viedergegeben vɪrd,

–         gleiç auszieht vie der kleine buxʃtAbe „l“ ɪn „laŋzAm“, „lodenmantel“, „libelle“ oder „löffelʃtiel,

uneindeutɪçkeiten und tsveifelsfälle entʃtehen, jA das darum ein vort vie „mɪlilIter“ oder „pralIne“ kaum lesbAr oder zogAr follends unlesebAr verden kan. 

einɪge praksɪstesterɪnen und praksɪstester zehen tsvAr aux, das der grosse buxʃtAbe „I“ und der kleine „buxʃtAbe „l“ gleiç auszehen, venn zie auf der ʃreibmaʃIne oder auf einem elektronɪʃen gedaŋkenaustauʃgerät herbeigetastet verden.  zie zehen darɪn Aber kein problem, dA durç kurtses nAxdeŋken klAr verde, das tsum beiʃpiel „kIlo“ nur eine gevɪçtseinheit und keinesfals der nAme der muze „Klio“ zein könne.  väre damɪt nämlɪç die muze „Klio“ gemeint, dan müsste das vort, dA es zɪç um einen nAmen handelt, zo geʃrieben verden, vie es bɪsher ɪmer geʃrieben vurde :  erstens mɪt einem grossen ersten buxʃtAben und tsveitens mɪt einem kleinen „i“.  ebenfals durç kurtses nAxdeŋken verde klAr, das „lIter“ nur eine volumeneinheit zein könne, dA es ein vort „Ilter“ mɪt einem laŋen ICE-I-laut am vortanfaŋ oder ein vort mɪt tsvei laŋen ICE-I-lauten am vortanfaŋ oder ein vort mɪt tsvei libellen-l-lauten am vortanfaŋ gAr nɪçt gäbe.  das ʃliesslɪç „gIb !“ nur die befehlsform der tsveiten perzon eintsAl fon „geben“ zein könne, könne zɪç jedes kɪnd deŋken, dA es ein vort ohne vokAl gAr nɪçt gIbt und „g“ und „b“ eindeutɪç keine vokAle zeien, zo das der mɪtlere buxʃtAbe „I“ nɪçts anderes als ein buxʃtAbe für einen vokAl, und tsvAr für einen laŋen ICE-I-laut zein könne.  ʃliesslɪç könne zɪç angezɪçts des folgenden ausrufetseiçens jede perzon deŋken, das es zɪç hier um die befehlsform der tsveiten perzon eintsAl fon „geben“ handeln müsse. 

diezen deŋkübuŋen vIderʃpreçen die anderen praksɪstesterɪnen und praksɪstester aufs heftɪçste.  die geʃriebene ʃprAxe müsse zo eindeutɪç und klAr geʃtaltet zein, das zie die geʃproxene ʃprAxe durç auf anhieb unterʃeidbAre buxʃtAben laut für laut und ohne laŋes nAxdeŋken, rätselrAten, enttsɪferuŋsüberleguŋen und ausʃlussreçnuŋen viedergebe.  jede lezerɪn und jeder lezer müsse ohne jeden kriminalɪstɪʃen ʃpürzɪn jeden buxʃtAben zofort erkennen können und zɪç nɪçt laŋe überlegen müssen, velçe buxʃtAben er nɪçt zein könne.  dieze praksɪstesterɪnen und praksɪstester frAgen zɪç darum, vie der grosse buxʃtAbe „I“ für den laŋen ICE-I-laut fom kleinen buxʃtAben „l“ für den libellen-l-laut eindeutɪç und zofort erkennbAr unterʃieden verden kan.  ɪn der fon hand geʃriebenen ʃrɪft ɪst das kein problem.  dort hat der kleine buxʃtAbe „l“ für den libellen-l-laut oben reçts eine ʃlaufe, zieht zo „ℓ“ aus und ɪst darum mɪt dem grossen buxʃtAben „I“ nɪçt tsu fervekseln. 

die praksɪstesterɪnen und praksɪstester überlegen zɪç kurts, ob zie fon nun an den libellen-l-laut mɪt diezem tseiçen „ℓ“ viedergeben vollen :  „kIℓo“, „ℓIter“ oder „ℓibeℓℓe“ vären dan ohne veiteres nAxdeŋken eindeutɪç und klAr erkennbAr;  die frAge, ob „gIb !“ etvas anderes als „gIb !“ bedeuten könnte, könne zo gAr nɪçt aufkommen.      

zie kommen dan Aber bald tsum ʃluss, das das unpraktɪʃ zei, dA es auf den ʃreibmaʃInen und auf den tastaturen der elektronɪʃen gedaŋkenaustauʃgeräte keine taste für das tseiçen „ℓ“ hAbe.  es genüge ohnehɪn ʃon, das zie die buxʃtAben für den ʃaumvein-ʃ-laut, für den tsAnhals-ŋ-laut und für den ɪç-ɪ-laut umʃtändlɪç fon veit her herbeiʃafen müssen. 

ohne das das tsu ɪrgendvelçen ʃvierɪçkeiten geführt hätte, fertsɪçten die praksɪstesterɪnen und praksistester zeit kurtsem darauf, die zatsanfäŋe und die hauptvörter oder zubstantIve durç grosse anfaŋsbuxʃtAben tsu kenntseiçnen.  ausser dem grossen „A“ für den Abend-A-laut und dem grossen „I“ für den ICE-I-laut ferbrɪŋen zeither die grossen buxʃtAben die meiste tseit hɪnter der bühne.  zie treten nur hie und dA kurts auf, venn es darum geht, nAmen tsu nennen.  das brɪŋt die praksɪstesterɪnen und praksɪstester auf den gedaŋken, für den libellen-l-laut anʃtelle des kleinen buxʃtAbens „l“ den grossen buxʃtAben „L“ tsu fervenden und „dupLIk“, „dupLikAt“, „kILo“, „LIter“, „LibeLLe“ oder „ʃLAg“ tsu ʃreiben.  auf dieze veize vürde aux „gIb !“ keine rätseL mehr aufgeben.  gedaxt, gezAgt und getAn.  nAxdem zo aLes kLAr ɪst, esen zie aux mɪt grosem genus die züsen praLInen, die zie forher, veil zie nɪçt vusten, vas es ɪst, aus forzɪçt nɪçt angerührt haben. 

die praksɪstesterɪnen und praksɪstester zetsen zɪç hɪn und ʃreiben übuŋszätse vie :  „den LöffeLʃtieL hat das Lustɪge kɪndLeɪn ɪn die taʃe zeines LodenmanteLs ferLegt.“  –  „FederLeiçte ʃneefLoken vɪrbeLn um die Leute auf dem ʃILɪft.“  –  „LaŋzAm roLLen bLäuLɪçe veLLen an den geLben ʃtrand.“  –  „vɪLde bienen zummen Leize :  ‚LebevohL !’ “  –  „MɪLimeter um MɪLimeter Lässt das Laue kLIma den gLäntsenden gLetʃer ʃmeLtsen.“  –  „viefieLe mɪLimeter brauxt es für einen kILometer ?“  –  „geLbe gLadioLen bLühen neben dem beLaubten Ligusterʃtraux.“  –  „grɪlen tsɪrpen.“  –  „zeit ein pAr jAren esen vIr jeden Abend ananas.“  –  „ʃLAfvandLerɪnen und ʃLAfvandLer vandeLn heute ɪn der ʃLAfvandeLhaLe und träumen fon der ʃLAfvandeLhaLenmeisterʃaft.“  zoLçe zätse fɪnden die praksɪstesterɪnen und praksɪstester mɪt dem kriminaLɪstɪʃen ʃpürzɪn bLöd.  das tseige Aber nɪçts anderes, entgegnen ihnen die anderen praksɪstesterɪnen und praksɪstester, das dieze zätse LesbAr zeien und zie zie ferʃtanden hätten.  Hätten zie zie nämLɪç nɪçt Lezen können, könnten zie zie aux nɪçt bLöd fɪnden. 

aLe dieze neueruŋen : 

–         die fervenduŋ des buxʃtAbens „i“ für den kurtsen ideen-i-Laut,

–         die fervenduŋ des buxʃtAbens „I“ für den Laŋen ICE-I-Laut,

–         die fervenduŋ des buxʃtAbens „ɪ“ für den kurtsen ɪç-ɪ-Laut,

–         die überfLüssɪç gevordene und vegfaLende ferdoppeLuŋ der foLgenden mɪtLaute nAx dem ɪmer kurtsen „ɪ“ und

–         der erzats des kLeinen „l“ durç das grosse „L“

maxen es den praksɪstesterɪnen und praksɪstestern nɪçt Leiçt.  zie zetsen ihre ʃreibübuŋen darum diezes mAL nox eifrɪger fort aLs zonst, bɪs zie zɪç die neueruŋen zo gut angeeignet hAben, das zie, viederum neugierɪç gevorden,

 

/Sprix-1-34/

21. September 2021 / RT

 

am Mittwoch, dem 20. Oktober 2021 auf der vendeLtreppe hɪnaufʃteigen ɪn

 

das dreiundtsvantsɪçste ʃtokverk, vo „I“ drauf ʃteht, venn „I“ drɪn ɪst

 

fieL fieh fieL ihnen ɪnen ɪn den abgrund

fIL fI fIL Inen ɪnen ɪn den abgrund

 

venn die praksɪstesterɪnen und die praksɪstester nun „gIb mIr, bɪte, einen LIter bentsIn !“ zagen und dabei die vörter „gIb !“, „mIr“, „LIter“ und „bentsIn“ ausʃpreçen und darɪn den Laŋen ICE-I-Laut hören, tauxt for ihrem geistɪgen auge der buxʃtabe „I“ auf. 

venn dan die praksɪstesterɪnen und praksɪstester einen Liebesroman Lezen und dabei auf die ʃöne ʃteLLe ʃtossen, vo es heisst : 
„zieh, vie zie ihm und vie er ihr ɪn die augen zieht !“,
dan hören zie,
venn zie „zieh“, „vie“, „zie“, „ihm“, „vie“, „ihr“, „die“ und „zieht“
mɪt ihren eigenen augen zehen,
ɪn ihren geistɪgen ohren ɪn diezen vörtern tsvar ebenfaLs ɪmer einen Laŋen ICE-I-Laut ertönen, 
ʃteLLen aber erʃtaunt fest,
das diezer Laŋe ICE-I-Laut ɪn diezen vörtern nɪçt mɪt dem buxʃtaben „I“ viedergegeben vɪrd,
zondern mɪt aLerLei buxʃtabenferbɪnduŋen vie „ieh“, „ie“ und „ih“. 

da dies ihrem grundsats, jeden Laut ɪmer mɪt einem und demzeLben buxʃtaben viedertsugeben, vIderʃprɪçt, beʃLiessen die praksɪstesterɪnen und praksɪstester, diezem ʃpuk ein ende tsu zetsen und ɪn einem vort den buxʃtaben „I“ tsu ʃreiben, venn ein Laŋer ICE-I-Laut drɪn ɪst. 

ihre fasuŋ des Liebesromans zieht dan an der ʃönen ʃteLLe zo aus : 
„zI, vI zI Im und vI er Ir ɪn dI augen zIt !“  –  „das zIt ja vɪrkLɪç zeLtzam aus !“, zagen dI einen.  „zo ʃpreçen vIr eben !“, zagen dI andern.  zI zetsen zɪç hɪn und begɪnen übuŋszätse tsu ʃreiben vI :  „zIben zIgerɪnen und zIger treffen zɪç ɪn Siebenbürgen.“  –  „ɪst man tsvIbak mɪt tsvIbeL ?“  –  „nIsen vIzeL auf der vIze ?“  –  „vie fIL vIgt das kɪnd ɪn der vIge ?“  –  „dI vAge vIgt mehr aLs das kɪnd.“  –  „dI vIge vIgt mehr aLs dI vAge.“  –  „mäuze fressen kaum kIzeL.“  –  „Leize rIzeLt der ʃnee.“  –  „vas fährt mɪt dIzeL auf der ʃIne ?“  –  „um fierteL nax fIr tsIt dI Lokomotive fiertsɪç eizenbAnvagen aus dem bAnhof.“  –  „und tsum ʃlus :  zo zIt jetst ʃeise aus !“ 

ɪm forLetsten zats hören dI praksɪstesterɪnen und praksɪstester, das „fIr“ und „tsIt“ und „LokomotIve“ mɪt einem Laŋen ICE-I-Laut ausgeʃproxen verden;  –  „fierteL“ und „fiertsɪç“ hɪngegen nɪçt mɪt einem Laŋe ICE-I-Laut,  –  vI es dI bɪsherɪge buxʃtAbenferbɪnduŋ „ie“ fermuten LIse,  –  zondern mɪt einem ɪç-ɪ-Laut :  „fɪrteL“ und „fɪrtsɪç“;  ebenzo „fiertsehn“ nɪçt mɪt einem Laŋen ICE-I-Laut, zondern mɪt einem ɪç-ɪ-Laut :  „fɪrtsehn“.  dIzer fervɪruŋ zetsen dI praksɪstesterɪnen und praksɪstester ein ende und ʃreiben dI vörter zo, vI zI zI ausʃpreçen :  aLzo eben „fɪrteL“, „fɪrtsɪç“ und „fɪrtsehn“, Aber aux „fɪrteLjAr“ und „fɪrteLʃtunde“, hɪngegen „viveit“, „vivohL“ und „vi fIL vIgt das kɪnd ɪn der vIge ?“  –  venn zI nɪçt vɪsen, vI ein vort austsuʃpreçen ɪst,  –  vI das möglɪçerveize bei „fiLeiçt“ der faL ɪst,  –  ʃauen zI ɪm ausʃprAxevörterbux nAx. 

zI merken zɪç :  „am anfaŋ var das vort !“  zI ʃreiben darum zo, vI zI ʃpreçen;  und zI ʃpreçen nɪçt zo, vI zI (früher) geʃrIben haben.  venn zI aber fon nun an zo ʃreiben, vI zI ʃpreçen, dan können zI getrost zo ʃpreçen, vI zI fon nun an geʃrIben haben,  –  und geLaŋen vIder tsum gLeiçen geʃrIbenen vort.  damɪt erLeiçtern zI erst nox fremdʃpraxɪgen perzonen das erLernenen der deutʃen ʃpraxe und kɪndern deutʃer mutterʃpraxe das erLernen des lezens und ʃreibens. 

dI annAme, das aLtʃteintseitLɪçe jäger pferde auf den feLzen fon Solutré getrIben hätten, fon vo dIze ɪn den abgrund tsu tode geʃtürtst vären, LIs zɪç nɪçt haLten.  heute vɪrd angenommen, das dI jäger dI pferde auf deren aLjährLɪçen vandertsügen durç geeignete forkehren ɪn zɪç fereŋende, unter dem feLzen von Solutré LIgende feLsbLokfaLen trIben, vo zI zI ʃLaxteten.[15] 

für dI praksɪstesterɪnen und praksɪstester ɪst es nɪçt ɪmer Leiçt, ɪn den fILen vörtern dI drei Laute : 
–         den kurtsen ideen-i-Laut,
–         den Laŋen ICE-I-Laut und
–         den kurtsen ɪç-ɪ-Laut
auseinandertsuhaLten.  venn zI genau hɪnhören, mançmAL ein vort tsvei mAL ausʃpreçen, geLɪŋt Inen dIs ɪmer vI beser, zo das zI zɪç 

/Sprix-1-35/

20. Oktober 2021 / RT

 

[15]         Vgl. http://www.oldstoneage.com/montetwhite/solutre.shtml  –  zuletzt besucht am 21. Mai 2015.

 

am Freitag, dem 19. November 2021 entʃLIsen, auf der vendeLtreppe hɪnauftsuʃteigen ɪn

das fIrundtsvantsɪçste ʃtokverk, vo aux dI post zɪç erneuert

 

dI toLerante postbotɪn und
der toLerante postbote

dI toLerante pɔstbOtɪn und
der toLerante pɔstbOte

 

aLes, vas zI tsu hören bekommen, vɪrd fon den praksɪstesterɪnen und praksɪstestern aufgeʃrIben.  zI ʃauen dan, vI das geʃrIbene auszIt, und ob es das gehörte vIdergIbt.  kaum hat jemand „guten tAg !“ gezAgt, ʃreiben zI „guten tAg !“.  zo kommt es, das dI praksɪstesterɪnen und praksɪstester, geʃproxen fon einer oder einem der fɪʃersLeute :  „ver hat dI goLdene foreLLe gehoLt ?“ tsu hören bekommen und prompt :  „ver hat dI goLdene foreLLe gehoLt ?“ auf Ire bLätter ʃreiben.  fon dIzen bLättern ʃaut Inen nun dreimAL der buxʃtAbe „o“ entgegen und zI frAgen ziç :  „hAben vir denn tAtzäçLiç dreimAL einen kurtsen oAzen-o-Laut gehört ?“  tsur fergeviseruŋ vIderhoLen zI zeLber nox ein pAr mAL :  „ver hat dI goLdene foreLLe gehoLt ?“ ʃön LaŋzAm und hören zɪç gut tsu  –  und hören,

–         das zI nur den ersten vokAL „o“ ɪn „foreLLe“
aLs kurtsen oAzen-o-Laut ausʃpreçen; 

–         den tsveiten vokaL „o“ ɪn „gehoLt“ hören zI zɪç zeLber
aLs Laŋen opern-o-Laut ausʃpreçen;  

–         den ersten vokAL „o“ ɪn „goLdene“ hɪngegen hören zI zɪç zeLber noxmALs anders ausʃpreçen, nämLɪç aLs post-o-Laut. 

drei ferʃIdene Laute mɪt ein und demzeLben buxʃtAben vIdertsugeben, haLten zI mɪt Irem grundzats, jeden Laut mɪt einem eigenen buxʃtAben vIdertsugeben, nɪçt für fereinbAr.  zI gehen darum datsu über,

–         den kurtsen oAzen-o-Laut
vI etva ɪn „oAzen“, „desto“, „toLerant“, „dokument“, „foreLLe“, „kILo“, „morAL“, „morast“, „pokAL“, „opAL“, „zogAr“ oder „vonAx“
mɪt dem kLeinen buxʃtAben „o“ vIdertsugeben;  

–         den Laŋen opern-o-Laut
vI etva ɪn „oper“, „gros“, „hoLen“, „tod“, „poL“ oder „vo“
mɪt dem grosen buxʃtAben „O“ vIdertsugeben und

–         den kurtsen post-o-Laut
vI etva ɪn „goLd“, „most“ oder „form“
mɪt dem Inen aus der ɪnternatsionALen Lautʃrɪft bekanten tseiçen [ɔ],
das zI fon nun an aLs neuen buxʃtAben „ɔ“ einzetsen, vIdertsugeben. 

zI ʃteLLen aux fest, das es einen Laŋen ɔ-Laut nɪçt gIbt, und zI dafür aux keinen geeigneten buxʃtAben zuxen müsen. 

venn es Aber keinen Laŋen ɔ-Laut gIbt, zo foLgern dI praksɪstesterɪnen und praksɪstester, dan zɪnd aLe ɔ-Laute kurtse Laute und brauxen demtsufoLge nɪçt veiterhɪn durç dI ferdoppeLuŋ der foLgenden mɪtLaute vI ɪn :  „foLL fon fiLozofI voLLen vIr uns mɪt doppeLter vonne ɪn der knorrɪgen tonne zonnen“ bezonders gekenntseiçnet tsu verden.  es genügt :  „fɔL fɔn fiLozofI vɔLen vIr uns mɪt dɔpeLter vɔne ɪn der knɔrɪgen tɔne zɔnen.“   ʃon aus dem unbetseiçneten „ɔ“ geht jA herfor, das es zɪç um einen kurtsen pɔst-ɔ-Laut handeLt. 

tsuzamengefast geben zI aLzo

–         den kurtsen oAzen-o-Laut mɪt dem buxʃtAben „o“
ɪn „oAzen“, „desto“, „toLerant“, „dokument“, „filozofI“, „foreLLe“, „kILo“, „morAL“, „morast“, „pokAL“, „opAL“ oder „vonAx“; 

–         den Laŋen Opern-O-Laut mɪt dem buxʃtAben „O“
ɪn „Oper“, „grOs“, „herfOr“, „hOLen“, „pOL“, „zO“, „ʃOn“, „tOd“, „vO“ Oder eben „Oder“ und

–         den kurtsen pɔst-ɔ-Laut mɪt dem buxʃtAben „ɔ“
ɪn „bezɔnders“, „gɔLd“, „mɔst“ Oder „fɔrm“ vIder. 

tsur zɪçerheit tsIen zI aus Irem behäLter mɪt den ʃreibverktseugen nɔx Iren taʃenʃpIgeL herfOr, haLten In fOr Ir gezɪçt und ʃpreçen „oAze“ und dan „pɔst“ und dan nɔxmALs „oAze“ und dan nɔxmALs „pɔst“ und ʃteLLen fest, das zI für den kurtsen oAzen-o-Laut ɪn „oAze“ Iren mund beinAe geʃLɔsen haLten, für den kurtsen pɔst-ɔ-Laut hɪngegen Iren mund bei heruntergeLasenem unterkIfer veit ɔfen haLten. 

übuŋshaLber tasten zI zɪç nun ʃreibend Oder auf den tasten tastend an gebɪLde heran vI :  „ver hat rOte zɔken ferLOren ?“  –  „vO ɪst das tɔLe mɔrgenrOt ?“  –  „ɪst dI Abendpɔst ʃOn gekɔmen ?“  –  „vIr zɔLen hɔLts hOLen.“  –  „mɔst kɔstet.“  –  „aus der tOten ɔrgeL kɔmt kein tOn.“  –  „dI morAL ɪst nɔx nɪçt ɪn den morast gekɔmen.“  –  „vɔrt für vɔrt ɪn einem fɔrt.“  –  „tɔrzo glüht.“  –  „vO bɪst du und vonax zuxst du ?“  –  „küçenabfäLLe auf dem kɔmpɔst fermOdern tsu lasen ist modern.“  –  „ʃLAfvandLerɪnen und ʃLAfvandLer vandeLn heute ɪn der ʃLAfvandeLhaLe und träumen fɔn der ʃLAfvandeLhaLenmeisterʃaft.“  –  „und tsum ʃlus :  zO zIt jetst ʃeise aus !“ 

anfäŋLɪç fäLLt es Inen nɪçt Leiçt, dI kurtsen oAzen-o-Laute und dI Laŋen Opern-O-Laute und dI pɔst-ɔ-Laute auf anhIb auseinandertsuhaLten. 

zI ʃpɪtsen Aber ɪmer gut dI ohren, zO das es Inen mehr und mehr geLɪŋt, dI geʃprɔxenen Laute mɪt dem entʃpreçenden buxʃtAben vIdertsugeben.  venn zI aLerdɪŋs nɪçt vɪsen, mɪt veLçem der drei Laute ein vɔrt ausgeʃprɔxen vɪrd, bLeibt Inen nɪçts anderes übrɪç, aLs ɪm ausʃprAxevörterbux nAxtsuʃauen, mɪt der nɪçt unervünʃten nebenvɪrkuŋ, das zI bevuster ausʃpreçen und zɪç Ire ausʃprAxe ferdeutLiçt. 

merkvürdɪç fɪnden dI praksɪstesterɪnen und praksɪstester, das aLs erster Laut ɪn der ausgeʃprɔxenen und ausgeʃrIbenen „operatsiOn“ ein kurtser oAzen-o-Laut ertönt und aLs buxʃtAbe „o“ erʃeint, das Aber, venn dI gLeiçe „operatsiOn“ abgekürtst vird, ein anderer Laut aLs erster Laut ertönt, nämLɪç ein Laŋer Opera-O-Laut ɪn der abkürtsuŋ „OP“ und aLs buxʃtAbe „O“ erʃeint.  dI praksɪstesterɪnen und praksɪstester erkLären zɪç dIze ungLeiçheit damɪt, das zI dI abkürtsuŋ ungehört und unbezehen aus der aLten reçtʃreibuŋ übernɔmen hAben, ʃtat zI ɪn Irer neuen ʃpreçʃreibuŋ neu tsu bɪLden.  dI Leute der aLten reçtʃreibuŋ geben dI drei ferʃIdenen Laute : 
den kurtsen oAzen-o-Laut,
den Laŋen Opera-O-Laut und
den kurtsen pɔst-ɔ-Laut
aLe mɪt ein und demzeLben buxʃtAben vIder.  vürden dI praksɪstesterɪnen und praksɪstester fɔn der ausgeʃrIbenen „operatsiOn“ ausgehen und dI abkürtsuŋ zeLber neu bɪLden, ergäbe es „op“ aLs abkürtsuŋ. 

es gɪbt Aber aux abkürtsuŋen, dI ɪn der neuen ʃpreçʃreibuŋ gLeiç auszehen vI ɪn der aLten reçtʃreibuŋ, nämLɪç dan, venn ein vɔrt mɪt einem Laŋen Opera-O-Laut begɪnt vI etva „Obergeʃɔs“, desen abkürtsuŋ „OG“ aux ɪn der ʃpreçʃreibuŋ mɪt dem BuxʃtAben „O“ für den Laŋen Opera-O-Laut begɪnt. 

ɪn dIzer unüberzɪçtLɪçen LAge behandeLn dI praksɪstesterɪnen und praksɪstester abkürtsuŋen, dI aLs abkürtsuŋen ausgeʃprɔxen verden vI eben „OP“ und „OG“ vI nAmen für perzOnen und ɔrte, ʃreiben zI aLzo ɪn der herkömmLɪçen reçtʃreibuŋ. 

eine abkürtsuŋ hɪngegen, dI nɪçt aLs abkürtsuŋ ausgeʃprɔxen vɪrd, zɔndern vI das vɔrt, das zI abkürtst, ausgeʃprɔxen vɪrd, ʃreiben zI mɪt den buxʃtAben, mɪt denen zI aux das unabgekürtste vɔrt ʃreiben, aLzo tsum beiʃpIL „ts. b.“ für „tsum beiʃpIL“ Oder „ʃtr.“ für „ʃtrase“. 

ohnehɪn fertsɪçten dI praksɪstesterɪnen und praksɪstester venn ɪmer mögLɪç auf abkürtsuŋen.  der tsvek Ires praksɪstestes beʃteht jA gerAde darɪn, dI ʃpreçʃprAxe tsu testen.  dIzer test vürde Aber fereiteLt, venn das geʃprɔxene nɪçt ausgeʃrIben, zɔndern abgekürtst vürde. 

dI praksɪstesterɪnen und praksɪstester vɔLen zɪç mɪt den abkürtsuŋen, dI aLe ein gevɪses eigenLeben führen, nɪçt veiter herumʃLAgen und ʃteigen

 

/Sprix-1-36/

 

19.November 2021 / RT

 

am Sonntag, dem 19. Dezember 2021 auf der vendeLtreppe hɪnauf ɪn

 

das fünfundtsvantsɪçste ʃtɔkverk, vO „O“ drauf ʃteht, venn „O“ drɪn ɪst

 

oh, drei krOnen hat der mohr
ɪm moor ferLOren !

O, drei krOnen hat der mOr
ɪm mOr ferLOren !

 

auf Irem veg nAx Oben hAben dI praksɪstesterɪnen und praksɪstester auf der vendeLtreppe ferLOrene vörter gefunden und aufgeLezen.  befOr zI zI nun ɪn das vörterbux ferzɔrgen, ʃauen zI zI an und zehen :  „bohne“, „boot“, „drohne“, „gevohnheit“, „krOne“, „Lohn“, „mohn“, „mohr“, „moor“, „moos“, „oh“, „roh“, und „tOn“.  zI ʃauen zI nɔxmALs an und ʃpreçen zI aus und verden gevAr, das zI zI tsvAr aLe mɪt einem Laŋen Opera-O-Laut ausʃpreçen, Aber nɪçt ɪmer mɪt dem für dIzen Laut fOrgezehenen buxʃtAben „O“ ʃreiben, zɔndern aux mɪt der buxʃtAbenferbɪnduŋ „oh“ Oder mɪt dem dɔpeLbuxʃtAben „oo“.  zI zehen nɪçt ein, varum zI das veiterhɪn tun zɔLten, vIderʃprɪçt dɔx das Irem grundzats, jeden Laut mɪt einem eigenen buxʃtAben vIdertsugeben. 

der tsveite buxʃtAbe dIzer buxʃtAbenferbɪnduŋen, der buxʃtAbe „h“ Oder der buxʃtAbe „o“, vɪrd ɪn dIzen fäLLen nɪçt ausgeʃprɔxen, zɔndern dInt LedɪgLɪç aLs Läŋetseiçen.  venn nun Aber bereits der erste buxʃtAbe eindeutɪç aLs tseiçen für den Laŋen Opera-O-Laut dInen kan, dan vɪrd ein tsuzätsLɪçes Läŋetseiçen überfLüsɪç und ʃteht ʃtörend ɪn der buxʃtAbenLandʃaft umher.  dI praksɪstesterɪnen und praksɪstester gehen darum datsu über, den Laŋen Opera-O-Laut durçvegs mɪt dem buxʃtAben „O“ vIdertsugeben und ʃreiben dementʃpreçend :  „bOne“, „bOt“, „drOne“, „gevOnheit“, „krOne“, „LOn“, „mOn“, „der mOr“, „das mOr“, „mOs“, „O“, „rO“, und „tOn“. 

nɪçt aLs Läŋetseiçen mɪsbrauxt vɪrd der buxʃtAbe „h“ dan, venn er ausgeʃprɔxen vɪrd vI ɪn „Oheim“ Oder „ohO !“.  venn er Aber ausgeʃprɔxen vɪrd, dan vɪrd er natürLɪç aux geʃrIben. 

dI praksɪstesterɪnen und praksɪstester üben dI ʃpreçʃreibuŋ ɪn zätsen vI :  „dI könɪgɪn und der könɪç trAgen Ire krOne aus Lauter gevOnheit.“  –  „dI mOrɪn und der mOr brɪŋen ɪm bOt rOe bOnen und tomAten herbei und ferkaufen zI für drei krOnen das kILo.“  –  „ ‚O, eine drOne !’ ɪst zO O-tOn.“  –  „mOs gedeiht ɪm mOr.“ 

auf dIze veize üben dI praksɪstesterɪnen und praksɪstester nɔx ein pAr tAge Laŋ, vɔLen dan gerAde ɪn das näçsthöhere ʃtɔkverk hɪnaufʃteigen, aLs zI fɔn einer OberLehrerɪn und einem OberLehrer ɪn einen vɔrtvekseL fervɪkeLt verden.  zO einfax gehe das nɪçt, meinen dI.  „der mOr“ und „das mOr“ LIsen zɪç ɪn der neuen ʃpreçʃreibuŋ nɪçt mehr unterʃeiden.  das könne tsu peinLɪçen ferveksLuŋen und tsu ʃvervIgenden mɪsferʃtändnɪsen führen.  zI ʃLAgen darum fOr, „den mOren“ veiterhɪn vI bɪsher, aLzo aLs „den mohren“ und „das mOr“ veiterhɪn vI bɪsher, aLzo aLs „das moor“ tsu ʃreiben.  –  dI vArʃeinLɪçkeit, das es tsu peinLɪçen ferveksLuŋen und tsu ʃvervIgenden mɪsferʃtändnɪsen kɔme, zei um fILes kLeiner aLs dI ʃvIrɪçkeiten, dI entʃtünden, venn zI fɔm grundzats, jeden Laut mɪt ein und demzeLben buxʃtAben vIdertsugeben, abveiçen vürden, entgegnen dI ɔb dem OberLehrerhaften fOrʃLAg eher beLustɪçten aLs ferärgerten praksɪstesterɪnen und praksɪstester. 

vOL kɔnten, venn zI ʃrɪftLɪç tsu zehen vAren, ɪn der fergaŋenheit „der mOr“ und „das mOr“ unterʃIden verden;  venn zI hɪngegen tsu hören vAren, tönten beide gLeiç.  dA dI menʃen mündLɪç nɪçt eintseLne vörter austauʃen, zɔndern aus einem vɔrt ɔder aus mehreren vörtern beʃtehende bedeutuŋstsuzamenhäŋe, vɪrd aus dem tsuzamenhaŋ ferʃtändLɪç, veLçe fɔn mehreren mögLɪçen bedeutuŋen einer geʃprɔxen LautfɔLge, aLzo einem vɔrt, fɔn der vɔrttauʃpartnerɪn gegeben und fɔm vɔrttauʃpartner One veiteres ferʃtanden vɪrd.  dabei gehören tsum tsuzamenhaŋ nɪçt nur dI bɪsher ausgetauʃten mündLɪçen meLduŋen, zɔndern aux dI räumLɪçen und tseitLɪçen umʃtände.  ver an dI bAr trɪt und „tsvei“ zAgt, beʃteLLt „tsvei bIr“, ver ɪn den fArʃtuhL trɪt und „tsvei“ zAgt, möçte ɪn „das tsveite ʃtɔkverk“ befördert verden.  und es fäLLt nImandem ein, tsu ferLaŋen, das „tsvei“ anders geʃrIben verden müse, je nAx dem, ɔb damɪt „bIr“ Oder „ʃtɔkverk“ gemeint verde.  und ʃOn ɪmer tönten „der tOr“ und „das tOr“ nɪçt nur gLeiç, zɔndern vurden aux ʃOn ɪmer gLeiç geʃrIben.  das es desvegen je tsu peinLɪçen ferveksLuŋen und tsu ʃvervIgenden mɪsferʃtändnɪsen gekɔmen väre, ɪst nɪçt bekant.  und es ʃteht jA eher ein tOr ɪm tOr aLs ein mOr ɪm mOr, dA es dɔrt, vO es mOren und mOrɪnen hat, kaum mOre gɪbt, hɪngegen dɔrt, vO tOre ʃtehen, aux tOren fOrkɔmen.  zO ist es mögLiç, das eine anhäŋerʃaft „tOr ! tOr !“ ruft, veiL Irer fusbaLmanʃaft gerade ein tOr geglükt ist, dI anhäŋerʃaft der anderen fusbaLmanʃaft gleiçtseitiç aux „tOr ! tOr !“ ruft, veiL zI deren tOrhüter für einen tOren häLt, dem es töriçterveize niçt geluŋen ist, den baL tsu halten.  für dI praksɪstesterɪnen und praksɪstester heist das aLes, das dI bɪsherɪge unterʃeiduŋ fɔn mOren und mOren ɪn der ʃrɪft, eine Luksusunterʃeiduŋ vAr, dI es tsvAr erʃvert hat, deutʃ tsu ʃreiben, jedɔx One entʃpreçenden nutsen vAr.  zI fertsɪçten darum getrOst auf dIze unterʃeiduŋ und ʃteigen

 

/Sprix-1-37/

 

19. Dezember 2021 / RT

 

am Dienstag, dem 18. Januar 2022 neugIrɪç auf neues auf der vendeLtreppe hɪnauf ɪn

 

das zeksundtsvantsɪçste ʃtɔkverk, vO drei neue kɔmen

 

ʃtörçe möbLIren
mɪt ökoLOgɪʃen möbeLn

ʃtœrçe møbLIren
mɪt økoLOgɪʃen møbeLn

 

hIr zɪnd aLe fenster geöffnet.  frɪʃe Luft veht herein, Aber aux das gekLaper des ʃtɔrçes und der ʃtörçɪn ɪst tsu hören, dI auf der grOsen antenne auf dem gegenüberLIgenden hOxhaus Ir nest ausbesern, mɪt neuen, dürren ästçen möbLIren und Ire juŋen mɪt herbeigeʃaften fröʃen füttern.  das ʃtɔrçengekLaper ʃtört dI praksɪstesterɪnen und praksɪstester venɪger aLs der umʃtand, das

–         das kurtse und mɪt gerundetem mund geʃprɔxene ökoLOgI-ö
ɪn „möbLIren“; 

–         das Laŋe und mɪt gerundetem mund geʃprɔxene ʃtörzender-ö
ɪn „hören“ und „ʃtören“ und

–         das kurtse und mɪt ɔfenem mund geʃprɔxene götter-ö
ɪn „geöffnet“, „ʃtörçɪn“ und „fröʃe“

aLe mɪt dem gLeiçen buxʃtAben „ö“ geʃrIben verden zɔLen. 

mɪt Irem grundzats, jeden Laut mɪt einem eigenen buxʃtAben vIdertsugeben, ɪst das nɪçt tsu fereinbAren, veshaLb zI datsu übergehen, dI ferʃIdenen Laute mɪt ferʃIdenen buxʃtAben vIdertsugeben. 

fɔn nun an ʃreiben dI praksɪstesterɪnen und praksɪstester

–         den kurtsen und mɪt gerundetem mund geʃprɔxenen ökoLOgI-Laut
mɪt dem Inen aus der ɪnternatsionALen Lautʃrɪft und
fon der aufʃrɪft auf dänɪʃen bIrflaʃen bekanten buxʃtAben „ø“ : 
zI ʃreiben aLzo „møbLIren“ und „økoLOgɪʃ“; 

–         den Laŋen und mɪt gerundetem mund geʃprɔxenen ʃtörzender-Laut
dementʃpreçend mɪt dem grOsen buxʃtAben „ø” ; 
zI ʃreiben aLzo „høren“ und „ʃtøren“ und

–         den kurtsen und mɪt ɔfenem mund geʃprɔxenen götter-Laut
mɪt dem Inen aus der ɪnternatsionALen Lautʃrɪft bekanten buxʃtAben „œ“ : 
zI ʃreiben aLzo „gœttɪnen und gœtter“, „ʃtœrçɪn“ und „frœʃe“. 

zI ʃteLLen aux fest, das es einen Laŋen œ-Laut nɪçt gIbt, und zI dafür aux keinen geeigneten buxʃtAben zuxen müsen. 

venn es Aber keinen Laŋen œ-Laut gIbt, zO fɔLgern dI praksɪstesterɪnen und praksɪstester, dan zɪnd aLe œ-Laute kurtse Laute und brauxen demtsufɔLge nɪçt veiterhɪn durç dI ferdɔpeLuŋ der fɔLgenden mɪtLaute vI ɪn :  „fœLLɪç One LœffeL kœnnen gœttɪnen und gœtter œffentLɪç bekœmmLɪçen nektar trɪŋken“ bezɔnders gekenntseiçnet tsu verden.  es genügt :  „fœLɪç One Lœfel kœnen gœtɪnen und gœter œfentlɪç bekœmlɪçen nektar trɪŋken.“ 

ɔbvOL gants anders ausgeʃprɔxen, vurden ɪn der bɪsherɪgen reçtʃreibuŋ dI drei ferʃIdenden Laute : 

das kurtse gœtter-œ,

das Laŋe ʃtørzender-ø und

das kurtse økoLOgI-ø

mɪt ein und demzeLben buxʃtAben vIdergegeben.  man ʃrIb : 

„göter dözen ökonOmɪʃ“, ɔbvOL man :  „gœter døzen økonOmɪʃ“ zAgte.  dIze fervɪrLɪçe unüberzɪçtLɪçkeit haLten dI praksɪstesterɪnen und praksɪstester vI eben gezehen nɪçt mehr für Läŋer trAgbAr.  zI ferabʃIden zɪç daher fɔm Hans-Dampf-in-allen-Gassen-ö mɪt zeinen hutmäsɪç aufgezetsten tsvei püŋktçen und heisen dafür

das kurtse gœter-œ,

das Laŋe ʃtørzender-ø und

das kurtse økoLOgI-ø

gants hertsLɪç vɪLkɔmen. 

beim abʃId entpuppen zɪç ʃLIsLɪç dI tsvei aufgezetsten fermeintLɪçen püŋktçen auf dem Hans-Dampf-in-allen-Gassen-ö aLs ruInen des buxʃtAbens „e“, der ɪn der aLten deutʃen ʃrɪft tsunäçst ɪn der geʃtaLt tsveier gartentsaunʃtaketen Oder Laten

[16] auf den buxʃtAben „o“ gezetst vurde, ɪm Laufe der tseit tsunäçst tsu tsvei ʃtrɪçLein, aLzo zO :  

[17], und dan tsu den tsvei püŋktçen abgevetst vɔrden ɪst.  (der  buxʃtAbe „n“ zA ɪn der aLten deutʃen ʃrɪft übrɪgens zO :  

aus.)[18]  dIze aLtdeutʃe e-fergaŋenheit der püŋktçen auf dem buxʃtAben „ö“ kɔmt uns heute nɔx tsu gute, venn vIr auf einer ʃreibmaʃIne ɪn einem nɪçtdeutʃʃprAxɪgen Land ɪn einem urLaubsbrIf an unzere zöhne und töçter unzer mɪt ʃönen möbeLn möbLIrtes hoteL ɪn den höçsten tönen LOben vɔLen,  –  und dan haLt maŋeLs einer ö-taste auf der nɪçtdeutʃʃprAxɪgen ʃreibmaʃIne ɪm urLaubsbrIf an unzere zoehne und toeçter unzer mɪt ʃoenen moebeLn moebLIrtes hoteL ɪn den hoeçsten toenen LOben.  venn vIr nɪçt einen aLtmOdɪʃen urLaubsbrIf ʃreiben, zɔndern uns mɪt einer e-meLduŋ, einem SMS Oder mɪt einem anderen eLektrOnɪʃen gedaŋkenaustauʃzystem an unzere zøhne und tœçter venden, dan zIt unzere nAxrɪçt aus dem urLaub zO aus :  „LIbe zøhne und tœçter, unzer mɪt ʃønen møbeLn møbLIrtes urLaubshoteL LOben vIr ɪn aLen tønen.“  tønen tut das Aber genau gLeiç. 

gants fɔn der bɪLdfLäçe ferʃvɪndet Aber das Hans-Dampf-in-allen-Gassen-ö nɪçt, dA dI praksɪstesterɪnen und praksɪstester vI übLɪç perzOnennAmen und ɔrtsnAmen veiterhɪn vI bɪsher ʃreiben, aLzo „Aschenbrödel“, „Rösli Hugentobler“, „Ödipus“, „Ödön von Horvath“, „Königsberg“ und „Möllendorf“. 

dI praksɪstesterɪnen und praksɪstester ʃteLLen fest, das

–         der Laŋe Opern-O-Laut (ɪn tOn etva) tsu einem ʃtørzender-ø-Laut
(ɪn tøne etva) und

–         der kurtse pɔst-ɔ-Laut (ɪn tɔxter etva) tsu einem gœter-œ-Laut
ɪn tœçter etva) vɪrd. 

–         den kurtsen oAzen-o-Laut hɪngegen treffen zI nɪçt umgeLautet an. 

zI gehen dan datsu über, zɪç mɪt den drei neuen buxʃtAben,

–         mɪt dem kurtsen gœter-œ

–         mɪt dem Laŋen ʃtørzender-ø und

–         mɪt dem kurtsen økoLOgI-ø

näher fertraut tsu maxen und ʃreiben zätse vI : 

„Løvɪnen und Løven møgen LøventsAnzaLAt nɪçt.“  –  „dI grøste tsvergɪn ɪst kLeiner aLs dI kLeinste rIzɪn.“  –  „der kLeinste rIze ɪst grøser aLs der grøste tsverg.“  –  „dürfen tsvei zøhne tsvei ʃvIgertœçter heirAten Oder kœnen zI es gAr nɪçt ?“ 

nAx geraumer tseit hAben zɪç dI praksɪstesterɪnen und praksɪstester mɪt dem kurtsen gœter-œ, mɪt dem Laŋen ʃtørzender-ø und mɪt dem kurtsen økoLOgI-ø fertraut gemaxt, dI drei eingeübt und ʃteigen nun

 

/Sprix-1-38/

18. Januar 2022 / RT

 

[16]           http://www.susannealbers.de/06wissen-altdeutsch.html  –  zuletzt besucht am 21. Mai 2015.

[17]           http://www.susannealbers.de/06wissen-altdeutsch.html  –  zuletzt besucht am 21. Mai 2015.

[18]           http://www.susannealbers.de/06wissen-altdeutsch.html  –  zuletzt besucht am 21. Mai 2015.

 

am Mittwoch, dem 16. Februar 2022 auf der vendeLtreppe hɪnauf ɪn

das zIbenundtsvantsɪçste ʃtɔkverk, vO nɪçt mehr aLs „ø drauf ʃteht,
venn „
ø drɪn ɪst

ʃtøhnen fLøhe ?

ʃtønen fLøe ?

ɪm zeksundtsvantsɪçsten ʃtɔkverk hAben dI praksɪstesterɪnen und praksɪstester mɪt dem buxʃtAben „ø“ für den kurtsen økoLogI-ø-Laut und mɪt dem buxʃtAben „ø“ für den Laŋen ʃtørzender-ø-Laut gute erfAruŋen gemaxt.  One veitere umʃtände vɪrd bei deren anbLɪk auf anhIb und auf den ersten bLɪk erzɪçtLɪç, das es zɪç um einen kurtsen Laut Oder um einen Laŋen Laut handeLt. 

ɪm gegenzats datsu mus das ɪn der aLten reçtʃreibuŋ beim aLten buxʃtAben „ö“, dem Hans-Dampf-in-allen-Gassen-ö, durç veitere umʃtände erst nɔx deutLɪç gemaxt verden :  durç dI ferdɔpeLuŋ des nAxfɔLgenden mɪtLautes vɪrd das „ö“ aLs kurtser Laut gekenntseiçnet, etva ɪn „können“ Oder ɪn „LöffeL“;  –  das dIzer kurtse Laut Aber niçt mit gerundeten Lippen als kurtses økoLOgI-ø „kønnen“ oder „Løffel“, zɔndern mɪt ɔfenem mund als gœter-œ „kœnnen“ oder „Lœffel“ ausgeʃproxen vɪrd, geht aus dIzen veiteren umʃtänden Aber dox niçt herfOr.  ɪn anderen fäLLen vɪrd das „ö“ aLs Laŋer Laut gekenntseiçnet durç den aLs Läŋetseiçen mɪsbrauxten buxʃtAben „h“, etva ɪn „gevöhnen“ Oder „köhlerleben“.  aLerdɪŋs kɔmt es aux fOr, das dI kürtse des „ö“ nɪçt gekenntseiçnet vɪrd, etva ɪn „ökologiʃ“, Oder das dI Läŋe des „ö“ nɪçt gekenntseiçnet vɪrd, etva ɪn „ʃön“ Oder „Töne“.  fremdʃprAxɪge perzOnen, dI deutʃ Lernen vɔLen, und deutʃʃprAxɪge kɪnder, dI Lernen vɔLen, dI deutʃe ʃprAxe tsu ʃreiben, hAben es aLzo nɪçt Leiçt, zI müsen bei jedem ö-Laut mɪt aLem reçnen. 

der grund für dIze ʃvIrɪçkeit der aLten deutʃen reçtʃreibuŋ LIgt darɪn, das zI gegen den fɔn William Ockham ausgeʃprɔxenen grundzats ferʃtøst, vonAx etvas nɪçt mɪt grøserem aufvand getAn verden zɔLte, vas aux mɪt kLeinerem aufvand getAn verden kan.[19]  venn es aLzo einen kurtsen und einen Laŋen Laut gIbt, genügt es, für jeden Laut ein eigenes tseiçen tsu beʃtɪmen :  den buxʃtAben „ø“ für den kurtsen økoLogI-ø-Laut und den buxʃtAben „ø“ für den Laŋen ʃtørzender-ø-Laut.  dan brauxt es ʃLIsLɪç nɔx ein eigenes tseiçen für den kurtsen gœter-œ-Laut.  es gIbt heute andere und besere møgLɪçkeiten, dI ɪnteLLigents fɔn Leuten tsu testen, aLs dI OberLehrerhaft umʃtändLɪçen regeLn der aLten deutʃen reçtʃreibuŋ. 

für dI praksɪstesterɪnen und praksɪstester ɪst es darum nAeLIgend, den Laŋen ʃtørzender-ø-Laut durç den buxʃtAben „ø“ vIdertsugeben und auf dI ferbɪnduŋ eines Hans-Dampf-in-allen-Gassen-ö mɪt einem aLs Läŋetseiçen mɪsbrauxten buxʃtAben „h“ tsu fertsɪçten.  zI ʃreiben darum nɪçt mehr :  „höhLenmenʃen Leben heute ɪn röhren“, zɔndern : „høLenmenʃen Leben heute ɪn røren.“  der buxʃtAbe „h“ Atmet hørbAr auf. 

ɪn ʃreibübuŋen geʃtaLten dI praksɪstesterɪnen und praksɪstester zätse :  „ɪm føn drønen dI føren.“  –  „frOe Ostern und frøLɪçe Weihnachten Oder frøLɪçe Ostern und frOe Weihnachten ?“  –  „dI Løne der zøne ʃteigen ɪn dI høe.“  –  „køLerɪnen und køLer kLønen über møren.“  –  „fLøe ʃtønen ʃtündLɪç.“  –  „ɪm høenkurɔrt trɪŋken zI aus trɪŋkrørçen.“  –  „bønçen zɪnd gevønLɪç.“ 

nAmen fɔn perzOnen und ɔrten ʃreiben dI praksɪstesterɪnen und praksɪstester vI ɪmer gLeiç vI bɪsher :  „Böhmen bLeibt Böhmen.“ 

aLs zI genug geübt hAben, ʃteigen dI praksɪstesterɪnen und praksɪstester

 

/Sprix-1-39/

16. Februar 2022 / RT

[19]           Károly Simonyi, Kulturgeschichte der Physik :  Von den Anfängen bis heute. 
Frankfurt am Main, 2001, Seite 160.

 

am Freitag, dem 18. März 2022 auf der vendeLtreppe hɪnauf ɪn

 

das axtundtsvantsɪçste ʃtɔkverk, vO nɪçt gLeiç tønt, vas gLeiç auszIt

 

kein dupLikAt ɪn der kuLtur

kein dupLikAt ɪn der kʊLtUr

 

ɪn der tAt zIt der erste buxʃtAbe „u“ ɪm vɔrt „kuLtur“ gLeiç aus vI der tsveite buxʃtAbe „u“ ɪm vɔrt „kuLtur“.  ɪm axtundtsvantsɪçsten ʃtɔkverk ʃprɪŋt nun Aber den praksɪstesterɪnen und praksɪstestern nɪçt ɪns auge, zɔndern ɪns Or, das dI beiden buxʃtAben nɪçt gLeiç ausgeʃprɔxen verden, nɪçt gLeiç tønen.  ɔptɪʃ mAg der eine fɔm andern ein dupLikAt zein, akustɪʃ ɪst veder der eine fɔm andern nɔx der andere fɔm einen ein dupLikAt. 

das tsveite „u“ ɪn kuLtur vɪrd geʃLɔsen ausgeʃprɔxen  –  und ɪst überdIs Laŋ.  es handeLt zɪç um den typɪʃen du-Laut, den eine ʃauʃpILerɪn Oder ein ʃauʃpILer auf der teAterbühne fɔn zɪç gIbt, venn zI Oder er dI aufmerkzAmkeit einer anderen ʃauʃpILerɪn Oder eines anderen ʃauʃpILers auf zɪç Leŋken vɪL,  –  und dIzen geʃLɔsenen und Laŋen du-Laut dabei je nAx fɔm teAterʃtük fOrgegebener ʃtɪmuŋ ɪn einer der zämtLɪçen møgLɪçen abʃtufuŋen fɔn fertrauLɪç-ɪnɪç LɪspeLnd bɪs herrɪʃ-fɔrdernd dɔnernd äusert,  –  zO vI zI Oder er das dAmALs ɪn der ʃauʃpILʃuLe ɪmer und ɪmer vIder fɔn mɔrgens bɪs Abends geübt und nɔxmALs geübt hat. 

das erste „u“ ɪn kuLtur hɪngegen vɪrd ɔfen ausgeʃprɔxen  –  und ɪst überdIs kurts.  es handeLt zɪç um den typɪʃen dumm-u oder hundert-u-Laut, vI vIr In hundertmAL høren, venn vIr hundert mAL „hundert“ zAgen. 

das „u“ ɪn dupLikAt hɪnvIderum vɪrd vIder geʃLɔsen ausgeʃprɔxen  –  und ɪst dIsmAL kurts.  es handeLt zɪç um den typɪʃen muzIk-Laut, vI vIr In høren, venn vIr nɪçt muzIk, zɔndern „muzIk“ høren. 

nɪçt nur dI praksɪstesterɪnen und praksɪstester, zɔndern dI meisten Leute haLten ɪn Irem Leben eine gevɪse ɔrdnuŋ und ferzɔrgen ɪn Irer beʃtekʃubLAde dI LœfeL tsu den LœfeLn, dI gAbeLn tsu den gAbeLn und dI meser tsu den mesern.  Aber nɪçt nur das.  Aux dI meŋe der LœfeL unterteiLen zI vIder fein zäuberLɪç ɪn zuppenLœfeL, kafeeLœfeL und ʃœpfLœfeL und verfen nɪçt aLe ɪn ein und daszeLbe fax ɪn der beʃtekʃubLAde.  aux ɪm einkaufstsentrum, vO er heuttsutAge das Obst eigenhändɪç abpaken mus, ɪst es der moderne menʃ nɪçt nur gevOnt, dI äpfeL bei den äpfeLn tsu fɪnden und dI bɪrnen bei den bɪrnen, zɔndern aux, das dI ferʃIdenen apfeLzɔrten nɪçt aLe ɪn ein und demzeLben behäLtnɪs tsuzamengeʃüttet tsu fɪnden zɪnd, zɔndern das dI grAvenʃteiner bei den grAvenʃteinern, dI Golden Delicious bei den Golden Delicious und dI gLɔkenäpfeL bei den gLɔkenäpfeLn LIgen.  zO an überzɪçt und ɔrdnuŋ gevønt, kan nun der moderne menʃ nɪçt veiterhɪn drei ferʃIdene Laute mɪt ein und demzeLben buxʃtAben vIdergeben, nɔx venɪger kan er fremdʃprAxɪgen Leuten, dI deutʃ Lernen vɔLen, Oder einheimɪʃen kɪndern, dI Lezen und ʃreiben Lernen vɔLen, dIze unɔrdnuŋ und dIzes durçeinander tsumuten. 

dI praksɪstesterɪnen und praksɪstester gehen darum ɪm axtundtsvantsɪçsten ʃtɔkverk aLzogLeiç datsu über, dI drei ferʃIdenen Laute durç drei ferʃIdene buxʃtAben vIdertsugeben. 

der du-Laut ɪst nɪçt nur geʃLɔsen, zɔndern aux Laŋ.  Laŋe Laute geben dI praksɪstesterɪnen und praksɪstester zeit Irem aufenthaLt ɪm einundtsvantsɪçsten ʃtɔkverk mɪt grOsen buxʃtAben vIder.  zI ʃreiben aLzo „dU“, „figUr“ und “kuLtUr“, „tsU“ und „tU“, aLzo tsum beiʃpIL „tU dI türe tsU !“, „U-bOt“, „bUx“, „bUxʃtAbe“, „Uhu“ und zO veiter. 

der muzIk-Laut ɪst nɪçt nur geʃLɔsen, zɔndern aux kurts.  kurtse Laute geben dI praksɪstesterɪnen und praksɪstester zeit Irem aufenthaLt ɪm einundtsvantsɪçsten ʃtɔkverk mɪt kLeinen bUxʃtAben vIder.  es LIgt aLzo auf der hand, das zI „argument“, „dupLikAt“ und „muzIk“ ʃreiben, Oder „urAn“ und „Uhu“. 

für den ɔfenen und kurtsen hundert-Laut hɪngegen LIgt nɪçt gerAde ein bUxʃtAbe bereit, ɔbvOL zI den hundert-Laut hundert mAL høren, venn zI hundert mAL „hundert“ zAgen.  den pasenden bUxʃtAben für den hundert-Laut fɪnden dI praksɪstesterɪnen und praksɪstester ɪn der ɪnternatsionALen Lautʃrɪft, ɪn der der hundert-Laut mɪt dem bUxʃtAben „ʊ“ vIdergegeben vɪrd.  zO zIt aLzo jetst dI „kʊLtur“ aus ʊnd „ʊnd“ ʊnd „hʊndert“ ʊnd das „ʊnterzeebOt“, das Aber Lʊstɪgerveize nɪçt „ʊ-bOt“, zɔndern „U-bOt“ abgekürtst vɪrd. 

dI praksɪstesterɪnen und praksɪstester ʃteLLen aux fest, das es einen Laŋen hʊndert-ʊ-Laut nɪçt gIbt, und zI dafür aux keinen geeigneten bUxʃtAben zUxen müsen. 

venn es Aber keinen Laŋen hʊndert-ʊ-Laut gIbt, zO fɔLgern dI praksɪstesterɪnen und praksɪstester, dan zɪnd aLe hʊndert-ʊ-Laute kʊrtse Laute ʊnd brauxen demtsufɔLge nɪçt veiterhɪn dʊrx dI ferdɔpeLuŋ der fɔLgenden mɪtLaute vI ɪn :  „ein kʊddeLmʊddeL ɪn der zʊppe bLʊbbert fOr zɪç hɪn.“  –  „ʃLʊs mɪt mʊrren ɪn der pʊffertsOne !“  –  „bʊtter auf der ʃtʊLLe :  jA.  –  bʊtter auf dem ʃnʊLLer :  nein.“  –  „ein bʊmmeL durç den tʊnneL“ bezɔnders gekenntseiçnet tsU verden.  es genügt :  „ein kʊdeLmʊdeL ɪn der zʊpe bLʊbert fOr zɪç hɪn.“  –  „ʃLʊs mɪt mʊren ɪn der pʊfertsOne !“  –  „bʊter auf der ʃtʊLe :  jA  –  bʊter auf dem ʃnʊLer :  nein.“  –  „ein bʊmeL dʊrç den tʊneL.“  ʃOn aus dem unbetseiçneten „ʊ“ geht jA herfOr, das es zɪç um einen kʊrtsen hʊndert-ʊ-Laut handeLt. 

ɪn dIzer art üben ʊnd üben dI praksɪstesterɪnen und praksɪstester nɪçt vI ʃauʃpILʃüLerɪnen und ʃauʃpILʃüLer dI akʊstɪʃe, zɔndern dI ɔptɪʃe vIdergAbe des dU-U-Lautes und des muzIk-u-Lautes und des hʊndert-ʊ-Lautes und ʃreiben zätse vI :  „ʊnser Uhu tsʊpft dI ukuLeLe ɪmertsU.“  –  „hʊndert hʊmeLn zʊmen und brʊmen ʊm hʊndert tʊLpen herʊm.“  –  „tsʊm tsUg.“  –  „tʊrnerɪnen und tʊrner tʊrnen ʃtʊm ʊm den tʊrm herʊm.“  –  „kʊLtUrnUdeLzʊpe ?“  –  „tU zaLts datsU !“  –  „gʊk, vI der kʊkʊk gʊkt !“  –  „kein kʊmer läst gUt ʃLʊmern.“  –  „vɪLde bInen zʊmen Leize :  ‚LebevOL !’ “  –  „ɪm hUmʊs ɪst ʃlʊs.“  –  „ʊnd gants tsʊm ʃlʊs :  zO zIt jetst ʃeise aus !“ 

auf dIze veize gevønen zɪç dI praksɪstesterɪnen und praksɪstester vährend einɪger tseit daran, den dU-U-Laut und den muzIk-u-Laut und den hʊndert-ʊ-Laut ʃrɪftLɪç auseinandertsuhaLten, bɪs zI ʃLIsLɪç dI ʊnterʃeidʊŋ beherrʃen ʊnd

 

/Sprix-1-40/

18. März 2022 / RT

 

am Samstag, dem 16. April 2022 neugIrɪç auf neues auf der vendeLtreppe nAx Oben ʃteigen ɪn

 

das neunʊndtsvantsɪçste ʃtɔkverk, vO „U“ drauf ʃteht, venn „U“ drɪn ɪst

 

tsvœLf uhr mɪternaxt !  –  uh !  ein geʃpenst !

tsvœLf Ur mɪternaxt !  –  U !  ein geʃpenst !

 

kaum zɪnd dI praksɪstesterɪnen ʊnd praksɪstester ɪm neunʊndtsvantsɪçsten ʃtɔkverk angekɔmen, maxt dI dɔrt tɪkende uhr auf zɪç aufmerkzAm, ɪndem zI Inen dI ʃtʊnden ʊm dI Oren tsU ʃLAgen begɪnt.  aufgeʃrekt ʃauen dI praksɪstesterɪnen ʊnd praksɪstester auf dI uhr ʊnd ʃteLLen fest, das ɪm vɔrt „uhr“ der bUxʃtAbe „h“ aLs Läŋetseiçen mɪsbrauxt vɪrd.  zI fɪnden, das es genügt, den geʃLɔsenen ʊnd Laŋen dU-U-Laut ɪn „uhr“ dʊrç den dafür tsUʃtändɪgen grOsen bUxʃtAben „U“ vIdertsugeben, aLzo gants tsvaŋsLOs „Ur“ tsU ʃreiben. 

nɪçt aLs Läŋetseiçen mɪsbrauxt vɪrd der bUxʃtAbe „h“ hɪngegen dan, venn er ausgeʃprɔxen vɪrd vI etva ɪn „Uhu“.  venn er Aber ausgeʃprɔxen vɪrd, dan vɪrd er natürLɪç aux geʃrIben, aLzo eben „Uhu“ Oder ɪn der tsuzamengezetsten „kUhaut“. 

aLs übʊŋ ʃreiben dI praksɪstesterɪnen ʊnd praksɪstester zätse vI :  „ver rUdert dI fUre tsʊm anderen Ufer hɪnüber ?“  –  „venn nɪçt dI bUfrau bUt ʊnd nɪçt der bUman, ver bUt denn dan ?  –  vOL dI bUrUferɪn ʊnd der bUrUfer.“  –  „vɔtsU mUt dI kU ?  –  das veis dI kU ɪm nU.“  –  „fɔn aLen Uren :  den armbandUren, den ʃtandUren, den bAnhOfsUren ʊnd den atOmUren ɪst dI zɔnenUr dI Ur-Ur,  –  tɪkt Aber nɪçt.“  – „dI ʃUsterɪn Oder der ʃUster beʃUt dI bArfüserɪnen ʊnd bArfüser tsU ʃUträgerɪnen ʊnd ʃUträgern.“  –  „UrAnɪnen ʊnd UrAnen vʊsten nɪçts fɔn urAnanreiçerʊŋ.“ 

nAx der tseit, dI es brauxt, ʊm zɪç dʊrç ʃreibübʊŋen daran tsU gevønen, den gehørten geʃLɔsenen ʊnd Laŋen dU-U-Laut aux nɔx ɪm ʃLAf ɪn aLen fäLLen dʊrç den bUxʃtAben „U“ vIdertsugeben, ferLasen dI praksɪstesterɪnen ʊnd praksɪstester das neunʊndtsvantsɪçste ʃtɔkverk

/Sprix-1-41/

16. April 2022 / RT

 

am Montag, dem 16. Mai 2022 ʊnd ʃteigen auf der vendeLtreppe hɪnauf ɪn

 

das dreisɪçste ʃtɔkverk, vO ein neuer kɔmt ʊnd tsvei ʃOn dA zɪnd

 

dI tüte ɪm bürO
ɪst mɪt bürOkLamern gefüLLt

dI tYte ɪm byrO
ɪst mɪt byrOkLamern gefʏLt

 

mɪt einer mɪʃʊŋ aus neugIr ʊnd argvOn begʊken dI praksɪstesterɪnen ʊnd praksɪstester ɪm dreisɪçsten ʃtɔkverk des bürOhOxhauzes das auf Iren ʃreibpʊLten LIgende papIrgebɪLde mɪt dem verbeaufdrʊk einer ferpfLegʊŋsʃtätte für feinʃmekerɪnen ʊnd feinʃmeker.  ɪn der hɔfnʊŋ ʊnd ervartʊŋ, darɪn fiLeiçt eine züsɪçkeit tsʊm naʃen tsU fɪnden, œfnen zI den kLeinen brIfʊmʃLAg.  ʃOn etvas enttäuʃt fɪnden zI darɪn nɪçt dI ervartete praLIne, zɔndern ʃteLLen fest, das dI tüte nUr mɪt zIben banALen bürOkLamern ɪn zIben farben gefüLLt ɪst.  Ire enttäuʃʊŋ vɪrd Aber zogLeiç überLAgert dʊrç dI fervʊnderʊŋ, das bɪs anhɪn

–         der kʊrtse ʊnd mɪt geʃLɔsenem mʊnd geʃprɔxene bürO-ü-Laut
ɪn „bürO“ ʊnd „bürOkLamer“; 

–         der Laŋe ʊnd mɪt geʃLɔsenem mʊnd geʃprɔxe tüten-ü-Laut
ɪn „tüte“ ʊnd

–         der kʊrtse ʊnd mɪt ɔfenem mʊnd geʃprɔxene füLLfederhaLter-ü-Laut
ɪn „gefüLLt“

aLe mɪt dem gLeiçen bUxʃtAben „ü“ geʃrIben verden. 

mɪt Irem grʊndzats, jeden Laut mɪt einem eigenen bUxʃtAben vIdertsugeben, ɪst das nɪçt tsU fereinbAren, veshaLb zI datsU übergehen, dI ferʃIdenen Laute mɪt ferʃIdenen bUxʃtAben vIdertsugeben. 

fɔn nʊn an ʃreiben dI praksɪstesterɪnen ʊnd praksɪstester

–         den kʊrtsen ʊnd mɪt gerʊndetem mʊnd geʃprɔxenen bürO-ü-Laut
mɪt dem Inen aus der ɪnternatsionALen Lautʃrɪft bekanten bUxʃtAben „y“ : 
zI ʃreiben aLzo „byrO“ ʊnd „byrOkLamer“; 

–         den Laŋen ʊnd mɪt gerʊndetem mʊnd geʃprɔxenen tüten-ü-Laut
dementʃpreçend mɪt dem grOsen bUxʃtAben „Y” : 
zI ʃreiben aLzo „tYte“ ʊnd „bYgeLeizen“ ʊnd

–         den kʊrtsen ʊnd mɪt ɔfenem mʊnd geʃprɔxenen füLLfederhaLter-ü-Laut
mɪt dem Inen aus der ɪnternatsionALen Lautʃrɪft bekanten bUxʃtAben „ʏ“ : 
zI ʃreiben aLzo „gefʏLLt“, „mʏLLerin ʊnd mʏLLer“ ʊnd „ein kLeines pʊLt ɪst ein pʏLtçen.“ 

zI ʃteLLen aux fest, das es einen Laŋen ʏ-Laut nɪçt gIbt, ʊnd zI dafür aux keinen geeigneten bUxʃtAben zUxen mʏsen. 

venn es Aber keinen Laŋen ʏ-Laut gIbt, zO fɔLgern dI praksɪstesterɪnen ʊnd praksɪstester, dan zɪnd aLe ʏ-Laute kʊrtse Laute ʊnd brauxen demtsufɔLge nɪçt veiterhɪn dʊrç dI ferdɔpeLʊŋ der fɔLgenden mɪtLaute vI ɪn :  „mʏLLerɪn ʊnd mʏLLer.“  –  „fʏnf bʏffeL vʏnʃen zɪç fʏnf bʏffeLɪnen.“  –  „ein gɔLdener fʏLLer ɪst ein knʏLLer.“  –  „dʊm ʊnd dʊm maxt dʏmmer.“  –  „ver nɪçts ɪst, vɪrd dʏnner.“  –  „knʏppeL aus dem zak !“  –  „dʏrre bLätter faLen ʊnd fʏLLen dI mʊLde.“  –  „eLefanten zɪnd rʏsseLtIre.“  –  „der ʃtʊrmvɪnd rʏtteLt an tYr ʊnd fenstern.“  es genYgt :  „mʏLerɪn ʊnd mʏLer.“  –  „fʏnf bʏfeL vʏnʃen zɪç fʏnf bʏfeLɪnen.“  –  „ein gɔLdener fʏLer ɪst ein knʏLer.“  –  „dʊm ʊnd dʊm maxt dʏmer.“  –  „ver nɪçts ɪst, vɪrd dʏner.“  –  „knʏpeL aus dem zak !“  –  „dʏre bLätter faLen ʊnd fʏLen dI mʊLde.“  –  „eLefanten zɪnd rʏseLtIre.“  –  „der ʃtʊrmvɪnd rʏteLt an tYr ʊnd fenstern.“  

ɔbvOL gants anders ausgeʃprɔxen, vʊrden ɪn der bɪsherɪgen reçtʃreibʊŋ dI drei ferʃIdenden Laute : 

das kʊrtse fʏLfederhaLter-ʏ,

das Laŋe tYen-Y ʊnd

das kʊrtse byrO-y

mɪt ein ʊnd demzeLben bUxʃtAben vIdergegeben.  man ʃrIb : 

„amüzante büçer maxen gLükLɪç“, ɔbvOL man :  „amyzante bYçer maxen gLʏkLɪç“ zAgte.  dIze fervɪrLɪçe ʊnüberzɪçtLɪçkeit haLten dI praksɪstesterɪnen ʊnd praksɪstester vI eben gezehen nɪçt mehr für Läŋer trAgbAr.  zI ferabʃIden zɪç daher fɔm Hans-Dampf-in-allen-Gassen-ü mɪt zeinen hUtmäsɪç aufgezetsten tsvei püŋktçen ʊnd heisen dafür

das kʊrtse fʏLfederhaLter-ʏ,

das Laŋe tYen-Y ʊnd

das kʊrtse byrO-y

gants hertsLɪç vɪLkɔmen. 

beim abʃId entpʊpen zɪç ʃLIsLɪç dI tsvei aufgezetsten fermeintLɪçen pʏŋktçen auf dem Hans-Dampf-in-allen-Gassen-ü aLs ruInen des bUxʃtAbens „e“, der ɪn der aLten deutʃen ʃrɪft tsunäçst ɪn der geʃtaLt tsveier gartentsaunʃtaketen Oder Laten    [20] auf den bUxʃtAben „u“ gezetst vʊrde, ɪm Laufe der tseit tsunäçst tsU tsvei ʃtrɪçLein, aLzo zO :    [21], ʊnd dan tsU den tsvei pʏŋktçen abgevetst vɔrden ɪst.  (der bUxʃtAbe „n“ zA ɪn der aLten deutʃen ʃrɪft Ybrɪgens zO :    aus.)[22]  dIze aLtdeutʃe e-fergaŋenheit der pʏŋktçen auf dem bUxʃtAben „ü“ kɔmt ʊns heute nɔx tsU gUte, venn vIr auf einer ʃreibmaʃIne ɪn einem nɪçtdeutʃʃprAxɪgen Land ɪn einem UrLaubsbrIf an ʊnzere bürOkɔLegɪnen ʊnd bürOkɔLegen meLden vɔLen, das vIr ʊns ɪn ʊnzerer Übernaxtʊŋsherberge ɪm zÜden beim vürfeLʃpIL amüzIren, ʊns dabei fɔn ʊnzerem bürOaLtAg erhOLen ʊnd ʊns an züsem aus der küçe gütLɪç tUn,  –  ʊnd dan haLt maŋeLs einer ü-taste auf der nɪçtdeutʃʃprAxɪgen ʃreibmaʃIne ɪm UrLaubsbrIf an ʊnzere bürOkɔLegɪnen ʊnd bürOkɔLegen meLden, das vIr ʊns ɪn ʊnzerer uebernaxtʊŋsherberge ɪm zueden beim vuerfeLʃpIL amuezIren, ʊns dabei fɔn ʊnzerem buerOaLtAg erhOLen ʊnd ʊns an zuesem aus der kueçe guetLɪç tUn. 

venn vIr nɪçt einen aLtmOdɪʃen UrLaubsbrIf ʃreiben, zɔndern ʊns mɪt einer e-meLdʊŋ, einem SMS Oder mɪt einem anderen eLektrOnɪʃen gedaŋkenaustauʃzystem an ʊnzere byrOkɔLegɪnen ʊnd byrOkɔLegen venden, dan ʃreiben vIr Inen aus dem UrLaub, das vIr ʊns ɪn ʊnzerer Ybernaxtʊŋsherberge ɪm zYden beim vʏrfeLʃpIL amyzIren, ʊns dabei fɔn ʊnzerem byrOaLtAg erhOLen ʊnd ʊns an zYsem aus der kʏçe gYtLɪç tUn.  tønen tUt das Aber genau gLeiç. 

gants fɔn der bɪLdfLäçe ferʃvɪndet Aber das Hans-Dampf-in-allen-Gassen-ü nɪçt, dA dI praksɪstesterɪnen ʊnd praksɪstester vI YbLɪç perzOnennAmen ʊnd ɔrtsnAmen veiterhɪn vI bɪsher ʃreiben, aLzo „Rübezahl“, „Zümra ʊnd Günther Müller“ ʊnd „Lüneburger Heide“.  es ɪst zO dʊrçaus møgLɪç, das Zümra Müller mʏLerɪn fɔn berUf ʊnd Günther Müller mʏLer fɔn berUf ɪst. 

dI praksɪstesterɪnen ʊnd praksɪstester ʃteLLen fest, das

–         der Laŋe dU-U- Laut (ɪn hUt etva) tsU einem tYten-Y-Laut
(ɪn hYte etva) ʊnd

–         der kʊrtse hʊndert-ʊ-Laut (ɪn kʊs etva) tsU einem fʏLfederhaLter-ʏ-Laut
ɪn kʏse etva) vɪrd. 

–         den kʊrtsen muzIk-u-Laut hɪngegen treffen zI nɪçt ʊmgeLautet an. 

ɪn Irem bɪsherɪgen Leben hAben dI praksɪstesterɪnen ʊnd praksɪstester

–         den kʊrtsen ʊnd mɪt geʃLɔsenem mʊnd geʃprɔxenen byrO-y-Laut
ɪn „byrO“ ʊnd „byrOkLamer“;

–         den Laŋen ʊnd mɪt geʃLɔsenem mʊnd geʃprɔxen tYten-Y-Laut
ɪn „tYe“ ʊnd

–         den kʊrtsen ʊnd mɪt ɔfenem mʊnd geʃprɔxene fʏLfederhaLter-ʏ-Laut
ɪn „gefʏLt“

ʊnterʃIdsLOs mɪt dem Hans-Dampf-in-allen-Gassen-ü vIdergegeben.  getreu Irem grʊndzats, jeden Laut mɪt einem eigenen bUxʃtAben vIdertsugeben, geben zI ab heute

–         den byrO-y-Laut mɪt dem kLeinen bUxʃtAben „y“ ʊnd

–         den tYten-Y-Laut mɪt dem grOsen bUxʃtAben „Y“ vIder. 

tsU Irer eigenen überraʃʊŋ kɔmt Inen nʊn Aber ɪn den zɪn, das zI das ɪn Irem bɪsherɪgen Leben ɪn vœrtern grIçɪʃer herkʊnft bereits getAn hAben.  zO erɪnern zI zɪç,

–         das zI den kʊrtsen ʊnd mɪt geʃLɔsenem mʊnde geʃprɔxenen byrO-y-Laut zeit eh ʊnd je mɪt dem bUxʃtAben „y“ vIdergeben ɪn vœrtern vI „fyzIk“, „ksyLofOn“, „dynAmɪʃ“ ʊnd fILen anderen; 

–         ʊnd das zI den Laŋen ʊnd mɪt geʃLɔsenem mʊnde geʃprɔxenen tYten-Y-Laut zeit eh ʊnd je mɪt dem bUxʃtAben „Y“ vIdergeben ɪn vœrtern vI „psYçe“, „hYperaktIf“ ʊnd fILen anderen. 

neu ɪst LedɪgLɪç dI ʊnterʃeidʊŋ, das zI ab heute den kʊrtsen Laut mɪt dem kLeinen bUxʃtAben “y“ ʊnd den Laŋen Laut mɪt dem grOsen bUxʃtAben “Y“ vIdergeben. 

zo ʃteLLt zɪç heraus, das der bUxʃtAbe „y“ für den byrO-y-Laut ʊnd der bUxʃtAbe „Y“ für den tYten-Y-Laut ʃOn zeit menʃengedeŋken einheimɪʃe zɪnd, ʊnd das LedɪgLɪç der bUxʃtAbe „ʏ“ für den fʏLfederhaLter-ʏ-Laut ein neuLɪŋ ɪst. 

zI gehen dan datsU über, zɪç mɪt den beiden einheimɪʃen bUxʃtAben ʊnd dem neuLɪŋ,

–         mɪt dem kʊrtsen byrO-y, 

–         mɪt dem Laŋen tYten-Y ʊnd

–         mɪt dem neuen fʏLfederhaLter-ʏ

näher fertraut tsU maxen ʊnd ʃreiben zätse vI :  „muzIkʃYLerɪnen ʊnd muzIkʃYLer Yben etYden auf dem ksyLofOn.“  –  „dI psYçe fYhLt zɪç ɪm Leib vI ɪn einer tYte.“  –  drYben bLüht dI hyperaktIve Amaryllis ferfrüht.“  –  „tsʊkerzYses aus der kʏçe erfʏLt ʊns mɪt einem dynAmɪʃen gLʏksgefühL.“  –  „auf grYnen tYçern LIgen fʏnftsɪç bYçer.“  –  „dI rYde hʏndɪn ʊnd der rYde rYde Yben das beLLen ɪm gebʏʃ.“ 

nAx geraumer tseit hAben zɪç dI praksɪstesterɪnen ʊnd praksɪstester mɪt dem kʊrtsen byrO-y, mɪt dem Laŋen tYten-Y ʊnd mɪt dem kʊrtsen fʏLfederhaLter-ʏ fertraut gemaxt ʊnd ʃteigen nʊn

/Sprix-1-42/

16. Mai 2022 / RT

 

20           http://www.susannealbers.de/06wissen-altdeutsch.html  –  zuletzt besucht am 21. Mai 2015.

21           http://www.diaware.de/html/schrift.html#abc  –  zuletzt besucht am 21. Mai 2015.

22           http://www.susannealbers.de/06wissen-altdeutsch.html  –  zuletzt besucht am 21. Mai 2015.  

 

am Dienstag, dem 14. Juni 2022 auf der ɪneren vendeLtreppe hɪnauf ɪn

 

das einʊnddreisɪçste ʃtɔkverk, vO nUr „Y“ drauf ʃteht, venn „Y“ drɪn ɪst

 

hYben ʊnd drYben bLYhten ɪm frYhjAr
dI bLYten ɪn der frühe

hYben ʊnd drYben bLYten ɪm frYjAr
dI bLYten ɪn der frYe

 

ɪm fOrraum des einʊnddreisɪçsten ʃtɔkverkes nehmen dI praksɪstesterɪnen ʊnd praksɪstester ɪm forYbergehen gerAde nɔx eine bLYhende kaktʊsbLYte vAr,  –  haLten dan Aber dɔx ferdʊtst ɪne.  zI erɪnern zɪç, das zI ɪm einʊndtsvantsɪçsten ʃtɔkverk tsʊr einzɪçt gekɔmen zɪnd, das ein Laŋer Laut mɪt einem eintsɪgen bUxʃtAben vIdergegeben verden mʊs ʊnd das bereits ɪn dIzem eintsɪgen bUxʃtAben erkennbAr zein mʊs, das es zɪç ʊm einen Laŋen Laut handeLt.  zI hAben es zɪç daher zeit der tseit dɔrt ʊnten angevønt, kʊrtse Laute dʊrç kLeine bUxʃtAben, Laŋe Laute dʊrç grOse bUxʃtAben vIdertsugeben.  ʊnd das genYgt.  venn aLzo dʊrç den grOsen bUxʃtAben „Y“ erzɪçtLɪç gemaxt ɪst, das hIr ein Laŋer tYten-Y-Laut austsuʃpreçen ɪst, dan erveist zɪç ein tsUzätsLɪçer bUxʃtAbe „h“ aLs Läŋetseiçen aLs YberfLʏsɪç.  dI praksɪstesterɪnen ʊnd praksɪstester Lasen In darʊm veg.  das entʃprɪçt aux dem grʊndsats des William Ockham, vonAx etvas nɪçt mɪt grøserem aufvand getAn verden zɔLte, vas aux mɪt kLeinerem aufvand getAn verden kan.[23]  zI Lasen darʊm dI kaktʊsbLYte einfax bLYen. 

der bUxʃtAbe „h“ Atmet hørbAr auf.  

ɪn ʃreibYbʊŋen geʃtaLten dI praksɪstesterɪnen ʊnd praksɪstester veitere zätse vI : 

„ɪm frYLɪŋ ɪst es kYLer aLs ɪm zɔmer.  frYer vAr es zO.“  –  „frYer mYten zɪç ʃYLerɪnen ʊnd ʃYLer mYzeLɪç mɪt ʃreibYbʊŋen.“  –  „kʏken Legen keine eier nɔx.  eier Legen hYner.  kʏken Legen eier nI.“  –  „zI hAben zɪç erkYnt, auf dem kYLen eis Ire kYr fOrtsufYren.“  –  „gIbt’s ɪn der kɔmbYze tsʊm frYʃtʏk aux gemYze ?“  –  „ʊnter häzɪnen ʊnd hAzen erLebt dI frYe rYbe den Abend nɪçt.“ 

nAmen fɔn perzOnen ʊnd ɔrten ʃreiben dI praksɪstesterɪnen ʊnd praksɪstester vI ɪmer gLeiç vI bɪsher :  „dʊrç das Mühlviertel fLIst dI Altmühl nɪçt.“ 

aLs zI genUg geYbt hAben, ʃteigen dI praksɪstesterɪnen ʊnd praksɪstester

 

/Sprix-1-43/

14. Juni 2022 / RT

 

23         Károly Simonyi, Kulturgeschichte der Physik :  Von den Anfängen bis heute. 
Frankfurt am Main, 2001, Seite 160.  

 

am Mittwoch, dem 13. Juli 2022 auf der vendeLtreppe hɪnauf ɪn

das tsveiʊnddreisɪçste ʃtɔkverk,
vO einer fIr r
ɔLen ʃpILt, bɪs drei neue kɔmen

dI Lebendɪgen Leben

dI Lebεndɪgən LEbən

 

„zI kœnen dɔx nɪçt einfax egoɪstɪʃ auf dIzem pʊLt mɪt dem meser Iren Leberkäze ɪn ʃeiben ʃneiden, dIze ɪn Ire zemmeL Legen ʊnd das gantse hIr esen.  fYr das gIbt es das kafeehaus ɪm fʏnftsehnten ʃtɔkverk !“, herrʃt eine praksɪstesterɪn Oder ein praksɪstester eine andere praksɪstesterɪn Oder einen anderen praksɪstester barʃ an.  der Oder dem angeʃprɔxenen bLeibt der zemmeLbɪsen mɪtzamt dem Leberkäze ɪm haLze ʃteken.  dIs nɪçt vegen dem barʃen tOn der herrʃerɪn Oder des herrʃers, zɔndern veiL Ir Oder Im ʃLAgartɪç kLAr gevɔrden ɪst, das zoeben fIr ferʃIdene Laute ausgeʃprɔxen vɔrden zɪnd, dI bɪs jetst ɪn der nIderʃrɪft des geʃprɔxenen aLe mɪt ein ʊnd demzeLben bUxʃtAben vIdergegeben verden.  zI Oder er ärgert zɪç darYber ʊnd ʃpYLt den ärger mɪtzamt dem LeberkäzezemmeLbɪsen mɪt einem ʃLʊk aus Irer Oder zeiner minerALvaserfLaʃe hɪnʊnter.  „zI hAben natYrLɪç reçt“, antvɔrtet zI Oder er ʊnd ferzɔrgt Ire Oder zeine tsvɪʃenferpfLegʊŋ ɪn Iren Oder zeinen rʊkzak, „Aber das probLem LIgt voanders.“  zI Oder er veist dI barʃe herrʃerɪn Oder den barʃen herrʃer darauf hɪn,

–         das der e-Laut ɪn „egoɪstɪʃ“ ein kʊrtser geʃLɔsener e-Laut,
ein egoɪsten-e-Laut ɪst ʊnd
mɪt dem bUxʃtAben „e“ vIdergegeben vɪrd; 

–         das der erste e-Laut ɪn „Leber“ ein Laŋer geʃLɔsener e-Laut,
ein Veg-e-Laut ɪst ʊnd
mɪt dem bUxʃtAben „e“ vIdergegeben vɪrd; 

–         das der erste e-Laut ɪn „zemmeL“ ein kʊrtser ɔfener e-Laut,
ein peç-Oder-ʊngLʏks-e-Laut ɪst ʊnd
mɪt dem bUxʃtAben „e“ vIdergebeben vɪrd;  ʊnd

–         das der tsveite e-Laut ɪn „zemmeL“ ein kʊrtser ɔfener,
Aber ʊnʃeinbArer e-Laut, ein ende-Oder-mauerbLYmçen-e-Laut ɪst ʊnd
mɪt dem bUxʃtAben „e“ vIdergegeben vɪrd. 

das gegenYber erbLeiçt fOr ʃreken.  „zI hAben aux reçt !“, zAgt es ʊnd reçnet der LeberkäzezemmeLeserɪn Oder dem LeberkäzezemmeLeser gants aufgeregt fOr,

–         das der Laŋe geʃLɔsene e-Laut, der veg-e-Laut, nɪçt nUr ɪn „Leber“,
zɔndern aux ɪn „dem“ ʊnd ɪn der ersten zɪLbe fɔn „Legen“ erʃeint; 

–         das der kʊrtse ɔfene e-Laut, der peç-Oder-ʊngLʏks-e-Laut,
nɪçt nUr ɪn der ersten zɪLbe der „zemmeL“,
zɔndern aux ɪn der ersten zɪLbe fɔn „meser“ ʊnd fɔn „esen“,
ɪn der tsveiten zɪLbe fɔn „ʃtɔkverk“ ʊnd ɪn „es“ erʃeint; 

–         das der tsveite e-Laut ɪn „zemmeL“ nɪçt nUr dɔrt, zɔndern ʊnʃeinbAr aux am ende fɔn „kœnen“, fɔn „dIzem“, fɔn „Iren“, fɔn „Leber“, fɔn „käze“, fɔn „ʃeiben“, fɔn „ʃneiden“, fɔn „dIze“, fɔn „Ire“, fɔn „Legen“, fɔn „gantse“, fɔn „esen“ ʊnd fɔn „fʏnftsehnten“ erʃeint ʊnd
ein ende-Oder-mauerbLYmçen-e-Laut ɪst; ʊnd

–         das LedɪgLɪç der kʊrtse geʃLɔsene e-Laut, der egoɪsten-e-Laut,
nUr einmAL ɪn „egoɪstɪʃ“ erʃeint. 

dI barʃe herrʃerɪn Oder der barʃe herrʃer ɪst mɪt Irer Oder zeiner fOrreçnʊŋ ɪmer vI Lauter gevɔrden, vas dI anderen praksɪstesterɪnen ʊnd praksɪstester angetsOgen hat.  am ende zɪnd zɪç aLe baLd einɪç, das das zO nɪçt veitergehen kan.  zI beʃLIsen einʃtɪmɪç, ɪn tsUkʊnft jeden der fIr e-Laute mɪt einem eigenen bUxʃtAben vIdertsugeben.  zO maxen dI praksɪstesterɪnen ʊnd praksɪstester kʊrtsen protses ʊnd ʃreiben fɔrtan

–         den kʊrtsen geʃLɔsenen egoɪsten-e-Laut vI aLe kʊrtsen Laute
mɪt einem kLeinen bUxʃtAben, mɪt dem bUxʃtAben „e“,
tsʊm beiʃpIL ɪn „depOzitʊm“, „egoɪstɪʃ“, „grOsvezIr“, „jedɔx“, „meLodI“, „regIrʊŋ“, „rekLamIren“ ʊnd „teLefonIren“; 

–         den Laŋen geʃLɔsenen veg-e-Laut vI aLe Laŋen Laute
mɪt einem grOsen bUxʃtAben, mɪt dem bUxʃtAben „E“,
tsʊm beiʃpIL ɪn „grEmiʊm“, „kEfɪr“, „LEbkUxen“, „rEgLOs“ ʊnd „vEG“; 

–         den kʊrtsen ɔfenen peç-Oder-ʊngLʏks-e-Laut, vI aLe kʊrtsen Laute
mɪt einem kLeinen bUxʃtAben, mɪt dem Inen aus der ɪnternatsionALen Lautʃrɪft bekanten bUxʃtAben „ε“,
tsʊm beiʃpIL ɪn „bεçer“, „gεLb“, „mεLdeLäuferɪn Oder mεLdeLäufer“ ʊnd „tsvεkLOs“; 

–         den kʊrtsen ɔfenen,
Aber ʊnʃeinbAren ende-Oder-mauerbLYmçen-e-Laut, vI aLe kʊrtsen Laute
mɪt einem kLeinen bUxʃtAben, mɪt dem Inen aus der ɪnternatsionALen Lautʃrɪft bekanten bUxʃtAben „ə“,
tsʊm beiʃpIL ɪn „bεçər“, „mεLdəLäufərɪn Odər mεLdəLäufər“, „hEbəLgəzεts“ ʊnd „LœfəLOrən“. 

zI ʃtεLLən aux fεst, das εs einən Laŋən ə-Laut nɪçt gIbt, ʊnd zI dafYr aux keinən gəeignətən bUxʃtAbən zUxən mʏsən. 

„zO geht das nɪçt !“, bəεndət einə tOntεçnɪkərɪn Odər ein tOntεçnɪkər ʊntər dEn praksɪstεstərɪnən ʊnd praksɪstεstərn dI einʃtɪmigə einɪçkeit.  „ein Laut ʃeint nɪçt, Er tønt.  dEr tsveitə Laut ɪn ‚εndə’ kan darʊm ʊnmøgLɪç aLs ‚ʊnʃeinbAr’ bətseiçnət vErden, zεLbst vεnn Er kaum hørbAr ɪst.  ʊnhørbAr ɪst Er Abər aux vIdər nɪçt.“  ein vɔrt, das ɪn dEr vεLt dεs hørəns dEm vɔrt „ʊnʃeinbAr“ ɪn dEr vεLt dεs zehəns εntʃprɪçt, kεnnt dI tOntεçnɪkərɪn Odər dEr tOntεçnɪkər Abər aux nɪçt,  –  ein zɔLçəs vɔrt mʏstə εtvas mehr aLs „ʃtʊm“ ʊnd εtvas vEenɪgər aLs „einzɪLbɪç“ ausdrʏkən,  –  ʊnd fYgt hɪntsU, das dI bətseiçnʊŋ dεs tsveitən Lautəs ɪn „εndə“ aLs mauərbLYmçən-ə-Laut EbənfaLs ʊntsUtrεffənd zei.  zεLbst dI røtəstən rOzən ʊnd dI ʃønstən orçideen Lasən zɪç nɪçt fεrLautən.  darʊm kan εs aux dEm mauərbLYmçən nɪçt angəLastət vErdən, vεnn εs kaum εtvas Odər zogAr nɪçts zAgt. 

dEn pεç-Odər-ʊngLʏks-ε-Laut gEbən dI praksɪstεstərɪnen ʊnd praksɪstεstər mɪt dEm kLeinən bUxʃtAbən „ε“ vIdər.  mɪt dEm kLeinən bUxʃtAbən ɪst Abər ʃOn aLən kLAr, das εs zɪç ʊm einən kʊrtsən Laut handəLt.  dεsən kʏrtsə mʏsən aLzo dI praksɪstεstərɪnen ʊnd praksɪstεstər nɪçt veitərhɪn tsUzätsLɪç dʊrç dI fεrdɔpəLʊŋ dEr fɔLgəndən mɪtLautə vI ɪn :  „pfεffərkɔrn“, „ʃtεLLvεrk“, „vεLLənzɪtɪç“, „LEbərkäzəzεmməL“, „kεnnənLεrnəntrεffpʊŋkt“.  –  „dI dεppɪn nεnnt dEn dεppən dεpp.“  –  „dI hεrrʃərɪn ʊnd dEr hεrrʃər hεrrʃən Ybər Irə hεrrʃaft.“  –  „ʃarfə mεsər ʃneidən bεsər.“  –  „vεttərhäusçən“ bəzɔndərs kεnntseiçnən.  εs genYgt :  „pfεfərkɔrn“, „ʃtεLvεrk“, „vεLənzɪtɪç“, „LEbərkäzəzεməL“, „kεnənLεrnəntrεfpʊŋkt“.  –  „dI dεpɪn nεnt dEn dεpən dεp.“  –  „dI hεrʃərɪn ʊnd dEr hεrʃər hεrʃən Ybər Irə hεrʃaft.“  –  „ʃarfə mεsər ʃneidən bεsər.“  –  „vεtərhäusçən“.  ʃOn aus dEm ʊnbətseiçnətən „ε“ geht jA hεrfOr, das εs zɪç ʊm einən kʊrtsən pεç-Odər-ʊngLʏks-ε-Laut handəLt. 

vO dI praksɪstεstərɪnən ʊnd praksɪstεstər bɪshEr

–         dEn kʊrtsən gəʃLɔsənən egoɪstən-e-Laut,

–         dEn Laŋən gəʃLɔsənən vEg-E-Laut,

–         dEn kʊrtsən ɔfənən pεç-Odər-ʊngLʏks-ε-Laut ʊnd

–         dEn kʊrtsən ɔfənən, Abər ʊnʃeinbArən εndə-ə-Laut

aLə ʊntərʃIdsLOs mɪt ein ʊnd dEmzεLbən bUxʃtAbən, dEm Hans-Dampf-in-allen-Gassen-e vIdərgəgEbən hAbən, fεrvεndən zI nʊn fIr fεrʃIdənə bUxʃtAbən ʊnd fεrvɪrkLɪçən damɪt Irən grʊndzats, jEdən Laut mɪt einəm eigənən bUxʃtAbən vIdərtsugEbən. 

zI bəgɪnən nʊn Abər LaŋzAm aux tsU fεrʃtehən, vI fεrʃtändnɪsLOs frεmdʃprAxɪgə Leutə dEr gəʃrIbənən deutʃən ʃprAxə gEgənYbərʃtehən, vεn zI nAx ʊnd nAx bəgreifən, das dI deutʃʃprAxɪgən mεnʃən εntgEgən jEdər fεrnʊnft fεrʃIdənəs mɪt gLeiçəm vIdərgEbən.  Irə fεrʃtändnɪsLOzɪçkeit gLeiçt dErjEnɪgən fɔn matemAtikərɪnən ʊnd matemAtikərn, dI mɪtən ɪn einəm UrvaLd auf Urmεnʃən ʃtOsən, dI tsvɪʃən gərAdən tsALən ʊnd ʊngərAdən tsALən nɪçt ʊntərʃeidən ʊnd dEn rEgənbOgən mɪt einər eintsɪgən farbə mALən ʊnd gAr nɪçt vɪsən, vas farbə ɪst.  dI praksɪstεstərɪnən ʊnd praksɪstεstər Anən LaŋzAm, das Leutə fɔn ausvärts ʊns deutʃ ʃprεçəndə ʊnd fOr aLəm deutʃ ʃreibəndə aLs vɪLdə vArnehmən.  εtvas peinLɪç ɪst εs Inən bei dIzəm Anəndən gədaŋkən ʃOn ʊnd zI maxən zɪç darʊm mɪt fεrmehrtəm eifər daran, dI fIr fεrʃIdənən bUxʃtAbən fYr dI fIr fεrʃIdənən Lautə ɪn Ybʊŋszätsən eintsuzεtsən ʊnd ʃreibən zätsə vI : 

„tsɪrpən grɪLən ɪmər nɔx Odər tsɪrpən zI ʃOn vIdər ?.“  –  „vεn dI tεmpəratUr ʃteigt, teLefonIrt dI Odər dEr fIbərkraŋkə dEr ärtstɪn Odər dEm artst mɪt tεmpəramεnt.“  –  „gIbt εs vεtər ɪm vεLtaL ?“  –  „bei jEdəm vεtər brauxən fɪʃə keinə rEgənʃɪrmə.“  –  „bei keinəm vεtər brauxən fɪʃə rEgənʃɪrmə.“  –  „vI vʏrdən fɪʃə rEgənʃɪrmə haLtən ?“  –  „zI tsøgən rEgənpeLərInən an.“  –  „zeit ein pAr jArən εsən vir jEdən Abənd ananas;  ʊnd tUn das aux ɪn Essen.“ –  „ʃLAfvandLərɪnən und ʃLAfvandLər vandəLn heutə ɪn dEr ʃLAfvandəLhaLə und träumən fɔn dEr ʃLAfvandəLhaLənmeisterʃaft.“  –  „zO zIt jεtst ʃeisə aus.“ 

mɪt Irən geistɪgən Orən hørən dI praksɪstεstərɪnən ʊnd praksɪstεstər genau hɪn, vI zI dI eintsəLnən Lautə ausʃprεçən, bəfOr zI zI mɪt einəm dEr fIr e-Lautə nIdərʃreibən.  zI frAgən zɪç, ɔb zI „veLt“ zAgən, Odər „vELt“ Odər „vεLt“ Odər „vəLt“.  dan gEbən zI dEn Laut mɪt gənau dEm bUxʃtAbən vIdər, dEr dEm Laut εntʃprɪçt.  dIjEnɪgən ʊntər Inən, dI ehədEm aLs hɪLfskasIrərɪn Odər hɪLfskasIrər ɪn einəm zUpərmarkt gəarbeitət hAbən, εrɪnərn zɪç, vI zI bei einəm preis fɔn einəm euro fʏnftsɪç, dI fɔn dEr käufərɪn Odər dEm käufər hɪngəLEgtən mʏntsən, dI ein-euro-mʏntsə, dI tsvei tsvantsɪgərmʏntsən, dI tsehnərmʏntsə ʊnd dI fʏnfərmʏntsə tsuzaməngətsähLt ʊnd dan dI ein-euro-mʏntsə ɪn dEr kasənʃUbLAdə ɪns ein-euro-mʏntsən-fax, dI tsvei tsvantsɪgərmʏntsən ɪns tsvantsɪgər-mʏntsən-fax, dI tsehnərmʏntsə ɪns tsehnərmʏntsən-fax ʊnd dI fʏnfərmʏntsə ɪns fʏnfərmʏntsən-fax fεrzɔrgt hAbən.  nI ɪm LEbən värə εs Inən dAmALs eingefaLən, dI gantsən mʏntsən einfax ʊnbəzehən ɪrgəndvohɪn ɪn dI kasənʃUbLAdə tsU vεrfən.  mɪt εntzεtsən ʊnd fεrʃtändnɪsLOzɪçkeit ʃtεLən zI Abər fεst, das zI zɪç nUn ein LEbən Laŋ bei dEr ʃrɪftLɪçən vIdərgAbə dEr fIr fεrʃIdənən e-Lautə gənau zO fεrhaLtən hAbən.  zI hAbən jA ɪmər gəvʊst, vI man ein vɔrt ausʃprɪçt, hAbən Abər dIzəs vɪsən bei dEr nIdərʃrift nɪçt eingəzεtst, zɔndərn pLʊmp ʊnd ʊngəʃLaxt dI fIr fεrʃIdənən Lautə mɪt ein ʊnd dEmzεLbən bUxʃtAbən vIdərgəgEbən.  εs hättə zI jA nɪçts gəkɔstət, gənau tsU zein.  das vɪsən datsU hättən zI jA gəhabt.  ʊnd dI deutʃə ʃprAxə hättən zI fYr frεmdʃprAxɪgə zʏmpAtɪʃ gəmaxt ʊnd fYr deutʃʃprAxɪgə kɪndər, dI Lezən ʊnd ʃreibən Lεrnən, einfaxər. 

mɪt dIzən gədaŋkən fεrLasen zI nAx einər gevɪsən Ybʊŋstseit das tsveiʊnddreisɪçstə ʃtɔkvεrk ʊnd ʃteigən

 

/Sprix-1-44/

13. Juli 2022 / RT

 

am Freitag, dem 12. August 2022 auf dEr vεndəLtrεpə εmpOr ɪn

das dreiʊnddreisɪçstə ʃtɔkvεrk,
vO „E“ darauf
ʃteht, vεn „E“ drɪn ɪst

hɪLft bei tsAnveh tee ?

hɪLft bei tsAnvE tE ?

 

nImand veis, vI εs gəkɔmən ɪst, das zɪç dI praksɪstεstərɪnən ʊnd praksɪstεstər pLœtsLɪç Ybər natYrLɪçə gəträŋkə ʊntərhaLtən.  vasər ʊnd apfəLzaft zeiən zɪçər natYrLɪçə gəträŋkə.  hεftɪç ʊntərhaLtən zI zɪç jεtst darYbər, ɔb aux kamɪLəntee ein natYrLɪçəs gəträŋk zei.  einɪgə zɪnd εntʃIdən dIzər meinʊŋ, andərə ʃtɪmən tsU, Abər nUr ʊntər dEr bədɪŋʊŋ, das das vasər auf natYrLɪçə veizə εrhɪtst vɔrdən zei, ɪndEm εs εtva ɪm heisən Afrika einə veiLə ɪn dEr brYtəndən zɔnə gəʃtandən hättə;  andərə εrhɪtsʊŋsveizən, εtva das vasərkɔxən auf dEm heimɪʃən hErd, Lasən zI nɪçt tsU.  einə drɪtə grʊpə Abər Lehnt tee aLs natYrLɪçəs gəträŋk hεftɪç ab mɪt dEm argumεnt :  „kein reh trɪŋkt tee !“  das Abər maxt nUn aLə ʃtʊtsɪç. 

zeit Irəm aufənthaLt ɪm tsveiʊnddreisɪçstən ʃtɔkvεrk ʃreibən dI praksɪstεstərɪnən ʊnd praksɪstεstər

–         dEn Laŋən gəʃLɔsənən vEg-E-Laut vI aLə Laŋən Lautə mɪt einəm grOsən bUxʃtAbən, ʊnd tsvAr mɪt dEm bUxʃtAbən „E“, tsʊm beiʃpIL ɪn „grEmiʊm“, „kEfɪr“, „LEbkUxən“, „rEgLOs“ ʊnd „vEg“. 

vεn Abər dEr grOsə bUxʃtAbə „E“ tsʊm ausdrʊk brɪŋt, das ein Laŋər gəʃLɔsənər vEg-E-Laut tsU ʃprεçən zei, dan brauxt εs ɪn „rE“ nɪçt nɔx einən bUxʃtAbən „h“ aLs tsUsätsLɪçəs Läŋətsəiçen.  EbənzOvEnɪç brauxt εs ɪn „tE“ nɔx einən tsveitən bUxʃtAbən „e“ aLs tsUzätsLɪçəs Läŋətseiçən.  das εntʃprɪçt aux dEm fɔn Inən bəfɔLgtən grʊndzats dεs William Ockham, vɔnAx εtvas nɪçt mɪt grøsərəm aufvand gətAn vErdən zɔLtə, vas aux mɪt kLeinərəm aufvand gətAn vErdən kan.[24]  zI gEən datsU Ybər, kein rE tE trɪŋkən tsU Lasən. 

ʃOn ɪn dEr bɪshErɪgən rεçtʃreibʊŋ gIŋ εs gəLEgəntLɪç aux Onə einən tsUzätsLɪçən bUxʃtAbən „e“ aLs Läŋətseiçən :  ɪn dEr eintsAL dεs vɔrtəs „Idee“ vʊrdə dEr Laŋə gəʃLɔsənə vEg-E-Laut mɪt dEm bUxʃtAbən „e“ ʊnd mɪt einəm tsveitən bUxʃtAbən „e“ aLs ʊnausgəʃprɔxənəm Läŋətseiçən dArgəʃtεLt.  ɪn dEr mErtsAL „Ideen“ hɪngEgən gənügtə fYr dEn vEg-E-Laut pLœtsLɪç dEr bUxʃtAbə „e“ aLein ʊnd dEr tsveitə bUxʃtAbə „e“ vAr kein ʊnausgəʃprɔxənəs Läŋətseiçən mEr, zɔndərn ʃtand eigənʃtändɪç ʊnd ausgəʃprɔxən fYr dEn kʊrtsən ɔfənən, Abər ʊnʃeinbArən εndə-ə-Laut tsʊr dArʃtεLʊŋ dEr mErtsAL „Ideen“.  ɪn dEr Lautʃreibʊŋ dEr praksɪstεstərɪnən ʊnd praksɪstεstər gIbt εs nUn einə idE ʊnd tsvei idEən. 

zI zεtsən dIzə einzɪçtən ʊm ɪn zätsən vI :  „dI fE ʃvEbt Ybər dEn zE.“  –  „jE Läŋər dI LEənsLeutə gEən, dεsto mEr ʃmεrtsən dI tsEən ʊnd zEnən zɪç nAx einəm fUsbAd.“  –  „vEgən ʃnEfεrvEʊŋən ɪst dI ʃtrAsə gəʃpεrt.“  –  „zEr vEnɪç fELtə ʊnd das tEtäsçən värə tsU bOdən gəfaLən.  nUn ʃtEt εs veitərhɪn ʊnfεrzErt auf dEm tɪʃ.“  –  „dI hεksə kErt tsurʏk.“  –  „aLəs drEt zɪç ʊm dI zɔnə.“  –  „ʊnd vO bleibt dEr kLE ?“ 

nAmən ʃreibən zI vI bɪshEr :  „Schneewittchen kɔxt ɪn Kehl dEn tsvεrgən tE.“  –  „‚Schneewittchen’ ɪst einə figUr aus dEm märçən ‚Schneewittchen und die sieben Zwerge’.“  – „mAlt Paul Klee aux kLE ?“ 

aLs dI praksɪstεstərɪnən ʊnd praksɪstεstər gənUg gəYbt hAbən, ʃteigən zI

 

/Sprix-1-45/

12. August 2022 / RT

 

[24]           Károly Simonyi, Kulturgeschichte der Physik :  Von den Anfängen bis heute. 
Frankfurt am Main, 2001, Seite 160.

 

am Samstag, dEm 10. September 2022 auf dEr vεndəLtrεpə hɪnauf ɪn

das fIrʊnddreisɪçstə ʃtɔkvεrk,
vO „ε“ darauf
ʃtEt, vεn „ε“ drɪn ɪst; 
ʊnd nɔx mEr

 

dI bäçLein pLätʃərn ɪn dEn täLərn ʊnd
dI krähən krähən jämmərLɪç

dI bεçLein pLεtʃərn ɪn dEn tεLərn ʊnd
dI krεən krεən jεmərLɪç

 

ɪm bUxʃtAbənhOxhaus ʃreibən dI praksɪstεstərɪnən ʊnd praksɪstεstər Irə ʃreibYbʊŋən nɪçt nUr mɪt tɪntə auf papIr, zɔndərn tUn das aux tɪntənLOs tastənd ɪn e-mεLdʊŋən, ɪn fεrʃIdənən SMS Odər ɪn andərən eLεktrOnɪʃən gədaŋkənaustauʃzystEmən, dI zI an fεrvandtə, bəkantə ʊnd freundɪnən ʊnd freundə ɪn aLə vεLt abzεndən.  zO ʃtEən εtva einɪgə praksɪstεstərɪnən ʊnd praksɪstεstər gəLEgəntLɪç ɪn eLεktrOnɪʃəm gədaŋkənaustauʃ mɪt frɔmən mɪsionArɪnən ʊnd frɔmən mɪsionArən, dI ɪm UrvaLd einəs fεrnən ErdteiLəs dEn dɔrt an einəm trOpɪʃən zE zIdəLndən vɪLdən einheimɪʃən dI deutʃə ʃprAxə beibrɪŋən ʊnd dI vɪLdən einheimɪʃən zO ɪn ʃtand zεtsən, einə arbeitsʃtεLə ɪm dɔrtɪgən gästəhaus tsU fɪndən, ɪn dEm zɪç εrʃœpftə UrLaubərɪnən ʊnd UrLaubər aus dEn deutʃʃprAxigən teiLən dEr vεLt bei Leiçtər ʃpɔrtLɪçər bətätɪgʊŋ ʊnd nɪçtstUn fɔn dEn nεrfəntsuzamənbrʏçən εrhOLən, dI zI aLs fɔLgə Irər εndLOzən auseinandərzεtsʊŋən mɪt dEr bɪshErɪgən deutʃən rεçtʃreibʊŋ εrLɪtən hAbən. 

ʊm Inən dIzəs ʃɪkzAL tsU εrʃpArən, ʊntərrɪçtən dI frɔmən mɪsionArɪnən ʊnd frɔmən mɪsionarə auf anrAtən dEr praksɪstεstərɪnən ʊnd praksɪstεstər dI vɪLdən einheimɪʃən fɔn anfaŋ an ɪn dEr neuən deutʃən Lautʃreibʊŋ nAx dEm grʊndzats, das ein gəʃprɔxənər Laut ɪn dEr ʃrɪft ɪmər dʊrç ein ʊnd dEnzεLbən bUxʃtAbən vIdərgəgEbən vɪrd.  ɪn Irən e-mεLdʊŋən an dI praksɪstεstərɪnən ʊnd praksɪstεstər bətseiçnən dI frɔmən misionArɪnən ʊnd frɔmən mɪsionArə dI deutʃ Lεrnəndən vɪLdən einheimɪʃən aLs zEr aufmεrkzAm ʊnd gəLErɪç.  zɔ zei einər ɔdər einəm vɪLdən einheimɪʃən, dI Odər dEr einər UrLaubərɪn Odər einəm UrLaubər ein kYLəs gəträŋk ɪn einəm gLAs mɪt hεŋkəL an dEn LIgəʃtUL auf dEr tεrasə am zE brAxtə, aufgəfaLən, das ɪn „gəträŋk“ dEr bUxʃtAbə „ä“ gəʃrIbən vErdə, ɪn „hεŋkəL“ hɪngEgən dEr bUxʃtAbə „ε“, ɔbvOL ɪn beidən fäLLən ʊnd aux ɪn „fäLLən“ ein ʊnd dErzεLbə kʊrtsə ɔfənə pεç-Odər-ʊngLʏks-ε-Laut ausgəʃprɔxən vErdə. 

dI praksɪstεstərɪnən ʊnd praksɪstεstər e-mεLdən tsurʏk, das zei zO, veiL „gəträŋk“ fɔn „traŋk“ kɔmə, vI „bLättLein“ fɔn „bLat“ kɔmə ʊnd „männLein“ fɔn „man“.  ein kLeinəs „bLat“ εtva zei nɪçt ʃOn ɪmər aLs „bLättLein“ ausgəʃprɔxən vɔrdən, zɔndərn anfäŋLɪç aLs „bLat-“ mɪt dEr fεrkLeinərʊŋsεndʊŋ „-Lin“, dI ʃpätər aLs „-Lein“ gəʃrIbən vʊrdə.  Erst vährənd dEr tsveitən Odər aLthOxdeutʃən LautfεrʃIbʊŋ hättə dEr i-Laut ɪn dEr fεrkLeinərʊŋsεndʊŋ „-Lin“ mɪt zeinər hεLə tsU ʃtrALən bəgɔnən ʊnd auf dEn forangEəndən a-Laut ɪn „bLat-“ tsurʏkgəʃtrALt ʊnd dIzən tsU einəm kʊrtsən ɔfənən pεç-Odər-ʊngLʏks-ε-Laut aufgəhεLt;  –  zɔ vI εtva dEr aus dEr frεmdə tsurʏkkErəndə fεrLOrənə zOn ʃOn fɔn veitəm auf zeinən fAtər forausʃtrALt, zO das dIzər ʃOn beim bLOsən anbLɪk dεs nAəndən fεrLOrənən zOnəs zeinə armə veit œfnət, ʊm dEn heimkErəndən ɪn zeinə armə tsU ʃLIsən, ʊnd dIs nɪçt Erst ɪm aLərLεtstən momεnt tUt.   gəvɪsərmAsən tsʊr εrɪnərʊŋ an dEn EəmALɪgən a-Laut vErdə ɪn zɔLçən vœrtərn heutə nɔx dEr kʊrtsə ɔfənə Odər hεLə pεç-Odər-ʊngLʏks-ε-Laut mɪt dEm bUxʃtAbən „ä“ gəʃrIbən, veiL dIzər aus dEm bUxʃtAbən „a“ ʊnd dEn tsvei aufgəzεtstən pʏŋktçən bəʃtEə, vI zI dI praksɪstεstərɪnən ʊnd praksistεstər ʃOn ɪm zεksʊndtsvantsɪgstən ʃtɔkvεrk auf dEm EəmALɪgən bUxʃtAbən „ö“ ʊnd ɪm dreisɪgstən ʃtɔkvεrk auf dEm EəmALɪgən bUxʃtAbən „ü“ kεnəngəLεrnt hAbən, ʊnd dI hIr ɪm „ü“ nɪçts andərəs zɪnd aLs dI ruInən einəs ɪn aLtdeutʃər ʃrɪft auf dEn bUxʃtAbən „a“ gəʃrIbənən bUxʃtAbəns „e“  aLs tseiçən dEr hεLə. 

„vEr zAgt dεn“, εntgEgnən dI vɪLdən einheimɪʃən dEn εrʃtauntən frɔmən mɪsionArɪnən ʊnd frɔmən mɪsionArən, „das vIr ʊns bei jEdəm eintsəLnən bLättLein dIzər mɪLiardən fɔn bLättLein, dI vIr tAgtägLɪç ɪn ʊnzərəm UrvaLd tsU zEən bəkɔmən, daran εrɪnərn vɔLən, das das ‚ä’ darɪn einmAL ein ‚a’ vAr ?  vεn ɪn einəm kLeinən bLat ein kʊrtsər ɔfənər Odər hεLər pεç-Odər-ʊngLʏks-ε-Laut gəʃprɔxən vɪrd, dan ɪst nAx dEm grʊndzats, das ein gəʃprɔxənər Laut ɪn dEr ʃrɪft ɪmər dʊrç ein ʊnd dEnzεLbən bUxʃtAbən vIdərgəgEbən vɪrd, aux hIr dEr bUxʃtAbə ‚ε’, aLzo ‚bLεttLein’, tsU ʃreibən.  εs gEt eintsɪç ʊnd aLein ʊm dI ʃrɪfLɪçə dArʃtεLʊŋ einəs gəʃprɔxən Lautəs ʊnd nɪçt ʊm dI εrɪnərʊŋ.  vEr einər andərən pεrzOn einən gədaŋkən YbərmɪtəLt, vɪL dɔx, das zɪç dI andərə pεrzOn Ybər dEn YbərmɪtəLtən gədaŋkən gədaŋkən maxt, ʊnd nɪçt darYbər, mɪt vεLçən Lautən dEr gədaŋkə ɪn Läŋst fεrgaŋənən tseitən YbərmɪtəLt vɔrdən vAr.“  dI ʃreibən aLzo :  „auf vɪrbəLt das grεsLɪçə ʃtʊrmvεtər dI bLεttər.“  –  „das bεçLein pLεtʃərt.“ 

fYr dI vɪLdən einheimɪʃən ɪst εs aux εtvas zεLbstfεrʃtεndLɪçəs, das ein kLeinər bUxʃtAbə einən kʊrtsən Laut vIdərgIbt ʊnd das ein kLeinər bUxʃtAbə dI kʏrtsə dεs Lautəs hɪnreiçənd vIdərgIbt.  dI fεrdɔpəLʊŋ dEr nAxfɔLgəndən kɔnzonantən tsʊr kεntLɪçmaxʊŋ dEr kʏrtsə dεs „ε“, εtva ɪn „bLεtLein“, „εfçən“, „auf aLə fεLə“, „dI kεmərərɪn ʊnd dEr kεmərər“, „ein kεnçən tE“, „nɪçt fεrεpəLn“, „aux nɪçt pLεrən“, „ʃOn vIdər grεsLɪç“ ʊnd „ein bLεtçən auf dEm pLεtçən“ kœnə darʊm gətrOst fεrtsɪçtət vErdən.  ein bLɪk ɪn dEn UrvaLd tseigə Ybrɪgəns, das „bLεtLein“ nɪçt fɔn „bLat“ kɔmə.  fILmEr zei εs ʊmgəkErt ʊnd man zähə aus dEn tsveigən dEr bäumə ʊnd andərər pfLantsən tsuεrst einmAL ein bLεtLein hεrausvaksə;  εrst dIzəs kLeinə bLεtLein vʏrdə zɪç dan nAx ʊnd nAx tsU einəm grOsən bLat εntvɪkəLn. 

dI frɔmən mɪsionArɪnən ʊnd frɔmən mɪsionArə zɪnd εrʃtaunt ɔb dEm, vas Inən dI vɪLdən einheimɪʃən Ybər dI fɔLgərɪçtɪgən ausvɪrkʊŋən dεs grʊndzatsəs, das ein gəʃprɔxənər Laut ɪn dEr ʃrɪft ɪmər dʊrç ein ʊnd dEnzεLbən bUxʃtAbən vIdərgəgEbən vɪrd, tsU bərɪçtən vɪsən, ʊnd Leitən das fεrnɔmənə an dI praksɪstεstərɪnən ʊnd praksɪstεstər ɪn das bUxʃtAbənhOxhaus veitər. 

dEn praksɪstεstərɪnən ʊnd praksɪstεstərn Leuçtət das, vas dI frɔmən mɪsionArɪnən ʊnd dI frɔmən mɪsionArə fɔn dEn vɪLdən einheimɪʃən bərɪçtən, ein ʊnd ʃreibən zɔLçə zεtsə :  „dI kεmərərɪn ʊnd dEr kεmərər kεmən nɪçt dI hArə, zɔndərn fεrvArən das gεLd ɪn bəhεLtnɪsən.“  –  „tsʊm tεsçən tE gəfεLt ein pLεtçən mɪt gəbεk.“  –  „afən ʊnd εfçən kLεtərn ɪm gəεst ʊnd tεntsəLn Ybər hεŋəndə LiAnən.“ 

vI zI zO ɪn Irə Ybʊŋszεtsə fεrtIft zɪnd, pIpst Ybər ein eLεktrOnɪʃəs gədaŋkənaustauʃzystEm aus YbərzE einə mεLdʊŋ fɔm gεstəhaus am zE hεrein.  dI vɪLdən einheimɪʃən hAbən hεrausgəfʊndən, das εs nɪçt nUr

–         einən kʊrtsən ɔfənən pεç-Odər-ʊngLʏks-ε-Laut vI Ebən ɪn „pεç“ gIbt,

zɔndərn aux

–         einən Laŋən ɔfənən bärən-Laut vI Ebən ɪn „bär“,

dEn dI frɔmən mɪsionArɪnən ʊnd dI frɔmən mɪsionArə Aber mɪt dEm bUxʃtAbən „ä“ vIdərgEbən, vO dɔx zɔnst Laŋə Lautə mɪt grOsən bUxʃtAbən vIdərgəgEbən vErdən.  vεn dEr kʊrtsə ɔfənə pεç-Odər-ʊngLʏks-ε-Laut mɪt dEm kLeinən bUxʃtAbən „ε“ vIdərgəgEbən vɪrd, dan ɪst fɔLgərɪçtɪgərveizə dEr Laŋə ɔfənə bärən-Laut mɪt dEm grOsən bUxʃtAbən „ε“ vIdərtsugEbən. 

„vas värə, vεn vIr dI bärən nɪçt hεtən ?“, dεŋkən dI praksɪstεstərɪnən ʊnd praksɪstεstər ʊnd ʃreibən ʊmgEənd :  „vas vεrə, vεn vIr dI bεrən nɪçt hεtən ?“  aux fYr zI bəʃtEt kein tsveifəL, das dEr Laŋə ɔfənə bεrən-ε-Laut mɪt dEm grOsən bUxʃtAbən „ε“ vIdərtsugEbən ɪst.  zI tUn dIs ʊnd ʃreibən :  „das mεrçən fɔn dEr bErənpfLʏkəndən bεrənfamILiə εndət kLεgLɪç.“  –  „vIr vεgən ab, ɔb vIr εs vAgən vɔLən.“  –  „tεgLɪç bLUt tεtə dEm vampIr gUt.“  –  „tεnçən vaksən ɪn dEn tεLərn.“ 

ʃOn vIdər pIpst εs aus YbərzE.  ʊnd vIdər mεLdən dI frɔmən mɪsionArɪnən ʊnd frɔmən mɪsionArə, vas dI vɪLdən einheimɪʃən vIdər tsU bəmεŋəLn hAbən.  dEr grOsə bUxʃtAbə „ε“ gεbə dI Lεŋə dεs Laŋən ɔfənən bεren-ε-Lautəs hɪnreiçənd vIdər.  dEn bUxʃtAbən „h“ aLs Lεŋətseiçən brauxə εs beim tsεhLən nɪçt, vεn zI fɔn eins bɪs tsEn ʊnd veitər tsεhLən;  ʊnd aux zɔnst vO nɪrgənds.  zI tsεhLən darʊm ab zofɔrt zO ʊnd ʃreibən :  „aLmεLɪç dεmərt εs.“  –  „am abgrʊnd ɪst’s gəfεrLɪç.“  –  „vEr fεrt jεrLɪç an dEn mErəsʃtrand ?“ 

dI praksɪstεstərɪnən ʊnd praksɪstεstər ɪm bUxʃtAbənhOxhaus tUn εs dEn vɪLdən einheimɪʃən am zE gLeiç, tsεLən zO ʊnd ʃreibən EbənfaLs :  „aLmεLɪç dεmərt εs.“  –  „am abgrʊnd ɪst’s gəfεrLɪç.“  –  „vEr fεrt jεrLɪç an dEn mErəsʃtrand ?“  –  „vas Laŋə vεrt, vɪrd εndLɪç gUt.“  –  „vas vεrə vεn ?“  ʊnd vεrənd zɪç einɪgə daran maxən, nɔx veitərə Ybʊŋszεtsə datsUtsufYgən vI „krεən krεən ?“  –  „jA, krεən krεən.“  –  „van krεən krεən nɪçt ?“  –  „krεən krεən nI nɪçt.  krεən krεən ɪmər“, ʊntərhaLtən zɪç andərə Ybər ein eLεktrOnɪʃəs gədaŋkənaustauʃzystEm mɪt dEn frɔmən mɪsionArɪnən ʊnd frɔmən mɪsionArən. 

dIzə bərɪçtən fɔm jεrLɪçən UrvaLdfεst, das dI vɪLdən einheimɪʃən nAx Laŋər fOrbəreitʊŋstseit gεstərn nAx dEm ʊntərrɪçt ɪn dEr deutʃən ʃprAxə gəfeiərt hAbən.  εs bəgan mɪt anhaLtəndən trɔməLʃLεgən, vεrənd dEnən dI gantsə bəfœLkerʊŋ an dEn trOpɪʃən zE ʃtrømtə.  gLeiçtseitɪç ʃvɪrtən aus dEn bäumən dεs Urvaldəs ʃvεrmə fɔn kOLibris hεran, LIsən zɪç auf dEn äusərstən paLmənvEdəLn nIdər ʊnd vOntən fɔn dɔrt aus dEm fεstLɪçən gəʃEən bei.  tεntsə vʊrdən aufgəfYrt ʊnd tsaubərərɪnən ʊnd tsaubərər fYrtən tsaubərʃtʏkə fOr, vI ɪn einəm tsɪrkʊstsεLt tʊrntən akrobAtɪnən ʊnd akrobAtən auf dEn LiAnən ʊmhEr ʊnd ʃvaŋən zɪç daran fɔn einəm paLmənvɪpfəL tsʊm andərən.  tsʊm rytmʊs dEr auf- ʊnd abʃvεLəndən trɔməLʃLεgə zaŋən tIfə, dʊŋkLə ʃtɪmən dEr mεnər ʊnd hOə, hεLə dEr frauən ʃaurɪgə gəʃɪçtən aus aLtən tseitən ʊnd vʊrdən dabei ʊntərʃtʏtst ʊnd bəgLeitət fɔm kOr dEr ʃprεçəndən papageiən.  fεrʃtandən fɔn dEr εrtsεLʊŋ hAben dI frɔmən mɪsionArɪnən ʊnd frɔmən mɪsionArə nɪçts, εrgrɪfən ʊnd ɪn ban gəʃLAgən fɔm gantsən bʊntən gəʃEən vʊrdən zI trɔtsdEm vI nɔx nI ɪn Irəm LEbən.  εs tøntə, aLs ɔb dI gəzʊŋənə mεr auf ein gLʏkLɪçəs εndə tsULIfə, aLs ein trʊp mɪt fEdərn gəʃmʏktər frauən ʊnd mεnər auftrAt ʊnd ɪm momεnt dεs Lεtstən tOnəs dEr ʃaurɪgən gəʃɪçtə fɔn Irən gəʃpantən bOgən grOsə pfeiLə ɪns AbəndbLauə dεs hɪməLs bɪs hɪnauf tsU dEn Lεtstən gɔLdənən zɔnənʃtrALən ʃɔs, vO an dEn pfeiLʃpɪtsən angəbrAxtə ʊnd fYr dIzən momεnt hεrgərɪçtətə zAmənkapsəLn εksOtɪʃər pfLantsən zɪç œfnətən ʊnd dI darɪn εnthaLtənən zAmənkœrnər nAx dEm Newton’ʃən gəzεts dEr gravitatsiOn LaŋzAm dEm ʊntər dEm bOdən dEr UrvaLdLɪçtʊŋ fεrgrAbənən ErdmɪtəLpʊŋkt εntgEgəntsufaLən bəganən.  auf dIzən momεnt hatən dI kOLibris nUr gəvartət.  kaum vArən dI pfeiLə abgəʃɔsən, ʃvɪrtən zI vI auf kɔmando vI einə vɔLkə ɪn aLən rEgənbOgənfarbən fɔn dEn paLmənvEdəLn hOx, ʊm mɪt Irən ʃpɪtsən ʃnεbəLçən dI aus dEn gəœfnətən kapsəLn hεrʊntərʃvEbəndən zAmənkœrnLein ʃOn ɪn Irəm zɪŋkfLUg auftsufaŋən ʊnd aLs UrvaLdfεstʃmaus tsU fεrtɪLgən.  das aLfarbɪgə ʃauʃpIL dEr kOLibris dauərtə ɪm gɔLdənən ʃeinvεrfərLɪçt dEr Lεtstən zɔnənʃtrALən Lεŋər aLs ein bLɪts, vAr Abər kʏrtsər aLs ein feuərvεrk.  vEr εs gəzEən hat, vɪrd εs zeinən LEbtAg nɪçt fεrgεsən;  vEr εs fεrpast hat, hat εs fεrpast.  vI an jEdəm fεst auf dIzər vεLt vɪrd aux am jεrLɪçən UrvaLdfεst fɔn dEn vɪLdən einheimɪʃən beim ʃein einəs grOsən feuərs am trOpɪʃən zE bɪs ɪn aLə naxt hɪnein gəgεsen ʊnd gətrʊŋkən. 

aux dI ɪn Irə veitərən Ybʊŋszεtsə fεrtIftən praksɪstεstərɪnən ʊnd praksɪstεstər bəkɔmən einɪgəs fɔn dIzəm UrvaLdfεstbərɪçt dEr frɔmən mɪsionArɪnən ʊnd frɔmən mɪsionArə mɪt, gLaubən Abər nɪçt aLes.  Irəs vɪsəns LEbən dI kOLibris fɔn nεktar ʊnd fεrtsErən keinə pfLantsənzAmən.  faLs dI gəʃɪçtə fɔn dEr aufʃvɪrəndən rEgənbOgənfarbənfOgəLvɔLkə Ybərhaupt ʃtɪmt, mʊs εs zɪç ʊm einə andərə fOgəLArt handəLn.  ɪm Ybrɪgən vɔLən zI zɪç nɪçt veitər fɔn bərɪçtən Ybər εksOtɪʃə fɔLksfεstə ɪn Irən ʃreibYbʊŋən ʃtørən Lasən.  zI bɪLdən aLzo veitərhɪn vœrtər ʊnd zεtsə, ɪn dEnən dEr kʊrtsə ɔfənə pεç-Odər-ʊngLʏks-ε-Laut vI Ebən ɪn „pεç“ Odər dEr Laŋə ɔfənə bεrən-ε-Laut vI Ebən ɪn „bεr“ fOrkɔmən, bɪs zI nAx gəraumər tseit

/Sprix-1-46/

10. September 2022 / RT

 

am Sonntag, dEm 9. Oktober 2022 auf dEr vεndəLtrεpə hOxʃteigən ɪn

 

das fʏnfʊnddreisɪçstə ʃtɔkvεrk,
vO zI dI Orən
ʃpɪtsən mʏsən

 

vEr hʊŋər hat,
ɪst LIbər ein ei aLs kein ei  – 
ʊnd tsvAr ʃøn dEr reihə nAx

vEr hʊŋər hat,
ɪst LIbər ain ai aLs kain ai  – 
ʊnd tsvAr ʃøn dEr raiə nAx

 

hIr ɪm fʏnfundreisɪçstən ʃtɔkvεrk fεrzUxən dI praksɪstεstərɪnən ʊnd praksɪstεstər zɪç mɪt einəm gəvɪsən abʃtand nɔxmALs einən YbərbLɪk Ybər dI ɪn dEn Lεtstən beidən ʃtɔkvεrkən bəhandəLtən Lautə ʊnd Irə ʃreibveizə tsU fεrʃafən : 

εs gIbt aLzo

–         dEn kʊrtsən gəʃLɔsənən egoɪstən-e-Laut,
dEn zI mɪt dEm bUxʃtAbən „e“ vIdərgEbən : 
tsʊm beiʃpIL ɪn „depOzitʊm“, „egoɪstɪʃ“, „grOsvezIr“, „jedɔx“, „meLodI“, „regIrʊŋ“, „rekLamIrən“ ʊnd „teLefonIrən“; 

–         dEn Laŋən gəʃLɔsənən vEg-E-Laut,
dEn zI mɪt dEm bUxʃtAbən „E“ vIdərgEbən : 
tsʊm beiʃpIL ɪn „grEmiʊm“, „kEfɪr“, „LEbkUxən“, „rEgLOs“ ʊnd „vEg“ ʊnd

–         dEn kʊrtsən ɔfənən pεç-Odər-ʊngLʏks-ε-Laut,
dEn zI mɪt dEm bUxʃtAbən „ε“ vIdərgEbən : 
tsʊm beiʃpIL ɪn „bεçər“, „gεLb“, „mεLdəLäufərɪn Odər mεLdəLäufər“, „pεç“ ʊnd „tsvεkLOs“. 

dan gIbt εs Abər aux nɔx

–         dEn Laŋən ɔfənən bεrən-ε-Laut,
dEn zI mɪt dEm bUxʃtAbən „ε“ vIdərgEbən : 
tsʊm beiʃpIL ɪn „bεr“ „mεrçən“, „kLεgLɪç“, „tεgLɪç“ ʊnd „YbəLtεtərɪn Odər YbəLtεtər“; 
Abər aux ɪn „aLmεLɪç“, „gəfεrLɪç“ ʊnd „jεrLɪç“ ʊnd natYrLɪç aux ɪn dEn „krεəndən krεən“. 

ʊnd ʃLIsLɪç gIbt εs

–         dEn aLgEgənvεrtɪgən kʊrtsən ɔfənən,
Abər ʊnʃeinbArən εndə-Odər-mauərbLYmçən-ə-Laut,
dEn zI mɪt dEm bUxʃtAbən „ə“ vIdərgEbən : 
tsʊm beiʃpIL ɪn „bεçər“, „mεLdəLäufərɪn Odər mεLdəLäufər“, „hEbəLgəzεts“ ʊnd „LœfəLOrən“. 

zI maxən zɪç nɔxmALs mɪt eifər daran, vœrtər tsU fɪndən, ɪn dEnən møgLɪçst fILə dIzər Lautə fOrkɔmən.  zI ʃreibən „grεntsgεŋərɪnən ʊnd grεntsgεŋər“, „bεŋkəLzεŋərvεtʃtreit“, „rEgənvεtərmεntəLçən“, „LEbərkεzəzεməL“, „fεrtənLEzərɪnən ʊnd fεrtənLEzər“, „mεsərvεtsərei“. 

vI zI zO ɪn Irə Ybʊŋsvœrtər fεrtIft zɪnd, brɪçt bei einər grʊpə fɔn praksɪstεstərɪnən ʊnd praksɪstεstərn ein grOsər tumʊLt aus ʊnd ɪm nU LOdərt ein brεnəndər vɔrtʃtreit auf, ɪn dEn zɪç aLə einmɪʃən ʊnd bei dEm εs knap nɪçt tsU handgreifLɪçkeitən kɔmt.  „mʏsən vIr ʊns dεn fɔn dIzən abgəLEgənən vɪLdən einheimɪʃən fOrʃreibən Lasən, vI vIr ʊnzərə deutʃə ʃprAxə tsU ʃreibən hAbən ?“, rUft einə aufgəbraxtə praksɪstεstərɪn Odər ein aufgəbraxtər praksɪstεstər mɪt zɪç YbərʃLAgəndər ʃtɪmə aus Irəm Odər zeinəm hOxrOtən kɔpf aus, vεrənd bəzɔnənə praksɪstεstərɪnən ʊnd bəzɔnənə praksɪstεstər fεrzUxən, dIzən ʃreihaLs tsU bərUɪgən.  aus dEm, vas Inən dI zɪtsnaxbArɪnən ʊnd zɪtsnaxbArən dεs ʃreihaLzəs, dI aLə gLeiçtseitɪç rEdən, tsU εrkLεrən fεrzUxən, εrfArən dI bəzɔnənən mɪt grOsər mYə, das dEr ʃreihaLs gerAdə vIdər einmAL mɪt dEn frɔmən mɪsionArɪnən ʊnd frɔmən mɪsionArən mɪt einəm eLεktrOnɪʃən gədaŋkənaustauʃzystEm fεrbɪndʊŋ aufgənɔmən hat.  dabei hat Er fɔn dEn frɔmən mɪsionArɪnən ʊnd frɔmən mɪsionArən fεrnɔmən, das dI vɪLdən einheimɪʃən zɪç ɪn dEr deutʃʃtʊndə veigərn, dEn zats „ein ei ʊnd tsvei eiər zɪnd drei eiər ʊnd drei eiər vEnɪgər drei eiər zɪnd kein ei“ zO tsU ʃreibən. 

dI vɪLdən einheimɪʃən bəhauptən, bei gənauəm hɪnhørən hørən zI aLs Erstən Laut dεs dɔpəLLautəs fɔn „ei“ nɪçt einən egoɪstən-e-Laut, zɔndərn einən ananas-a-Laut.  dEmtsufɔLgə zei das dreidimεnzionALə veisə, ovALə dɪŋ, das vEdər einə kUgəL nɔx ein vʏrfəL ɪst, nɪçt aLs „ei“, zɔndərn aLs „ai“ tsU ʃreibən.  gants ʊnfεrfrOrən ʃreibən dI vɪLdən einheimɪʃən ɪn dEr deutʃʃtʊndə ɪn gLeiçər veizə „ain ai ʊnd tsvai aiər zɪnd drai aiər ʊnd drai aiər vEnɪgər drAi aiər zɪnd kain ai.“  das εntʃprεçə dEm grʊndzats, das jEdər Laut ʃtEts mɪt dEm gLeiçən bUxʃtAbən vIdərgəgEbən vErdə. 

dIzə mεLdʊŋ hat gənYgt, dEn ʃreihaLs ausər rand ʊnd band gərAtən tsU Lasən.  zein LEbən Laŋ hAbə Er „vein“ gətrʊŋkən ʊnd Lasə zɪç dIzən nUn nɪçt fɔn vɪLdfrεmdən einheimɪʃən ɪn „vain“ fεrvandəLn, das vʏrdə Im dEn gantsən gənʊs am vein fεrgεLən.  andərə praksɪstεstərɪnən ʊnd praksɪstεstər ʃreiən tsvAr nɪçt, ʊntərʃtʏtsən Abər dEn ʃreihaLs ʊnd haLtən εs fYr ʊntsUmUtbAr, das abgəLEgənə, vɪLdfrεmdə mεnʃən εs zɪç hεrausnEmən, Inən fOrtsuʃreibən, vI zI Irə deutʃə mʊtərʃprAxə tsU ʃreibən hεtən.  dI ʃreihaLsʊntərʃtʏtsərɪnən ʊnd ʃreihaLsʊntərʃtʏtsər vɔLən zɪç dEn „aiərn“ fεrveigərn. 

„dEn grʊndzats, jEdən Laut ɪmər mɪt einəm ʊnd dEmzεLbən bUxʃtAbən vIdərtsugEbən, hAbən nɪçt dI vɪLdən einheimɪʃən aufgəʃtεLt, zɔndərn vIr praksɪstεstərɪnən ʊnd praksɪstεstər ɪn dIzəm bUxʃtAbənhOxhaus ʊnd vIr hAbən ʊns fOrgənɔmən, dEmεntʃprεçənd tsU ʃreibən.“  zO fεrzUxən dI bəzɔnənən praksɪstεstərɪnən ʊnd bəzɔnənən praksɪstεstər dI ʃreihaLspartei tsU bəzεnftɪgən ʊnd dEr fεrnʊnft antsunεərn.  „bəfOr vIr einən Laut mɪt dEm fYr In fOrgəzEənən bUxʃtAbən vIdərgEbən kœnən, mʏsən vIr tsuErst aufmεrkzAm hεraushørən, ʊm vεLçən Laut εs zɪç Ybərhaupt handəLt.  das kœnən vIr Abər nɪçt einfax dEr ʃpUr nAx tUn, gəvɪsərmAsən mɪt dEm Lɪŋkən Or, fILmEr brauxt εs datsU beidə gəʃpɪtstə Orən ʊnd ein feinəs gəhør.  ɪm brauzəndən fεrkErsLεrm ʊnzərər fɔn dɔnərndən grOsraumfLUgtseugən ɪn aLən rɪçtʊŋən YbərfLOgənən grOsʃtεdtə ʊnd ɪm vʊmərn ʊnd kreiʃən dEr genəratOrən ʊnd ʃneidəmaʃInən ɪn ʊnzərən vεrkhaLən ɪst dI εmpfɪndLɪçkeit dεs gəhørs fɔn ʊns mεnʃən ɪn dEn deutʃʃprAxɪgən Landʃaftən zO zEr gəmɪndərt vɔrdən, das vIr nɪçt mEr gənau hørən, vas vIr zAgən.  ɪm gEgənzats datsU ɪst das gəhør dEr ɪm UrvaLd LEbəndən vɪLdən einheimɪʃən ʊnfεrzErt gəbLIbən ʊnd bəfεɪçt zI εtva, aus dEm kaum hørbArən, gədEntən gəräuʃ, das einə hεranʃLeiçəndə ʃLaŋə ɪm dʏrən Laub ʊnd knakəndən dʃʊŋəLʊntərhɔLts trɔts aLər anʃtrεŋʊŋ, gənau das tsU fεrmeidən, dεnɔx fεrUrzaxt, hεraustsuhørən, ɔb εs zɪç ʊm einə gɪftɪgə Odər ʊm einə ʊngɪftɪgə ʃLaŋə handəLt,

Odər aLein anhand dεs ʊnzɪçtbArən, Abər fεrnEmbArən LʊftvɪrbəLs, dEn zein fLYgəLʃLAg fεrUrzaxt, zAgən tsU kœnən, ɔb gərAdə ein bLauər Odər ein rOtər papagei fOrbeigəfLOgən zei.  zO ɪst εs natYrLɪç kein vʊndər, das dI vɪLdən einheimɪʃən, dI ɪm gεstəhaus am zE gərAdə deutʃ Lεrnən, ɪm ʃtandə zɪnd, feinə ʊntərʃIdə hεraustsuhørən, vO vIr mɪt ʊnzərəm abgəvεtstən gəhør nUr einən Lautbrei hørən, ʊnd zO tsU mεrkən, das ʊnzər dɔpəLLaut, mɪt dEm vIr einə einheit einəs fOgəLgəLEgəs bətseiçnən, nɪçt aus einəm egoɪstən-e-Laut ʊnd einəm idEən-i-Laut, zɔndərn aus einəm ananas-a-Laut ʊnd einəm idEən-i-Laut bəʃtEt ʊnd dEmtsufɔLgə aLs ‚ai’ tsU ʃreibən ɪst.  ʊnd ʃLIsLɪç ɪst das vɔrt ‚ei’ fYr ein ‚ei’ nɪçt einə ʃœpfʊŋ dEr vɪLdən einheimɪʃən zεLbər, zɔndərn ein deutʃəs vɔrt, das Erst fOr kʊrtsəm deutʃʃprAxɪgə frɔmə mɪsionArɪnən ʊnd frɔmə mɪsionArə dEn vɪLdən einheimɪʃən beigəbraxt hAbən.  dI vɪLdən einheimɪʃən høren nUr gənauər aLs vIr, vas vIr zAgən, vohɪngEgən vIr nUr meinən, tsU hørən, vas vIr zAgən. 

das dI vɪLdən einheimɪʃən nUn ausgərεçnət beim vɔrt ‚ei’ zO gants gənau hɪngəhørt hAbən, vI εs tønt ʊnd aus vεLçən eintsəLnən Lautən εs tsuzamengəzεtst ɪst, hat damɪt tsU tUn, das εs ɪn Irər einheimɪʃənʃprAxə ein vɔrt fYr ‚ei’ nɪçt gIbt.  zI hAbən jEveiLs nUr ein vɔrt fYr ein ei einəs gants bəʃtɪmtən fOgəLs, εtva fYr ein ‚AdLərei’, fYr ein ‚kOLibriei’, fYr ein ‚kɔndOrei’, fYr ein ‚papageiənei’, fYr ein ‚geiərei’, fYr ein ‚reihərei’ Odər fYr ein ‚tUkanei’.  ein aLgəmeinəs vɔrt fYr ‚ei an zɪç’ kεnən ʊnd brauxən zI nɪçt, dA das ‚ei an zɪç’ ɪn dEr vɪrkLɪçkeit nɪçt fOrkɔmt.  darʊm kœnən zI zɪç hɪntər dEm fɔn dEn frɔmən mɪsionArɪnən ʊnd frɔmən mɪsionArən fOrgəʃprɔxənən vɔrt ‚ei’ nɪçts fOrʃtεLən, hørən nUr dI beidən Lautə, tUn dIs Abər ʊm zO gənauər ʊnd aufmεrkzAmər bɪs zI hεraushørən, das das deutʃə ‚ei’ aus einəm ananas-a-Laut ʊnd einəm idEən-i-Laut bəʃtEt. 

ɪm Ybrɪgən kɔmt εs aux ɪn andərən bəreiçən fOr, das vɪLdə einheimɪʃə aus εksOtɪʃən vεLtgEgəndən ʊnzərə deutʃʃprAxɪgən einheimɪʃən Ybərtrεfən.  ɪn nɪçt vEnɪgən fUsbaLmanʃaftən ʃpILən εksOtɪʃə einheimɪʃə baLd einmAL veitaus bεsər aLs hIzɪgə einheimɪʃə ʊnd nɪçt zεLtən gəLɪŋt εs vεrənd einəs fUsbaLʃpILəs einəm εksOtɪʃən ʃpILər aLein dEn fUsbaL œftərs ɪn das gEgnərɪʃə tOr gəLaŋən tsU Lasen aLs aLən hIzɪgən einheimɪʃən tsuzamən.“ 

mɪt tsveifəLndən bLɪkən ʊnd mɪstrauɪʃən Orən hørt dI ʃreihaLspartei dIzən ausfYrʊŋən dEr bəzɔnənən praksɪstεstərɪnən ʊnd bəzɔnənən praksɪstεstər krItɪʃ tsU.  „dA vɔLən vIr Abər dɔx einmAL dI neunərprObə maxən“, ʃreit nUn dEr ʃreihaLs εtvas vEnɪgər Laut, „ʊnd gənau hɪnhørən, vI εs tønt, vεn vIr ʊnzər ‚ei’ mɪt einəm epsiLon-e-Laut ʊnd einəm idEən-i-Laut ausʃprεçən.“  ʊnd neunərprObəveizə Lεst Er Laut fεrLautən :  „e-i, e-i, e-i.“  –  „das tønt nUn Abər dɔx nɪçt vI drei Eiər, zɔndərn Eər vI einə Odər einər, dI Odər dEr ɪm vasər am εrtrɪŋkən ɪst ʊnd ʊm hɪLfə rUft“, gIbt einə Odər einər aus dEr ʃreihaLspartei tsU ʊnd fεrt zεLbər mɪt dEr neunərprObə veitər :  „e-in e-i ʊnd tsve-i e-iər zɪnd dre-i e-iər ʊnd dre-i e-iər vEnɪgər dre-i e-iər zɪnd ke-in e-i.“  gants fεrdʊtst hat zI Odər Er zɪç zεLbər ʊnd aLə ʊmʃtEəndən Ir Odər Im tsUgəhørt.  aLə ʃauən einandər ʃprAxLOs an.  „zO tønt εs, vεn vIr ʃprεçən, vI vIr ʃreibən !“, bəεndət einə bəzɔnənə praksɪstεstərɪn Odər ein bəzɔnənər praksɪstεstər dI ʊngLäubɪgə ʃtɪLə.  „dabei hAbən vIr ʊns dɔx fOrgənɔmən, tsU ʃreibən, vI vIr ʃprεçən.  vεn vIr darʊm ɪn einəm dɔpəLLaut einən ananas-a-Laut ʊnd einən idEən-i-Laut ʃprεçən, dan zɔLən vIr das aux mɪt dEm bUxʃtAbən ‚a’ ʊnd dEm bUxʃtAbən ‚i’ vIdərgEbən.“  das zEən nUn aux dEr ʃreihaLs ʊnd zeinə ʊntərʃtʏtsərɪnən ʊnd ʊntərʃtʏtsər ein. 

dI praksɪstεstərɪnən ʊnd praksɪstεstər ʃreibən darʊm fɔn nUn an „ai“ ʊnd zɪŋən tsuzamən :  „ain ai ʊnd tsvai aiər zɪnd drai aiər ʊnd drai aiər vEnɪgər drai aiər zɪnd kain ai.“ 

zO zEr das gantsə dEm deutʃʃprAxɪgən ʃraihaLs ainLeuçtət, zO zEr vʊrmt εs In dɔx, das εs abgəLEgənə, vɪLdə ainhaimɪʃə zɪnd, dI hεrausgəhørt hAbən, vI Er ʃprɪçt, vεrənd Er aLs deutʃʃprAxɪgər dIs bɪshEr zεlbər nɪçt bəaxtət hat.  das εrgərt In zEr. 

mɪt neuəm aifər maxən zɪç dI praksɪstεstərɪnən ʊnd praksɪstεstər daran, das gəLεrntə ɪn Ybʊŋsvœrtərn ʊnd Ybʊŋszεtsən antsuvεndən, ʊnd ʃraibən :  „fʏnfʊnddraisɪç“, „ʃraibvaizə“, „ainhaimɪʃə LEbənsvaizə“, „handgraifLɪçkait“, „ʃraihaLs“, „gLaiçtsaitɪçkait“, „vaitərraizə“, „gaigənkastən“, „kainə tsait“, „pfaiLbOgən“.  –  „ʃLAfvandLərɪnən und ʃLAfvandLər vandəLn heutə ɪn dEr ʃLAfvandəLhaLə und träumən fɔn dEr ʃLAfvandəLhaLənmaisterʃaft.“  –  „Adelheidi ʊnd Meinrad hairAtən gLaiçtsaitɪç, Abər nɪçt ainandər, zɔndərn zI Heinrich ʊnd Er Heike.  vʏrdə zI Udo ʊnd Er Frauke hairAtən, ʃtʏndə εs nɪçt hIr.“  –  „zO zIt jεtst ʃaisə aus !“ 

bai Irən Ybʊŋən εrɪnərn zɪç dI praksɪstεstərɪnən ʊnd praksɪstεstər, das dI vɪLdən ainhaimɪʃən das ai an zɪç nɪçt kεnən, zɔndərn jEvaiLs nUr das ai ainəs gants bəʃtɪmtən fOgəLs, aLzo das AdLərai, das kOLibriai, das kɔndOrai, das papagaiənai, das gaiərai, das raihərai Odər das tUkanai.  ainən kʊrtsən augənbLɪk vʊndərn zI zɪç, das das „kɔndOrai“ vI aLə aiər zεçLɪç, dI „kɔnditorai“ hɪngEgən frauLɪç ɪst, bɪs zI Irən ɪrtʊm εrkεnən ʊnd kʊrts darYbər bəLʊstɪçt zɪnd, das zI darauf hεraingəfaLən zɪnd.  mEr tsU dεŋkən gIbt Inən aLərdɪŋs, das zI zɪç abgəzEən fɔm Erstən Laut dEn „gaiər“ gənau gLaiç ausʃprεçən hørən vI dEn „raihər“.  das „-aiər“ dεs „gaiərs“ dauərt ʊm nɪçts Lεŋər aLs das „-aihər“ dεs „raihərs“.  dEn bUxʃtAbən „h“ aLs Lεŋətsaiçən haLtən zI darʊm fYr YbərfLʏsɪç ʊnd fεrtsɪçtən ɪn tsUkʊnft darauf, In tsU ʃraibən, vεn Er nɪçt ausgəʃprɔxən vɪrd, vI das εtva ɪn „fraihait“ dEr faL ɪst.  tsʊm ʃLʊs ʃraibən zI YbʊŋshaLbər nɔxmALs dI fεrʃIdənən fOgəLaiər auf, dIsmAL ʃøn ɪn aLfabEtɪʃər raiənfɔLgə :  das AdLərai, das gaiərai, das kOLibriai, das kɔndOrai, das papagaiənai, das raiərai ʊnd das tUkanai. 

aLs εs an dEr tsait ɪst, ʃtaigən dI praksɪstεstərɪnən ʊnd praksɪstεstər

/Sprix-1-47/

9. Oktober 2022 / RT

 

am Dienstag, dEm 8. November 2022 auf dEr vεndəLtrεpə hɪnauf ɪn

das zεksʊnddraisɪçstə ʃtɔkvεrk,
vO ainər dI Orən
ʃOn gəʃpɪtst hat

heutə träumə,
mɔrgən ʃäumə

hɔytə trɔymə,
mɔrgən ʃɔymə

 

hIr ʃtεLən zI fεst, das dEr deutʃʃprAxigə ʃraihaLs, dEr zɪç ɪm fʏnfʊnddraisɪçstən ʃtɔkvεrk zO zEr Ybər dI ʃpɪtsfɪndɪgən Orən dEr ainhaimɪʃən gəεrgərt hat, zɪç ʃOn ain pAr tAgə fOr Inən ain ʃtɔkvεrk nAx Obən bəgEbən hAbən mʊs.  jEdənfaLs ɪst Er ɪm zεksʊnddraisɪçstən ʃtɔkvεrk ʃOn aingərɪçtət.  bai Irəm aintrεfən kɔmt Er Inən εntgEgən ʊnd bərɪçtət gants aufgərEgt, Er hεtə zɪç dEn ʃrɪftLɪçən gədaŋkənaustauʃ, dEr ɪm fʏnfʊnddraisɪçstən ʃtɔkvεrk mɪt dEn frɔmən mɪsionArɪnən ʊnd frɔmən mɪsionArən Ybər das fainə gəhør dEr ainhaimɪʃən ɪm UrvaLd gəfYrt vɔrdən zai, nɔxmALs angəzEən ʊnd gants gənau hɪngəhørt, vI dI gəʃrIbənən vœrtər tønən, vεn zI zO ausgəʃprɔxən vErdən, vI zI gəʃrIbən vErdən, ʊnd vI zI ausgəʃprɔxən vErdən, vεn zI deutʃ ausgəʃprɔxən vErdən. 

vErdə tsʊm baiʃpIL ɪm vɔrt „bäumə“ dEr dɔpəLLaut
mɪt ainəm kʊrtsən ɔfənən pεç-Odər-ʊngLʏks-ε-Laut ʊnd
mɪt ainəm u-Laut vI ɪn „dupLikAt“, aLzo „bε-umə“ ausgəʃprɔxən,
dan tønə das gAr nɪçt deutʃ
vErdə dAs vɔrt „bäumə“ hɪngEgən deutʃ ausgəʃprɔxən, dan hørə man tsuεrst
ainən kʊrtsən pɔst-ɔ-Laut ʊnd dan ainən kʊrtsən byrO-y-Laut. 
nAx dEm grʊndzats, das jEdər Laut ɪmər mɪt ainəm ʊnd dEmzεLbən bUxʃtAbən vIdərtsugEbən zai,
zai aLzo nɪçt „bäumə“, zɔndərn „bɔymə“ tsU ʃraibən. 

ɪn gLaiçər vaizə Lasən zɪç dI kOLibris nɪçt „auf dEn äusərstən paLmvEdəLn“ nIdər, zɔndərn „auf dEn ɔysərstən paLmvEdəLn“;  dI mεLdəLäufərʃaft ʃraibə zɪç nɪçt „mεLdəLäufərʃaft“, zɔndərn „mεLdəLɔyfərʃaft“;  ainə hεranʃLaiçəndə ʃLaŋə maxə kain „gədEntəs gəräuʃ“, zɔndərn ain „gədEntəs gərɔyʃ“;  dI ʃtɪLə zai nɪçt „ʊngLäubɪç“ gəvEzən, zɔndərn „ʊngLɔybɪç“. 

nɔx εtvas ausər Atəm fɔm vεndəLtrεpənʃtaigən hørən dI praksɪstεstərɪnən ʊnd praksɪstεstər dEn hεrausʃprUdəLndən εrkLεrʊŋən ʊnd baiʃpILən dεs EəmALɪgən ʃraihaLsəs tsU, zεtsən zɪç dan hɪn ʊnd hørən gUt tsU, vεn zI ainandər ain pAr tεstäusərʊŋən fOrʃprεçən :  „häufɪç hørən ʊngLäubɪgə ʊngLäubɪç tsU, vεn zɪç rεçtgLäubɪgə gEgənLäufɪç äusərn.“  –  „dI käufərɪn ʊnd dEr käufər zäubərn das haus fain zäubərLɪç fɔn mäuzən ʊnd Läuzən.“  –  „dI bεntsIntsapfzäuLə ɪst fɔn dEr dIzəLtsapfzäuLə räumLɪç nɪçt vait εntfεrnt;  ɪnhaLtLɪç ʃOn.“  –  „das bLäuLɪçə vεtərhäusçən ɪst ainə kaLtʃnäutsɪgə εnttäuʃʊŋ.“  –  „ɪm jubiLεʊmsUrLaub fεrzäumən vIr εs nɪçt, fɔm nεçstən tsU träumən.“  –  „aLəs ɪst fOrLäufɪç.“ 

tAtzεçLɪç hAbən dI praksɪstεstərɪnən ʊnd praksɪstεstər ɪn aL dIzən dɔpəLLautən ainən kʊrtsən pɔst-ɔ-Laut ʊnd dan ainən kʊrtsən byrO-y-Laut fεrnɔmən.  gətreuLɪç Irəm grʊndzats ʃraibən zI darʊm dI tεstäusərʊŋən vI fɔLgt nIdər :  „hɔyfɪç hørən ʊngLɔybɪgə ʊngLɔybɪç tsU, vεn zɪç rεçtgLɔybɪgə gEgənLɔyfɪç ɔysərn.“  –  „dI kɔyfərɪn ʊnd dEr kɔyfər zɔybərn das haus fain zɔybərLɪç fɔn mɔyzən ʊnd Lɔyzən.“  –  „dI bεntsIntsapfzɔyLə ɪst fɔn dEr dIzəLtsapfzɔyLə rɔymLɪç nɪçt vait εntfεrnt;  ɪnhaLtLɪç ʃOn.“  –  „das bLɔyLɪçə vεtərhɔysçən ɪst ainə kaLtʃnɔytsɪgə εnttɔyʃʊŋ.“  –  „ɪm jubiLεʊmsUrLaub fεrzɔymən vIr εs nɪçt, fɔm nεçstən tsU trɔymən.“  –  „aLəs ɪst fOrLɔyfɪç.“ 

dI praksɪstεstərɪnən ʊnd praksɪstεstər bəgLʏkvʏnʃən dEn EəmALɪgən ʃraihaLs tsU dIzər akʊstɪʃən ʊnd ɔptɪʃən bəObaxtʊŋ ʊnd vɔLən zɪç daran maxən, zɪç ɪn vaitərən Ybʊŋszεtsən daran tsU gəvønən.  „das ɪst Abər nɔx nɪçt aLəs !“, fεrt nUn dEr ɔb dEn gLʏkvʏnʃən zɪçtLɪç ərfreutə EəmALɪgə ʃraihaLs fɔrt.  „ainən kʊrtsən pɔst-ɔ-Laut ʊnd dan ainən kʊrtsən byrO-y-Laut hørən vIr nɪçt nUr ɪn vœrtərn vI ‚bɔymən’ ʊnd ‚ʃtrɔyçərn’, ‚trɔymən’ ʊnd ‚ʃɔymən’, zɔndərn aux dan, vεn vIr zAgən, das heutə neuə Leutə kɔmən.  tsvAr vɪrd dEr dɔpəLLaut ‚eu’ bɪshEr mɪt dEm bUxʃtAbən ‚e’ ʊnd dEm bUxʃtAbən ‚u’ gəʃrIbən, ʃprεçən tUn vIr Abər aux hIr ainən kʊrtsən pɔst-ɔ-Laut ʊnd dan ainən kʊrtsən byrO-y-Laut, vIr zAgən aLzo nɪçt, das heutə neuə Leutə kɔmən, zɔndərn das hɔytə nɔyə Lɔytə kɔmən.“  jεtst fεrʃLεgt εs dEn praksɪstεstərɪnən ʊnd praksɪstεstərn fast dEn Atəm.  „jA, ɪst dεn das nɔx deutʃ ?“, frAgt ainə Odər ainər gants bənɔmən.  „jA, das ɪst dɔytʃ !“, fεrzUxt dEr EəmALɪgə ʃraihaLs dI bənɔmənə Odər dEn bənɔmənən gants rUɪç tsU bərUɪgən.  „das ɪst dɔytʃ,  –  dɔytʃ ʊnd dɔytLɪç !“ 

„das ɪst gənUg !“, fɪndən jεtst dI praksɪstεstərɪnən ʊnd praksɪstεstər ʊnd fεrzUxən, zɪç mɪt dEr nɔyən dɔytʃən ʃprεçʃraibʊŋ tsU bəfrɔyndən ʊnd fεrfasən zεtsə, ɪn dEnən brɔyte ʊnd brɔytɪgamə ʊnd nɔyə vainə ɪn nɔyən ʃLɔyçən fOrkɔmən, Abər aux :  „auf dEr zɔyLə ʃtEt Herkules mɪt zainər kɔyLə.“  –  „hɔyLən ɔyLən ?“  –  „ɔyLən ʃauən kautsɪç drain ʊnd Lasən zɪç mɪt dEm hɔyLən tsait.“  –  „baim trɔymən ʊntər bɔymən ɪst gUt zɔymən.“  –  „vaitLɔyfɪgə εrLɔytərʊŋən Ybərtsɔygən kɔymLɪç.“  –  „ɪst dɔytʃ ain Abəntɔyər ?“  –  „ʃLAfvandLərɪnən und ʃLAfvandLər vandəLn hɔytə ɪn dEr ʃLAfvandəLhaLə und trɔymən fɔn dEr ʃLAfvandəLhaLənmaisterʃaft.“  –  „mɪt frɔyndLɪçən grYsən.“ 

aLs zI gənUg gəYbt hAbən, fεrLasən dI praksɪstεstərɪnən ʊnd praksɪstεstər das zεksʊnddraisɪçstə ʃtɔkvεrk ʊnd ʃtaigən

/Sprix-1-48/

8. November 2022 / RT

 

am Donnerstag, dEm 8. Dezember 2022 auf dEr vεndəLtrεpə hɪnauf ɪn

das zIbənʊnddraisɪçstə ʃtɔkvεrk,
voh
ɪn zI ɪn hʊndərt jArən vIdər kɔmən

hɔytə

1. Januar 2030

 

ain ʊngəhObəLtər brεtərfərʃLAg fεrʃpεrt dEn aufʃtaigəndən praksɪstεstərɪnən ʊnd praksɪstεstərn dEn aintrɪt tsʊm zIbənʊnddraisɪçstən ʃtɔkvεrk.  mɪt mYə œfnən zI dI darɪn aingəLasənə bəhεLfsmεsɪgə hɔLtstYr, ʃIbən damɪt gLaiçtsaitɪç tsvai ainandər YbərLapəndə dʊrçzɪçtɪgə pLastɪkfOLiən ausainandər ʊnd vErdən dErArt fɔn dEr zɔnə gəbLεndət, das zI ʊnvɪLkYrLɪç kʊrts dI augən ʃLIsən.  tsøgərnd œfnən zI zI vIdər, gəvønən zɪç LaŋzAm an das hεLə Lɪçt ʊnd zEən zɪç ʊngLɔybɪç ʊntər fraiəm hɪməL ʃtEən.  vO zI das zIbənʊnddraisɪçstə ʃtɔkvεrk εrvartət hAbən, bəfɪndən zI zɪç jεtst auf ainər bauʃtεLə, ʊmgEbən fɔn gərʏstʃtaŋən, aufgəʃtApəLtən tsemεntzεkən, bəraitgəʃtεLtəm baumateriAL, ainər vεrkbaŋk, ʊnd vErdən gəvAr, das zI ʊmhErʃtEənd εmzɪç hɪn ʊnd hEr aiLəndən bauarbaitərɪnən ʊnd bauarbaitərn ɪm vEgə ʃtEən, dI dI hεndə fεrvεrfən ʊnd zI mɪt Lautən rUfən fOr ainəm fεrtɪgeLemεnt varnən, das am baukrAn hεŋənd knap Ybər Irən kœpfən hEranʃvEbt.  ɪm Lεtstən momεnt vErdən zI dεsən gəvAr, dʊkən zɪç ʊnvɪLkYrLɪç ʊnd kɔmən mɪt dEm ʃrεkən dafɔn.  ainə ʃvartsbəhεLmtə pεrzOn εrʃaint, ʃtεLt zɪç Inən aLs fεrantvɔrtLɪçə arçitεktɪn Odər aLs fεrantvɔrtLɪçən arçitεktən dIzər bauʃtεLə fOr, fεrʃɔyçt zI dʊrç dI YbərLapəndən dʊrçzɪçtɪgən pLastɪkfOLiən ʊnd dI bəhεLfsmεsɪgə hɔLtstYr tsurʏk auf dI vεndəLtrεpə ʊnd brɪŋt dI gants fεrʃtørtən praksɪstεstərɪnən ʊnd praksɪstεstər datsU, abvεrts bLɪkənd auf dEn vεndəLtrεpənʃtUfən pLats tsU nEmən. 

dI arçitεktɪn Odər dEr arçitεkt ʃtεLt zɪç fOr zI ʊnd ʊntər zI hɪn ʊnd fεrzUxt, Inən kLAr tsU maxən, das Ir praksɪstεst ain fOrLɔyfɪgəs εndə gəfʊndən hAbə.  vI jEdə andərə ʃprAxə dEr mεnʃən vandLə zɪç aux dI dɔytʃə ʃprAxə andauərnd.  dI praksɪstεstərɪnən ʊnd praksɪstεstər hεtən jA ɪn dEn ʊntərən ʃtɔkvεrkən fɔn dEr Erstən LautfεrʃIbʊŋ ʊnd fɔn dEr tsvaitən LautfεrʃIbʊŋ gəhørt.  zI mʏstən Abər jA nɪçt mainən, damit zai dI vandLʊŋ dEr dɔytʃən ʃprAxə ain fYr aLə mAL ʊnd bɪs ɪn aLə Evɪçkait abgəʃLɔsən.  vI ain gLεtʃər bəvEgə zɪç dI ʃprAxə  –  tsvAr ʊnmεrkLɪç  –  vaitərhɪn.  ʊnd dI drɪtə LautfεrʃIbʊŋ zai vOL ʃOn ɪm gaŋə.  zI hεtən jA tsʊm baiʃpIL zεLbər gəzEən, das zI bɪs tsʊm zIbtsEntən ʃtɔkvεrk „zɔnɪg“ mɪt ainəm gʊrgəL-g-Laut am εndə gəʃrIbən hεtən.  aLzo mʏsə dIzə εndʊŋ vOL ainst ɪn dEr fOrfεrgaŋənhait aux mɪt ainəm gʊrgəL-g-Laut am εndə ausgəʃprɔxən vɔrdən zain, dEr zɪç dan Abər ɪn dEr fεrgaŋənhait ɪn dEr gəʃprɔxənən ʃprAxə tsU ainəm ɪç-Laut, „zɔnɪç“ gəvandəLt hAbə, vεrənd ɪn dEr gəʃrIbənən ʃprAxə dEr bUxʃtAbə „g“ fεrhart hAbə,  –  bɪs dI praksɪstεstərɪnən ʊnd dI praksɪstεstər In ɪm zIbtsEntən ʃtɔkvεrk dʊrç dEn bUxʃtAbən „ç“ εrzεtst ʊnd zO ɪn dEr gEgənvart dI ʃraibʊŋ an dI vɪrkLɪçkait dEr gəʃprɔxənən ʃprAxə angəpast hεtən.  dI anpasʊŋ dEr gəʃrIbənən ʃprAxə an dI fεrεndərʊŋən dEr gəʃprɔxənən ʃprAxə hɪŋkə ɪmər hɪntərhEr.  vI zI zεən, kɔmə das nUn aux darɪn tsʊm ausdrʊk, das dEr bau dεs bUxʃtAbənhOxhauzəs, ɪn dEm dIzə anpasʊŋ gətεstət ʊnd gəYbt ʊnd aingəYbt vErdə, Erst bɪs tsʊm zεksʊnddraisɪçstən ʃtɔkvεrk gəLaŋt zai.  zO vI zɪç dI gəʃprɔxənə ʃprAxə Abər vaitərhɪn εndərn vErdə, zO vErdə aux dEr bau dεs bUxʃtAbənhOxhauzəs vaitərgEən,  –  ainfax mɪt ainəm tsaitLɪçən abʃtand. 

dI praksɪstεstərɪnən ʊnd dI praksɪstεstər hεtən, fYrt dI arçitεktɪn Odər dEr arçitεkt vaitər aus, tsUr frɔydə ʊnd εrLaiçtərʊŋ fɔn frεmdʃprAxɪgən Lɔytən, dI dI dɔytʃə ʃprAxə Lεrnən vɔLən, ʊnd fɔn dɔytʃʃprAxɪgən kɪndərn, dI LEzən ʊnd ʃraibən Lεrnən, auf zεksʊnddraisɪç ʃtɔkvεrkən dI bɪshErɪgə rεçtʃraibʊŋ dEr dɔytʃən ʃprAxə nAx ʊnd nAx bəhUtzAm ɪn ainə modεrnə ʃprεçʃraibʊŋ fεrvandəLt.  vεrənd ainə fεrεndərʊŋ fɔn ainəm ʃtɔkvεrk tsʊm nεçsthøərən fYr dI praksɪstεstərɪnən ʊnd praksɪstεstər kaum mεrkLɪç zai, zai fYr ausənʃtEəndə dɔytʃʃprAxɪgə pεrzOnən, dI am praksɪstεst nɪçt taiLnεmən, dI fεrvandLʊŋ dEr hErkœmLɪçən ʃraibʊŋ dEr dɔytʃən ʃprAxə fɔm scriptorium ɪm Erdgəʃɔs ʊntən tsUr nɔyən ʃprεçʃraibʊŋ, vI zI nUn ɪm zεksʊnddraisɪçstən ʃtɔkvεrk Obən auszIt, zEr bətrεçtLɪç ʊnd ainʃnaidənd.  mEr fεrvandLʊŋ zai dIzən Lɔytən  –  vEnɪçstəns fOrLɔyfɪç  –  nɪçt tsutsumUtən.  fYr dIzə Lɔytə zai εs darʊm ainə εrhOLʊŋ ʊnd εrLaiçtərʊŋ, das dEr praksɪstεst jεtst dEm gəbOt dεs orAkəLs fɔn Delphi „aLəs mɪt mAs“ nAxLEbə ʊnd ainə pauzə maxə ʊnd dI gəʃrIbənə ʃprAxə fOrErst fεrtɪç gəvandəLt zai.

εs gεbə jA nɔx ainɪgəs tsU tUn, LEgt dI arçitεktɪn Odər dEr arçitεkt dEn ɪmər nɔx εtvas fεrʃtørt ʊnd ʃpirALfœrmɪç auf dEn vεndəLtrεpənʃtUfən zɪtsəndən praksɪstεstərɪnən ʊnd praksɪstεstərn dAr.  εs gεbə nɔx fILə fεLə, ɪn dEnən vIr dɔytʃʃprAxɪgə mεnʃən zO ʃprεçən ʊnd andərs ʃraibən. 

–         zO vʏrdən vIr tsʊm baiʃpIL am εndə dεs vɔrtəs „UrLaub“ ainən hartən pɔpkɔrn-p-Laut ausʃprεçən, bai dEr nIdərʃrɪft Abər das vɔrt „UrLaub“ ʊnd fILə andərə vœrtər EbənzO mɪt dEm bUxʃtAbən „b“ (fYr ainən vaiçən Barbara-b-Laut) bəεndən;  εtva ɪn „ab“ ʊnd „hIb“ ʊnd „ɔb“.  ʊntər gəvɪsən ʊmʃtεndən vʏrdən vIr aux ɪm ɪnərən ainəs vɔrtəs dEn bUxʃtAbən „b“ ʃraibən, ɪn dEr gəʃprɔxənən ʃprAxə Abər ainən hartən pɔpkɔrn-p-Laut ausʃprεçən, εtva ɪn „zʊbstantIf,“. „ɔbvOL“, „zεLbst“ ʊnd „YbLɪç“. 

–         ɪn gLaiçər vaizə vʏrdən vIr tsʊm baiʃpIL am εndə dεs vɔrtəs „mʊnd“ ainən hartən detonatsiOns-t-Laut ausʃprεçən, bai dEr nIdərʃrɪft Abər das vɔrt „mʊnd“ ʊnd fILə andərə vœrtər EbənzO mɪt dEm bUxʃtAbən „d“ (fYr ainən vaiçən Dädalus-d-Laut) bəεndən;  εtva ɪn „hand“ ʊnd „grʊnd“ ʊnd „ʊnd“ ʊnd „vand“.  ʊntər gəvɪsən ʊmʃtεndən vʏrdən vIr aux ɪm ɪnərən ainəs vɔrtəs dEn bUxʃtAbən „d“ ʃraibən, ɪn dEr gəʃprɔxənən ʃprAxə Abər ainən hartən detonatsiOns-t-Laut ausʃprεçən, εtva ɪn „frɔyndLɪç“ ʊnd „fɔLεnds“. 

–         drɪtəns vʏrdən vIr tsʊm baiʃpIL am εndə dεs vɔrtəs „ʃLAg“ ainən hartən knaLkœrpər-k-Laut ausʃprεçən, bai dEr nIdərʃrɪft Abər das vɔrt „ʃLAg“ ʊnd fILə andərə vœrtər EbənzO mɪt dEm bUxʃtAbən „g“ (fYr ainən vaiçən Gilgamesch-g-Laut) bəεndən;  εtva ɪn „gənUg“ ʊnd „krUg“ ʊnd „mAg“.  ʊntər gəvɪsən ʊmʃtεndən vʏrdən vIr aux ɪm ɪnərən ainəs vɔrtəs dEn bUxʃtAbən „g“ ʃraibən, ɪn dEr gəʃprɔxənən ʃprAxə Abər ainən hartən knaLkœrpər-k-Laut ausʃprεçən, εtva ɪn „dʊrçvEgs“ ʊnd „LEdɪgLɪç“. 

„εs ɪst Inən zɪçər aufgəfaLən“, fYgt dI arçitεktɪn Odər dEr arçitεkt hɪntsU, „das zɪç hIr vIdər dI drai Lautə dEr rasəLbandə bəmεrkbAr maxən, fɔn dEr zI ʊntən ɪm fʏnftsEntən ʃtɔkvεrk ʃOn gəhørt hAbən ʊnd dI zI dɔrt ɪn ‚pLatskɔmando’ ʊmgətauft habən.“  εs gεbə Abər nɔx vaitərə ʊntərʃIdə tsvɪʃən dEr gəʃprɔxənən ʊnd dEr gəʃrIbənən ʃprAxə.  

–         zO vʏrdən vIr „ʃtat“ mɪt ainəm detonatsiOns-t-Laut am εndə ausʃprεçən, Abər „ʃtadt“ mɪt tsvai bUxʃtAbən am εndə ʃraibən :  mɪt dEm bUxʃtAbən „d“ fYr dEn vaiçən Dädalus-d-Laut ʊnd mɪt dEm bUxʃtAbən „t“ fYr dEn hartən detonatsiOns-t-Laut, ɔbvOL vIr dEn bUxʃtAbən „d“ gAr nɪçt ausʃprεçən.  das gLaiçə zai dEr faL ɪn vœrtərn vI „bərEdt“, „gəzandt“ ʊnd „gəvandt“. 

„vohEr vɪsən zI, vas vIr ɪm fʏnftsEntən ʃtɔkvεrk ʊntən bəhandəLt hAbən ?“, frAgt ainə nɔygIrɪgə praksɪstεstərɪn Odər ain nɔygIrɪgər praksɪstεstər dI arçitεktɪn Odər dEn arçitεktən fOrvɪtsɪç.  –  „Ir zaid jA nɪçt dI Erstə grʊpə fɔn praksɪstεstərɪnən ʊnd praksɪstεstərn, dI dI fεrvandLʊŋ dEr rεçtʃraibʊŋ ɪn dI ʃprεçʃraibʊŋ dʊrç aLə 36 ʃtɔkvεrkə hɪnaufʃtaigənd gəYbt hAbən ʊnd auf mainər bauʃtεLə angəLaŋt zɪnd.  ʃOn ainɪgə ɔyərər fOrgεŋərɪnən ʊnd fOrgεŋər hAbən mIr fɔn Irən εrLEbnɪsən mɪt dEr fεrvandLʊŋ dEr ‚Verwandlung’ ɪn dI ‚FεrvandLʊŋ’ bərɪçtət.“  dI arçitεktɪn Odər dEr arçitεkt fεrt dan fɔrt ʊnd fYrt aus, vas vaitər nɔx antsupasən vεrə. 

–         gətrɔyLɪç dEm grʊndzats, jEdən Laut mɪt ainəm bUxʃtAbən vIdərtsugEbən, gEbən vIr dEn drai mAL ausgəʃprɔxənən rɔLəndən ratər-r-Laut ɪn „rɔLmɔps“ ʊnd „rigorOs“ drai mAL mɪt dEm bUxʃtAbən „r“ vIdər. 

ʊntər gəvɪsən ʊmʃtεndən jedɔx, εtva am εndə ainəs vɔrtəs, haLtən vIr ʊns nɪçt an dIzən grʊndzats.  vIr ʃraibən tsvAr „dIzər“ ʊnd „jEnər“, „nUr vasər tsUr kUr“ ʊnd „ʊntər“ ʊnd „Obər“ ʊnd „mεsər“, ɔbvOL vIr ɪn zɔLçən vœrtərn dEn Lεtstən Laut nɪçt aLs rɔLəndən ratər-r-Laut ausʃprεçən, zɔndərn aLs ʊngərɔLtən Laut, dEr fast vI ain ananas-a-Laut tønt ʊnd ɪn dEr ɪntərnatsionALən Lautʃrɪft mɪt ainəm auf dEm kɔpf ʃtEəndən bUxʃtAbən „a“ vIdərgəgEbən vɪrd.  vIr ʃprεçən aLzo „dIzɐ“ ʊnd „jEnɐ“, „nUɐ vasɐ tsUɐ kUɐ“ ʊnd „ʊntɐ“ ʊnd „Obɐ“ ʊnd „mεsɐ“.

–         vO ain „mεsər“ ɪst, zɪnd „Lœfəl“ ʊnd „gAbəL“ nɪçt vait.  ɪn dIzən baidən ʊnd ɪn andərən vœrtərn auf „-əL“ vI „hEbəL“ Odər „hɪməL“ ʃraibən vIr tsvAr dEn ʊnʃainbArən εndə-Odər-mauərbLYmçən-ə-Laut, ʃprεçən In Abər nɪçt aus, fεrʃLʊkən In fILmEr, vas jA bai „LœfəL“ ʊnd „gAbəL“ nAə LIgt.  fεrʃLʊkən tUn vr dEn ʊnʃainbArən εndə-Odər-mauərbLYmçən-ə-Laut Abər aux ɪn εndʊŋən auf „-ən“, ʃraibən Abər gLaiçvOL „vEgən rEgən“;  ʊnd ɪn εndʊŋən auf „-əm“, ʃraibən Abər gLaiçvOL „vEgən dIzəm rEgən“. 

das zaiən nUr ainɪgə baiʃpILə, ɪn dEnən dEr grʊndzats, jEdən Laut mɪt ainəm bUxʃtAbən vIdərtsugEbən, nɔx nɪçt fεrvɪrkLɪçt ɪst ʊnd dI gəʃprɔxənə ʃprAxə mɪt dEr gəʃrIbənən ʃprAxə nɪçt Ybərainʃtɪmt. 

„van zɪnd dεn dI Obərən ʃtɔkvεrkə bətsugsbərait, das vIr dIzə ʊnʃtɪmɪçkaitən baLd bəhEbən kœnən ?“, frAgt dI Odər dEr fOrvɪtsɪgə gants aufgərEgt ʊnd ʊngədʊLdɪç.  –  „das vɪrd frYəstəns ɪn εtva hʊndərt jArən dEr faL zain“, antvɔrtət dI arçitεktɪn Odər dEr arçitεkt gəLasən.  „das ɪst aux kain ʊngLʏk.  εs zɪnd Lεŋst nɪçt aLə dɔytʃ ʃprεçəndən Lɔytə darauf εrpɪçt, dIzə Ybərainʃtɪmʊŋ antsuʃtrEbən.  zI hAbən zɪç an dI hErkœmLɪçə ʃraibvaizə gəvønt ʊnd ʃɔyən jEdə fεrεndərʊŋ.“ 

„zɔLən vIr dεn nɪçt vEnɪgstəns ɪn tsUkʊnft ‚ʃtat’ ʃtat ‚ʃtadt’ ʃraibən ?“, Lεst dI Odər dEr fOrvɪtsɪgə nɪçt Lɔkər.  „ainə grOsə tsAL fɔn ɔrtʃaftən ɪm dɔytʃʃprAxɪgən raum zɪnd ʃtεdtə ʊnd dErən ʃtεdtərɪnən ʊnd ʃtεdtər vErdən zɪç dɔx jEdəs mAL εrgərn, vεn zI εntgEgən ʊnzərəm grʊndzats dI tsvai bUxʃtAbən ‚d’ ʊnd ‚t’ ʃraibən mʏsən, vO zI dɔx nUr ainən aintsɪgən detonatsiOns-t-Laut ausʃprεçən.“  –  „abgəzEən dafɔn, das dIzə ʃtεdtərɪnən ʊnd ʃtεdtər das ʃOn zait E ʊnd jE tUn, vErdən ɪm bUxʃtAbənhOxhaus anpasʊŋən nɪçt ɪn aintsəLnən vœrtərn fOrgənɔmən ʊnd ɪn andərən nɪçt.  ausgaŋspʊŋkt ɪst ɪmər dI bɪshErɪgə dɔytʃə rεçtʃraibʊŋ.  nUr dɔrt, vO zɪç dI gəʃprɔxənə ʃprAxə ʊnd dI gəʃrIbənə ʃprAxə tsU augənfεLɪgən ʊntərʃIdən fɔnainandər vEg bəvEgt hAbən, vɪrd auf dEn 36 ʃtɔkvεrkən dεs bUxʃtAbənhOxhauzəs dI gəʃrIbənə ʃprAxə an dI gəʃprɔxənə ʃprAxə angəpast.  vεn dIs gəʃIt, gəʃIt εs Abər ausnAmsLOs ɪn aLən vœrtərn.  das vIr hIr auf dEr vεndəLtrεpə, gəvɪsərmasən ʃpirALfœrmɪç tsvɪʃən tYr ʊnd aŋəL, gants ʃpɔntAn ain aintsəLnəs vɔrt anpasən, ɪst mɪt dEm pLAnmεsɪgən fOrgEən ʊnd dEn grʊndzεtsən dεs praksɪstεstəs nɪçt tsU fεrainbArən.  vεn εtva ɪm axtən ʃtɔkvεrk dEr ainə bUxʃtAbə ‚k’ an dI ʃtεLə dEr tsvai bUxʃtAbən ‚ck’ trɪt, dan gəʃIt dIs ɪn aLən vœrtərn :  ɪn ‚mʏkə’, ‚tʏkə’ ʊnd ‚rʏkvεrtsgaŋ’,  –  ʊnd nɪçt εtva ɪm vɔrt ‚gLʏk’ nɪçt, damɪt dI aLtən gLʏkvʊnʃkartən nɪçt aLt auszEən.  vεn zɪç darʊm ɪn dEn 36 ʃtɔkvεrkən kainə gəLEgənhait fɪndət, dI tsvai bUxʃtAbən ‚dt’ dʊrç dEn ainən bUxʃtAbən ‚t’ tsU εrzεtsən, dan vɪrd dIs møgLɪçərvaizə ɪm nεçstən ʃUb fɔn anpasʊŋən ɪn hʊndərt jArən gəʃEən.  bɪs dahɪn vErdən vaitərhɪn dI tsvai bUxʃtAbən ‚dt’ gəʃrIbən, ʊnd tsvAr ɪn aLən vœrtərn“, bəεndət dI arçitεktɪn Odər dEr arçitεkt Irə Odər zainə an dI Odər dEn fOrvɪtsɪgən gərɪçtətən ausfYrʊŋən.  „fYr hɔytə ɪst ʃLʊs“, fεrabʃIdət zɪç dI arçitεktɪn Odər dEr arçitεkt an aLə praksɪstεstərɪnən ʊnd praksɪstεstər gəvandt, ʃtaigt nEbən Inən fOrbai dI vεndəLtrεpə hOx ʊnd bəgIbt zɪç mɪt dEn vɔrtən :  „kɔmən zI ɪn hʊndərt jArən vIdər !  auf vIdərzEən !“, dʊrç dI bəhεLfsmεsɪgə hɔLtstYr ʊnd dI zɪç YbərLapəndən pLastɪkfOLiən hɪnaus auf Irə Odər zainə bauʃtεLə tsurʏk. 

dI praksɪstεstərɪnən ʊnd praksɪstεstər zEən ain, das zI hIr nɪçt hʊndərt jArə ʃpirALfœrmɪç auf dEr vεndəLtrεpə zɪtsən ʊnd vartən, bɪs εs ɪm zIbənʊnddraisɪçstən ʃtɔkvεrk vaitər gEt.  auf dEm abʃtIg maxən zI ainən haLt ɪm kafEhaus ɪm fʏnftsEntən ʃtɔkvεrk ʊnd bərAtʃLAgən mɪtainandər bai ainəm abʃIdsgətrεŋk, vI εs vaitər gEt.  zI hAbən fOr, dI fεrvandLʊŋ dEr rεçtʃraibʊŋ ɪn dI ʃprεçʃraibʊŋ, vI zI zI auf dEn 36 ʃtɔkvεrkən ɪm praksɪstεst aingəYbt hAbən, ɪn Irən LEbənsbəraiçən ʊntər dI Lɔytə tsU brɪŋən ʊnd fɔn dIzən tεstən tsU Lasən.  zɪçər vErdən dɔytʃʃprAxɪgə mεnʃən, dI auf Irə εmpfELʊŋ dEn praksɪstεst dʊrçLaufən, fεrbεsərʊŋsfOrʃLεgə maxən;  zO vErdən εtva Lɔytə, dI εtvas dafɔn fεrʃtEən, dI nɔyən bUxʃtAbən anʃprεçənd gəʃtaLtən.  fεrbεsərʊŋsfOrʃLεgə, dI zɪç aLgəmain bəvεrən, vErdən tsvaŋsLOs Ybərnɔmən ʊnd ɪn dEn praksɪstεst aingəbaut.  mɪt dEr tsait vErdən mEr ʊnd mEr dɔytʃʃprAxɪgə mεnʃən dEn praksɪstεst dʊrçLaufən hAbən ʊnd dan gəvɪsərmasən mɪt dEr nɔyən ʃprεçʃraibʊŋ gəɪmpft zain.  vεn Abər ainmAL ainə gəvɪsə mεŋə fɔn Lɔytən mɪt dEr ʃprεçʃraibʊŋ gəɪmpft zɪnd, vErdən dI gəɪmpftən datsU YbərgEən, dI ʃprεçʃraibʊŋ Ybər dI bɪshErɪgə anvεndʊŋ ɪn e-mεLdʊŋən, ɪn SMS ʊnd ɪn andərən eLεktrOnɪʃən gədaŋkənaustauʃzystEmən hɪnaus ɪn vaitərən bəraiçən antsuvεndən, εtva ɪn brIfvεksəLn tsvɪʃən privAtən aintsəLpεrzOnən Odər gəzεLʃaftən, ɪn ɪnərbətrIbLɪçən papIrən Odər ɪn aintsəLnən ʃpaLtən Odər auf gantsən zaitən fɔn tsaitʊŋən ʊnd tsaitʃrɪftən.  dI fAzə dEr ausvaitʊŋ dEr ʃprεçʃraibʊŋ auf vaitərə bəraiçə dauərt εtvas mEr aLs zIbən jArə, bɪs tsʊm 31. Dezember 2029. 

ainə dʊrstɪgə praksɪstεstərɪn Odər ain dʊrstɪgər praksɪstεstər hat zɪç nɔxmALs ain abʃIdsgətrεŋk gəhOLt, zεtst zɪç mɪt dYstərər mInə vIdər tsU dEn andərən ʊnd frAgt bəzɔrgt, ɔb zɪç dEr gantsə aufvand dεn LOnə, ɔb εs gərεçtfεrtɪçt zai, dI mεnʃən ɪm dɔytʃʃprAxɪgən raum mɪt dIzər anpasʊŋ dEr gəʃrIbənən ʃprAxə an dI gəʃprɔxənə ʃprAxə tsU bəhεLɪgən, jA Ybər jArə hɪn tsU bəLεstɪgən.  vεrə εs nɪçt ainfaxər, aLəs baim aLtən tsU bəLasən ʊnd zɪç vaitərhɪn an dI bəvεrtə rεçtʃraibʊŋ dEr dɔytʃən ʃprAxə tsU haLtən. 

fYr dI andərən gəɪmpftən ɪst Ir fOrhAbən zO tsUr zεLbstfεrʃtεndLɪçkait gəvɔrdən, das zI zɪç darYbər Lεŋst kainə gədaŋkən mEr gəmaxt hAbən ʊnd darʊm Ybər dI vaŋkəLmYtɪgən YbərLEgʊŋən dEr dʊrstɪgən tsvaifLərɪn Odər dεs dʊrstɪgən tsvaifLərs ainɪgərmasən εrʃtaunt zɪnd ʊnd dIzə Odər dIzən ʊngLɔybɪç ʊnd ʃprAxLOs anʃauən.  „fεrgLɪçən mɪt andərən ʊmtrIbən ʊnd bəLεstɪgʊŋən“, εntgEgnət nAx ainər ʃrεkzekʊndə ainə gəɪmpftə Odər ain gəɪmpftər, „dI dI mεnʃhait εrLEbt hat ʊnd hat Ybər zɪç εrgEən Lasən mʏsən, ɪst dIzə ʃrɪftLɪçə fεrεndərʊŋ nɪçts. 

dI mεnʃhait hat tsʊm baiʃpIL ɪm tsvantsɪçstən jArhʊndərt fɔn 1914 bɪs 1918 ʊnd fɔn 1939 bɪs 1945 vεrənd tsEn jArən fɔn mɔrgəns bɪs abənds ʊnd bɪs mɔrgəns zεmtlɪçə LEbənsbəraiçə fɔn dEr vεtərfOrhErzAgə Ybər dEn tʊrnʊntərrɪçt bɪs tsUr vɪrtʃaft bəaintrεçtɪgəndə krIgə mɪt mɪLiOnən fɔn tOtən ʊnd fεrLεtstən mεnʃən ʊnd nɪçt bətsɪfərbArən ʃεdən an gəbɔydən ʊnd ainrɪçtʊŋən gəfYrt ʊnd mʊstə zɪç am εndə jEvaiLs zAgən :  ‚da hAbən vIr ainə zEr grOsə dʊmhait gəmaxt !’  dI krIgshandLʊŋən hAbən nUr ʃεdən fεrUrzaxt ʊnd kain aintsɪgəs pOzitIvəs εrgEbnɪs gətsaitɪçt.  dEr krIg gIŋ nɪçt ainfax tsU εndə vI εtva ain teAtərʃtʏk tsU εndə gEt.  fILmEr vArən dI mɪLiOnən tOtən vaitərhɪn tOt ʊnd dI fεrLεtstən ʊnd fεrkrʏpəLtən bLIbən vaitərhɪn fεrLεtst ʊnd fεrkrʏpəLt ʊnd mʊstən zɪç aLs zɔLçə bɪs an Ir LEbənsεndə ʃLεpən.  εs vεrə dEn mεnʃən bεsər gəgaŋən, vεn zI ɪn dIzən tsEn jArən nɪçts gətAn hεtən ʊnd nUr fɔn dEn fOrrεtən gəLEbt hεtən. 

zɔgAr vεn man dI fεrεndərʊŋ ʊnd dI angLaiçʊŋ dEr ʃrɪft an dI gəʃprɔxənə ʃprAxə aLs dʊmhait ʊnd dEn dafYr εrfɔrdərLɪçən aufvand aLs ʊnfεrhεLtnɪsmεsɪç bətraxtət, zO ɪst εs dɔx ain aufvand, dEr ɪm fεrgLaiç tsU ainəm ʊnzɪnɪgən krIg am εndə ain pOzitIvəs εrgEbnɪs tsaitɪçt, ʊnd tsvAr ain εrgEbnɪs, das ɪn dI gantsə tsUkʊnft hɪnain pOzitIf vɪrkt.  dI frεmdʃprAxɪgən mεnʃən, dI dɔytʃ Lεrnən vɔLən, vErdən εs Laiçtər hAbən, vεn dɔytʃ zO gəʃrIbən vɪrd, vI εs gəʃprɔxən vɪrd.  ɪn gLaiçər vaizə vErdən dI dɔytʃʃprAxɪgən kɪndər, dI ɪn dEr ʃULə das LEzən ʊnd ʃraibən Lεrnən, jEdən gəLEzənən bUxʃtAbən zO ausʃprεçən kœnən, vI Er Lautət, ʊnd jEdəs vɔrt zO ʃraibən, vI εs tønt.  dI frAgə :  ‚vI ʃraibt man kErɪçt ?’ vɪrd zɪç nI mEr ʃtεLən, da man dan dEn kErɪçt gənau zO ʃraibt, vI Er tønt, nεmLɪç ‚kErɪçt’.“ 

„zEr fILə Lɔytə, jA dI maistən, vErdən dI anpasʊŋ vOL mɪtmaxən, Abər vas gəʃIt mɪt dEnən, dI dI bɪshErɪgə rεçtʃraibʊŋ dEr dɔytʃən ʃprAxə dEm nɔyən bUxʃtAbənzaLAt fOrtsIən ?“, frAgt nUn dI dʊrstɪgə tsvaifLərɪn Odər dEr dʊrstɪgə tsvaifLər, dI Odər dEr dEr Odər dEm gəɪmpftən rUɪç tsUgəhørt hat. 

„darɪn LIgt jA gərAdə dEr ʊntərʃId“, fεrt dI Odər dEr gəɪmpftə fɔrt.  „vεrənd ain krIg nɪçt nUr dI krIgsdInst Laistəndən bətrɪft, zɔndərn aLə mεnʃən, aux dI tsivILbəfœLkərʊŋ, ɪn aLən LEbənsbəraiçən rʊnd ʊm dI Ur ʊmfast, bəʃrεŋkt zɪç dI anpasʊŋ auf das papIr, zI ɪst LautLOs, hat kainə LEbənsmɪtəLratsionIrʊŋ tsUr fɔLgə ʊnd aux kainə fεrdʊŋkəLʊŋ.  das Ybrɪgə LEbən gEt nɔrmAL vaitər.  das vɪçtɪçstə Abər ɪst :  dI anpasʊŋ gəʃIt fraivɪLɪç.  vEr nɪçt mɪtmaxən vɪL, Lεst εs bLaibən ʊnd ʃraibt vaitərhɪn zO, vI zI Odər Er bɪshEr gəʃrIbən hat  –  ʊnd vɪrd Onə vaitərəs aux ɪn tsUkʊnft fεrʃtandən.  dI mεnʃən zɪnd fεɪç, zɪç ɪn mEr aLs ainər ʃrɪftʃprAxə tsU fεrʃtεndɪgən.  nEbən dEr ʃrɪft, dI vIr ɪn dEr ʃULə gəLernt hAbən, gIbt es ʃOn Laŋə aux nɔx dI Morseʃrɪft ʊnd dI ʃtenografIʃrɪft.  vEr dIzə ʃrɪftən bəhεrʃt, kan mYəLOs fɔn ainər ʃrɪft tsU ainər andərən vεksəLn.  tsudEm kɔmt, das dI bai dEr aLtən ʃrɪft fεrharəndən mεnʃən ɪm Laufə dEr tsait ausʃtεrbən.  vεn dI Lεtstən fɔn Inən nɔx LEbən, vErdən ʃOn jʊŋə, ʊngəʃtYmə da zain, dI dEn tsvaitən ʃUb fɔn anpasʊŋən εrvartən, dEr Abər frYəstəns am 1. Januar 2130 εrfɔLgən vɪrd. 

dEr aufvand, dEr fraivɪLɪç fYr dI ʊmʃtεLʊŋ fɔn dEr hɔytɪgən rεçtʃraibʊŋ auf dI tsUkʏnftɪgə ʃprεçʃraibʊŋ bətrIbən vɪrd, ɪst aux nɪçts, fεrgLɪçən mɪt dEm aufvand, dEr ɪn bεLdə bətrIbən vErdən mʊs, vεn gantsə am mErəsUfər LIgəndə, dɪçt bəvOntə Landʃtrɪçə mɪt mɪLiOnən fɔn mεnʃən, mɪt ʃtεdtən, dœrfərn, ɪndʊstrIanLAgən, fεrkErsanLAgən tsU vasər ʊnd tsU Landə ʊnd ɪn dEr Lʊft, ʃvainəmεstəraiən ʊnd gəfLYgəLfarmən, ʃtadtparkanLAgən mɪt Lauʃɪgən rUəbεŋkLain aLər Art, aLzo gantsə tsiviLizatsiOnən vEgən dEn ɪnfɔLgə dEr kLImaεrvεrmʊŋ rʏkzɪçtsLOs ʊnd aLYbəraL ʃtaigəndən mErəsfLUtən ɪn høər gəLEgənə gəbItə ɪn zɪçərhait gəbraxt vErdən mʏsən. 

dEr aufvand ɪst aux nɪçts fεrgLɪçən mɪt dEm aufvand, dEr dEn Chinesinnen ʊnd Chinesen bəfOrʃtEt, vεn zI gəLEgəntLɪç Irə tsaiçnʊŋsʃrɪft dʊrç ainə Lautʃrɪft εrzεtsən.  dI damɪt fεrbʊndənən ʊmtrIbə zɪnd ʊm ain fILfaxəs grøsər ʊnd ʃvIrɪgər tsU bəvεrkʃtεLɪgən aLs ʊnzərə ainfaxə fεrbεsərʊŋ ʊnzərər bəraits fOrhandənən Lautʃrɪft.“ 

dI dʊrstɪgə tsvaifLərɪn Odər dEr dʊrstɪgə tsvaifLər εrkLεrt zɪç bərait, zɪç mɪt Lɔytən, dI dI anpasʊŋ dEr gəʃrIbənən ʃprAxə an dI gəʃprɔxənə ʃprAxə nɪçt mɪtmaxən vɔLən, ɪn e-mεLdʊŋən, SMS ʊnd andərən eLεktrOnɪʃən gədaŋkənaustauʃzystEmən, Abər aux ɪm handʃrɪftLɪçen brIfvεksəL, nAx dEn aLtbəvεrtən rEgəLn dEr dɔytʃən rεçtʃraibʊŋ ʃrɪftLɪç tsU ʊntərhaLtən.  vEr am aLtən hεŋt, vɪrd zɪç ʃrɪftLɪç tsU Ir Odər tsU Im fLʏçtən kœnən ʊnd bai Ir Odər Im ainən rʏktsUgsɔrt dEr bɪshErɪgən ʃraibʊŋ fɪndən.  ɪm OtseAn dEr nɔyən ʃprεçʃraibʊŋ vɪrd zI Odər Er Ybər dEn 1. Januar 2030 hɪnaus fYr dIzə Lɔytə ainə ɪnzəL dEr gəʃrIbənən gLʏkzELɪçkait zain. 

dEn gəɪmpftən ɪst εs rεçt, das anhεŋərɪnən ʊnd anhεŋər dεs bɪshErɪgən bai dEr dʊrstɪgən tsvaifLərɪn Odər dEm dʊrstɪgən tsvaifLər ainə haimʃtat fɪndən, ɪn dEr zI vaitərhɪn zO ʃraibən kœnən, vI zI εs ɪn dEr ʃULə gəLεrnt hAbən.  zO kœnən aLə nAx Irən rEgəLn zELɪç ʃraibən. 

dI praksɪstεstərɪnən ʊnd praksɪstεstər zεtsən nUn Irən abʃtIg fɔrt, fεrabʃIdən zɪç fɔnainandər ʊnd maxən zɪç ɪn Irən bəraiçən daran, Ir fOrhAbən tsU fεrvɪrkLɪçən ʊnd ɪn dEn nεçstən 2580 tAgən aLə fOrbəraitʊŋən fYr dI ʊmʃtεLʊŋ fɔn dEr rεçtʃraibʊŋ tsUr ʃprεçʃraibʊŋ tsU trεfən. 

am Montag, dEm 31. Dezember 2029 εrʃainən dI Lεtstən dɔytʃʃprAxɪgən tsaitʊŋən ɪn dEr aLtən dɔytʃən rεçtʃraibʊŋ. 

 

dI fεrvandLʊŋ

am Dienstag, dEm 1. Januar 2030 εrʃainən kainə tsaitʊŋən.  an rAdio ʊnd fεrnzEən fεrLEzən dI nAxrɪçtənʃprεçərɪnən ʊnd dI nAxrɪçtənʃprεçər dI nAxrɪçtən.  ɔb dIzə nAxrɪçtən hɔytə ErstmALs Odər ʃOn zait ainigər tsait ɪn dEr ʃprεçʃraibʊŋ abgəfast zɪnd, ɪst nɪçt tsU hørən.

ab Dienstag, dEm 1. Januar 2030 ʃraibən dI mεnʃən ɪm dɔytʃʃprAxɪgən raum fLεçəndεkənd fɔn dEr vIgə Ybər dI ʃULə bɪs tsUr bArə fɔn hand, gətastət ʊnd gədrʊkt dI nɔyə ʃprεçʃraibʊŋ. 

am Dienstag, dEm 1. Januar 2030 fεrvandəLt zɪç dI „Verwandlung“ nɪçt nUr ɪn e-mεLdʊŋən, ɪn SMS ʊnd ɪn andərən eLεktrOnɪʃən gədaŋkənaustauʃzystEmən, zɔndərn YbəraL, aLYbəraL, ɪn aLən dɔytʃʃprAxɪgən ʃrɪftʃtʏkən ɪn dI fεrvandLʊŋ, LautLOs. 

 

/Sprix-1-49/

8. Dezember 2022 / RT

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